NADJA – DAGDROM

Posted in Release on September 17th, 2012 by D.K.

Lang ist es her, dass uns Nadja mit einem Full Length Album beehrt haben. Nun ist es endlich soweit, denn „Dagdrøm“ steht kurz vor der Veröffentlichung über das bandeigene Label Broken Spine Productions.

Aidan Baker und Leah Buckareff werden auf dieser Platte von Mac McNeilly (The Jesus Lizard) an den Drums unterstützt und geben damit schon ein erstes Zeichen der Veränderung. „Dagdrøm“ besteht aus vier Songs, die Nadja von einer neuen Seite zeigen. Ob es die Livedrums sind oder ob es eine logische Weiterentwicklung ist… Fakt ist, dass der Sound von Nadja auf „Dagdrøm“ agiler und dynamischer ist, als auf den Vorgängeralben.

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„One Sense Alone“ beginnt seicht und entwickelt sich zu einem energetischen Track, in dem alle Elemente im Einklang sind und einen unheimlichen Rhythmus entwickeln. Aidans Gesang ist wie immer subtil, die Gitarren wühlen sich durch die Ohren, der Bass legt sich wie eine dickflüssige Masse in den Hintergrund und die Drums geben dem Ganzen den letzten Schliff.

“Falling Out Of Your Head” ist ein fast 13-minütiges Ungetüm. Das Schema scheint das gleiche zu sein wie im ersten Song. Alles passt zusammen, Aidan flüstert seinen Gesang, die lebendigen Drums fühlen sich gut an, der Bass schleicht und dann kommt dieser überwältigende Instrumentalpart. Aidan scheint kurzzeitig zu Kim Thayil zu mutieren, denn das was hier ertönt, klingt als ob es aus den 90ern entrissen sei, als fette rauhe Gitarrenwände salonfähig wurden.

“Dagdrøm” ist der Song, mit dem Old School Nadja Fans wohl am besten klarkommen, denn hier dronedoomen die drei Musiker einfach vor sich hin. Trotzdem hat der Song den Geist dieses Albums und kann besonders durch überraschende Gitarrenparts überzeugen.

“Space Time & Absence” ist schlicht gesagt ein musikalischer Vulkan. Es brodelt direkt von Anfang an und es entwickelt sich eine Lavamasse aus überlappenden Gitarren, Bass und Drums. Der Sound fließt unaufhaltsam aus den Boxen. Aidans Gesang setzt ein und gibt dem Song eine 90er Jahre Note. Dann der Bruch. Der Vulkan beruhigt sich. Minutenlang treibt der Song vor sich hin. Bricht er noch in der vierzehnten Minute aus?

Schon nach dem ersten Hören ist klar, dass dieses Album das wohl am deutlichsten strukturierte von Nadja ist. Nadja setzen großen Wert auf das Songwriting, ohne ihren improvisationsreichen Stil zu vernachlässigen. Genau diese Fusion aus Experimentalität und Komposition macht “Dagdrøm” einzigartig.

Wer die LP Version vorbestellt, erhält eine nummerierte und signierte grüne Vinylplatte im dicken Siebdruckcover. Wer es nicht so mit Vinyl hat, der sollte etwas mehr in die Doppel-CD Version von Daymare Records investieren. Auf der zweiten CD sind die gemeinsamen Sessions von Aidan Baker und Mac McNeilly verewigt, die es bisher nur als Download zum Aidan Baker Album “Spectrum of Distraction” gab.

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