DUCHAMP

Posted in Release on March 31st, 2013 by D.K.

DuChamp ist eine italienische Musikerin aus Berlin, die sich ganz dem Erschaffen von Dronetracks verschrieben hat. Es gibt viele Beweggründe, warum Musiker von Dronesounds begeistert sind, allerdings ist der Grund von DuChamp ein äußerst außergewöhnlicher: Drones erinnern die Italienerin an ihre Kindheit als ihre Mutter ihr die Haare geföhnt hat, was ihr damals sehr gefiel.

Auf der Suche nach dem perfekten Dronesound, der das Föhnwohlgefühl ihrer Kindheit einfangen kann, hat Duchamp ihr erstes Album “Nar” aufgenommen. Fünf Stücke voller Drones, die aber weitaus mehr sind als einfaches Gedröhne a la Föhn. “Gemini” basiert auf Akkordionsounds, die übereinandergelappt eine warme dronige Fläche ergeben. “Protect me from what I want” überrascht mit Bassläufen, die dem Track eine Struktur verleihen. “A whorship” wird von mantraähnlichen Vocals begleitet. Die Zutaten sind einfach: Gitarre, Bass, Akkordion, ein paar Töne aus dem Keyboard und natürlich eine Reihe an Effekttretminen. Das Ergebnis dieser Föhnsoundsstudie ist eine klanghafte Reise, die auch mal Sonic Youth-ische Sounds hervorbringt, wie im Abschlusstrack “Seisachtheia”. Einen Föhn hört man auf dem Album im großen Ganzen nicht, was das Gehörte aber in keinster Weise abwertet.

Das italienische Label Boring Machines veröffentlicht Anfang April “Nar” auf Vinyl.

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LA PIRAMIDE DI SANGUE

Posted in Release on July 22nd, 2012 by D.K.

La Piramide Di Sangue ist eine siebenköpfige Band aus Torino, die mit zwei Bässen, zwei Gitarren, einer Klarinette, Synthiesounds und Drums schon mal allein durch die Besetzung Interesse weckt. Wer sich dann auch noch an die Musik wagt, wird überrascht sein…

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Was La Piramide Di Sangue auf ihrem Debüt “Tebe” zaubern ist vielleicht als moderner Krautrock mit Einflüssen aus der arabischen und ein bisschen aus der afrikanischen Musikwelt betitelbar. “Sangue” eröffnet das Album mit einem von der Klarinette geprägten Song, die auch im weiteren Verlauf des Albums eine zentrale Rolle im Soundgeflecht spielt. “Tu getti salesulle mie farite” ist ein treibendes Rhythmusstück, das sowohl in der lauteren als auch in der leisen Gangart überzeugen kann. “In bici sulla strada della perdizione” ist ein arabisch angehauchtes Stück, das auch locker auf einer coolen orientalischen Hochzeit laufen könnte. Treibende Rhythmen treffen auf entspannte Klarinettenklänge. “Io sono la tigre” setzt genau da an, wo der Vorgänger aufgehört hat. “Complotti a Tebe” nimmt zum ersten Mal das Tempo zurück und legt mit schleichenden Klarinettensounds und einer leisen Rhytmusfraktion eine sehr überzeugende Vorstellung hin. Das Stück steigert sich langsam und entwickelt sich zu einem episch jazzigem Progrocksong. Der Albumabschluss mit “Locuste”, in dem auch mysteriöse O-Töne auf arabisch erklingen, setzt nochmal Akzente. Besonders die rhythmische Einheit dieses siebenköpfigen Krautrockungetüms muss hier mal besonders gelobt werden.

“Tebe” ist als Co-Production zwischen Boring Machines und Sound Of Cobra erschienen. Sichert euch eine der 500 rotfarbenen Vinylscheiben. Wer auf experimentelle rhythmische Musik steht, ist hier genau richtig.

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SIMON BALESTRAZZI

Posted in Release on March 22nd, 2012 by D.K.

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Simon Balestrazzi aus Parma nennt sich selbst „post-musician, sound designer and sound engineer“ und ist seit den 80er Jahren in der experimentellen Musikszene Italiens unterwegs. „The Sky Is Full Of Kites“ nennt sich sein neues Album, das Anfang des Jahres über das italienische Label Boring Machines erschienen ist, das wir euch an dieser Stelle mal nahe legen möchten.

Kalt und klar sind die Sounds, die einem in „Under Pressure“ entgegenkommen. Undefinierbares Geflirre, Summen und Brummen lullt den Hörer ein. Field Recordings und Instrumente werden hier durch den Rechner gejagt, ihres Körpers beraubt und schließlich als Geistersound auf Platte gepresst. Für Freunde experimenteller Musik leicht zugänglich, für alle anderen eine kleine Herausforderung. „Persistence Of Memory“ und der Titelsong „The Sky Is Full Of Kites “ breiten sich flächendeckend aus, fiese Sounds graben sich unterschwellig ins Ohr. Das Artwork betrachtet, das zu jedem Song ein eigenes Motiv bietet, beginnt sich vor dem inneren Auge zu bewegen. Ein  Parallelwelten-Score, für eine Welt in der es kalt, düster und voller fliegender Drachen ist. Willkommen im Kosmos des Herrn Balestrazzi.

„The Sky Is Full Of Kites” ist als Digipack-CD erschienen und hier beziehbar.

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HEROIN IN TAHITI

Posted in Release on January 8th, 2012 by D.K.

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Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es klingen würde, wenn die Geister einer Surfrockband Musik machen? Also ich nicht, aber seitdem ich Heroin in Tahiti gehört habe, weiß ich wie das klingen würde. Heroin in Tahiti ist ein italienisches Duo, das aus der “Borgata Boredom Szene” stammt. Eine Szene aus dem Osten Roms, wo sich die verschiedensten Künstler tummeln, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, um ihre Einstellung gegenüber ihrer Stadt Ausdruck zu verleihen.

heroin in tahiti

Auf “Death Surf” präsentieren Heroin In Tahiti einen Sound, der mit Begriffen wie Death-Surf-Rock, Dronebilly oder Beach-Ambient beschrieben werden kann. Zwei Gitarren in feinster Surfmanier umgeben von viel Hall und Raum, dazu dezente Elektronik, die sich vor allem als Beatquelle versteht und fertig ist der Surfsound aus dem Jenseits. Der Titeltrack ist zugleich auch der Opener, der den Hörer zunächst in Ambientsounds und Wellenrauschen wiegt, bevor unverhofft die Surfgitarre die Hauptrolle übernimmt. Der Rest des Albums ist eine Reise durch diesen ungewöhnlichen Soundmix, der bei jedem neuen Hören immer mehr begeistert. Der Abschlusssong des Albums ist nach dem Bandnamen betitelt und lässt eine verzerrte tremoloversetzte Gitarre den Hörer in eine andere Welt entführen. Das Artwork, das diese unheimlichen Tahitianerinnen zeigt, deren Gesichter mit dem Hintergrund verschwimmen, gibt das, was der Sound der Band erzeugt, bildich perfekt wieder. Urlaubswärme und Geistkälte im Sinn des Hörers vereint. Definitiv eine Soundreise wert.

“Death Surf” erscheint im Februar über das italienische Label Boring Machines auf Vinyl und kann jetzt schon vorbestellt werden.

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RELLA THE WOODCUTTER

Posted in Release on October 9th, 2011 by D.K.

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Rella The Woodcutter ist der ungewöhnliche Name dieses italienischen Ein-Mann-Projektes, das wir euch hier vorstellen wollen. Boring Machines hat diesen Monat das Minialbum “I Know When It´s Time To Get The Fuck Away” veröffentlicht, das durch seine ebenfalls ungewöhnliche Mischung aus Singer-Songwriter, psychedelischem Folk und einer Schippe rauhem Blues auf sich aufmerksam macht.

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Rella hat in den letzten fünf Jahren mehrere EPs, Splits und sonstige Veröffentlichungen meist im Alleingang herausgebracht, auf denen er sich nie stilistisch festlegt hat. Das italienische Label Boring Machines hat nach einer Split jetzt diesen 5-Track-Silberling veröffentlicht, der voller Energie durch die Boxen ertönt. Der grungige Einstieg mit dem nahezu instrumentalen “Apocryphal” greift sofort und legt die Grundlage für die restlichen vier Songs. Die Mischung aus kreativem, aber zurückhaltendem Songaufbau und den meist leicht verzerrten Vocals dürfte sowohl Hörern von altmodischem Rock als auch Freunden experimentellerer Sounds gefallen.

Bestellen könnt ihr die CD im schicken “Ecopack” Pappcover direkt über Boring Machines.

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WO IST BEHLE?

Posted in Release on May 15th, 2011 by D.K.

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Das fragt sich Fabio Orsi auf seinem neuen Album mit dem selben Titel. “Wo ist Behle?” besteht aus fünf Stücken, in denen Orsi mit Hilfe von Gitarre, Synthesizer und Effektgeräten sich mal wieder neu erfindet. Alles fängt an mit einem subtilen Dröhnen in “Loipe 1”, dann ein ebenfalls subtiler Beat und alles wird allmählich lauter. Nach knapp 5 Minuten setzt ein Synthiethema ein und alle Elemente werden noch lauter und einnehmender. Wie eine Welle, die sich vor einem aufbaut, und dann einen wie eine Umarmung umgibt. Ein sehr beeindruckender Effekt. Auf dem Cover der Platte ein verfremdetes Bild eines Riesenrads, wahrscheinlich aus Berlin, wo Fabio Orsi zurzeit lebt und dieses Album aufgenommen hat. Hört man die Musik, mit den sich wiederholenden Elementen, so dreht sich das Riesenrad vor dem inneren Auge. Auch ein netter Effekt. “Loipe 2” dann als kurzes Synthie-Intermezzo mit quietschenden Sounds im Hintergrund, die sich in eine Melodie verwandeln. “Loipe 3” nimmt sich dann wieder Zeit. Ambientsounds treffen auf sich wiederholende Synthieelemente, die wie ein dezenter Beat funktionieren. Auch hier legt Fabio Orsi einen Sound über den nächsten und lässt einen Klangsog entstehen, dem man sich nicht widersetzen möchte. “Loipe 4” mit seinem bienenartigen Gebrumme und den hellen Klängen im Hintergrund wirkt im Vergleich zu den anderen Songs am positivsten. “Loipe 5” ist der experimentellste Song des Albums und fällt etwas aus dem Rahmen. Ein Beat, der wegzulaufen scheint, aber sich immer wieder fängt, und verzerrte Gitarren, die auch zum ersten Mal auf dieser Platte nach Gitarren klingen … sicherlich eine Mutprobe für das ein oder andere Ohr.

“Wo ist Behle?” ist über das italienische Label Boring Machines erschienen und in einem hochwertigem Digipack, gedruckt auf dicker rauher Pappe, erhältlich.

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