INTERVIEW: BERSARIN QUARTETT

Posted in INTERVIEWS, Release on April 23rd, 2012 by D.K.

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Das Bersarin Quartett ist zurück mit seinem zweiten Album, das einfach nur auf “II” hört. Genau da, wo das erste Album aufgehört hat, macht auch das neue weiter und entführt den Hörer in die melancholische Elektro-Ambient-Welt von Thomas Bücker, der uns für ein kleines Interview passend zur Veröffentlichung ein paar Fragen beantwortet hat.

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Hallo Thomas, nun ist es endlich soweit. Nachdem du deine Fans ein paar Jahre hast warten lassen, steht nun „II“ kurz vor der Veröffentlichung. Was ist seit dem ersten Album passiert?

Eigentlich nicht so viel. Man bastelt weiter vor sich hin … und nach ein paar Jahren ist wieder ein neues Album fertig. Das klingt recht trivial — aber so ist es nun mal … !

Zwischen dem ersten und dem zweiten Album hatte ich das Glück zwei tolle Musiker gefunden zu haben mit denen sich das Bersarin-Quartett-Projekt sehr gut für Live-Konzerte umsetzen lässt — das ist wohl die größte Veränderung. (oder Ergänzung): “Bersarin Quartett — jetzt auch live!”

Konstant geblieben ist allerdings, dass ich weiterhin die Musik alleine produziere. Ich könnte mir den Kompositionsprozess auch nur schwer anders vorstellen.

Kannst du uns was zu der Herangehensweise erzählen, wie deine Songs entstehen? Sammelst du Ideen, improvisierst du, wie genau sieht das Songwriting aus?

Der Arbeitsprozess zu einem fertigen finalen Track kann ganz unterschiedlich ablaufen.

Es kann mit einem Loop beginnen, den ich viele Stunden höre und den Rest drum-rum-bastel. Oder mit einer konkreten Melodie auf dem Keyboard — oder mit Field-Recordings, Film-Atmos … einem Akkord; einer Sampling-Session am Flügel der Stadtbibliothek … oder aufgenommene Sounds im Proberaum – alles an Klängen sammeln und hoffen, dass man es für den richtigen Moment wiederfindet. Ein „Schema F“ gibt es hier eigentlich nicht.

Was für Instrumente hast du auf „II“ genau benutzt?

Im Großen und Ganzen: Meinen Computer und einen Haufen Plug-Ins. (das ist ganz schön traurig entmystifizierend, nicht wahr? — entschuldige bitte!)

Wie würdest du „II“ beschreiben, wenn du Werbung machen solltest für das Album?

»”II” — der Soundtrack, der keinen Film braucht.« — habe ich in einem Review gelesen. Das gefiel mir eigentlich ganz gut!

bersarin quartett live

Du hast ja im letzten Jahr, wie bereits angesprochen, erstmalig auf dem Denovali Label Evening als Band gespielt, als zwei Jungs von den Racquets dich am Bass und an den Drums unterstützt haben. Inwieweit hat das deine Arbeit am neuen Album beeinflusst?

Ich muss gestehen, dass ich beim Album-Produzieren nicht in erster Linie an die Live-Umsetzung denke.

Jetzt wo das “II”-Album fertig ist, versuchen wir drei nun uns gemeinsam an der Live-Umsetzung … — und es ist durchaus Absicht, dass Bersarin Quartett-Konzerte anders rüberkommen als auf dem Album. Meiner Meinung nach ist diese Herangehensweise weitaus spannender als das Album 1:1 für ein Live-Konzert umsetzen zu wollen.

Generell wegen der Beeinflussung: Alle drei machen noch ganz andere Musik in anderen Projekten. Patrick Brakowsky (Gitarre und Bass beim Bersarin Quartett) hat sein eigenes Elektronika-Projekt “Patkow”. Benjamin Kövener (Drummer) hat seine Spielwiese als “Ex-Champion” … und gemeinsam spielen beide noch in ihrer 4-köpfigen “Racquets”-Band, während ich mich weiterhin bei meinem “Jean-Michel”-Projekt mit zeitgenössischer Clubmusik austobe… — dass man sich da untereinander und gegenseitig musikalisch inspiriert und beeinflusst … das passiert sicherlich ganz automatisch, wenn auch unbewusst.

Wie seid ihr drei Musiker eigentlich zusammengekommen?

Das ist wohl das tolle einer etwas kleineren Stadt wie Münster … man läuft sich einfach über den Weg. Auf Parties, im Club… im Rewe. — und auf einmal steht man in einem Proberaum und versucht einfach mal ein paar Sachen …

Lass uns mal über die Songtitel sprechen. Im Gegensatz zu deinen Albumtiteln erzählen die Songtitel immer eine kleine Geschichte. Wie kommst du auf die Titel? Was ist zuerst da, Titel oder Lied?

… das ist unterschiedlich. mal ist die Musik eher da.
… mal bin ich tatsächlich inspiriert von einer Textzeile oder einem Wort…

Vor einiger Zeit habe ich auf einem Last.fm-Profil von einer lieben Person (die sehr viel Bersarin Quartett-Musik hört!) ein Gedicht von Georg Trakl gelesen. Daraufhin habe ich mich
mehr mit seinen Gedichten beschäftigt. Trakls Gedichte strotzen nur so vor bildgewaltiger, klangmalerischer Melancholie. Das gefällt mir sehr. Viele seiner Textzeilen sind Inspirationsquelle für meine „Bersarin Quartett“-Tracks.

„Einsame wandeln still im Sternensaal“ – vor allem diese Textzeile hat für mich eine gewisse zeitlose, lautmalerische Sprengkraft. Dieser Text war zum Beispiel schon eher da als die fertige Musik …

Bei “Alles ist ein Wunder” – als Gegenbeispiel – gab es zuerst die Musik und ich bin auf diese Textzeile des Kybernetikers Heinz v. Förster zufällig beim Hören gestoßen. Das passte meiner Meinung nach perfekt zueinander, da dieser Track in sich viele Makro- und Mikrosounds beinhaltet.

Was für Musik hörst du zurzeit? Hast du einen Tipp für unsere Leser?

Zurzeit: Andy Stott, Demdike Stare… unheimlich düstere, fett, überkomprimiert-dunkle, technoide Soundwände — eigentlich gibt es dafür noch gar keine passende Genrebezeichnung. Das fasziniert mich.

Desweiteren die akutellen Alben von Jacaszek und Pjusk – sehr atmosphärisch-dynamischer Ambient. Tolle Sound-Ästetik.

Steht eine neue Tour an?

Nein. dieses Jahr wohl nicht mehr, aber bestimmt vereinzelte Shows.

Am 31.05. zum Beispiel möchten wir gerne einmal wieder in Münster spielen — es wird in der Blackbox (im Cubanova) stattfinden.

Wohlmöglich spielen wir auch auf dem “Denovali Swingfest” (Essen) im Oktober oder das Krake-Festival (Berlin) im August … (ist aber noch “to be confirmed”, wie es so schön im Show-Business heißt … )

Vielen Dank für den kleinen Einblick in den Bersarin Quartett Kosmos.

“II” ist auf Vinyl, CD und als Download über Denovali Records erhältlich. Der MP3 Shop von Denovali hat übrigens noch eine kleine Bersarin Quartett Überraschung zu bieten.

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QUARTETTKARTE: BERSARIN QUARTETT

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT on September 17th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFEST QUARTETT 14/24

Bersarin Quartett

Das Bersarin Quartett ist eigentlich nur das Alterego von Thomas Bücker, dem Soundtüftler hinter diesem melancholisch anmutenden Soundkonstrukt von subtilen Beats, Klavier und unzähligen weiteren durch den Rechner gejagten Instrumenten. Live seit Neuestem unterstützt durch einen Drummer und Bassisten, zwar immer noch kein Quartett, aber das ist auch gar nicht nötig, denn das Trio haucht den Songs des selbstbetitelten Debüts neues Leben ein und gibt der Musik eine ganz andere Dynamik.

Den ersten Auftritt als Trio haben Bersarin Quartett in der Christuskirche Bochum beim ersten Denovali Label Evening beeindruckend hingelegt.

Hier geht es zum Livebericht…

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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FOTOS VOM DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad, Redaktion on June 22nd, 2011 by D.K.

dale cooper quartet - christophe @ christuskirche bochum

Hier sind die Fotos vom Denovali Label Evening:

N
Bersarin Quartett
Dale Cooper Quartet & the Dictaphones

Dank an die Fotografen Cosima und Cristóbal.

Den Livebericht findet ihr hier.

denovali label evening

 

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LIVEBERICHT: N, BERSARIN QUARTETT & DALE COOPER QUARTET

Posted in ontheroad on June 14th, 2011 by D.K.

Letzten Freitag hat der erste Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum stattgefunden und zum einen die Zeit bis zum diesjährigen Denovali Swingfest verkürzt und zum anderen eindrucksvoll bewiesen, was im Herbst erwartet werden kann.

“Diese Soundwand hat mich live umgehauen” (Zitat Gast zu N)

N eröffnet den Abend um kurz nach Acht mit seinem Drone-Ambient-Set. N hat sich am rechten Bühnenrand vor dem Altarsockel platziert und fängt an, die Hörer mit leisen, lang anhaltenden Tönen in seine Welt zu entführen. Der Sound wird lauter und allmählich wächst der Sound durch Loops und andere Effekte. Die Herangehensweise von N wirkt an diesem Abend sehr orchestral. Der Sound wächst immer weiter an und nach einer Viertelstunde brechen erst die Dronesounds über die Kirche herein, die man schon die ganze Zeit erwartet. Auch hier wächst die Soundwand weiter an, in deren Hintergrund immer wieder eine Art Melodie durchschimmert. Dann endet nach 23 Minuten der erste Song mit einem leisen Dröhnen, was direkt zum zweiten Stück führt, das von der aktuellen Denovali Platte “Gager” stammt. Auch hier wieder das Anwachsen des Sounds zu einem den ganzen Kirchenraum einnehmenden Gedröhne. Der perfekte Einstieg für diesen Abend.
N

“Das sind ja nur drei” (Zitat mehrerer Gäste zum Bersarin Quartett)

Um kurz nach Neun kommen dann Bersarin Quartett auf die Bühne. Heute nicht nur als Soloprojekt von Thomas Bücker, sondern erstmalig als dreiköpfige Band mit Drummer und Bassist von der Münsteraner Band Racquets. Die Drei sind auf dem Altarsockel platziert und gut sichtbar, hörbar sind sie auf alle Fälle. Denn der fette Bass, das noch fettere Drumset und die Elektronikabteilung von Bücker verstehen sich gut mit der Akustik der Kirche. Leider ist der Anteil der echten Instrumente im Vergleich zur Elektronik geringer, dafür wirken die Momente, in denen die Drums voll zum Einsatz kommen oder der Bass den Rhythmus angibt, um so eindrucksvoller. Im großen Ganzen überzeugt das Bersarin Quartett bei seiner Livepremiere als Band vollkommen. Standing Ovations und lauter Jubel sprechen da ganz für sich.

bersarin quartett

“Wer von denen ist denn Dale Cooper ?” (Zitat Gast zum Dale Cooper Quartet)

Es ist schon kurz vor Elf. Das Licht in der Kirche wird gedimmt. Nur ein warmes gelbes Licht erhellt die Fläche vor dem Altarsockel, wo sich die vier Franzosen von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones platziert haben. Zwei Gitarristen, ein Cellist und ein Mann an der Elektronik. Das Cello setzt ein, aus der Elektronikecke knallt ein subtiler, aber sehr eindringlicher Bassloop in die Kirche und sofort ist klar, dass hier was Besonderes folgt. Nichts mit stimmungsvoller Melancholie wie bei Bersarin, sondern düstere Soundtrackatmosphäre à la Film Noir. Die Gitarren untermalen den bassigen Sound, die eine eher klassisch bluesig gespielt, die andere experimentell-freestylig, teils mit Schraubenzieher und Cellobogen. Zwischen den Songs werden Cheap Radio Sounds im 60er Jahre Stil eingebaut. Die Franzosen überzeugen durch ein Set, das sich vollkommen von den Studioaufnahmen unterscheidet, viel düsterer und weniger jazzig ist und vom improvisierten Gitarrenspiel in Verbindung mit den vorgegebenen Elektroniksounds lebt. Behutsam bauen Dale Cooper Spannungsbögen auf, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, und um Mitternacht mit einer erneuten 60er Radio Einlage enden. Nicht alle Gäste haben durchgehalten, aber die, die geblieben sind, sehen zufrieden aus.

dale cooper quartet and the dictaphones

Update: Mehr Denovali Label Evening Fotos von tobalo.de und constantly-consuming.com findet ihr in unserer PHOTOS Rubrik.

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DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad on June 1st, 2011 by D.K.

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Angesichts der Tatsache, dass es noch ein paar Monate dauert, bis wir wieder in den Genuss eines Denovali Swingfest kommen, und wir in der Zwischenzeit nicht auf gebündelte Liveauftritte aus dem Denovali Kader verzichten wollen, präsentieren wir euch zusammen mit Denovali Records am 10. Juni 2011 den “Denovali Label Evening” in der Christuskirche Bochum. Mit dabei sind Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, Bersarin Quartett und N.

Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, benannt nach der Agentenfigur, die David Lynch Kyle MacLachlan für Twin Peaks auf den Leib geschrieben hat, erinnern nicht nur namentlich an die Lynchwelt, sondern klingen auf ihrer Platte “Parole De Navarre” wie eine Darkjazz Band, die eine Art Post-Score zur Serie spielt. Ein düsterer Trip, begleitet von schwerem Cellosound, langen Saxophontönen und dezenter Elektronik. Schön und beängstigend, weich fließend und zäh zugleich. Zum ersten Mal auf Tour durch Deutschland.

Das Bersarin Quartett, eigentlich eine One-Man-Band, ist eher selten live als mehrköpfige Band unterwegs. Um so mehr freuen wir uns über den Auftritt in der Christuskirche. Auf dem selbstbetitelten Debüt vereinen sich Elektronikelemente mit Ambientsounds und orchestralen Einlagen zu einem einzigartigen melancholischem Sound, der nie verzweifelt klingt, sondern stets zugänglich und optimistisch bleibt. Das Album steckt voller Soundideen, so dass es bei jedem Hören neues zu entdecken gibt.

Dritter im Bunde ist N. N ist kein Quartett, N ist Hellmut Neidhardt, N ist Drone. In gewisser Weise ist N auch ein Quartett, den Hellmut, seine Gitarre und seine beiden Amps sind eine unzertrennliche Einheit, die zusammen N ergeben. Dass N und die Christuskirche sich gut verstehen, weiß jeder, der im März auf dem Konzert von Nadja + N war. Seine Gitarrensounds erklingen wie langgestreckte Orgeltöne, die durch den Kirchenraum voluminös verstärkt werden.

Drei gute Gründe am Freitag, den 10. Juni 2011 in die Christuskirche Bochum zu kommen.

Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: AK 13 Euro / VVK über Eventim

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