MULTER – BERGE IM BUNKER

Posted in Kunst, Release on April 10th, 2011 by D.K.

[Multer], das sind Hellmut Neidhardt und Mal Hoeschen aus Dortmund. Multer gibt es seit Ende der 90er Jahre, schon immer zu zweit, zwischendurch auch mal zu dritt. [Multer] bewegen sich in den Zwischenwelten von Elektronik und Ambient und zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich nie auf einen typischen Sound festlegen. Experimentierfreudigkeit, ohne den Faden zu verlieren, ist hier das Motto.

multer artwork

Lange war es ruhig um [Multer], Mal Hoeschen hat zwischenzeitlich das Label Genesungswerk, das zusammen mit [Multer] ins Leben gerufen wurde, weitergeführt und Hellmut Neidhardt ist seit einigen Jahren mit seinen epischen Gitarren-Drones unter dem Künstlernamen N unterwegs.

bergeimbunker

Mit „Berge im Bunker“ geben [Multer] endlich wieder ein Lebenszeichen. Zunächst einmal das Eindruck schindende Artwork. Zwei dicke graue Pappen, an drei Seiten aneinandergetackert, und dazwischen ein Silberling mit zwei Songs. Ursprünglich als musikalische Untermalung eines Ausstellungsraumes der Ausstellung „Berge im Bunker“ von Barbara Meisner geschrieben, haben [Multer] sich des 18minütigen Songmaterials angenommen und es für das 36minütige Album überarbeitet.

multer artwork

Eine Gitarrenmelodie erklingt im ersten Song “Pionierpflanzen”, um direkt wieder im Nichts zu verklingen. Sekundenlang passiert nichts. Dann erneut dieselben Gitarrenklänge. Nach jeder Wiederholung weitet sich der Hall zum Ende der Melodie aus und nach einigen Wiederholungen ist man als Hörer an den Rhythmus gewöhnt und wird immer weiter in die Soundwelt von Multer entführt. Ein Gongton gesellt sich zur Gitarre, dann Minuten später auch Fieldrecordings aus dem Strassenverkehr. [Multer] haben Zeit, [Multer] lassen sich Zeit, [Multer] geben uns Zeit, die Musik zu hören, zu spüren, zu erfahren. “Pionierpflanzen” geht in “Erinnerungsflöze” fließend über, ist sozusagen ein Song, der in zwei Segmente unterteilt ist. Jetzt setzt auch ein minimalistischer Orgelton ein, der die bisherigen Soundcollagen untermalt. Eine dramaturgische Steigerung erfährt “Erinnerungsflöze” durch immer lauter werdende Fieldrecordings von industriellem Gehämmer. Am Ende bleibt das, womit das Album begonnen hat. Der im Nichts verhallende Gitarrenton.

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Berge im Bunker ist in einer Auflage von 200 Silberlingen auf dem belgischen Label Consouling Sounds erschienen.

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