THISQUIETARMY & SYNDROME

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

Manchmal denkt man sich aus, wie es klingen würde, wenn zwei geschätzte Solokünstler sich zusammentun würden. In diesem Fall hat sich der Wunschgedanke bewahrheitet, zumindest was die Künstler angeht: Consouling Sounds veröffentlichen die Kollaboration von thisquietarmy & Syndrome.

“The Lonely Planet” heißt das gemeinsame Werk der beiden Experimentalmusiker und überrascht mit einer sehr minimalistischen Zusammenkunft, die genau daraus auch ihre Kraft schöpft. Wo sonst Melodien bei Syndrome auftauchen oder die Drummachine bei thisquietarmy den Takt angibt, ist auf diesem Album der Fokus auf dem Auftürmen von minimalistischen Gitarrensounds.

Der Opener “The Cold Valley” tastet sich langsam heran. Ein seichtes Treiben im Ambienttal. “A River That Never Ends” setzt die Reise fort und tatsächlich lassen die Songtitel Bilder im Kopf entstehen. Der Fluss hat seine Tücken, Strömungen, kleine Wasserfälle, Stellen an denen Boote zerschellen können. Es brodelt, es gibt eine Gefahr, eine unsichtbare Gefahr, die sich nie zeigt, deren Anwesenheit aber zu spüren ist. “A Black Breath Blows In The Sky” führt nicht nur im Titel den Fokus von der Ebene in den Himmel. Ein stark hallender Feedbackloop eröffnet den Track und wird von einem Klangteppich aus dem Hintergrund ummantelt. Ein pulsierendes Soundungetüm. Als Bonus gibt es noch den gemeinsamen Liveauftritt (mit interessantem Publikumsgequatsche), der die Zusammenarbeit für dieses Album iniziiert hat.

Ein sehr gelungenes Album, das mal wieder zeigt, dass Kollaborationen das Spektrum von Künstlern erweitern und der Fanschar immer wieder neue Ansichten aus dem experimentellen Klangkosmos bieten.

Das Album gibt es als Preorder zusammen mit der Split-Vinyl von Syndrome & Black Mare im Consouling Sounds Shop zu kaufen.

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DREI SCHWERGEWICHTE VON CONSOULING SOUNDS

Posted in Label on July 27th, 2013 by D.K.

Das kleine belgische Label Consouling Sounds arbeitet bereits seit einigen Jahren erfolgreich daran, Musik unter die Leute zu bringen, die nicht für die Massen gedacht ist. In letzter Zeit ist das ein oder andere massive Release erschienen. Drei davon wollen wir euch ans Herz legen.

ADORAN

Adoran sind Aidan Baker und Dorian Williamson. Aidan Baker legt überraschenderweise seine Gitarre zur Seite und setzt sich an die Drums, um die Basssounds von Northumbria-Mann Dorian Williamson zu begleiten. Das Ergebnis ist ein Album, das aus zwei halbstündigen Tracks besteht. Das sieht nicht nur von der Zeitspanne massiv aus, sondern klingt auch genau so. Fies schleichende Doomsounds. Der Bass übernimmt die Rolle von Gitarre und Bass und rollt wie eine Geröllmasse durch die Tracks. Aidan Bakers Drums geben den Tracks einen leichtfüssigen Akzent, denn Baker akzentuiert die verschiedenen Songstrukturen so, als würde er Gitarre und nicht Drums spielen…

SANNHET

Sannhet ist ein amerikanisches Trio, das auf seinem Debut “Known Flood” alle Genre der experimentellen schwerfälligen Musik durchwandert. Wo andere Bands mal den einen mit dem anderen Stil kombinieren, legen Sannhet so gut wie jeden Stil neben- und aufeinander, ohne an eigenem Sound einbüßen zu müssen. Im einen Moment entspannt man sich bei Ambient und Post-Rock, im nächsten bricht ein Black Metal oder Doomgewitter über einen ein. Genial!

SYNDROME

Wer das Label kennt, der weiß auch, dass hier die Heimat von Amenra Gitarristen Mathieu Vandekerckhove ist. Sein Projekt Syndrome hat es dem Label angetan. Zu Recht, denn seine eingängigen Solostücke aus dem Bereich Ambient und Doom sind Ohrwurmkandidaten. Auf dem selbstbetitelten Album hat das Label alle Demos des Künstlers vereint. Hier ist die Entstehungsgeschichte des Projektes festgehalten. Die Songs vom Debüt sind hier viel rauher und direkter und oben drauf kommen noch ein paar Stücke, die die doomige Experimentierfreude des Belgiers zeigen. Ein Muss für alle Fans der Church of Ra Familie.

Shoppen könnt ihr hier…

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THISQUIETARMY & YEAR OF NO LIGHT

Posted in Release on October 3rd, 2012 by D.K.

Im Frühling haben Destructure Records eine Vinylplatte veröffentlicht, die zu Recht nach kürzester Zeit ausverkauft war. Denn das Album “Year Of No Light / Thisquietarmy” (Titel, Bands, Motto in einem vereint) ist eine der überragendsten Veröffentlichungen dieses Jahres. Zu schade also alle außen vor zu lassen, die nicht auf diese großen runden altmodischen Abspielmedien stehen. So oder ähnlich muss wohl der Gedankengang der Jungs von Consouling Sounds gewesen sein, denn jetzt steht das Album kurz vor der Veröffentlichung auf CD.

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Die Besonderheit an dieser Kollaboration ist, dass dieses Album dem Hörer ein Gesamtbild des Schaffens der beiden Acts verschafft. Das Album beginnt mit “Vous êtes un nada mort marchant autour du visible” von Year Of No Light. Ein hell schimmerndes Doommetal Epos. Seit dem letzten Album “Ausserwelt” haben YONL einen Sound entwickelt, der sich trotz hallender hochstimmiger Gitarren wie eine Walze durch den Boden frisst, auf dem der Hörer steht. “Une odeur que je capte quand leur yeux explosent” folgt als erstes gemeinsames Lied von YONL & Thisquietarmy. Wer jetzt ein Feuerwerk von Doom, Drone und Postrocksounds erwartet, der wird zunächst enttäuscht. Der Song ist eine ewig brodelnde Masse aus Ambientsounds. Man kann klar raushören, welcher Act gerade die Sounds beisteuert. Allmählich verdichtet sich die Masse der Sounds zu einer Dronewolke. Acht Minuten für die Ewigkeit. Mit “Aphorismes” steuert TQA sein Solostück bei und überrascht mit einem sehr düsteren Grundsound. Minimalistische Drummachinesounds setzen den Rhythmus. Die Gitarre von Eric Quach baut sich vor dem inneren Auge des Hörers auf. Weiblicher Gesang schimmert zwischendurch auf. Der Song klingt bedrohlich und hoffnungsvoll zugleich. Es folgt wieder ein gemeinsames Stück namens “Langue de feu”. Auch hier verzichten die beiden auf eine Bombastinszenierung und führen das fort, was sie begonnen haben, um dann gegen Ende… hört selbst! YONL & TQA zelebrieren die Liebe zum minimalistischen und noisigen Sound. Eine Split-Kollaboration, die in keinem Plattenregal fehlen darf.

Die CD Version von “Year Of No Light / Thisquietarmy” erscheint am 5. Oktober über Consouling Sounds.

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Die beiden Bands sind übrigens auch auf dem diesjährigen Denovali Swingfest und vielleicht auch zusammen auf der Bühne…

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AMENRA – LIVE

Posted in Release on September 23rd, 2012 by D.K.

“Live” nennt sich schlicht das erste Livealbum von Amenra. Nachdem sich Consouling Sounds bereits der Wiederveröffentlichung des frühen Backkatalogs von Amenra angenommen haben, ist jetzt erstmalig eine Selektion von Aufnahmen aus Griechenland, Belgien und den Niederlanden auf einem Album vereint worden.

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Amenra Fans müssen hier sicherlich nicht überzeugt werden, in dieses Album zu investieren. Allen anderen Interessierten sei gesagt, dass sich diese Platte allein wegen ihres überragenden Sounds lohnt. Niemand geringeres als Billy Anderson ist für das Mastern einiger Songs beauftragt worden. Das Ergebnis stellt so einige Studioversionen von Amenra in den Schatten. Besonders “De Dodenakker – Nemelendelle” und das massive “Aorte – Ritual” gehen mit ihren rauhen räumlichen Gitarrensounds unter die Haut. Eine Band, die weder Sludge, noch Doom, noch Ambient ist und doch all das in ihrem Sound auf höchstem Live-Niveau vereint.

“Live” erscheint Ende September über Consouling Sounds.

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SYNDROME & CHVE

Posted in Release on March 22nd, 2012 by D.K.

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Mathieu Vandekerckhove von Amenra ist seit einiger Zeit auch solo als Syndrome unterwegs und hat im letzten Jahr sein erstes Album „Floating Veins“ über Consouling Sounds veröffentlicht. Im Zuge dessen haben wir Mathieu auch zum Interview gebeten, das ihr hier nachlesen könnt. Nun steht die nächste Veröffentlichung bei Consouling an.

„Now And Forever“ besteht aus einem einzigen 28minütigen Song, der Syndrome von einer weiteren Seite zeigt. Während anfangs ambientlastige Flächen den Sound von Syndrome geprägt haben, ging es auf „Floating Veins“ mehr um klare Songstrukturen, die sich zwischen Ambient, Drone und doomigem Instrumentalrock bewegen. Auf „Now And Forever“ finden sich genau diese Merkmale gebündelt wieder, die Syndrome hier episch ausbreitet. Überraschenderweise entwickelt sich der Song zur Mitte hin zu einem Dark-Folk-Epos, in dem neben klaren Gitarrenmelodien auch der tiefe rauhe Gesang von Mathieu Vandekerckhove zu hören ist. Kurz gesellt sich auch Amenra Kollege und Vocalist Colin H. Van Eeckhout dazu, bevor der Song sich wieder vom Dark Folk Sound entfernt und sich zu einem Delayungetüm aufbäumt. Als weiterer Gastmusiker ist übrigens Josh Graham (A Storm Of Light und Neurosis) an den Tasten dabei. Wir möchten den Aufruf des Labels unterstützen und verbleiben mit den Worten: „Close your eyes and hear the beating heart of pure artistic freedom.”

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Der eben erwähnte Colin H. Van Eeckhout ist jetzt auch erstmalig Solo als CHVE unterwegs und veröffentlicht passend zur neuen Syndrome Platte seine Debütsingle “She never left” als Split 7inch mit Neurot-Label-Kollegen Nate Hall (U.S. Christmas) ebenfalls über Consouling. Akustikgitarre und Vocals im Stile der „Afterlife“ EP seiner Hauptband Amenra erwarten den Hörer. Schlicht, düster folkig, melancholisch, mit geradlinigem Sound, Lust auf mehr machend. Dazu passend Nate Halls “Dark Star” auf der anderen Seite der 7inch. Ebenfalls schlicht, hier aber mit mächtig viel Verzerrung im Akustiksound. Zwei Stühle auf denen die richtigen Personen samt Gitarre Platz genommen haben.

Alle, die jetzt schon die Preorder für Syndrome und CHVE nutzen, haben die Chance an ein Extra-Booklet von Syndrome zu kommen und mit einer Zeichnung von Colin H. Van Eeckhout auf dem 7inch Cover beglückt zu werden.

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FALL OF MAN

Posted in Release on December 3rd, 2011 by D.K.

Der Sündenfall musikalisch interpretiert von drei genauso talentierten wie mysteriösen Gestalten der Benelux-Experimental-Gitarren-Szene vereint auf einer CD, die in einem grauen quadratischen Briefumschlag vom belgischen Label Consouling Sounds kommt.

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Den Anfang macht Amenra Gitarrist Mathieu Vandekerckhove alias Syndrome mit dem 12minütigen “Moon When Wolves Run Together”. Das Stück beginnt mit einem Black-Metal-Gitarrensound, der sich hallend ausbreitet, bevor dann nach der Hälfte der Zeit eine unerwartete Wende kommt und der Song sich zu einem ruhigen cleanen Gitarrenstück wandelt.

Mathieu__© William Lacalmontie

Monotonos ist der zweite im Bunde. “All Seemed So Clear, Yet Now So Distorted” nimmt den Hörer auf eine Klangreise mit, die ganz minimalistisch aus clean gespielten Gitarrenmelodien besteht. Langsam gesellen sich Melodien zueinander, werden geloopt und trotz 13minütiger Laufzeit möchte man ewig zuhören.

Roger__© William Lacalmontie

“Shattered Gleam” von Sequences ist das geheimnisvollste Stück der Platte. Subtil brodelnde Ambientsounds schleichen vier Minuten lang durch die Lautsprecher, bis dann neue gleitende Sounds hinzukommen und sich immer weiter verweben. Den Ursprung dieser Sounds versucht man vergebens rauszuhören, dann nach neun Minuten setzt eine Gitarre ein. Auch hier nur gestreckte gleitende Sounds.

Niels__© William Lacalmontie

Zu guter Letzt ein gemeinsames Stück der drei Protagonisten dieser Split. Wie erwartet klingt “Layered” wie eine Mischung der drei Solostücke. Die drei lassen sich Zeit für ihre Klangideen und hinterlassen einen fast 16minütigen Höhepunkt dieser einzigartigen Veröffentlichung.

“Fall Of Man” ist anlässlich der gemeinsamen Tour der drei Musiker entstanden und ist auf 200 Stück limitiert. Im Briefumschlag finden sich kleine quadratische Papptafeln, auf denen alle Credits hochwertig verewigt sind, die eine Investition in diese Veröffentlichung noch lohnenswerter machen.

Die Musikerportraits sind übrigens alle vom französischen Fotografen William Lacalmontie.

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INTERVIEW: SYNDROME

Posted in INTERVIEWS, Release on September 4th, 2011 by D.K.

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Syndrome ist das Soloprojekt des Amenra-Gitarristen Mathieu Vandekerckhove. Mit “Floating Veins” hat er vor ein paar Wochen sein Debüt über das belgische Label Consouling Sounds veröffentlicht. Die fünf darauf enthaltenen Instrumantalstücke bewegen sich zwischen Ambient, Drone, Doom und Postrock. Gitarrenwände, Gitarrenlandschaften und unter die Haut gehende Spannungsbögen treffen auf energetische Drums und im Titeltrack sogar auf fabelwesenartige weibliche Vocals. Das Mastering hat Billy Anderson übernommen, der schon für Neurosis an den Reglern stand.

Wir haben Mathieu ein paar Fragen zu seiner Soloarbeit gestellt und ein paar aufschlußreiche Antworten bekommen, aber lest selbst:

Tell us a little bit about the incitement behind Syndrome. How did this project of yours begin?

Syndrome started out very naturally. About 7 years ago I started experimenting with recording music at home. I wasn’t planning to ever release this at all. I did it just for myself. It had a soothing effect on me, like meditation. It allowed me to transfer negative energy into positive energy.

„Floating Veins“ found a home at Consouling Sounds. How did you meet up with the label guys?

Colin (Amenra) put me in touch with Consouling Sounds. I already knew the label from the Aidan Baker/Nadja releases. Consouling Sounds feels like the perfect label for Syndrome. My music fits in really well with the rest of the artist roster and the people who run it work hard. I’m truly overjoyed about them signing me.

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There is a change of musical approach between „Project 1“ (DVD) and „Floating Veins“. The music moves from improvised Ambient to more complex arranged songs. How did this change happen?

I made Project 1 in cooperation with my girlfriend Tine Guns, who is a video artist. She showed me the images and those inspired me. For Floating Veins I deliberately opted to have separate songs instead of one track, as each song is a different memory for me.

Your artwork and your visuals are strongly connected to nature. What is the connection to the music?

Nature to me means equilibrium, freedom, beauty, inspiration… these are things I want the audience to experience through the artwork and visuals.

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Is there a single track on „Floating Veins“ that has a bigger significance than the others? If so, which song is it and why?

Each and every one of the songs means a great deal to me, but if I had to pick one, I’d choose Wolf. I wrote that song after my son Wolf was born. I tried to turn the feeling I was experiencing at the time and the moment itself into a song.

You recorded the album last year at home in Gent. How did you work out the songs? Did you collect different ideas, or did you already have a concept in mind?

There wasn’t really pre planned concept or idea. I consider Syndrome to be kind of like my photo album, but instead of pictures I use music from different moments, different feelings… For the album it took me over a year to collect all the different pieces. What I’m feeling when I’m writing a song guides me. Each song represents a different memory.

Will you come to Germany to play live?

I hope so. If they book me.

Your record is very short and leaves the listener curious and hungry for more! Are there any near future plans for a follow up release?

Definitely, there’ll be a new album out on Consouling Sounds next year and at the beginning of November 2011 I’m planning to do a week of touring Europe (first week of november) with Sequences and Monotonos.

I’m also working on Syndrome Collective, which is a theatrical performance in which we experiment with light, sound, video and screens. The premier for this will be on December 2nd at the Next festival in the city theatre of Kortrijk.

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DRONE ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Release, Sampler on June 22nd, 2011 by D.K.

In letzter Zeit sind gleich zwei Drone Compilations erschienen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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CANADIAN DRONES, VOLUME ONE

Zunächst einmal verwundert hier, dass eine Kompilation vorliegt, deren Kurator das kanadische Label [Walnut+Locust] ist, die Veröffentlichung selbst aber vom israelischen Sub-Label 0bpm herausgebracht worden ist. Aber, warum nicht? Vertreten sind vierzehn Künstler. Die bekannteren sind Thisquietarmy, Aun, .cut. featuring gibet und die beiden Nadja-Mitglieder Aidan Baker, der mit einer “Minimal Version” seines Silent Ballet Volume XV Kompilation Songs “Turn Tail” vertreten ist, und Leah Buckareff, die einen ihrer seltenen Bass-Solo-Songs namens “Bass Drone #7” beisteuert. Aber auch die unbekannteren Namen, oder gerade diese, machen diese Kompilation interessant. “Deutsche Luftpost” von Pier-Emmanuel Tremblay sticht besonders hervor, weil seine musikalische Idee ungewöhnlich ist… während ein unruhiger O-Ton eines von seinen Gefühlen überwältigten Kriegsberichterstatters zu hören ist, ist im Hintergrund ein ruhiger Klaviersound zu hören, der in Kombination mit der aufgewühlten Stimme des Reporters interessante Hörerlebnisse hervorruft. Während die meisten vertretenen Künstler aus Vancouver oder Montreal stammen, fällt der Noise-Drone Künstler Beneath These Idle Tides auf, der aus Calgary, nordöstlich von Vancouver, stammt und mit seiner Mischung aus Weißem Rauschen und tiefen Dronemelodien eine ebenfalls überzeugende Mischung liefert. Hier gibt es viel zu entdecken.

“Canadian Drones, Volume One” ist direkt über 0bpm beziehungsweise dem Hauptlabel House Of The Last Light (etwas undurchsichtig das Ganze…) beziehbar. Einfach eine Mail an house_of_the_last at yahoo.com schicken und der Rest ergibt sich schon…

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MAGNETIC FIELDS & ZERO DIMENSION PLANES

Das belgische Consouling Sounds Label hat sich mit seiner Kompilation zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Herangehensweisen von zwölf Ambient und Drone Künstlern zu präsentieren, die sich zwischen Sounds mit wenig Variation bis hin zu heraufbeschwörten beklemmenden Rhythmen bewegen. Die Platte wird von [Multer] eröffnet. Auf “Amsterdam 2 Uhr Nachts” ist das minimalistische Zusammenspiel von Gitarre und Orgel zu hören. Es brodelt, der Sound wächst und kurz vor dem Höhepunkt, den man erwartet, erlischt der Sound in einem O-Ton von den Straßen Amsterdams (?). Blyndhæð dann als Kontrast mit einem Sound, der eher gefühlt als gehört werden kann, Minimalismus in seiner extremsten Ausführung. Distant Fires Burning beginnen mit einem twinpeakschen Basssound und mutieren zu einem Elektrogewitter. Mirko Uhlig an fünfter Stelle. Wer ihn kennt, der weiß, dass Uhlig von zurückhaltend-ruhig bis grenzwertig-noisig klingen kann. “Soot Pony” klingt nach Kirchenorgeldrone, einnehmende, berauschend langanhaltende Töne und dann Field Recordings von Rädern auf Kies, lauten stolprigen Schritten… Ein Film ensteht vor dem inneren Auge. N, mit Projekt Nr. 16 namens “Dangast” an siebter Stelle, zeigt, was eine Gitarre für Sounds erzeugen kann, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt nach Anspielen der Saiten der Hörer den Sound zu hören bekommt. Schwingende Sounds gleiten durch die Gehörgänge und lassen kaum erahnen, welches Instrument hier gespielt wird. Genau so verhält es sich mit den Drones von Premonition Factory, die ebenfalls nicht erahnen lassen, dass hier alles auf live eingespielten Keyboards entstanden ist. Tzesne als Abschluss dieser Zusammenstellung mit wummernden Sounds, man kommt sich vor wie in einem dunklen Raum, hinter dessen Wänden die Sounds von “Lived Things Heard Things” zu hören sind.

“Magnetic Fields & Zero Dimension Planes” kommt in einem zusammengefaltetem A3 Artwork von .vorst ontwerp und kann direkt über Consouling Sounds bestellt werden.

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AIDAN BAKER IM LABYRINTH

Posted in Release on January 24th, 2011 by D.K.

aidan baker - lost in the rat maze

Das neue Jahr ist noch nicht mal einen Monat alt, da steht schon das erste Album von Aidan Baker für 2011 vor der Tür. “Lost In The Rat Maze” heisst der Silberling, der bei den Belgiern von Consouling Sounds im Februar erscheinen wird.

Aidan Baker überrascht hier mit besonders extrovertierten Arrangements und einer Vielfalt an Stimmungen. Außer einigen Drumeinlagen von ARC Bandkollegen Richard Baker hat Aidan Baker mal wieder alles selbst eingespielt. Alles ist in diesem Fall Gitarre, Bass, Flöte, Tasten, Tapeloops und elektronische Drums. Die Aufnahmen zum Album sind zwischen 2006 und 2007 in Toronto entstanden und sind noch aus der Zeit, in der Aidan Baker nicht über den Rechner, sondern analog über einen 4-Spur-Rekorder aufgenommen hat.

Mit “Prelude” holt Aidan Baker den Hörer zurückhaltend ab, um ihn dann beim Titeltrack “Lost In The Rat Maze” ins Ambientdroneshoegazelabyrinth zu schicken. Hier harmonisieren alle Instrumente und elektronischen Beiwerke und legen die Grundlage für die folgenden Songs, die bis zum sechsten Titel namens “Breakbeat” immer ruhiger und atmosphärischer werden. Das 12minütige “Corridors of Funk”, das auf elektronischen Beats basierend zu einer Art Beatsog mit Gitarrenuntermalung mutiert, ist der wohl ungewöhnlichste Moment des Albums. Das abschließende “Feathery Fingers” mit geloopten Vocals, aufschimmernden Drumschnipseln und dem typisch bakerschen Gitarrenspiel entlässt den Hörer wieder versöhnlich aus dem Labyrinth.

aidan baker photo by constantly-consuming.com

Ihr könnt euch das Album auf der Broken Spine Bandcamp Seite komplett im Stream anhören und bei Consouling Sounds vorbestellen. Ihr habt die Wahl zwischen Limited Edition im Großformat und Paket mit Limited Edition und normaler Version.


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VISCERA///

Posted in Release on December 10th, 2010 by M.H.

viscera artwork

Lauscht man den Klängen des neuen Viscera/// Albums “2: As Zeitgeist Becomes Profusion of the I”, so kommt man zunächst nicht auf die Idee, dass die Wurzeln der Italiener im Grindcore liegen könnten. Zu vielschichtig und experimentell tönen die Kompositionen des Quartetts mit den drei Streifen, das über die Jahre Einflüsse aus Post-Metal, Ambient und Doom in seinen Sound hat einfließen lassen.

Bei aller Progressivität wird die Vergangenheit jedoch keinesfalls verleugnet, vielmehr wird ihr durch vereinzelt eingestreute heftigere Parts Tribut gezollt. Der Gesang wird gleichermaßen dosiert und variabel eingesetzt, was sich in ausufernden Instrumentalpassagen auf der einen und dem Wechsel zwischen wütendem Kreisch- und melodisch-zurückhaltendem Klargesang auf der anderen Seite äußert. Bemerkenswert zudem, dass die vier Songs trotz ihrer Überlänge nicht etwa sperrig wirken, sondern ganz im Gegenteil, mit einer unerwarteten Eingängigkeit zu glänzen vermögen.

“2: As Zeitgeist Becomes Profusion of the I” ist im November auf dem belgischen Label ConSouling Sounds auf CD erschienen und über den Viscera/// Online-Shop zu beziehen. Die Deluxe Vinyl Version erscheint demnächst bei den Italienern von Frohike Records.

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DREI AUS…

Posted in Release, Serie on February 26th, 2010 by D.K.

…NEUSEELAND

Nachdem wir euch jeweils drei Bands aus Griechenland und der Schweiz vorgestellt haben, schauen wir diesmal etwas weiter gen Süden auf den Inselstaat Neuseeland. Die wohl bekanntesten alternativen Musiker sind Jakob, die bereits mit Isis auf Europatour waren. Wir wollen euch heute drei weitere Bands vorstellen.


AN EMERALD CITY

an emerald city

An Emerald City aus Auckland sind eine sechsköpfige Instrumental-Psychedelic Gruppe, die eine breite Palette an Sounds zu bieten hat. Die Bandbreite der Einflüsse erstreckt sich von Oriental über Post-Rock bis hin zu asiatischen Klängen. Dabei kommen Saiten- und Percussion-Instrumente aus aller Welt zum Einsatz.

Bisher sind eine Self Titled EP über Monkey Records und das Debütalbum “Circa Scaria” über Banished From The Universe Records erschienen. Für die Aufnahmen des Albums hat sich die Band zusammen mit Produzent David Holmes in die Whatipu Höhle an der Küste Aucklands begeben. Die dort entstandenen Tracks wurden später im Victoria Theater in Devenport überarbeitet. Somit sind viele Effekte auf “Circa Scaria” auf die außergewöhnlichen Aufnahmeorte zurückzuführen.

Auf der Seite von Under The Radar findet ihr den Link zum bisher unveröffentlichten Song “Seizuretron”. Wer die Grails mag sollte hier unbedingt mal reinhören!


ENDER

ender

Ebenfalls aus Auckland stammen die Instrumental-Rocker von Ender. Ihr Sound erstreckt sich zwischen Drone und Post-Rock und ist definitiv ein “Grower”, der einige Hördurchläufe braucht, dann aber um so mehr zu begeistern weiß. Auf ihrem Self Titled Debütalbum präsentieren die fünf Musiker vier Songs, die simpel Part 1-4 betitelt sind. Die Songstruktur ist aber alles andere als simpel. Die vier Tracks entfalten sich beim Hören mal zu dronig, mal zu postrockig walzenden Ohrwürmern.

Das Album ist beim neuseeländischen Label Darkroom Recordings erschienen und bei uns über Consouling Sounds erhältlich. “Part 1” ist auch auf einer Compilation des Skeksis Netlabel Project vertreten und steht hier zum Download bereit.


KERRETTA

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Nummer drei im Bunde sind Kerretta, die auch aus Auckland kommen. Kerretta spielen sich mit Gitarre, Bass und Drums durch eine zugängliche und eindringliche Mischung aus Alternative, Post-Rock und Metal. Ihr Sound zeichnet sich durch treibende Rhythmen und Melodien aus, der schon beim ersten Hören die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Die Band ist bei den Neuseeländern von Midium Records unter Vertrag und neben Jakob die bisher produktivste Band des Labels. Neben einer 7inch Single und der “Antient” EP ist letztes Jahr der erste Longplayer “Vilayer” erschienen. Ihr könnt euch hier zwei der Songs vom Album runterladen.

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