JON PORRAS TEILT DAS LICHT

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Mit seiner Band Barn Owl hat sich Jon Porras zuletzt in elektronische Gebiete gewagt. Auf “Light Divide” traut er sich einen weiteren Schritt und veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das so garnicht auf Gitarrensounds setzt.

Auf fünf etwas längeren Stücken präsentiert Porras einen Sound, der zwischen Ambient und Dark Ambient schwebt. Der Opener “Apeiron” wird von einem unterschwelligen Beat getragen und spielt mit tiefen und hohen Tönen. “Recollection” führt den Sound fort um in eine Art seichtem Drone zu münden. “Divide” und “New Monument” sind umgeben von einer Art positiver Soundwolke, die die Tracks nicht so düster rüberkommen lässt. “Pleiades” ist das pulsierenste Stück der Platte und gibt eine Dynamik an den Hörer weiter, die optimistisch stimmt.

Im großen Ganzen ist man als Jon Porras Fan enttäuscht, wenn man die Platte zum ersten Mal hört. Wer aber Zeit investiert und sich darauf einstellt, dass Porras neue Wege geht, der dürfte auch an dieser Platte Gefallen finden.

Das Album erscheint Ende März auf CD und Vinyl via Thrill Jockey.

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BARN OWL SPIELEN IM SCHWARZWALD

Posted in Aktuell, ontheroad on April 29th, 2013 by Redaktion

Das psychedelische Doom-Dub-Duo Barn Owl aus San Francisco tritt am 04. Mai in der Nähe von Freiburg auf. Besonderheit ist, dass die Show mitten im Schwarzwald auf 1000m Höhe stattfindet. Für alle Autolosen unter euch fährt ein Shuttlebus zum Ort des Geschehens. Die Show beginnt mit dem Sonnenuntergang, sollte das Wetter garnicht mitmachen wollen, wird die Show in Freiburg selbst stattfinden.

Wer also am Wochenende in Freiburg und Umgebung sein sollte, darf dieses Event auf keinen Fall verpassen.

Alle Informationen zum Event findet ihr auf der Seite der Freunde des guten Tons.

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BARN OWL – DER FÜNFTE STREICH

Posted in Release on March 2nd, 2013 by D.K.

Auf Barn Owl ist Verlass was ihren Turnus an Veröffentlichungen angeht, denn im April erscheint das neue Album  “V”. Doch wer denkt zu wissen, was ihn erwartet, der wird ganz schön überrascht sein.

Das Album beginnt mit “Void Redux” und schon in den ersten 20 Sekunden wird klar, dass Barn Owl einen neuen Weg eingeschlagen haben. Das Label nennt es Doom Dub und es passt irgendwie ganz gut, denn Barn Owl haben die Tür für die Elektronik geöffnet. Rhythmisch wiegen sich Gitarren und Synthesizer hin und her und schaffen eine treibende Klanglandschaft. “The Long Shadow” beginnt wie ein typischer Barn Owl Song und mutiert allmählich durch das Überlappen der Gitarren mit Elektrodrones zu einem Monstertrack, um dann wieder abzuebben. “Against The Night” ist wie ein Spaziergang am Strand: wellenartig kommen die Sounds auf einen zu, Tremologitarren tragen den Song und ein unterschwelliger Bass gibt dem Ganzen halt. “Blood Echo” erklingt majestätisch und baut sich vor einem auf, flacht plötzlich ab, ein Drumsound setzt ein, Synthesizerklangflächen gesellen sich dazu und bauen zusammen mit den Gitarren eine neue Soundwand auf. Lang lebe Doom Dub! “Pacific Isolation” ist dann wieder was für die Hörer, die die alten Barn Owl schätzen. “The Opulent Decline” ist das Ergebnis einer halbstündigen Session. 17 Minuten davon haben es auf das Album geschafft. Zunächst einmal sucht der Song sich selbst und durchforstet die verschiedensten Ebenen des Barn Owl Kosmos, um dann fast zu verstummen. Ein dezenter hallender Beat bleibt, Gitarrensounds erklingen, mal klar, mal verzerrt. So langsam baut sich wieder ein Berg aus Ambient und Drone Klängen auf. Schnell ist klar, dass diese Soundwand noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hat, denn nach 10 Minuten steht man als Hörer einem Soundungetüm gegenüber, das sehr überwältigend ist. Man weiß gar nicht, auf welchen Sound man sich konzentrieren soll. Gnadenlos, diese Barn Owl.

“V” erscheint über Thrill Jockey Records und wird auf CD und Vinyl erhältlich sein. Zudem gehen Barn Owl im April/Mai auf Europatour. Beides sehr empfehlenswert.

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EVAN CAMINITI – NIGHT DUST

Posted in Release on May 13th, 2012 by D.K.

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Evan Caminiti von Barn Owl liefert mit seinem neuen Album “Night Dust” den perfekten Soundtrack für die Nacht, indem er in elf Tracks die Momente zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang besingt, oder besser gesagt, auf seiner Gitarre hörbar macht.

Vorab sei gesagt, dass die Aufnahmen zu diesem Album alle auf einem 4-Spur-Kassetten-Rekorder festgehalten worden sind und Caminiti somit sich selbst Grenzen gesetzt hat, um sich innerhalb dieser Limitierung kreativ auszutoben. So hat er alle Aufnahmen monatelang überarbeitet, bis zum Schluss dieses auf Immune Recordings erschienene Instrumantalalbum fertig war.

Mit “Near Dark” eröffnet Evan Caminiti das Album und geleitet den Hörer mit bluesigen Drones in die Welt von “Night Dust”. Der Sound ist so wie der Titel und das Artwork, schleierhaft aber mit klar erkennbarer Struktur. Die Songs sind, obwohl sie ständig in einem Schwebezustand zu sein scheinen, griffig und bauen oft auf wiederkehrende Melodien auf. “Star Circle” gleitet mit rauchigen Soundflächen vor sich her. “The River” setzt auf angedeutete Gitarrensoli, die Soundflächen in “Red Sun Blues” knistern subtil. Die Songs bewegen sich alle zwischen zwei bis fünf Minuten und funktionieren am besten, wenn sie laut und zusammenhängend gehört werden. Die altmodischen Aufnahmen verleihen dem Sound einen einzigartigen Reiz und formen so manch einen Ton gewollt oder ungewollt um. Das Solo in “Moon Is The Hunter” klingt so schön trocken, dass man ja nur froh sein kann, dass es mit einem 4-Track-Recorder verewigt wurde. “Last Blue Moments” kündigt das Ende der Nacht an und aus einem schweren Drone gleitet ein leichter heller Sound in die Nacht. Gut dass dieser Song einer der längsten ist, denn man möchte nicht, dass diese sich steigernde Soundwand verebbt. Zum Schluss gibt es das zweiteilige “First Light” mit zunächst noisigen Gitarren, die im zweiten Teil durch bluesige Gitarreklänge ersetzt werden, die sich durch ein lautes Rauschen drängen. Ein Muss für alle Barn Owl Anhänger und alle, die auf handgemachte Sounds stehen, die im Bereich von blusigem Drone und Ambient anzusiedeln sind.

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“Night Dust” ist über Immune Recordings auf schwerem Vinyl mit noch schwererem Cover und natürlich auf Kassette erhältlich.

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JON PORRAS – BLACK MESA

Posted in Release on March 9th, 2012 by D.K.

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Jon Porras veröffentlicht ein Jahr nach seinem letzten Soloalbum “Undercurrent” im April das zweite Album unter seinem Namen. “Black Mesa” erzählt die wortlose Geschichte eines Wüstenwanderers, der auf der Suche nach dem Tafelberg “Black Mesa” ist, der auf dem Cover abgebildet ist und ein Tor zu einer Parallelwelt darstellt.

Mit diesem Hintergrundwissen kann man sich vor dem inneren Auge seinen ganz eigenen Film vorstellen. Mit „Into Midnight“ beginnt die Reise entschlossen mit Bassdrum und einer klaren Gitarrenmelodie, es folgt ein introvertierter nachdenklicher Zwischenpart, in dem Jon Porras ein Slo-Mo-Solo zum Besten gibt, um anschließend wieder mit einem Arpeggio samt Percussionrhythmus die Reise fortzusetzen. „Blue Crescent Vision“ ist fast so was wie eine Hymne für den Moment, in dem der Wanderer erlebt, wie die Nacht in der Wüste zum Tag wird. Auch hier bringt Porras eine klare episodenhafte Struktur in den Song. Das fünfminütige „Candlelight Mirage“ führt unseren Wanderer in die nächste Nacht, in der er wohl von einer Illusion verführt wird. Porras mischt ambientlastige Soundflächen im Hintergrund (in denen auch Vocals versteckt sind, so scheint es mir zumindest) mit kraftvollen Gitarrenmelodien. „Desert Flight“ klingt offen, fast schon hoffnungsvoll, wie der nächste Tag des Wanderers in der Wüste. Dann der Bruch mit einer von Tremolo getragenen Gitarrenbridge, tiefe Saiten brodeln, die hohen Saiten heulen. Es bahnt sich was an. Dann in „Embers At Dusk“ die Ruhe vor dem Sturm, mit dronigen Momenten und sphärisch gleitenden Klängen. Der Wüstenwanderer steht endlich vor seinem Ziel, dem Tafelberg „Black Mesa“, der nicht nur ein Berg, sondern auch ein Tor zu einem Paralleluniversum ist. Porras fährt nochmal alle Geschütze auf, um in „Into The Black Mesa“ den Höhepunkt der Reise zu thematisieren. Hier kommt nicht nur Gitarre und Percussion zum Einsatz, auch Tastentöne gesellen sich dazu und geben dem Song noch mehr Charakter, heben ihn weiter hervor. Nach einem Break im Song setzt die Bassdrum ein, ein Gitarrenarpeggio gesellt sich dazu, dann folgt eine erhabene Gitarrenmelodie. Der Wanderer schreitet durch das von Wolken umgebene Tor in die Parallelwelt. „Beyond The Veil“ schwebt vor sich her, eine Gitarrenfläche legt sich über die Nächste. Ein Tremologewitter braut sich zusammen, um dann wieder zu verschwinden und dem bluesigen Sound der Gitarre das Ende zu überlassen. Was hat der Wanderer hinter den Wolken gefunden? Erfüllung oder Ernüchterung?

Im Vergleich zum Vorgänger „Undercurrent“ ist „Black Mesa“ innerhalb der einzelnen Songs episodenhaft aufgeteilt und lebt weniger von Improvisationen, als mehr von Spannungen und Brüchen innerhalb der Tracks. Jon Porras klingt auf seinem Zweitwerk unter eigenem Namen wie ein Schüler von Dylan Carlson (Earth) und Neil Young (in seinen wilderen Momenten), aber ohne die beiden Herrschaften zu kopieren. Ein Hörgenuss für Fans von Dark Americana, Drone, Blues und natürlich Barn Owl.

“Black Mesa” erscheint im April über Thrill Jockey.

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Mehr zu Jon Porras…

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LIVEBERICHT: BARN OWL IN KÖLN

Posted in ontheroad on November 28th, 2011 by D.K.

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Montag vor einer Woche. Krass kalt. Köln. Irgendeine Seitenstraße am Ring. Hier steht die Christuskirche. Ein alter evangelischer Kirchenturm und ein unspektakulärer Neubau als Kirchenraum. Der äußere Eindruck bestätigt sich im Innenraum. Ein spartanischer Betonklotz, der eher einer Fabrikhalle ähnelt, als einem Kirchenraum. Ein großes Kreuz an der Wand gegenüber dem Eingang deutet den Altar an. Davor zwei Gitarrenverstärker, Effektgeräte, zwei in Koffer ruhende Gitarren. Das ist die Bühne für das bevorstehende Barn Owl Konzert. Um die angedeutete Bühne sind ein paar Stühle drapiert. Wir nehmen Platz. Krass kalt, immer noch.

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Jon Porras und Evan Caminiti betreten ganz in schwarz gekleidet die Bühne, greifen zu ihren Gitarren und beginnen ihr Set. Das Gitarrenspiel wird von diversen Videoprojektionen begleitet, die bis auf einen schwach leuchtenden blauen Strahler die einzige Lichtquelle sind. Die Kälte entschwindet aus dem Körper, denn was Barn Owl da aus ihren Gitarren zaubern klingt so warm, dass es einem ein warmes Gefühl vermittelt. Magisch. Das Set beginnt leise und bluesig-folkig und wird immer experimenteller, droniger und schwerfälliger. Earth und Sunn O))) Fans im Publikum dürften sich gleichermaßen gefreut haben. Besonders das laute Gedröhne entfaltet seine Wirkung in dem hohen klobigen Kirchenraum am besten. Das Publikum, das vor dem Konzert auffällig viel zu bequatschen hatte, schweigt nun bedächtig. Augen schließen und die Dronesounds in sich fließen lassen, oder Projektionen anschauen und die Gitarrensounds zu einem Soundtrack werden lassen. Egal wie man Barn Owl wahrnimmt, die Wirkung ist berauschend. Am Ende wird noch begeistert der Merchstand leergekauft.

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ZWEI EXKLUSIVE BARN OWL KONZERTE

Posted in Aktuell, ontheroad on November 17th, 2011 by D.K.

Barn_Owl Live Termine November 2011

Nächste Woche kommen Barn Owl für zwei Konzerte nach Deutschland. Offenbar hat es den beiden Gitarristen im Mai in der Christuskirche Bochum so gut gefallen, dass sie sich wieder eine Christuskirche ausgesucht haben, diesmal in Köln auf der Herwarthstrasse. Und wenn Barn Owl schon mal kommen, dann darf auch Berlin nicht fehlen, hier in der Kantine am Berghain.

Was einen bei einer Barn Owl Show erwartet, könnt ihr hier in unserem Livebericht zum Konzert in der Christuskirche Bochum nachlesen… wie die neue Platte “Lost In The Glare” klingt, könnt ihr hier lesen… und dann Tickets für die Shows kaufen!

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BARN OWL VELOREN IM BLENDLICHT?

Posted in Release on August 7th, 2011 by D.K.

…so nennt sich zumindest der zweite Longplayer von Barn Owl, der bei Thrill Jockey erscheint. “Lost In The Glare” ist das fünfte Album des Duos aus San Francisco und nach den ersten Hörgängen wird klar, dass Barn Owl ihren musikalischen Weg gefunden haben. Denn was hier präsentiert wird, darf sich niemand entgehen lassen, der auf experimentelle Gitarrenklänge steht.

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Barn Owl nehmen auf “Lost In The Glare” den Hörer mit auf eine Reise durch diese unwirkliche Landschaft, die auf dem Cover der Platte zu sehen ist, natürlich alles aus der Vogelperspektive, denn die dröhnenden, surrenden und gleitenden Gitarrensounds versetzen einen innerlich in einen Schwebezustand. “Pale Star” als Dark-Americana-Folk-Einstieg mit klassisch gespielter Gitarre auf der einen Seite und sphärisch kreischender Gitarre auf der anderen Seite, immer lauter werdend mit zunehmenden bassigem Gedröhne, aus Rückkopplungen entstehend, in eine Art Hallvocals aufgehend. “Turiya” überraschend mit derbe langsamer, aber druckvoller Drumsuntermalung von Jacob Felix Heule. Auch mit Drums gelingt Barn Owl das Schweben, unfassbar. “Devotion I” taucht zu Beginn in eine düstere Welt ein, aus der Tiefe ertönen die Gitarren, wie in einer Höhle, dann kommt der Sound immer näher und die Stimmung hellt auf, aber die Reise ist nicht vorbei, denn Teil II erwartet einen noch als Albumabschluss. “The Darkest Night Since 1683” hält was der Titel verspricht, denn Barn Owl tauchen den Hörer nach einem kurzen, harmlosen Intro in ein massives Dronegewitter a la Sunn o))) und Gong mit dem Unterschied, dass die Auflösung zum Ende hin versöhnlicher klingt als bei O`Malley und Anderson. “Temple Of The Winds” dann im vollkommenen Kontrast mit einer bittersüssen Melodie, die unter die Haut geht und den Finger zur Repeattaste zieht. “Midnight Tide” und “Light Echoes” bauen bedächtig intime Atmosphären auf, aus denen dann beide Gitarren mit Eboweinsatz herausbrechen, Gänsehaut. Als Abschluss “Devotion II”, mit Drums und immer lauter werdenden Gitarren geht hier die Reise aus dem ersten Part weiter. Aus der Höhle ins Licht. Verloren im Blendlicht sind Barn Owl keinesfalls. Vielmehr sind sie das Blendlicht (im positiven Sinne) in der düsteren Landschaft, in das der Hörer wie in einen Sog gezogen wird. Schnell wieder auf Play drücken…

“Lost In The Glare” erscheint Anfang September über Thrill Jockey.

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BARN OWL – SHADOWLAND

Posted in Release on June 13th, 2011 by N

Gleich die ersten Töne des Orgel Ostinatos von „Void And Devotion“ greifen zu und ein Losreißen gelingt erst am Ende der rund 24 Minuten dieser 3-Track EP (45 UpM) von Barn Owl.

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Tiefer, warmer, körperlicher Klang über die gesamte Laufzeit (angeblich wurde aus Soundgründen alles über Röhrenstacks geschickt, egal ob Gitarre oder Keys…) und schon “Void and Devotion” setzt auf die hypnotische Kraft von Statik und Verdichtung, auf das Versprechen eines Höhepunkts, der nie kommt (und, ehrlicherweise, auch nicht gebracht wird) und den man trotz allem selbst dann noch erwartet, wenn das Stück bereits in den allerletzten Tönen liegt.

„Shadowland“, das Titelstück, schließt strukturell, harmonisch und vom Gestus fast nahtlos an „Void And Devotion“ an; ein mit sich selbst verflochtenes Piano-Gitarren-Arpeggio, leicht transparenter als die sich verdichtende Orgel im ersten Song. In der Wirkung aber genauso hintergründig verlockend, erst recht in der Reibung mit dem in die Untiefen ziehenden Gitarrenmotiv im letzten Drittel. Fast verhängnisvoll sehnsüchtig, faszinierend. „Infinite Reach“ ist dann frei von dieser klaustrophobischen Intimität, verschiebt schwebende Akkorde in einen Zustand zwischen Erleichterung und Misstrauen und dieser Andeutung ausbrechender Kraft, die so sexy wirkt. Die paar verlorenen Einsprenksel am Ende sind dann fast so etwas wie ein Augenzwinkern…, vielleicht.

Barn Owl

“Shadowland” erscheint diesen Monat über Thrill Jockey Records und ist ausschließlich auf Vinyl erhältlich. 750 Stück Transparent und weitere 750 Stück Schwarz. Das Artwork stammt aus der Feder von Evan Caminiti.

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LIVEBERICHT: BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA

Posted in ontheroad on June 4th, 2011 by D.K.

Wieder ein Tag, an dem die Christuskirche Bochum ihre Pforten für Freunde experimenteller Gitarrenmusik geöffnet hat. Diesmal standen die Auftritte von Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma an.

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Als die Musiker zum Aufbau und Soundcheck die Kirche betreten, strahlen die Augen von Allen auf. Nachdem sich der Boden vor dem Altar in ein Meer aus Effektgeräten (passender Weise auch eins namens “Cathedral” dabei) verwandelt hat, inspizieren Jon Porras, Evan Caminiti und Jefre Cantu-Ledesma die Kirche und entdecken neben einem Flügel auch die Kirchenorgel für sich. Schnell ist geklärt, ob die beiden Instrumente benutzt werden dürfen und Barn Owl entscheiden sich spontan, die Orgel und den Flügel in ihr Set einzubauen. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Soundcheck etwas wirr abläuft und Orgelgedröhne auf Elektronik von der Bühne trfft… am besten alles gleichzeitig ausprobieren… sehr sympathisch, diese musikalische und räumliche Begeisterung.

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Dann ist es endlich soweit und Jefre Cantu-Ledesma eröffnet zusammnen mit Lisa McGee, als sphärisch wortlose Vocalunterstützerin, den Abend. Die beiden sind in ganz schwaches rotes Licht gehüllt, wollen nicht gesehen, sondern gehört und gespürt werden. Das geschieht auch zweifelsfrei. Jefre legt einen Teppich aus Elektronik, der sich durch die ganze Kirche schleicht. Mit dezenten Gitarrensounds untermalt er das Elektronikonstrukt und Lisa, auf dem Boden hockend, mit dem Gesicht im Mikro versunken, legt ihre Vocals über den Sound. Es hallt, es dröhnt, es quietscht und leider ist nach nicht mal einer halben Stunde schon alles wieder vorbei.

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Nach einer kleinen Pause geht es weiter mit dem Barn Owl Set. Jefre steigt auf die Empore und nimmt Platz an der riesigen Orgel und das Gedröhne der Register beginnt. Das Publikum verstummt, Jon und Evan verharren auf der Bühne und nach gut fünf Minuten Orgeldrones brechen die Gitarren über dem Orgelsound ein und lösen den entstandenen Spannungsbogen auf. Jefre kommt auf die Bühne, setzt sich an den Flügel und unterstützt die Beiden mit improvisierten Tasteneinlagen. Über dem Altar sind die Projektionen von Super 8 Filmaufnahmen des Künstlers John Davis zu sehen, der anlässlich der Barn Owl Tour Videomaterial zusammengestellt hat. Die Projektionen sind der Band so wichtig, dass Robert (der Tourmann im Hintergrund) kurz vor dem Konzert noch losmarschiert, um ein fehlendes Kabel für den Beamer zu kaufen. Das ist Einsatz für die Kunst…

barn owl

Aber zurück zur Musik. Barn Owl präsentieren dem Hörer ein zusammenhängendes Set, das sich zwischen Ambient, Drone und Dark Americana bewegt. Schwierig einzelne Songs hervorzuheben, aber das ist wohl Absicht. Es fühlt sich auf jeden Fall sehr erhaben an, in der Kirche zu sitzen und die vielschichtigen Gitarrenwände auf sich einwirken zu lassen. Evan Caminiti steht entweder in feinsten Rockerposen (die bei ihm – im Kontext des Abends – wirklich cool aussehen) oder kniet vor seinen Effektgeräten. Jon Porras sitzt die ganze Zeit, rockt aber auch im Sitzen genau so cool wie Evan im Stehen. Jefre Cantu-Ledesma verschwindet zwischenzeitlich von der Bühne und taucht wieder mit kleinen schellenden Glocken zwischen den Kirchenbänken auf und schreitet, wie ein orthodoxer Pope beim Gottesdienst, zum Altar. Der Kirchenraum wird an diesem Abend voll ausgenutzt. Knapp eine Stunde spielen Barn Owl und verlassen zufrieden grinsend die Bühne. Die wenigen Leute, die an dem Abend gekommen sind, machen aber genug Lärm, um die beiden von einer Zugabe zu überzeugen. Es folgen zwei weitere Songs, bei denen Jefre sich wieder ans Klavier setzt und Elektronik aus seinem Effekte-Repertoire einbaut. Dann wieder Applaus… dann verstummt die Kirche… und dann… ein unvergessenes Erlebnis mehr für das Langzeitgedächtnis.

Mehr Fotos vom Abend in der Christuskirche Bochum gibt es hier.

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EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

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Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

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Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

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BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA – IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on April 11th, 2011 by D.K.

In Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum präsentieren wir euch drei Gäste aus San Francisco. Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma kommen am 17.05. nach Bochum um ihre Sounds im Kirchenraum zu präsentieren.

Barn Owl

Was wir zu Barn Owl zu sagen haben, findet ihr hier.

Was andere zu Barn Owl sagen:

“Opulente Drone- und Ambientfresken” Vice Magazin

“Eine Stimmung zwischen Black-Metal-Ruhe vor dem Sturm und Shoegaze im Stillstand” Visions

“Barn Owl […] streifen die Klangsphären von Brian Eno und Caspar Brötzmann” Westzeit

“Entrückt dröhnende [] Instrumental-Kompositionen” Classic Rock

“Barn Owl verbinden Drone […] mit psychedelischem Kriechgang und weichen Soundteppichen” Rockhard

“Ihre Musik ist einfach da, wie die Eule stundenlang wartet, sie bewegt sich kaum, atmet aber doch, und strahlt dabei etwas Majestätisches aus” Ox-Fanzine

jefre cantu-ledesma

Jefre Cantu-Ledesma kommt nicht nur aus der gleichen Stadt wie Barn Owl, er stammt auch aus der gleichen musikalischen Ecke und ist auch der Mann hinter dem Label Root Strata, über das Barn Owl bereits zwei Platten veröffentlicht haben. Die Soloarbeiten von Cantu-Ledesma bewegen sich zwischen minimalistischen Gitarrendrones bis hin zu noisigen Shoegazeausbrüchen. Der optimale Support für Barn Owl. Mehr Infos zu Jefre Cantu-Ledesma findet ihr hier.

Wer sich vom Livesound der drei Musiker in der Christuskirche Bochum überzeugen möchte, sollte sich folgenden Termin nicht entgehen lassen:

Dienstag 17.05.2011
Beginn: 20 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: nrw-ticket.de und andere Vorverkaufsstellen

Last.FM Event Seite.

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BARN OWL

Posted in Release on October 25th, 2010 by D.K.

Barn Owl sind Jon Porras und Evan Caminiti aus San Francisco. Wenn es so was wie Schamanen-Drone-Doom geben sollte, dann sind diese beiden Musiker die besten Vertreter dieses Genres. Barn Owl verbinden Blues, Experimental, Lo-Fi, Folk, Doom und Drone zu einem beeindruckend einzigartigen Instrumentalsound, der beim Hören Bilder von Indianern, Totempfählen, Inka, antiken Tempeln, geheimnisvollen Fabelwesen und mysteriösen Landschaften hervorruft.

barn owl

Die beiden Musiker haben seit 2007 mehrere Platten als Barn Owl und auch Solo über Labels wie Not Not Fun Records, Root Strata, Blackest Rainbow und Digitalis Recordings veröffentlicht. Ihr neues Album „Ancestral Star“ erscheint diese Tage über Thrill Jockey Records. Darauf vereinen Porras und Caminiti die einzigartigen Sounds der bisherigen Solo- und Band-Platten zu einem eindringlichen, meist instrumentalen Soundgebirge, durch das die „Schleiereule“ mit dem Hörer fliegt. Durch leise Ambient-Täler geht die Reise, vorbei an bluesige Landschaften hinauf auf die gewaltigen Droneberge, die sich durch die Boxen vor dem inneren Auge des Hörers auftürmen. „Ancestral Star“ ist wie ein mystisches Theaterstück, das den Hörer in knapp 45 Minuten durch mehrere Gefühlslagen führt.

barn owl live

Für die Aufnahmen von „Ancestral Star“ haben sich Barn Owl nicht nur zum ersten Mal seit Bandbestehen in ein professionelles Studio begeben, sondern auch ein Dutzend Gastmusiker herangeholt, die ihre Streicher-, Klavier-, Bläser- und Percussion-Sounds dezent in das Barn Owl Sounduniversum mit einfließen lassen durften.

Wer sich auf die Musik von Barn Owl einlässt und den Sound nicht einfach als hallende Gitarrenmusik abstempelt, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden.

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ELM

Posted in Release on November 8th, 2009 by D.K.

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Elm ist das Soloprojekt von Jon Porras aus San Francisco, der sonst eine Hälfte von Barn Owl bildet. Elms instrumentaler Sound ist von Dark Folk geprägt, der gepaart mit Drone und Ambient Sounds zu einem seicht fliessendem Ganzen verschmilzt. Auf Elms dritter Platte “Nemcatacoa” nimmt sich Porras der altkolumbianischen Muisca Mythologie an. Das Album ist nach der Muisca Gottheit benannt, die als Beschützer des Webstuhls gilt. Im Gesamteindruck bietet Elm mit dem naturverbundenen Artwork dem Hörer somit die passenden Bilder und Geschichten zur Musik.

Die streng limitierte CD Version von “Nemcatacoa” ist bei Digitalis Records erschienen. Ihr könnt euch hier den Titeltrack des Albums runterladen und euch einen ersten Eindruck verschaffen.

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