ARCHITEUTHIS REX

Posted in Release on June 2nd, 2013 by D.K.

Architeuthis Rex sind die beiden Italiener Antonio Gallucci und Francesca Marongiu, die sich in den letzten Jahren mit zwei Veröffentlichungen über die Plattenschmiede Utech Records einen Namen in der experimentellen Musikszene gemacht haben.

Auf ihrem aktuellen Album “Eleusis”, das als Tape über Zeitgeists Publishing erschienen ist, bietet das Duo einen Soundtrack zum Mythos um die griechische Kultstätte Eleusis.

Im antiken Eleusis stand das Heiligtum der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Der Mythos besagt, dass der erste Winter über die  Menschheit einbrach als Demeter ihren Pflichten nicht nachkam, da sie auf der Suche nach ihrer Tochter Persephone war, die von Hades entführt wurde. Als es Demeter gelang ihre Tochter zurückzuholen, kam der erste Frühling. Weil Persephone jedoch von einem Granatapfel gegessen hatte, den ihr Hades gegeben hatte, musste sie für ein Drittel des Jahres in die Unterwelt zurückkehren. Die Jahreszeiten waren geboren.

Architeuthis Rex zelebrieren den Mythos auf sechs Tracks, die das Duo von einer neuen Seite zeigen. Während die älteren Platten mehr das experimentelle Konstruieren von Klangflächen präsentieren, fokussiert sich die Band diesmal auf greifbare Songstrukturen. Den Anfang macht “Hades”, ein betörender Track aus ausufernd hallenden weiblichen Vocals und stampfenden Drums. “Eleusis” bricht das Verträumte des Openers mit einem fiesen Synthiebass auf. Drums stampfen langsam vor sich hin, die weiblichen Vocals werden nach drei Minuten von E-Bow Sounds abgelöst. Der Song steigert sich zu einem psychedelischen Doomtrack und obwohl der Masterpegel am höchsten Limit zu stehen scheint, wird der Track immer lauter. “Demeter Lousia” setzt auf Synthiesounds, die auch hier mit sehr präsenten Drums untermalt werden. Im Hintergrund läuft ein berauschender Basssound. Definitiv ein “Unter die Haut geh Song”. Die zweite Seite des Tapes beginnt mit “Ladon”, einem Track der aus männlichen Vocals besteht, die zu einer Art Mönchschor mutieren. “Pomegranates” überrascht mit Percussioneinsatz und verzerrten Gitarrenwänden. Es gesellt sich eine Hammondorgel dazu, Drums folgen und der Track türmt sich zu einem treibenden Epos auf. “Triple Goddess” ist der perfekte Abschluss, den hier wiegen sich die Sounds des Albums zu einem fließenden Psychedelic-Doom-Metal-Post-Rock-Biest auf.

Das orangefarbene Tape ist liebevoll gestaltet und kommt in einer übergroßen Hülle mit 24seitigem Booklet und Obistrip mit Bandlogo von Keith Utech (Utech Records). Es sind nur noch wenige erhältlich. Greift zu.

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