KILLL

Posted in Release on September 10th, 2011 by D.K.

Der Bandname lässt schon vermuten, dass diese Band aus dem hohen Norden nicht den Wunsch hegt, Harmonie und Wohlgefühl zu verbreiten. Denn genau das kann bei Killl aus Norwegen lange gesucht werden. Killl ist ein Avant-Noise-Post-Core-Art-Metal-Strobo-Jazz-Monster, ja genau, brutal fürs Ohr und vor allem fürs Auge. Denn Killl ist genau genommen keine Band, sondern eine Art Kunstwerk für die Bühne. Vier Musiker und ein Lichtmann haben das erschaffen, was sich Killl nennt, und nun endlich auch auf Platte erscheint. Genauer gesagt auf Platte und DVD um das volle Erlebnis der Liveshows mitzuerleben.

KILLL_Live_Collage

Unter der Regie von Are Mokkelbost, Künstler (u.a. das Artwork der ersten Mamiffer & House of Low Culture Split) und Musiker (u.a. Juv, Single Unit), haben sich drei weitere Musiker aus Bands wie J.R. Ewing oder Jaga Jazzist und der Lichkünstler Kyrre Karlsen zusammengetan, um dieses Ungetüm an Sounds und Visuals auf die Beine zu stellen. Die Band hat mehrere Shows zwischen 2005 und 2009 mit älteren Digitalkameras von der Bühne und vom Publikum aus mitgefilmt, um durch die weniger ausgereifte Filmtechnik alter Kameramodelle die verschiedenen Effekte der Strobolichtshow ungefiltert einzufangen. Das Ergebnis auf der DVD ist noch beklemmender als die Liveshow selber. Schnitt um Schnitt, ein Bild nach dem anderen. Kein Filmmaterial für anfällige Betrachter. Und immer passend zur Musik, die auch ständig Druck macht und das Erlebnis abrundet. Noise, Power-Electronics, Blackmetalgitarren… die Aufzählung an Einflüssen will nicht enden. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es auf dem Videokanal von Are Mokkelbost.

Das vorgestellte Paket klingt anstrengend, wer sich aber darauf einlässt, wird auf eine surreale Art daran Gefallen finden. Das CD/DVD Paket kommt im Pappmehrfachklappcoverdesign mit passendem Artwork (bei dem unser Scanner schlapp gemacht hat… die Farben sind viel heftiger als unten zu sehen) und zwei auffaltbaren Postern anstelle von Booklet. Das selbstbetitelte Livealbum von Killl erscheint am 16. September über die Qualitätsschmiede von Fysisk Format, dem hauseigenen Label des norwegischen Plattenladens Tiger.

killl_cover_artwork

Tags: , , , , ,

HOUSE OF LOW CULTURE

Posted in Release on November 17th, 2010 by D.K.

house of low culture - housing tracts

Unter dem Pseudonym House Of Low Culture veröffentlicht Aaron Turner (Isis) seit mittlerweile einem Jahrzehnt experimentelle Aufnahmen, die mal mehr in die Ambientrichtung gehen, aber auch sehr dronelastig sein können. Unter Beihilfe von anderen Musikern wie James Plotkin (Produzent), Jeff Caxide (Isis) oder Luke Scarola (Old Man Gloom) sind bisher mehrere Platten, beispielsweise über Robotic Empire oder Neurot Recordings, erschienen. In den letzten drei Jahren wurde es, nachdem zwei extrem limitierte EPs Namens “Hollywood Squalls” und “Chinatown Squalls” veröffentlicht wurden, etwas ruhig um das Projekt.

Mittlerweile hat Aaron Turner zusammen mit seiner Frau Faith Coloccia das Label Sige Records gegründet, über das nach langem Warten die Raritätensammlung “Housing Tracts” digital erschienen ist. Ihr könnt das Album im MP3 Format oder als soundtechnisch hochwertigeres FLAC Format für wenig Dollar direkt über Turners Blog runterladen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn neben seltenen Compilation-Beiträgen und Remixen gibt es auch bisher unveröffentlichte Songs. Die einzigen, die diese Platte nicht brauchen, sind die 25 Leute, die dieses Album 2007 als CD-R auf einer House Of Low Culture Show kaufen konnten.

house of low culture / mamiffer split

Aber diese 25 Musikfreunde können sich neben allen anderen Aaron Turner Fans und Liebhabern von Soundwänden auf die bald erscheinende Split von House Of Low Culture und Mamiffer (Faith Coloccia) freuen. Die Split erscheint Ende November als CD über Utech Records und auf Vinyl über Sige Records. Wie das Artwork des norwegischen Künstlers Are Mokkelbost verschiedene filigrane Elemente in einer Art Strudel vereint, verhält es sich auch mit den beiden Songs der Split. Schicht um Schicht bauen sich die Songs auf. Wer aufmerksam zuhört, hört auch die filigranen Veränderungen in den enstehenden Soundlandschaften und wer sich beim Hören fallen lässt, wird vom Sog des Dronestrudels in die von den Musikern erschaffene Welt entführt.

Tags: , , , , , , ,