[ B O L T ] – (03)

Posted in Release on May 6th, 2015 by D.K.

[ B O L T ] haben ihr drittes Album fertiggestellt. Wer die Band kennt, der weiß, dass das Duo seit jeher an einer Nummern+Klammer-Systematik festhält, die beschreibt um welches Lied und um welches Album es sich handelt. Also jetzt „(03)“.

Das Hauptinstrumentarium der Band sind weiterhin zwei Bässe. Aber diese beiden Bässe sind in den letzten Jahren etwas umhergezogen und haben sich in der experimentellen Musikszene Freunde gemacht. So gab es neben einer Split mit Petrels (Denovali Records) ein Kollaborationsalbum mit N, das bei Midira Records erschienen ist und in kürzestzer Zeit ausverkauft war. Teil zwei folgt dieses Jahr. Mit Ninemiles ist dann noch ein Soloprojekt entstanden, das sich auf elektronische Sounds konzentriert.

All das hat dazu geführt, dass [ B O L T ] sich weiterentwickelt haben. So dass auf Platte Nummer 3 (mit runder Klammer) 7 Tracks [mit eckiger Klammer] gelandet sind, die eine Band in Höchstform zeigen. Neben Gastauftritten anderer Musiker konzentrieren sich die beiden Ruhrpottdroner darauf ein Geflecht aus Noise, Drone, Doom, Black Metal, Ambient und Noise zu schaffen, ohne einem dieser Stile den Vorrang zu lassen. Wer auf schwerfällige Saitensounds steht, der ist hier genau richtig. Wer auf komplexe aber eingängige Soundlandschaften steht, der ist hier ebenso genau richtig.

Das recht minimalistische Artwork mit mattem schwarzen Cover und einem Hochglanz [ B O L T ] Logo mit Waldblick reicht gerade eben aus um mit dem mitzuhalten, was die Nadel aus den Rillen erklingen lässt. Hierfür wurde übrigens James Plotkin verpflichtet, der dem trockenen schwerfälligem Sound der beiden Bässe das passende Mastering verpasst hat.

Übrigens ist „(03)“ das erste Album von [ B O L T ], das auch auf CD erhältlich ist. Hier sogar mit Bonustrack, der beim Vinylexemplar als Download beiliegt.

Aentitainment Records lädt zum Einkauf ein.

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[ B O L T ] + EWALDT

Posted in Tapes on June 10th, 2014 by D.K.

[ B O L T ] haben sich in letzter Zeit auf die Kollaboration mit anderen Musikern konzentriert, was zu so einigen höhrenswerten Ergebnissen geführt hat. Eines ist das Kollaborationstape mit dem Elektrokünstler Ewaldt.

Ein Tape, zwei Bässe, Elektronik, drei Titel, 40 Minuten massiver Lauschangriff. Es geht seicht und zugänglich los, wie bei einem poppigen Jesu Track. Verzerrte flächige Basssounds und ein uninspirierter Beat. Wer aber diese paar Minuten durchhält (oder ein paar mehr), wird belohnt mit einem Track, der auf einmal beginnt zu atmen. Die Bässe klingen wie Orgeln und der Beat passt sich dem Saitensound an und bekommt eine eigene Note. Track II ist die Fortsetzung des Ersten (trennen muss man hier eigentlich nicht). Der Beat mutiert zu einer Art Soundsog, der alle Sounds anzieht, um sie im nächsten Moment wieder loszulassen. Genial. Track III gibt den Saiteninstrumenten Raum zur Entfaltung. Erst nach 10 Minuten kommt ein hörbarer Beat hinzu und die Elektronik klingt zunächst wie weiblicher Gesang (irritierend schön). Ab der dreizehnten Minute wird es wieder “jesu-ig”. Hier aber im Gengensatz zu den ersten Minuten des Tapes kriecht der Sound von Bass und tribalähnlichen Drums direkt ins Ohr und ins Unterbewusstsein. Es wird lauter und noisiger und noch lauter und noisiger. Gut so!

Ein Tape, das in keiner Sammlung fehlen darf, in der Drone, Noise und Elektronik nebeneinander steht.

Das Tape gibt es bei Wolves & Vibrancy Records.

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KINEMATOGRAFIE: [BOLT]

Posted in Video on July 1st, 2013 by D.K.

Das erste Video von [BOLT] ist fertig. Das Drone-Duo hat den Song “[10]” von der gemeinsamen Split mit Petrels in Szene gesetzt.
Lasst euch vom Schnee im Juli inspirieren…

 

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[BOLT] – REKONSTRUIERT

Posted in Musik on June 16th, 2013 by D.K.

[BOLT] haben sich in den letzten Jahren einen Namen als Bass-Doom-Drone-Duo gemacht. Die beiden erschaffen auf ihren acht Saiten massive Klanglandschaften, die mal noisig und mal dronig sind und immer den Doomgeist mit sich tragen.

Nun haben die beiden sich getraut ihre Songs vom Debütalbum und vom Demo in fremde Hände zu geben: “(Reassembled)” heißt das Ergebnis. Hier haben sich sechs Musiker sechs verschiedene Tracks von [BOLT] vorgenommen und diese teilweise bis zur Unkenntlichkeit mutieren lassen.

Den Anfang macht der Labelkollege Pechuga de Pollodiabolo, der aus “[07]” einen elektronischen Track konstruiert hat, der von minimalen Beats und Klavier/Synthie getragen wird, während zunächst nur im Hintergrund die Originalbässe zu hören sind. Klingt leichtfüssiger als das Original und könnte locker auch als Mogwai Track durchgehen.

Ewaldts “[01]” Interpretation ist ein mächtiges Stück Elektro-Drones. Ewaldt bricht und biegt die Sounds der Bässe zurecht und untermalt das Ganze mit einem eingängigen Beat. Faszinierend, wie tanzbar und doomig zugleich das klingt. Definitiv ein kleiner Höhepunkt.

Split-Release-Kollege Petrels aus England darf natürlich auch nicht fehlen. Petrels filtert die Basssounds von “[04]” so, dass ein waschechter Petrels Song entsteht. Aus einem anfänglichen Soundgeflirre bricht irgendwann eine massive Noisewand aus, die es in sich hat. Nice!

Damscray verfremdet “[03]” zu einer Art Dark-Ambient-Tribal-Metal-Track. Kurz und bündig.

Der Remix von Tissika ist der einzige Track dieses Remixalbums, der sich nur der Originalsounds bedient und das opulente “[02]” in einen epischen Ambientdrone wandelt. Hier brummt es nur so vor Bassflächen, keine Beats, keine Elektrosounds, nur Gedröhne.

Den Abschluss macht Asmo mit seiner Version von “[08]”, die zunächst pulsierend startet und dann mit hallenden Beats durch eine Art Elektro-Ambient-Nebel schreitet.

Ein sehr gelungenes Remixalbum, dass die [BOLT] Songs von einer neuen Seite zeigt. Wer mag kann sogar tanzen. In meinem Fall reicht einfaches Kopfnicken. Die Remix-CD erscheint via Aentitainment Records.

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HANS & DER CLUB OF GOOR

Posted in Aktuell, ontheroad on April 8th, 2013 by D.K.

Hans und seine Frau Mieke sind große Musikliebhaber. Dabei haben sie nicht nur einen sehr guten Musikgeschmack, sondern setzen sich auch dafür ein, Drone- und Ambientmusikern eine Bühne zu bieten. Bühne ist in diesem Fall das kleine Wohnzimmer der beiden im niederländischen Goor.

Hans hatte uns schon seit Langem zu einem seiner “Evening of Harmonics And Nonadaptive Sounds” eingeladen, gestern hatten wir endlich Gelegenheit dabei zu sein, denn ein Abend mit StringStrang und unserem Lieblingsbassduo [BOLT] stand an. Die Reise nach Goor führt über sehr viel Flachland, vorbei an riesigen Windrädern und kleinen deutschen Ortschaften, deren Namen teilweise sehr ulkig klingen. Dann irgendwann hat man die Grenze passiert und Goor taucht auf. Ein typisches kleines niederländisches Städtchen, in dem sich scheinbar jeder beim Vornamen kennt. Besonders imposant ist die rotgestrichene Tankstelle des Ortes, die den Namen “Firezone” trägt. Bei Hans und Mieke angekommen werden wir erstmal herzlichst begrüßt und das nicht nur von den Gastgebern, sondern auch von den Gästen, die aus Deutschland und den Niederlanden angereist sind um die Künstler zu sehen. Der Spielort ist ein kleines verkantetes Wohnzimmer mit Kamin und großen Fenstern. Die kleine Ecke gehört den Musikern, die größere den Zuschauern.

StringStrang ist der niederländische Künstlername von Jan Kees Helms (bekannt für seine Videokunst), an diesem Abend als Dronegitarrist unterwegs. Das Set besteht aus einem langen Stück, in dem nahezu alle gängigen Effektgeräte samt Field Recordings eingebaut werden. Das Set ist gut, allerdings wirkt es auch sehr überladen und man kommt als Zuhörer nicht dazu, sich auf eine Soundlinie einzulassen.

[BOLT] gehört die zweite Hälfte des Abends. Nach einer kleinen Ansage von Hans inklusive Bedenken zur Lautstärke zweier Bässe, legen die beiden los. Wir haben es uns auf der Couch gemütlich gemacht und haben sowohl die Musiker als auch die anderen Gäste im Blick. Der Sound ist perfekt. Man mag es kaum glauben, aber die Heimanlage von Hans schafft es in Kombination mit den Amps von [BOLT] einen warmen Sound in den Raum zu legen, der wirklich fesselt. Das Duo spielt filigraner als sonst und setzt den Fokus auf weniger noisige Tracks. Die Gesichter im Publikum sprechen für sich. Von zufriedenem Grinsen bis konzentriertem Beobachten ist alles dabei.

Sichert euch für den nächsten Termin einen Platz im Wohnzimmer, es lohnt sich. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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[BOLT] & PETRELS

Posted in Release on March 23rd, 2013 by D.K.

Im Mai 2012 trafen [BOLT] und Petrels zum ersten Mal aufeinander, als sie im Rahmen des Halfplugged Festivals zusammen aufgetreten sind. Irgendwo ab diesem Zeitpunkt müssen dann wohl auch die Pläne geschmiedet worden sein, eine gemeinsame Split zu veröffentlichen. Jetzt ist es soweit. Eine 10inch Split mit zwei rund 10minütigen Tracks steht zum Kauf bereit.

Seite A ziert “[10]” von [BOLT]. Der Song knüpft da an, wo das letztjährige Debüt aufgehört hat. Trocken und stoisch walzen sich die beiden Bässe durch den boltschen Soundkosmos. Zuerst ist Hall der Weggefährte, dann gesellen sich auch die Verzerrung und diverse andere Effekte hinzu, bis am Ende die Elektronik pulsierend einen Schlussstrich zieht. Genialerweise ist die Songstruktur sehr minimalistisch und wirkt nur auf Grund des Effekteinsatzes wie ein aufwendig arrangiertes Epos.

Seite B gehört dem sympathischen Briten, der auf den Namen Petrels hört. “Xolotl Singes The Carpet” ist ein hervorragend unterschwelliger Synthieteppich, der sich allmählich in eine elektronische Klanglandschaft verwandelt, in der Beats und Bässe nicht fehlen dürfen. Mal noisig, mal melodiös und gegen Ende eine Melange aus allem bis dahin Gehörten. Und auch hier ist das Ende eine Art pulsierender Beat.

Zwei vollkommen unterschiedliche Arten der elektronischen Experimentalmusik. Seite A doomig-dronig und handgemacht, Seite B ein Ausbruch von Sounds, die vor allem am Rechner entstanden sind.

 

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LIVE-VIDEO-STREAM KONZERT MIT [BOLT] & NINEMILES

Posted in Aktuell, ontheroad, Redaktion, Serie, Video on February 18th, 2013 by D.K.

N hat im September das Debüt gegeben in unserer neuen Reihe, in der wir euch experimentelle Konzerte ins Wohnzimmer bringen. Wer das N Live-Video-Stream-Konzert verpasst hat, kann es sich auf unserer VIDEOS Seite anschauen.

Das nächste Live-Video-Stream-Konzert findet heute, 17. Februar, um 19 Uhr statt. Diesmal präsentieren wir euch zusammen mit FF Livecast das Bochumer Bass Drone Doom Duo [BOLT], das letztes Jahr ein staubtrockenes Ambient-Drone-Doom-Brett von Album über Aentitainment Records veröffentlicht hat, welches sich sofort in unseren Herzen eingebrannt hat.  Als Nächstes steht eine gemeinsame 10inch Split mit Petrels an, die demnächst ebenfalls über Aentitainment Records erscheinen wird.

Den Abend eröffnet ninemiles, das Soloprojekt von Thomas, der einen Hälfte von [BOLT], mit einem kurzen elektronischen Ambient Drone Set. Sein Debüt “Grímsey” erscheint Anfang Februar über Midira Records und ist, um mal unserer baldigen Rezension vorzugreifen, eine massive Reise durch elektronische Drones und Soundflächen, die sich durch alle Gemütszustände wühlen.

DANKE FÜRS ZUSCHAUEN!!!

Und hier der Stream von gestern in zwei Teilen:

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RE-INTER-VIEW: BOLT – INKLUSIVE SONGPREMIERE

Posted in INTERVIEWS, Release on June 10th, 2012 by D.K.

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Vor ein paar Monaten haben wir euch das deutsche Bassduo [BOLT] vorgestellt, das uns mit seinem massiven Demo überzeugt hat. Nun steht das erste Album vor der Veröffentlichung. Aentitainment Records hat vier Songs auf 100 12inch Platten verewigt und in ein handgemachtes Artwork mit minimalistisch aufwendigem Design, inklusive handgebeiztem “Holz-Bolt”, gepackt.

[BOLT] haben ihr zweites Album auf “(02)” getauft und nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch schwerfällige Dronelandschaften, geprägt durch den Einsatz der beiden Hauptinstrumente: zwei Bässe.
Das Album beginnt mit dem 11-minütigen “[03]”, minimalistisch gestrickt und genau deswegen so wirkungsvoll. Die Bässe dröhnen mit ihrer sehr präsenten Verzerrung direkt am Anschlag. Im Hintergrund legt sich eine noisige Gitarrenwolke nieder (gleich mehr dazu) und spätestens nach fünf Minuten hat sich der Song ins Hörergedächtsnis gegraben. Das kurze “[09]” täuscht dem Hörer zunächst ein Riff, eine Melodie vor, um dann lässig vor sich herzudröhnen, herrlich. Schade, Seite A ist vorbei. Die B Seite schnell auflegen und abwarten, was passiert. Synthiesounds? Was ist denn hier los? Man will doch Bässe hören… aber hört euch einfach mal den exklusiven Stream von “[02]” an…

Den Abschluss macht “[05]” was auch schon auf dem Demo zu finden war und für das Album neu aufgenommen wurde. Wie der Opener legen die Bässe hier eine Lage auf die nächste Lage und bauen ein epischen Dronewerk auf, das überraschend endet.

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Wir haben uns mit Thomas, der einen Hälfte von [BOLT], unterhalten und ein paar Infos zum neuen Album eingeholt:

Was ist die Geschichte hinter eurer Platte? Wo ist sie entstanden? Wie ist sie entstanden? Wie habt ihr aufgenommen?

Die Geschichte fängt schon bei unserer Demo-EP ( 0 1 ) an, die wir bei Chris (Aentitainment Records) im Home-Studio eingespielt haben. Das Ergebnis war schon ein guter Schritt in die richtige Richtung und so entstand schnell die Idee, dass Ganze weiterzuführen. Chris hat uns dann in sein Label aufgenommen und wir haben umgehend mit den Aufnahmen zu ( 0 2 ) begonnen. Die Songs standen soweit schon im Großen und Ganzen, doch wir haben sie hier und da nochmal überarbeitet und an den Sounds gebastelt. Alle Songs, die auf ( 0 1 ) und ( 0 2 ) zu hören sind, haben wir bei Andi im Wohnzimmer geschrieben und Demo-mäßig aufgenommen, um die Riff- und Songideen festzuhalten. Seit Januar haben wir nun auch einen Proberaum, in dem nun neue Sachen entstehen. Aufnehmen werden wir wohl weiterhin bei Chris, aber evtl. auch mal in einem richtigen Studio, wenn es die finanzielle Situation zulässt.

Eure Songs haben ja genau wie auf dem Demo keinen Namen, sondern nur Nummern. Was ist der Hintergrund?

Das Grundkonzept ist, dass es bei uns keine Worte und somit Ausdrücke und Bedeutungen gibt – wir heißen ja auch eigentlich nicht [ B O L T ], sondern schlicht ███████. Und da es weder Gesang noch Sprachsamples gibt, verbinden wir selber mit den Liedern keine Worte oder dergleichen. Daher tragen die Songs einfach durchnummerierte Ziffern in eckigen Klammern und die Platten das Gleiche in runden Klammern. Es ist der Versuch, die Musik ganz und gar für sich stehen zu lassen.

Warum nur vier Songs und warum gerade die Vier?

Unsere Lieder sind ja meist recht lang und da von Anfang an klar war, dass wir eine Schallplatte und keine CD-Version herstellen lassen wollen, waren wir stark an die mögliche Spielzeit gebunden. Auf eine CD hätten wir evtl. noch 2, 3 Stücke mehr gepackt, aber so wie es jetzt ist, finden wir es rund und stimmig. Die Songauswahl haben wir erst Band-intern und dann noch in Rücksprache mit Chris gemacht, wobei wir uns da recht schnell einig waren.

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Auf der Platte sind mehr als nur zwei Bässe zu hören? Hattet ihr Gäste?

Mehr als zwei Bässe sind bei unseren aufgenommen Songs meist zu hören, denn wir spielen verschiedene Riffs doppelt und dreifach ein – darüber hinaus gibt es ein paar Overdubs und Soundsamples. Um den Gesamtsound aber hier und da noch zu verfeinern, haben wir 3 Freunde eingeladen und mit ihnen an den Songs geschraubt – Katrin am Piano bei [ 0 5 ] war ja schon auf der Demo-Version zu hören, Dominik (normalerweise Sänger und Gitarrist bei Domingo) ist ein guter Freund von uns und wir wollten seine Keyboard-Ideen gerne einbinden und haben an [ 0 2 ] viel rumprobiert und Seppo (ex-Kodiak Gitarrist) haben wir irgendwann mal kennengelernt und dann war schnell klar, dass wir ihn und sein Songwriting gerne mit unserem Gedröhne kombinieren würden, woraus dann [ 0 3 ] entstand. So ist ( 0 2 ) zwar ganz klar eine Bass-lastige Platte geworden, jedoch gibt es hier und da dann auch mal höhere Frequenzen und andere Sounds zu hören.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den anderen Musikern?

Katrin und Dominik kennen wir schon länger und die Idee zur Zusammenarbeit kam uns schon beim Schreiben der Songs. Dann haben wir mit den beiden am jeweiligen Stück gearbeitet und das Ganze eingespielt. Seppo haben wir einfach mal angefragt und da ihm unsere Demo-EP sehr gut gefallen hat, war er sofort dabei und hat seine Gitarre samt Effektpedale eingepackt. Diese Art von Song-bezogener Zusammenarbeit gefällt uns sehr gut, denn so bleiben wir beide die Grundbesetzung der Band und trotzdem hat man Variationsmöglichkeiten bei Sound und Arrangement.

Was gibt es denn zum beeindruckend minimalistischen Artwork zu berichten?

Das Ganze fügt sich natürlich in das Grundkonzept der Band – keine überflüssigen Worte, Bildchen oder so. Wir haben 1, 2 Ideen durchgespielt und dann entschieden, dass es so wie es nun daherkommt aussehen und recht viel D.I.Y.-Sachen beinhalten soll. Wir haben gebastelt, gesammelt, gesägt, gefärbt und und und. Wenn man die Schallplatte in der Hand hat, dann wird sich zeigen, was wir an Eigenarbeit reingesteckt haben und hoffentlich gefällt es dem Käufer dann auch so gut wie uns. Es war auf jeden Fall sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Generell werden wir wohl auch bei kommenden Platten D.I.Y.-Dinge einfließen lassen, nur haben wir jetzt auch Erfahrungswerte und wissen, was wie schwer und kompliziert ist. Wir finden es aber schon wichtig, dass man bei kleinen Auflagen die Möglichkeit nutzt und jeder einzelnen Schallplatte etwas Eigenes und Einmaliges gibt.

Vielen Dank Thomas, für diesen kleinen Einblick Hinter die Kulissen der [BOLT]-Fabrik… ehm █████-Fabrik.

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LIVEBERICHT: HALFPLUGGEDFESTIVAL – STATION ROTTSTR5 GALERIE

Posted in ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

Letzte Woche hat das Halfplugged Festival seinen Einstand in Bochum gefeiert. Rund um die neubelebte Rottstraße in Bochum, die in und um Bochum durch ihre Erotikmeile, ein altes gruseliges Hotel und diverse negative Mediennachrichten einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, fanden verschiedene Aktionen statt. Konzerte, DJ-Sets und ein Workshop haben an diversen neugenutzten Ortschaften auf der Rottstraße neue Akzente gesetzt.

Die Rottstraße 5 mit ihrer Galerie und dem Theater ist schon seit einiger Zeit kulturell aktiv und hat im Rahmen des Halfplugged Festivals die interessanteste Station geboten. [Bolt], N und Petrels auf einer Bühne. Die Räumlichkeiten bestehen aus Tonnengewölben, denn es handelt sich hier um eine aktiv genutzte Eisenbahnbrücke. Als wir ankommen spielt eine Band, die noch irgendwie ins Line-Up gerutscht ist. Irgend so ein komisches Zeug, während zwei Personen ihren Ausdruckstanz zum besten geben. Okay… wir warten draußen.

bolt @ halfplugged festival

[BOLT]

Dann ist es endlich soweit. [Bolt] betreten die Bühne. Zwei Musiker aus Bochum und Herne mit zwei Bässen, einem Haufen Effekten und ein bisschen Elektronik aus dem Rechner. Als die beiden ihr Set beginnen wird schnell klar, dass das Tonnengewölbe, das den Raum bildet, ein sehr intensiver Klangträger ist. Die Bässe drücken sich durch die Luft und der Sound wandert förmlich durch die Location. Sehr interessantes Soundgefühl. Das Duo ist live sehr viel intensiver als auf dem Demo, das bisher erschienen ist. Drone vom Feinsten.

Wer [Bolt] verpasst hat oder nochmal sehen möchte, kann dies am 26. Mai in der Christuskirche Bochum tun. Hier treten die beiden im Rahmen des Experimental Evening V auf.

N @ halfplugged festival

N

Hellmut Neidhardt alias N betritt die Bühne, arrangiert sich um seine Effektwiese herum und beginnt sein Set mit einem noisigen Drone. Was N hier aus seiner Gitarre zaubert ist Musik für die Seele, die dank der Architektur auch schnell den Weg in den Körper findet, denn die filigranen Sounds schleichen von allen Seiten des Tonnengwölbes durch Füße, Hände, Magen und sonst wo direkt in einen. Entscheidet man sich für einen Seite des Raums, anstatt in der Mitte zu stehen, wird man mit einer konzentrierten Ladung an Sounds beschallt. Unglaubliche Raumeffekte. Dass dann auch noch jede halbe Stunde Züge über unseren Köpfen brettern und zusätzlich Sounds liefern, ist ein netter passender Nebeneffekt. Das zweite Stück von N beginnt mit einem Arpeggio und verwandelt sich in den darauffolgenden 20 Minuten in ein Meer und Gewitter von dronig-noisigen Sounds. Am Ende ist ist die Hörerseele rein.

petrels @ halfplugged festival

PETRELS

Eigentlicher Headliner ist Petrels, der mit einem Elektronikset versuchen muss, den bisherigen Eindruck der beiden vorherigen Acts zu toppen. Petrels präsentiert Songs aus seinem Debütalbum, die er in einer einzigen Klangmasse präsentiert. Anfänglich noch als Noisewolke, dann immer filigraner. Petrels steht nicht still, sein Körper ist die ganze Zeit in Bewegung, er lebt seine Sounds auf der Bühne. Nach der Mitte des Sets wird der Sound experimenteller und erst als ein Beat einsetzt, ist im Publikum zu sehen, dass die Zuhörer genau auf sowas bei Petrels gewartet haben, etwas woran man sich festhalten kann, mitwippen oder mitstampfen kann. Bei den extrovertierteren Zuhören äußerst sich das Ganze in Ausdruckstanz. Womit sich der Kreis schließt.

Gelungener Abend, mit einem sehr überzeugenden Auftritt von N, der den Headliner etwas im Schatten stehen lässt.

Mehr Fotos vom Halfplugged Festival findet ihr hier…

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MOMENTAUFNAHMEN AUS BOCHUM

Posted in Aktuell, ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

petrels live @ halfplugged festival

Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Impressionen vom Denovali Label Evening III und vom Halfplugged Festival anschauen. Mit dabei sind Thisquietarmy, Aun, The Samuel Jackson Five, Bolt, N und Petrels.

Viel Spass!

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EXPERIMENTAL EVENING V

Posted in Aktuell, ontheroad on May 1st, 2012 by D.K.

LINE-UP ÄNDERUNG:
Krankheitsbedingt müssen [BOLT] ihren Auftritt leider absagen. Der Abend wird am Samstag von Clem Leek aus Engalnd eröffnet.

Experimental Evening V @Christuskirche Bochum 26 Mai 2012

Bevor die Sonne ganz durch die Wolkendecke bricht und Sommerlaune verbreitet, möchten wir euch einen Konzertabend präsentieren, der euch in düstere und melancholische Klangwelten entführt, die unter die Haut gehen. Der “Experimental Evening V” konzentriert sich diesmal ganz auf den europäischen Kontinent und zieht einen Bogen von England über Deutschland bis in die Schweiz, denn am 26. Mai erwarten euch Sum Of R aus der Schweiz, Simon Scott aus England und [Bolt] aus Deutschland in der Christuskirche Bochum.

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Sum Of R aus Bern, das sind live Reto Mäder (Ural Umbo) und Julia Wolf. Wer die anderen Bands von Reto Mäder kennt, zu denen Ural Umbo, Pendulum Nisum oder RM 74 gehören, der kann sich schon irgendwie vorstellen, was einen erwartet. Dem Rest sei gesagt, dass hier ein Blick in die Weiten von Ambient, Drone, Noise und Doom gewährt wird. Bei Sum Of R geht es nicht um oberflächliches Songschreiben, sondern um die Tiefenwirkung der einzelnen Sounds, die hier zusammengetragen werden. Bisher ist eine EP auf Hinterzimmer Records erschienen, die schon lange ausverkauft ist, und das selbstbetitelte Debütalbum, das über Utech Records in Amerika veröffentlicht wurde. Bass, Gitarre, Drums und eine Vielzahl anderer Soundquellen bringen noisige Dronesongs hervor, die immer mit einer Melodie (mal eindeutig, mal subtil) gepaart den Hörer einnehmen. Für das Konzert in der Kirche haben sich Sum Of R ein spezielles Set ausgedacht, das mit dem “Schwergewicht auf Kontrasten von ganz leisen, choralen Songs bis zu extrem schweren, schleppenden Stücken”(Reto Mäder) auf euch wartet.

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Simon Scott aus Cambridge macht nach seiner Definition “Electroacoustic Soundscape Compositions” und das ist auch eine treffende Beschreibung für diesen Ambientkünstler, der zuletzt sein Album “Bunny” über Miasmah Records veröffentlicht hat. Sein Interesse gilt dem musikalischen Zusammenspiel von Natur und Technik, Field Recordings und Studioaufnahmen, Geräuschen und Gitarre. Für sein neues Album “Below Sea Level”, das Ende Mai über 12k Records erscheint, hat er sich mit selbstgebauten Aufnahmegeräten in die sogenannten Fenlands nördlich von Cambridge begeben. Ein Sumpfgebiet oder Niedermoor, das unterhalb des Meeresspiegels liegt und nur von Natur bewohnt ist. Der perfekte Ort für Field Recordings. Zurück im Studio hat Simon Scott sieben Stücke geschrieben, die den Field Recordings viel Raum geben und mit subtilen Gitarrensounds und Elektronik erweitert werden. Das ganze Projekt ist in Form eines Buches festgehalten worden, das mit dem Album erscheint. Darin enthalten sind Texte, Skizzen und Fotos, die auch für die Liveshow als Projektionen verwendet werden. Wer da nicht neugierig wird…

Update: Für den einzigen Deutschlandtermin seiner aktuellen Tour, hat Simon Scott ein spezielles Set vorbereitet und wird von  Clem Leek begleitet.

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Clem Leek ist ebenfalls ein britischer Musiker und spingt an diesem Abend für [BOLT] ein. Die Musik von Clem Leek lässt sich am besten als minimalistisches Ohrkino bezeichnen. Egal ob er sich ans Klavier setzt, zur Gitarre greift oder mit Field Recordings experimentiert, es klingt immer minimalistisch auf den Punkt gebracht. Clem Leek führt den Hörer sowohl durch moderne klassische Stücke, als auch durch Ambientlandschaften. Eine Klangfusion, wie gemacht für einen Kirchenraum.

Samstag, 26. Mai 2012
Christuskirche Bochum
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Tickets:  hier und an der Abendkasse

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[BOLT]

Posted in Demo on December 4th, 2011 by D.K.

[Bolt] oder genauer gesagt der Act, der als Bandnamen einfach nur einen fetten schwarzen Balken trägt, ist ein mysteriöses Duo aus Bochum, das mit zwei Bässen und ein bisschen Piano ein Demo aufgenommen hat, das genauso monumental daher kommt, wie die alten Fabrikhallen im Ruhrpott selbst.

BOLT

Das Demo beginnt mit “[8]” eher unscheinbar und setzt dem Hörer erst mal Field Recordings vor von zwitschernden Vögeln, dann setzen die Saiteninstrumente ein. Im Vordergrund eine freundlichere Melodie und im Hintergrund das tiefe düstere Brodeln von Basssaiten, das zum Ende hin in den Vordergrund ausbricht. Dann kommt “[1]” (die Songtitel unterstreichen das Mysteriöse des Bandnamens) direkt mit einem fetten langsamen Basslauf. [Bolt] haben Zeit und geben auch dem Hörer das Gefühl weiter. Der zweite Bass rollt über den ersten und beide gehen eine Liaison ein, die den Raum, in dem man grad die Musik hört, in Schwingungen zu versetzen scheint. Druckvoller Minimalismus steht hier im Augenmerk der beiden Musiker. Die restlichen Stücke unterstreichen diesen Eindruck. Highlight ist “[4]” (sogar an vierter Stelle auf dem Demo), das mit elektronisch verfremdeten Sounds beginnt, bevor die Bässe sich ihren Weg freiwalzen. Hört selbst…

Das Demo gibt es kostenlos auf Bandcamp und im nächsten Jahr folgt das Debüt auf Aentitainment Records.

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