MOVING NOISES FESTIVAL – STRATOSPHERE

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL, Serie on November 10th, 2013 by D.K.

Stratosphere ist das Ein-Mann-Projekt von Ronald Mariën, der schon seit etlichen Jahren experimentelle Musik macht. Wir haben Ronald zunächst als den Mann hinter der Technik von Dirk Serries (Microphonics, Fear Falls Burning) kennengelernt. 2012 veröffentlichte dann das mittlerweile leider stillgelegte Label Basses Frequences das erste Album von Stratosphere.

stratosphere by dirk serries

Auf “Dreamscape” vereinte Stratosphere Gitarren- und Bassklänge mit Hilfe analoger Loopgerätschaften und hat somit eine weich vor sich hertreibende Fusion aus Post-Rock und Ambient geschaffen. Die sieben Tracks des Albums sind allesamt positiv gestimmt. Wo sonst auf Melancholie gesetzt wird, setzt “Dreamscape” auf hoffnungsvolle Soundmomente.

“In A Place Of Mutual Understanding” nennt sich die neueste Veröffentlichung von Stratosphere über Projekt Records. Ein Album, das er zusammen mit Dirk Serries eingespielt hat. Soundlich begeht Ronald Mariën hier neue Wege. Der Post-Rock-Einfluss fällt auf diesem Album fast vollkommen weg beziehungsweise wird stark umhüllt von dronigen Sounds, so dass die Platte vor allem durch ihre Klanglandschaften besticht. “Unfold The Obscurity” und “Dawn Will Reveal Itself” bereiten dem Hörer ein Bett aus Sounds, man möchte sich einfach hineinfallen lassen und den Klängen lauschen. Das fast 20minütige “Distance” ist fast schon orchestral angelegt. Bassige Töne halten den Track am Boden, während die sphärischen höheren Töne sehr gut zum Bandnamen passen und eine erhabene Stimmung aufbauen. Der Abschluss mit  “Confront The Reflection, Then Shatter The Mirror!” ist ebenfalls atmosphärisch aber auch dank verstärktem Einsatz von verzerrten Gitarrensounds greifbarer.

Mit “For Those Who Have Thoughts” eröffnet Stratosphere die Moving Noises Compilation. Der Track steht zwischen den Sounds der beiden Alben und geht ebenfalls schnell unter die Haut.

Noch wenige Tage und ihr könnt euch auf dem Moving Noises Festival von der Livequalität des Belgiers überzeugen.

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BASSES FREQUENCES ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Label, Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Das französische Label Basses Frequences veröffentlicht seit einigen Jahren schon experimentelle Musik von Künstlern wie Locrian, Nicholas Szcepanik, Celer oder Nadja. Aber vor allem die Kollaborationen, die auf dem kleinen Ein-Mann-Label erscheinen, haben es uns angetan. Im Folgenden wollen wir euch diese etwas näher vorstellen.

THISQUIETARMY & YELLOW 6

death_valley

Eric Quach (Thisquietarmy) und Jon Attwood (Yellow 6) haben sich 2009 nach einem kanadischen Festival, auf dem beide aufgetreten sind, in Erics Studio in Montreal verzogen und dort eine gemeinsame Session eingespielt und aufgenommen. Das Resultat ist zunächst ein paar Monate liegen geblieben, bevor es dann in die Hände von Fear Falls Burning (Dirk Serries) gegeben wurde, um für eine Vinylveröffentlichung gemastert zu werden. Das Resultat sind die beiden 12inch Platten “Death” und “Valley”, benannt nach der kalifornischen Wüste, die wohl auch der Ideenpool für die eingespielten Songs war. Im Gegensatz zu den Soloveröffentlichungen der beiden Gitarristen sind die sechs Songs auf diesen beiden Platten erstaunlich zurückhaltend und minimalistisch. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand versucht der Musik sein Label aufzudrücken. “Death” und “Valley” sind zwei beeindruckend intensive Dokumente einer winterlichen Session, in der beide Musiker erschöpft von vorherigen Ereignissen einfach nur zusammen gespielt und dabei einen gemeinsamen Soundfluss gefunden haben. Einfach die Nadel auf das Vinyl setzen, laut aufdrehen und eine Reise durch die Wüste antreten.

AIDAN BAKER & KEVIN MICKA

aidan_baker_and_kevin_micka_green_figures

Ebenfalls 2009 in Montreal entstanden ist die Kollaboration zwischen Aidan Baker (Nadja) und Kevin Micka (Animal Hospital). Auf “Green Figures” ist ein gemeinsamer Auftritt der beiden Musiker zu hören, den Eric Quach glücklicherweise aufgezeichnet hat. Denn die drei Songs aus Aidan Bakers bekannteren Alben “Green & Cold” und “Figures” erfahren durch die Livedrums Begleitung von Kevin Micka eine ganz neue Dynamik und Struktur. Die Songs werden langsam aufgebaut, die Drums fügen sich subtil ein und gehen mit Bakers Loops eine Fusion ein, so dass die Songs ganz neue Facetten erlangen. Eine Liveplatte, die definitiv nicht nur was für Aidan Baker Fans ist, sondern auch für alle die, die auf handgemachte, leicht experimentelle Shoegazersounds stehen.

Als nächste Veröffentlichung steht übrigens die Kollaboration von Yellow6 und Larkian an…

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MESSEBASSE

Posted in Release on May 30th, 2011 by N

Das Versprechen von Noise: …und dann doch völlig jenseits davon. Vincent Vigier (Bariton-Gitarre, Abmischung und Manipulationen; auch: Douleurfantome / Creature), Azusa Kurokawa („Gesang“, Zeichnungen), Fabrice Richard (Bass, Sampler, FX) mit einer halbstündigen Kollaboration auf Bassesfrequences. Und: einem Meisterwerk spannungsgeladenen Ambient…

Messebasse_Ame

Mit fast so viel Stille und Leerraum wie Musik. Die so entsprechend das entscheidende Mehr an Raum zur Verfügung hat, das dafür verantwortlich ist, die einzelnen Töne diese Dreidimensionalität entwickeln zu lassen, die vielen meterdick zugeschichteten Genrevertretern fehlt. Mit einer Ruhe in sich selbst, die trotz ihrer Unaufgeregtheit nicht vorbeifließt, sondern ein extrem einnehmendes Wesen hat. Mit gezielt gesetzten (möglicherweise aber auch „nur“ so wirkenden) Motiven, die trotzdem immer wieder neu überraschen. Und mit einer Gesamtstimmung, die (Ent)Spannung und fast optimistische Erwartung weit vor gewollte Düsternis setzt und es trotzdem schaffen kann, nur durch eine leichte Korrosion der Oberflächen, auch eingeschworene Hörer aus dem grauschwarzen Bereich zu begeistern.

Neben der Abmischung an sich, die viele Details bewusst stärker nach hinten stellt und so die Möglichkeit gewinnt, den Hörraum intensiv zu strukturieren, sind es wohl die Soundauswahl und die unglaubliche Ruhe beim Spiel, die Messebasse zu diesem perfekten Release geführt haben.

Messebasse_Ame

Im Bassesfrequences Umschlagcover als „blauer Brief“ mit doppelseitig illustrierten Inlay mit den Zeichnungen von Azusa Kurokawa. Und wer erwartet hätte, den digitalen Noise zu hören zu bekommen (und wenn auch nur partiell), für den Vincent Vigier als Douleurfantome durchaus ein Faible hat, der wird mit einer Ruhe und Gelassenheit überrascht, die die von seinem anderen alter ego Creature noch weit übertrifft. Gleitflug über der Unwirklichkeit.

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LOCRIAN

Posted in Release on May 1st, 2010 by D.K.

L O C R I A N

Locrian ist ein Experimental-Drone-Duo aus Chicago und besteht aus den beiden Multitalenten André Foisy und Terence Hannum. In ihrer Heimat ist die Band bereits der Geheimtipp überhaupt, wenn es um experimentelle Undergroundmusik geht. Mit ihrer gelungenen Mischung aus Noise, Doom, Drone, Power Electronics und Black Metal spricht die Band die Fans verschiedenster Genres an und ist mit ihrem neuen Album “Territories” auf dem Weg, ihre Fanbase erheblich auszubauen.

“Territories” ist das zweite Studioalbum von Locrian und bietet neben einer abwechslungsreichen Soundmischung auch eine Reihe an Gastauftritten. So haben sich Blake Judd (Nachtmystium, Twilight), Bruce Lamont (Yakuza), Andrew Scherer (Velnias), and Mark Solotroff (Anatomy of Habit, BLOODYMINDED) auf “Territories” verewigt und erweitern die Bandbreite Locrians um ein Weiteres. Das Album ist als Co-Release der Labels At War With False Noise, BloodLust, Small Doses und Basses Frequences auf LP erschienen.

locrian territories drenched lands artwork

Die Diskografie der Band umfasst eine Reihe an selbst veröffentlichten Cassetten und CD-R, einige EPs und Splits und das unumgängliche erste Studio-Album “Drenched Lands”, das in mehreren Formaten erschienen ist. Utech Records haben das Album dieses Jahr sogar auf 8-Track Tonbändern (in einer 13 Stück Auflage) wiederveröffentlicht.

Die beiden Bandmitglieder sind desweiteren in der Dark-Folk Band Unlucky Atlas aktiv, die zuletzt über Land Of Decay eine Cassette veröffentlicht hat. Die Songs dieser Veröffentlichung sind interessanter Weise zweigeteilt und fangen als Folksongs an und enden in Dronegewittern. Terence Hannum ist neben seiner musikalischen Aktivität auch in der Malerei, Videokunst und im Grafikdesign tätig. Vor allem in der Malerei finden sich Locrian Motive wieder, die das Artwork und die Musik der Band ergänzen.

terence hannum - death´s head I terence hannum - death´s head II

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