RE-INTER-VIEW: BOLT – INKLUSIVE SONGPREMIERE

Posted in INTERVIEWS, Release on June 10th, 2012 by D.K.

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Vor ein paar Monaten haben wir euch das deutsche Bassduo [BOLT] vorgestellt, das uns mit seinem massiven Demo überzeugt hat. Nun steht das erste Album vor der Veröffentlichung. Aentitainment Records hat vier Songs auf 100 12inch Platten verewigt und in ein handgemachtes Artwork mit minimalistisch aufwendigem Design, inklusive handgebeiztem “Holz-Bolt”, gepackt.

[BOLT] haben ihr zweites Album auf “(02)” getauft und nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch schwerfällige Dronelandschaften, geprägt durch den Einsatz der beiden Hauptinstrumente: zwei Bässe.
Das Album beginnt mit dem 11-minütigen “[03]”, minimalistisch gestrickt und genau deswegen so wirkungsvoll. Die Bässe dröhnen mit ihrer sehr präsenten Verzerrung direkt am Anschlag. Im Hintergrund legt sich eine noisige Gitarrenwolke nieder (gleich mehr dazu) und spätestens nach fünf Minuten hat sich der Song ins Hörergedächtsnis gegraben. Das kurze “[09]” täuscht dem Hörer zunächst ein Riff, eine Melodie vor, um dann lässig vor sich herzudröhnen, herrlich. Schade, Seite A ist vorbei. Die B Seite schnell auflegen und abwarten, was passiert. Synthiesounds? Was ist denn hier los? Man will doch Bässe hören… aber hört euch einfach mal den exklusiven Stream von “[02]” an…

Den Abschluss macht “[05]” was auch schon auf dem Demo zu finden war und für das Album neu aufgenommen wurde. Wie der Opener legen die Bässe hier eine Lage auf die nächste Lage und bauen ein epischen Dronewerk auf, das überraschend endet.

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Wir haben uns mit Thomas, der einen Hälfte von [BOLT], unterhalten und ein paar Infos zum neuen Album eingeholt:

Was ist die Geschichte hinter eurer Platte? Wo ist sie entstanden? Wie ist sie entstanden? Wie habt ihr aufgenommen?

Die Geschichte fängt schon bei unserer Demo-EP ( 0 1 ) an, die wir bei Chris (Aentitainment Records) im Home-Studio eingespielt haben. Das Ergebnis war schon ein guter Schritt in die richtige Richtung und so entstand schnell die Idee, dass Ganze weiterzuführen. Chris hat uns dann in sein Label aufgenommen und wir haben umgehend mit den Aufnahmen zu ( 0 2 ) begonnen. Die Songs standen soweit schon im Großen und Ganzen, doch wir haben sie hier und da nochmal überarbeitet und an den Sounds gebastelt. Alle Songs, die auf ( 0 1 ) und ( 0 2 ) zu hören sind, haben wir bei Andi im Wohnzimmer geschrieben und Demo-mäßig aufgenommen, um die Riff- und Songideen festzuhalten. Seit Januar haben wir nun auch einen Proberaum, in dem nun neue Sachen entstehen. Aufnehmen werden wir wohl weiterhin bei Chris, aber evtl. auch mal in einem richtigen Studio, wenn es die finanzielle Situation zulässt.

Eure Songs haben ja genau wie auf dem Demo keinen Namen, sondern nur Nummern. Was ist der Hintergrund?

Das Grundkonzept ist, dass es bei uns keine Worte und somit Ausdrücke und Bedeutungen gibt – wir heißen ja auch eigentlich nicht [ B O L T ], sondern schlicht ███████. Und da es weder Gesang noch Sprachsamples gibt, verbinden wir selber mit den Liedern keine Worte oder dergleichen. Daher tragen die Songs einfach durchnummerierte Ziffern in eckigen Klammern und die Platten das Gleiche in runden Klammern. Es ist der Versuch, die Musik ganz und gar für sich stehen zu lassen.

Warum nur vier Songs und warum gerade die Vier?

Unsere Lieder sind ja meist recht lang und da von Anfang an klar war, dass wir eine Schallplatte und keine CD-Version herstellen lassen wollen, waren wir stark an die mögliche Spielzeit gebunden. Auf eine CD hätten wir evtl. noch 2, 3 Stücke mehr gepackt, aber so wie es jetzt ist, finden wir es rund und stimmig. Die Songauswahl haben wir erst Band-intern und dann noch in Rücksprache mit Chris gemacht, wobei wir uns da recht schnell einig waren.

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Auf der Platte sind mehr als nur zwei Bässe zu hören? Hattet ihr Gäste?

Mehr als zwei Bässe sind bei unseren aufgenommen Songs meist zu hören, denn wir spielen verschiedene Riffs doppelt und dreifach ein – darüber hinaus gibt es ein paar Overdubs und Soundsamples. Um den Gesamtsound aber hier und da noch zu verfeinern, haben wir 3 Freunde eingeladen und mit ihnen an den Songs geschraubt – Katrin am Piano bei [ 0 5 ] war ja schon auf der Demo-Version zu hören, Dominik (normalerweise Sänger und Gitarrist bei Domingo) ist ein guter Freund von uns und wir wollten seine Keyboard-Ideen gerne einbinden und haben an [ 0 2 ] viel rumprobiert und Seppo (ex-Kodiak Gitarrist) haben wir irgendwann mal kennengelernt und dann war schnell klar, dass wir ihn und sein Songwriting gerne mit unserem Gedröhne kombinieren würden, woraus dann [ 0 3 ] entstand. So ist ( 0 2 ) zwar ganz klar eine Bass-lastige Platte geworden, jedoch gibt es hier und da dann auch mal höhere Frequenzen und andere Sounds zu hören.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den anderen Musikern?

Katrin und Dominik kennen wir schon länger und die Idee zur Zusammenarbeit kam uns schon beim Schreiben der Songs. Dann haben wir mit den beiden am jeweiligen Stück gearbeitet und das Ganze eingespielt. Seppo haben wir einfach mal angefragt und da ihm unsere Demo-EP sehr gut gefallen hat, war er sofort dabei und hat seine Gitarre samt Effektpedale eingepackt. Diese Art von Song-bezogener Zusammenarbeit gefällt uns sehr gut, denn so bleiben wir beide die Grundbesetzung der Band und trotzdem hat man Variationsmöglichkeiten bei Sound und Arrangement.

Was gibt es denn zum beeindruckend minimalistischen Artwork zu berichten?

Das Ganze fügt sich natürlich in das Grundkonzept der Band – keine überflüssigen Worte, Bildchen oder so. Wir haben 1, 2 Ideen durchgespielt und dann entschieden, dass es so wie es nun daherkommt aussehen und recht viel D.I.Y.-Sachen beinhalten soll. Wir haben gebastelt, gesammelt, gesägt, gefärbt und und und. Wenn man die Schallplatte in der Hand hat, dann wird sich zeigen, was wir an Eigenarbeit reingesteckt haben und hoffentlich gefällt es dem Käufer dann auch so gut wie uns. Es war auf jeden Fall sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Generell werden wir wohl auch bei kommenden Platten D.I.Y.-Dinge einfließen lassen, nur haben wir jetzt auch Erfahrungswerte und wissen, was wie schwer und kompliziert ist. Wir finden es aber schon wichtig, dass man bei kleinen Auflagen die Möglichkeit nutzt und jeder einzelnen Schallplatte etwas Eigenes und Einmaliges gibt.

Vielen Dank Thomas, für diesen kleinen Einblick Hinter die Kulissen der [BOLT]-Fabrik… ehm █████-Fabrik.

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BERICHT: FIELD RECORDINGS WORKSHOP MIT FABIO ORSI

Posted in Redaktion on April 6th, 2012 by D.K.

Liebe Leser, als erstes möchten wir uns für die kleine Pause entschuldigen, aber es gab viel zu tun. Eine unserer Hauptbeschäftigungen am letzten Wochenende war der Field Recordings Workshop mit Fabio Orsi in Bochum.

field recordings workshop with fabio orsi

Freitagnachmittag ging es los mit der Einführung. Fabio Orsi hat etwas aus seinem Erfahrungsschatz erzählt, eigene Field Recordings präsentiert und ein bisschen was zur Geschichte dieser Art von Musik erzählt, die stark durch Musikethnologie geprägt ist. Allem voran die Folk Music Aufnahmen von Alan Lomax.

Danach ging es schon direkt an die ersten Aufnahmesession, die rund um die Jahrhunderthalle stattgefunden hat. Am Samstag folgte dann die zweite Aufnahmeaktion, diesmal rund um den Stadtkern. Die restliche Zeit bis Sonntagnachmittag galt dann dem Selektieren von Aufnahmen, dem Editieren und dem Mastern. Sonntagabend war das Werk vollbracht und wir konnten zusammen allen Aufnahmen lauschen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Ein Wochenende Bochum als Soundcollage verewigt. Wer neugierig geworden ist und wissen möchte, wie das ganze klingt, der darf sich auf die CD mit den Aufnahmen aller Teilnehmer (inklusive des Tracks von Fabio Orsi) freuen, die bald in einer limitierten Auflage erscheinen wird. Mehr Infos dazu demnächst…

An dieser Stelle wollen wir uns nochmal bei allen Teilnehmern, Fabio Orsi und Bochums Geräuschkulisse bedanken.

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LIVE VIDEO: FABIO ORSI & N IM FKT BOCHUM

Posted in Video on December 18th, 2011 by M.H.

Wir haben noch ein paar finstere, (un-)bewegte Bilder unseres letzten Konzertabends aus dem FKT Bochum nachzureichen. Der Ausschnitt aus dem Impro-Set von Fabio Orsi & N liefert euch eine Ahnung eines beeindruckenden audiovisuellen Erlebnisses…aber schaut und hört einfach selbst!

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LIVEBERICHT: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on June 13th, 2011 by D.K.

Das FKT in Bochum ist eine Gruppe von bildenden Künstlern, die seit einiger Zeit in einem alten Versicherungsgebäude eine neue Heimat gefunden hat und dort arbeitet und mit diversen Aktionen jegliche Art Kunst an die Leute bringt. Ende Mai stand das erste Konzert im FKT an, mit Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy.

thisquietarmy @ fkt bochum

Ein langer Flur mit vielen Türen, hinter denen sich Ateliers befinden, und in einem dieser Räume steht ein Verstärker, liegen Effektgeräte auf dem Boden und zwei Gitarren ruhen auf zwei Stühlen. Der restliche Raum ist, bis auf ein altes Sofa, ein Waschbecken und einen gruseligen Stromkasten, leer. Eric Quach eröffnet den Abend mit seinem Thisquietarmy Set, das mit Projektionen vom Beamer begleitet wird. Diese sind auch so gut wie die einzige Lichtquelle auf der Bühne. Thisquietarmy möchte an diesem Abend so gar nicht leise sein. Der Sound ist laut, die großen Glasscheiben im Raum knarren. Schnell haben alle Gäste in den Raum gefunden. Sitzen, stehen, liegen und lauschen den Tönen. Quach baut seine Gitarrensounds auf. Sitzt, steht, kniet beim Spielen und ist ständig in Bewegung. Zu den geloopten Sounds kommen Drummachinebeats hinzu und es wird nochmals lauter, dann nach über einer halben Stunde entspannt sich der Sound und Thisquietarmy bewegt sich in Ambientgefilden und gibt dem Hörer Gelegenheit das Gehörte positiv zu verarbeiten.

aidan baker @ fkt bochum

Gut zehn Minuten später greift Aidan Baker zu seiner Gitarre. Baker beginnt sein Set sehr ruhig und minimalistisch und erst nach einigen Minuten bekommen die Gäste, die sich nicht im Raum befinden, mit, dass das Konzert begonnen hat. Aidan Baker improvisiert an diesem Abend, probiert Vieles aus, baut manche Ideen mit Loops aus und experimentiert mit diversen Anspielarten. Was dabei aus der Box erklingt ist eine Wolke aus filigranen Sounds, die durch den Raum gleitet, sogar im Flur des alten Bürogebäudes entwickeln die Sounds ihre ganz eigene durchdringende Dynamik. Baker sitzt im Dunkeln, die einzigen Lichtquellen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite des Raums, dazwischen liegende, sitzende und stehende Hörer. Nach 40 Minuten legt Aidan Baker seine Gitarre zur Seite und verfremdet die letzten Gitarrentöne knieend vor seinen Effektgeräten und lässt somit das Set elektronisch enden, mit einem Sound, der eher an Synthie als an Drone erinnert.

Mehr Konzertfotos vom FKT Fotografen Cristóbal Márquez findet ihr hier. Mehr zu seiner Fotoarbeit findet ihr auf Tobalo.de

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AIDAN BAKER & THISQUIETARMY – ORANGE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Vor knapp fünf Jahren haben sich zwei Freunde entschieden, ein gemeinsames Album aufzunehmen und haben daraufhin angefangen, sich verschiedene Soundideen zuzuschicken, denn der eine lebte in Toronto und der andere in Montreal… Die Sprache ist von Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy, die 2006 über TQA Records eine limitierte halbstündige CD-R EP Namens “Orange” veröffentlicht haben. Fünf Jahre später haben sich die beiden Musiker entschieden, die Aufnahmen nochmal zu sichten und “Orange” in einer Extended Version neu zu veröffentlichen. Aidan Baker und Thisquietarmy haben die alten Aufnahmen überarbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Orange” ist durch vier weitere Songs ergänzt worden und hat mittlerweile klassische Albumlänge erreicht.
orange_lp version orange milk records

“Orange” ist ein Drone-Shoegaze-Noise-Statement der beiden wohl bekanntesten experimentellen Gitarrenkünstler Kanadas. Zwar ist die Herangehensweise von Aidan Baker und Thisquietarmy die gleiche, denn beide erschaffen ihre Sounds allein durch Beihilfe von Gitarre und Effektgerätschaften, aber das Ergebnis kann unterschiedlicher nicht sein und passt trotzdem zusammen. So treffen schwellende Ambientteppiche auf befremdliches Gequietsche oder Melodien auf Gedröhne. Die acht Songs der Platte sind sowohl als Einzeltracks anspielbar als auch als ein zusammenhängender Song. Hier passiert ständig was Neues, der Hörer wird hier gefordert. Zwischendurch driften die Sounds in Synthiegefilde, was “Orange” sehr gut steht.

Neben der Musik ist das witzige Wortspiel zwischen Albumtitel und Songtitel lobenswert. So trifft “Orange” beispielsweise auf “Agent” und “Clockwork” und ehrt damit zwei großartige Filme, oder “Crush” mit seinen eingängigen Gitarrenmelodien, passenderweise in Erinnerung an die glorreichen Zeiten einer amerikanischen Alternativband mit glatzköpfigem Sänger.

orange_cd version lunasylum records

Alles in allem kann man nur sagen, dass es wirklich mal Zeit wurde, dass dieses Album endlich auf echter langhaltender CD und auf noch länger haltendem Vinyl erscheint. “Orange” ist auf CD über das neugegründete Sublabel von Consouling Sounds – Lunasylum – erschienen. Die Vinyl Version, mit anderem Artwork,  ist über Orange Milk Records (wo sonst!) erhältlich.

Aidan Baker und Thisquietarmy gehen anlässlich der Neuveröffentlichung von “Orange” auf Europatour und wir präsentieren euch in Zusammenarbeit mit dem FKT das erste Konzert der Tour in Bochum (bei gutem Wetter Open Air).

aidan baker & thisquietarmy live in bochum 27.05.

Mehr Infos zum Konzert gibt es hier.

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LIVE IM FKT BOCHUM: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on April 26th, 2011 by D.K.

Konzertflyer

In Zusammenarbeit mit dem Freies Kunst Territorium (FKT) in Bochum präsentieren wir euch am Freitag den 27.05. einen Ambient-Shoegazer-Drone-Abend mit Aidan Baker und Thisquietarmy.

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Aidan Baker und sein kanadischer Landsmann Eric Quach alias Thisquietarmy starten in Bochum ihre Europatour. Anlass der Tour ist die Reissue des ersten gemeinsamen Albums “Orange”, das im Mai bei Lunasylum Records auf CD und bei Orange Milk Records auf LP als Extended Version wiederveröffentlicht wird.

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Beide Musiker erzeugen allein durch Einsatz ihrer Gitarren und einer Reihe an Effektgeräten und diverser anderer Hilfsmittel Ambient- und Dronelandschaften, die durch Aufschichten von Loops zu Soundgebirgen anwachsen, um dann wieder im Nichts zu verklingen. Das Ganze präsentieren Aidan Baker und Thisquietarmy im FKT in Bochum.

Das Konzert sollte ursprünglich in der K.Gallery stattfinden.

Ort: Freies Kunst Territorium, Bessemerstr. 30, 44793 Bochum (altes Versicherungsgebäude neben der Feuerwehr)
Datum: 27.05.2011
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr

Bei gutem Wetter findet das Ganze Open Air statt.

Wer mehr Infos braucht, kann uns gerne anschreiben.

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LIVE: THIS WILL DESTROY YOU & KOM

Posted in ontheroad on September 25th, 2010 by D.K.

Immer wieder ein netter Abend, wenn ein Konzert im Bahnhof Langendreer in Bochum stattfindet. Dienstag Abend stand der gemeinsame Auftritt von KOM und This Will Destroy You an. Gut gefüllt war das Studio 108. Aber an sich ja kein Wunder, denn die Amerikaner von This Will Destroy You gehören in der bekannteren Musik-Presse schon seit Längerem zu den „guten“ Post-Rock-Bands.

KOM @ bahnhof langendreer

Los geht es zunächst mit den nordrheinwestfälischen KOM. Die vier Musiker eröffnen mit ihren ebenso fragilen wie kraftvollen Indiesongs den Abend. Zwar ist der Sänger nicht in seiner besten Form und die Band zum Anfang des Sets leicht nervös, der Gesamtauftritt der Band ist aber äußerst sympathisch. Als der Bassist bei einem ruhigen Song das Feuerzeug zückt und das Publikum zur selben Tätigkeit animiert, ist das Eis gebrochen und die Band verlässt unter gebührendem Klatschen die Bühne.

this will destroy you @ bahnhof langendreer

Der restliche Abend gehört den Texanern von This Will Destroy You. Als die vier Amis die Bühne betreten, ist schnell klar, dass es bei This Will Destroy You auschließlich um die Musik geht. Das ist zumindest der Eindruck der “Aus dem Bett Fall Frisuren”, Schlabbershirts und “3 bis 30 Tage Bärte” aller Bandmitglieder. Als dann die Musik einsetzt ist das Optische egal, denn die Wand aus Bass-, Synth- und Gitarrensounds und treibenden Drums geht sofort unter die Haut. In der ersten Reihe schließen die größtenteils jugendlichen Besucher die Augen und lassen sich auf eine instrumentale Post-Rock-Reise mitnehmen. Was auf Platte etwas kraftlos wirkt, wird live zu einer gewaltigen Soundwand. Besonders der brachial gespielte 5-Saiten Bass legt die Grundlage für die Laut-Leise-Attacken der Texaner, die das Publikum von Anfang bis Ende fesseln. Nicht übel.

Mehr Aufnahmen vom Abend findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

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LIVE: CONSTANTS & CASPIAN

Posted in ontheroad on May 13th, 2010 by D.K.

Letzten Montag hatten wir das Glück, eine der Shows des Bostoner Zweigespanns, bestehend aus der Alternative-Band Constants und den Post-Rockern von Caspian, im Bahnhof Langendreer in Bochum sehen zu können.

constants in bochum, photo by constantly consuming

Irgendwie ist ein Montag meistens ein undankbarer Tag für Konzertbesuche. Wochenende vorbei, erster Tag der Woche, an dem man acht Stunden gearbeitet hat und dann direkt im Anschluss auf ein Konzert gehen. So ist an diesem Abend das Publikum auch eher gemütlich und sitzt auf Hockern an Bistrotischen oder an der Theke. Langsam versammeln sich die drei Musiker von Constants auf der Bühne. Nach den ersten Tönen ist klar, dass gemütlich sitzen hier nicht angebracht ist und es versammelt sich ein kleiner Halbkreis an Besuchern vor der Bühne. Constants überraschen durch ihren fetten Basssound und die treibenden Drums, allerdings sind die Gitarre und der Gesang von Frontmann Will Benoit schlecht abgemischt und dämpfen den Eindruck. Constants liefern dennoch ein überzeugendes Konzert, das zwar nicht an die Studiaufnahmen reicht, aber trotzdem nachhaltig in Erinnerung bleibt. Mit “…Passage” von der gemeinsamen Split mit Caspian schließen sie passender Weise ihr Set ab.

caspian in bochum, photo by constantly consuming

Nach einer kleinen Umbaupause betreten die fünf sympathischen Amerikaner von Caspian die Bühne. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie groß der Gitarrist Philip Jamieson ist, das mal am Rande. Die Fünf nehmen ihre Plätze auf der Bühne ein, stöpseln ihre Geräte ein und die leisen Hintergrundambientsounds weichen dem fetten Instrumental-Post-Rock von Caspian. Die Band ist gut drauf, alle wippen im Rhythmus hin und her, auf der Bühne und vor der Bühne. Mittlerweile ist die Halle auch erstaunlich gut gefüllt. Nach drei treibenden Songs kommt die erste Verschnaufpause mit einem ruhigeren Song. Je länger Caspian spielen, desto nervöser wird der Blick von Philip Jamieson, der immer wieder an seinem Effektgeräteboard und den Kabeln rumhantiert. Kurz vor Konzertende gibt die Technik dann komplett auf und Philip spielt seine Gitarre beim Abschlusssong “Sycamore” direkt über den Verstärker, was den Song nicht schlechter macht. Mit einem “vier-Mann-an-den-Drums-Ende” verlassen Caspian die Bühne. Unter großem Jubel kommt der sichtlich von der Technik genervte Philip Jamieson auf die Bühne, bedankt sich und verspricht beim nächsten Besuch in Bochum ein extra langes Set zu spielen. Wir freuen uns.

Mehr Bilder vom Abend gibt es auf unserer PHOTOS Seite.

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CASPIAN ZUSATZKONZERT

Posted in ontheroad on September 23rd, 2009 by D.K.

Caspian schließen ihre Europa Tour mit einem weiteren Deutschland Konzert in Bochum ab. Am 24. Oktober habt ihr nochmal die Chance euch vom Livesound der Band zu überzeugen, denn ihre eher zugänlicheren Studioaufnahmen entwickeln live eine ganz eigene Atmosphäre. Muss man mal erlebt haben!

caspian

Alle noch anstehenden Termine findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite.

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