OM – ADVAITIC SONGS

Posted in Release on July 14th, 2012 by D.K.

Al Cisneros und Emil Amos haben es wieder getan. Sie sind in ihrer Inkarnation als mysteriöses Duo ins Studio gegangen und haben “Advaitic Songs” aufgenommen, das fünfte Studio Album von OM.

OM ist eine Marke für sich, denn dieses Duo macht Musik, die niemand sonst in dieser Art macht. Oriental-Asia-Doom könnte man das nennen, oder einfach die Fusion von westlichen Rhythmusinstrumenten mit dem Geist fernöstlicher Musikkultur. Schon als Al Cisneros das Duo mit Chris Hakius gegründet hat, ging es um den puren Rhythmus in Kombination mit mystischen Vocals und Soundeinlagen. Daran hat sich nicht viel geändert auf “Advaitic Songs” und das ist gut so.

cover.jpg

“Addis” eröffnet die Reise in die Welt von OM mit einer großen Ladung Percussion, unterschwelligem Bass und einem berauschenden weiblichen gebetsähnlichem Hindi-Gesang. Dann erst starten OM mit “State of Non Return” richtig durch und der Bass kommt in den Vordergrund, die Drums setzen richtig ein und Al Cisneros mystische Texte werden so vorgetragen, wie man es erwartet. Es ist nicht Singen, es ist nicht Reden, es ist irgendwas dazwischen und passt perfekt zum Sound der Instrumente. Es bleibt aber nicht allein bei Bass- und Trommeleinsatz. Cellosounds spielen hier eine große Rolle und gehen mit dem Bass eine Verbindung ein. “Gethsemane” ist der erste der drei letzten epischen Songs. Auch hier gesellen sich weitere Instrumente wie Gitarre, Streicher und Tasten hinzu, ohne den typischen Charakter des OM Sounds zu beeinflussen. Langsam zeichnen sich immer wiederkehrende Themen ab, oft auf dem Cello gespielt, die der Platte eine Art Wiedererkennungswert verpassen. “Gethsemane” endet überraschend mit einem schnellen “Solo” auf den dicken Saiten. “Sinai” übernimmt und startet mit Ambientsounds, aus denen dann arabische Field Recordings ausbrechen und in den Rhythmusteil des Songs überleiten. Bedächtig schreitet der Bass voran, die Drums legen sich stoisch auf einen Rhythmus fest. “Haqq-Al-Yaqin” ist der Song, auf den dieses Album hingearbeitet hat. Cellotöne mit großen Gesten, andere Dynamik in der Rhythmusfraktion, Streicher und Akustikgitarre. Irgendwie haben OM doch was komplett Neues geschaffen und klingen trotzdem noch so, wie man sie kennt. Wie auch die letzten beiden Studioalben, kommt “Advaitic Songs” mit einer byzantinischen Kirchenmalerei als Cover, diesmal kein beflügelter Heiliger Geist, sondern ein bärtiger Johannes der Täufer. Ein Zeichen?

“Advaitic Songs” erscheint Ende Juli über Drag City und wird auf CD und Doppel-Vinyl erscheinen. Letztere Version ist extra abgemischt worden, um das 45rpm Erlebnis am effektivsten zu gewährleisten.

OM

Tags: , , , , ,

LIVE: SHRINEBUILDER

Posted in ontheroad on November 14th, 2010 by D.K.

Donnerstag war es nach langem Warten und gecancellten Shows im Frühjahr endlich so weit. Shrinebuilder live im Gebäude 9 in Köln.

scott kelly

Erstaunlicher Weise ist das Gebäude 9 nicht ausverkauft, was aber nicht schlimm ist, denn ein bisschen mehr Platz zum Stehen schadet nicht. Um 21 Uhr geht es los mit den Planks aus Mannheim. Das Trio gibt schonmal die Marschrichtung des Abends an, laut und mächtig ist das Soundmotto. Danach folgt eine flotte Umbaupause, in der sich die vier Schreinbaumeister nach und nach auf der Bühne zeigen. Da wird einem erst klar was da einen an diesem Abend erwartet. Vier Musiker, die Vorbilder für fast jeden sein dürften, der auf handgemachte schwerfällige Musik steht.

al cisneros

Basslastige Ambientsounds beschallen die alte Fabrikhalle, die Lichter gehen aus, die Bühne ist dezent angestrahlt. Dale Crover (Melvins), AL Cisneros (Sleep, OM), Scott Kelly (Neurosis) und Wino Weinrich (Saint Vitus) betreten die Bühne und legen los. Was da aus den Verstärkern tönt ist laut, sehr laut. Besonders Al Cisneros Bass übertönt fast alles andere und durchdringt den ganzen Körper. Die Band ist aufeinander eingespielt und zeigt sich spielfreudig. Einmal angefangen scheint Dale Crover unaufhaltsam sein Drumset zu bearbeiten. Die beiden Gitarristen Scott und Wino stehen an den beiden Bühnenseiten und sorgen für die passende Untermalung der Rhythmusfraktion Al und Dale.

dale crover

Der Sound wird allmählich besser und die Gitarren kommen besser durch, nur der Gesang ist zu leise und geht im Instrumentensound unter. Trotzdem ist diese Zusammenkunft auf der Bühne genial. Shrinebuilder vereinen die Sounds ihrer eigenen Bands und präsentieren ihre gelungene Mischung aus schwer treibendem Metal und ruhigeren Psychedelicsounds. Dale Crover könnte das neue Maskottchen einer gewißen Batteriemarke werden. Fast pausenlos haut er auf sein Schlagzeug ein und so wundert es auch nicht, dass er zwischen zwei Songs ein Drumsolo einbaut. Neben den fünf Songs des Debüt Albums präsentieren Shrinebuilder ein Cover (ich bin mir nicht sicher, wer hat es erkannt?) und ein Instrumentalstück, das den Abschlusstrack “Pyramid Of The Moon” einleitet, den die Band besonders lang zelebriert, bevor sie unter gebührendem Applaus die Bühne verlässt.

Diese Vier kann nur ein Vulkan aufhalten.

Noch mehr Bilder findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

wino

Tags: , , , , ,

LIVE: LICHENS & OM

Posted in ontheroad on February 5th, 2010 by D.K.

Die Freude war groß als wir erfahren hatten, dass Om zusammen mit Lichens im FZW in Dortmund auftreten werden. Dementsprechend hoch waren aber auch unsere Erwartungen. Gestern war es dann endlich soweit. Im FZW angekommen lächelt uns Robert Lowe alias Lichens am Merchstand entgegen. Ein sehr sympathischer Mann, der ungefragt den Sound seiner zum Verkauf präsentierten Platten so gut beschreibt, dass ein Kauf unumgänglich ist.

lichens live in  dortmund

Nach einer kleinen Wartephase füllt sich der Club im FZW und Herr Lowe nimmt mit einem Tee in der Hand auf der Bühne platz, umgeben von Gitarre, Mikro und Effektgerätschaften. Was folgt ist eine Looping Reise vom Feinsten. Lowe setzt mit der Gitarre ein, deren Sounds sich über einen Loopingeffekt stetig wiederholen. Nachdem die Gitarre ihre Soundfläche ausgebreitet hat, greift Lowe in aller Ruhe zum Mikro und fängt an Zwitschergeräusche zu loopen, die nach kurzer Zeit mit den Gitarrenloops verschmelzen. Das sympathische Gesicht vom Merchstand verwandelt sich auf der Bühne zu einer Grimasse. Lichens scheint wie in Ekstase, er fügt dem Sound ständig neue wörterlose Vocals hinzu, mal mit hoher, mal mit tiefer Stimme. Seine Augen sind verdreht, seine Hand verkrampft. Nach ungefähr 20 Minuten hallt der Song aus und Lichens verlässt die Bühne. Überzeugend!!!

om live in dortmund

Nach einer kurzen Pause betreten Al Cisneros, Emil Amos und Robert Lowe die Bühne. Da sind sie, nun Om in ihrer aktuellen “God Is Good” Besetzung. Cisneros setzt mit seinem Bass ein, Amos folgt mit den Drums und Lowe kümmert sich um die Percussion und alle weiteren Backing Sounds. Anfänglich hinkt der Basssound etwas hinterher, doch das legt sich schnell. Die Band scheint in Höchstform, der hyperaktive Amos schmettert ein unglaubliches Drumspiel hin und Cisneros Finger fegen über die Basssaiten, so dass man gar nicht mehr aus dem Staunen kommt. Beim Singen starrt Al Cisneros in die Luft und wirkt wie jemand, dessen Körper von einem fremden Wesen eingenommen wurde, das zum Publikum spricht. Die Setlist bietet eine gute Mischung von den groovigen Nummern des aktuellen Albums bis zu den älteren Mammutwerken wie “At Giza”. Nach knappen 45 Minuten haben sich Om durch das Set gespielt und verlassen die Bühne. Doch die Zugabe lässt nicht auf sich warten und Cisneros und Amos kommen nochmal auf die Bühne und spielen eine besonders laute Zugabe, bei der Cisneros einzigartiger Basssound besonders zur Geltung kommt. Genial!!!

Mehr Bilder vom Konzert gibt es auf unserer PHOTOS Seite.

Tags: , , , , , ,

DER MUSIKFILM TIPP

Posted in Musikfilm on September 18th, 2009 by M.H.

“SUCH HAWKS SUCH HOUNDS – Scenes from the American Hard Rock Underground” – der Untertitel, dieser nach einem Dead Meadow Song benannten Dokumentation, fasst ihren Inhalt bereits perfekt zusammen. Solltet ihr euch für die Entstehung und Geschichte der amerikanischen Stoner Rock/Post Rock/Doom Szene interessieren, liefert euch diese DVD einen kurzweiligen und informativen Überblick von den frühen 70’ern bis heute. Regisseur John Srebalus lässt zum einen viele Protagonisten wie Al Cisneros (“The first time anyone’s gotten the Sleep story right.”) oder Scott Reeder zu Wort kommen, oft genug spricht aber auch die Musik von Sleep, Kyuss oder Earthless, in Form vieler Live Ausschnitte, für sich selbst.

Alle weiteren Informationen findet ihr hier.

Tags: , , , , , , ,

SHRINEBUILDER

Posted in Release on September 9th, 2009 by M.H.

Die Doom Supergroup um Scott “Wino” Weinrich (St. Vitus), Scott Kelly (Neurosis), Al Cisneros (OM) und Dale Crover (Melvins) wird im Oktober ihr erstes Album veröffentlichen. Allein die Namen der Bandmitglieder lassen Großes erwarten.

“(…) I’m aware of the expectations, but I don’t care. All I really care about is the songs – people will either like it or they won’t.” (Scott Kelly)

Ich denke, wir werden die Songs mögen.

Ein ausführliches Interview mit Scott Kelly zum Thema SHRINEBUILDER könnt ihr in der aktuellen ROCK-A-ROLLA Ausgabe lesen. Das Cover Artwork, für das Josh Graham verantwortlich ist, wie auch alle weiteren Informationen, findet ihr hier.

Tags: , , , , , ,

NEUES OM ALBUM

Posted in Release on September 6th, 2009 by D.K.

OM God is Good

Am 29. September erscheint das neue OM Album "God is Good" bei Drag City. Aufgenommen hat es Steve Albini in den "Electrical Audio" Studios . Al Cisneros und Emil Amos führen den Sound ihres Sub Pop Releases "Gebel Barkal" fort und so gibt es neben den beiden bekannten Instrumenten Bass und Drums einige kleine Überraschungen zu entdecken.

Tags: , ,