ADRIAN ANIOL

Posted in Release on January 15th, 2012 by D.K.

Adrian_Aniol_Arrhythmia_OST_Artwork

Adrian Aniol ist ein polnischer Musiker, der sich mit düsteren und minimalistischen Kompositionen beschäftigt. Über This Quiet Army Records ist jetzt sein Debütalbum “Arrythmia OST” erschienen, das zugleich auch das erste vollwertige Album ist, welches auf dem Label von Eric Quach erscheint, das bisher nur EPs und Splits veröffentlicht hat.

Der Ursprung dieses Albums ist die musikalische Untermalung des Independent Kurzfilms “Arrythmia” von James Hartley. Das Album kann aber auch als Soundtrack für das eigene Kopfkino verstanden werden, was die Sache viel interessanter macht, da der Film so independent ist, dass man gar nicht weiß wie man dazu kommen soll, ihn mal zu sehen. Das Album beginnt mit “The Opening” minimalistisch, kalt, verstörend und düster. Die Songs sind kurz und wirken unnahbar. Erst zum vierten Track kommt die Wende, denn “Lament” bricht aus dem Ambientgeflirre aus und greift den Hörer mit einem verzerrten, bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Saxophonsound an. Der grimmige Sound gefällt und wird in den nächsten beiden Songs mit den bisher gehörten Ambientsounds verflochten. Die zweite Hälfte des Albums gewinnt an Variation und Wärme. In “The Dark Night Of The Soul” verfremdet Adrian Aniol Cello- und andere Streichinstrumentesounds und lässt sie in sein Arrythmiagerüst gleiten. Er verwebt die verschiedensten Sounds in sein Horror-Ambient-Netz und kreiert so ein bleibendes Hörerlebnis. “The Closing” beendet das Kopfkino mit der Zusammenführung der verschiedenen Sounds zu einem orchestralen Stück.

Adrian_Aniol_Arrhythmia_OST

This Quiet Army Records haben das Album auf einer komplett schwarzen CD-R verewigt, genauer gesagt auf 100 CD-Rs, die in einem grauen Umschlag mit vier Fotografien und einem kleinen Booklet verpackt sind.

Als Coda zu “Arrythmia OST” ist über Utech Records “It All Falls Apart” auf Tape erschienen. Darauf findet sich ein 25minütiges Ambient Stück und ein 18minütiger Remix von Steven Hess (Ural Umbo, Locrian).

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HORSE?

Posted in Release on November 20th, 2011 by M.H.

Horse? (respektive “Horsequestionmark”) nennt sich die fünfköpfige Sludge/Doom/Postcore-Vereinigung aus Karlsruhe, Heidelberg und Essen, die wir euch mit diesem Artikel ans Herz legen möchten. Bereits vor einigen Monaten haben sie ihr “I” betiteltes Debütwerk in absoluter Eigenregie aufgenommen, produziert und veröffentlicht.

Die Aufnahme des Albums erfolgte live im Studio und klingt entsprechend roh, ursprünglich und dadurch eben auch erfreulich frisch und unverbraucht. Das 3-D-Covermotiv, das einen Ausschnitt aus Dürers Apokalyptischen Reitern zeigt, darf durchaus als Verweis auf die Musik verstanden werden, die den bildhaften Vergleich mit einer alles niedertrampelnden Herde Wildpferde nicht zu scheuen braucht. Allerdings geschieht dies zumeist nicht im zügigen Galopp, sondern vielmehr in den gemäßigteren Gangarten, die vereinzelt gar zum nahezu völligen Stillstand tendieren, was die Kompositionen dynamisch und mächtig erscheinen lässt. Beim Gesang setzt das Quintett über weite Strecken auf die leicht heisere Schreivariante, gerne aber auch mal auf das gesprochene Wort oder die harmonische Melodievariante. Abgerundet wird “I” durch überlegt platzierte Soundsamples/-effekte.

Die Band selbst sieht sich in der Tradition von Isis, Cult Of Luna und Neurosis, wobei sie in deren Liga erwartungsgemäß (noch) nicht ganz mitspielen kann. Nichtsdestotrotz hinkt der Vergleich keineswegs, fühlt man sich beim Lauschen der Klänge phasenweise doch durchaus an die genannten Bands erinnert. Und dass ein Debüt noch ein wenig Spielraum nach oben lassen sollte, versteht sich von selbst.

Die Erstauflage der roten CD-R ist auf 100 Exemplare limitiert und kostet inklusive einer schicken 3-D-Brille nur schlanke 7€. Sollten wir euer Interesse geweckt haben, richtet ihr eure Bestellung einfach an horsequestionmark(at)gmx(.)de.

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