DALE COOPER QUARTET – METAMANOIR

Posted in Release on November 1st, 2011 by D.K.

Dale Cooper Quartet and The Dictaphones aus Brest haben vor fünf Jahren einen Dark Jazz Meilenstein namens “Parole de Navarre” veröffentlicht, den Denovali Records letztes Jahr wiederveröffentlicht haben. Im November steht endlich die Veröffentlichung des Nachfolgers “Metamanoir” an.

Wer sich Brest auf der Landkarte anschaut, stellt schnell fest, dass es so die einzige größere Stadt im Nordwesten Frankreichs ist. Gründungsmitglied Christophe Mevel (Gitarre und Effekte) beschreibt seine Heimatstadt als Ort, an dem man nie eben so vorbeikommt, wenn man auf Frankreichs Straßen unterwegs ist. Man muss Brest schon als Ziel haben, um dort mal hinzukommen. So bleiben die Bewohner dieser Stadt am Atlantik meistens unter sich und verarbeiten ihre Gefühle und Gemütszustände gegenüber ihrer Stadt im Idealfall in ihrer Musik, wie es bei Dale Cooper Quartet and The Dictaphones der Fall ist.

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“Metamanoir” startet mit dem smoothen “Une Petit Cellier”, das von Saxophon- und verfremdeten Gitarrensounds getragen wird. Schwerfälliges Atmen einer Frau im Hintergrund und zum Schluß erklingt aus dem Dictaphone eine Frauenstimme “…run away…”, willkommen im düsteren Dark Jazz Kabarett aus Brest. Das 11minütige “Eux Exquis Acrostole” entführt den Hörer weiter in die Welt des Dale Cooper Quartet. Ein schwerfälliger Basslauf, Orgelsounds, Saxophon und zwei Gitarren – die eine klassisch 50er Jahre Noirfilm mäßig, die andere verzerrt und experimentell – und nach vier Minuten setzt männlicher Gesang ein. Auch hier geht es wieder ums Fortlaufen, dann weiblicher Gesang “…you better leave…”, trotz Warnung möchte man bleiben. “Ma Insaisissable Abri”, erneut mit weiblichem Gesang, setzt auf die Kontraste von heller Singstimme und den tiefen, dunklen Blasinstrumentsounds, aus dem Dictaphone erklingen arabisch klingende Gesänge, Maschinengewehrschüsse und Hubschrauberrotoren, politisch(?), gesellschaftskritisch(?), warum nicht. “Le Implacable Gentilhommière” mit seinem Paukenrhythmus und männlichen Vocals, die von einer vom Leben geprägten Frau erzählen… das Ende einer Party wird thematisiert. “Elle Agréable Rendez-Vous de Chasse” mit wortlosen Dam-Dam-Dam-Vocals und gitarrenlastiger Instrumentierung wirkt wie ein hoffnungsvolles Bindeglied in der Geschichte, die das Album erzählt. Es folgt das 13minütige “Mon Tragique Chartreuse”, das mit einer Art Dubbeat überrascht. Der Song wirkt wütend, kurz vor dem Wutausbruch, der nicht stattfindet. Gitarrenschleier kreuzen den Beat, hallender weiblicher Gesang im Hintergrund. Das Ende der Party scheint wohl ein Alptraum zu sein, denn dieses Stück drückt die Stimmung gekonnt runter. Die Gitarrenimprovisationen nehmen zu und es wir noisiger, verstörender, genialer. Der gespenstische Gesang gleitet in den Vordergrund und das Gänsehautfeeling setzt ein. Auf jeden Fall ein Highlight. Mit “La Terrible Palais” kehrt etwas Ruhe und Entspannung ein. Aus einem Ambientstück wächst eine Art Ballade und die Worte “…continue on, alone…” lassen vermuten, das in der erzählten Geschichte nicht alle Beteiligten einem Happy End entgegen gehen. Der Abschluss “Il Mélodieux Manoir” ist ein weißes Rauschen aus dem leise hallend Gesänge und Gitarren erklingen. Distanziert und unnahbar verabschiedet sich die Erzählung vom Hörer… und man wird neugierig auf diese Stadt und ihre Menschen im Nordwesten Frankreichs.

dale cooper quartet & the dictaphones

“Metamanoir” von Dale Cooper Quartet and The Dictaphones erscheint Mitte November über Denovali Records und ist auf CD und hochwertig aufgemachtem Vinyl vorbestellbar.

Die erste Single mit zwei Tracks vom Album könnt ihr hier (via Beko DSL) kostenlos runterladen.

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QUARTETTKARTE: DALE COOPER QUARTET

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT, Serie on August 18th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFEST QUARTETT 2/24

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Dale Cooper Quartet & The Dictaphones aus Frankreich zieren die zweite Karte unseres Quartetts. Im Juni waren die Vier zum ersten Mal in Deutschland und wir hatten die Ehre euch, im Rahmen des ersten Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum, das erste Deutschlandkonzert der Band präsentieren zu dürfen. Auf dem Denovali Swingfest erwartet euch eine düstere schwerfällige Reise durch Dark Jazz und Improvisationshandwerk mit gezielt unter die Haut gehenden Spannungsbögen.

Den Livebericht aus der Christuskirche findet ihr hier, die Plattenkritik zum Debüt hier.

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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FOTOS VOM DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad, Redaktion on June 22nd, 2011 by D.K.

dale cooper quartet - christophe @ christuskirche bochum

Hier sind die Fotos vom Denovali Label Evening:

N
Bersarin Quartett
Dale Cooper Quartet & the Dictaphones

Dank an die Fotografen Cosima und Cristóbal.

Den Livebericht findet ihr hier.

denovali label evening

 

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LIVEBERICHT: N, BERSARIN QUARTETT & DALE COOPER QUARTET

Posted in ontheroad on June 14th, 2011 by D.K.

Letzten Freitag hat der erste Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum stattgefunden und zum einen die Zeit bis zum diesjährigen Denovali Swingfest verkürzt und zum anderen eindrucksvoll bewiesen, was im Herbst erwartet werden kann.

“Diese Soundwand hat mich live umgehauen” (Zitat Gast zu N)

N eröffnet den Abend um kurz nach Acht mit seinem Drone-Ambient-Set. N hat sich am rechten Bühnenrand vor dem Altarsockel platziert und fängt an, die Hörer mit leisen, lang anhaltenden Tönen in seine Welt zu entführen. Der Sound wird lauter und allmählich wächst der Sound durch Loops und andere Effekte. Die Herangehensweise von N wirkt an diesem Abend sehr orchestral. Der Sound wächst immer weiter an und nach einer Viertelstunde brechen erst die Dronesounds über die Kirche herein, die man schon die ganze Zeit erwartet. Auch hier wächst die Soundwand weiter an, in deren Hintergrund immer wieder eine Art Melodie durchschimmert. Dann endet nach 23 Minuten der erste Song mit einem leisen Dröhnen, was direkt zum zweiten Stück führt, das von der aktuellen Denovali Platte “Gager” stammt. Auch hier wieder das Anwachsen des Sounds zu einem den ganzen Kirchenraum einnehmenden Gedröhne. Der perfekte Einstieg für diesen Abend.
N

“Das sind ja nur drei” (Zitat mehrerer Gäste zum Bersarin Quartett)

Um kurz nach Neun kommen dann Bersarin Quartett auf die Bühne. Heute nicht nur als Soloprojekt von Thomas Bücker, sondern erstmalig als dreiköpfige Band mit Drummer und Bassist von der Münsteraner Band Racquets. Die Drei sind auf dem Altarsockel platziert und gut sichtbar, hörbar sind sie auf alle Fälle. Denn der fette Bass, das noch fettere Drumset und die Elektronikabteilung von Bücker verstehen sich gut mit der Akustik der Kirche. Leider ist der Anteil der echten Instrumente im Vergleich zur Elektronik geringer, dafür wirken die Momente, in denen die Drums voll zum Einsatz kommen oder der Bass den Rhythmus angibt, um so eindrucksvoller. Im großen Ganzen überzeugt das Bersarin Quartett bei seiner Livepremiere als Band vollkommen. Standing Ovations und lauter Jubel sprechen da ganz für sich.

bersarin quartett

“Wer von denen ist denn Dale Cooper ?” (Zitat Gast zum Dale Cooper Quartet)

Es ist schon kurz vor Elf. Das Licht in der Kirche wird gedimmt. Nur ein warmes gelbes Licht erhellt die Fläche vor dem Altarsockel, wo sich die vier Franzosen von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones platziert haben. Zwei Gitarristen, ein Cellist und ein Mann an der Elektronik. Das Cello setzt ein, aus der Elektronikecke knallt ein subtiler, aber sehr eindringlicher Bassloop in die Kirche und sofort ist klar, dass hier was Besonderes folgt. Nichts mit stimmungsvoller Melancholie wie bei Bersarin, sondern düstere Soundtrackatmosphäre à la Film Noir. Die Gitarren untermalen den bassigen Sound, die eine eher klassisch bluesig gespielt, die andere experimentell-freestylig, teils mit Schraubenzieher und Cellobogen. Zwischen den Songs werden Cheap Radio Sounds im 60er Jahre Stil eingebaut. Die Franzosen überzeugen durch ein Set, das sich vollkommen von den Studioaufnahmen unterscheidet, viel düsterer und weniger jazzig ist und vom improvisierten Gitarrenspiel in Verbindung mit den vorgegebenen Elektroniksounds lebt. Behutsam bauen Dale Cooper Spannungsbögen auf, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, und um Mitternacht mit einer erneuten 60er Radio Einlage enden. Nicht alle Gäste haben durchgehalten, aber die, die geblieben sind, sehen zufrieden aus.

dale cooper quartet and the dictaphones

Update: Mehr Denovali Label Evening Fotos von tobalo.de und constantly-consuming.com findet ihr in unserer PHOTOS Rubrik.

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DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad on June 1st, 2011 by D.K.

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Angesichts der Tatsache, dass es noch ein paar Monate dauert, bis wir wieder in den Genuss eines Denovali Swingfest kommen, und wir in der Zwischenzeit nicht auf gebündelte Liveauftritte aus dem Denovali Kader verzichten wollen, präsentieren wir euch zusammen mit Denovali Records am 10. Juni 2011 den “Denovali Label Evening” in der Christuskirche Bochum. Mit dabei sind Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, Bersarin Quartett und N.

Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, benannt nach der Agentenfigur, die David Lynch Kyle MacLachlan für Twin Peaks auf den Leib geschrieben hat, erinnern nicht nur namentlich an die Lynchwelt, sondern klingen auf ihrer Platte “Parole De Navarre” wie eine Darkjazz Band, die eine Art Post-Score zur Serie spielt. Ein düsterer Trip, begleitet von schwerem Cellosound, langen Saxophontönen und dezenter Elektronik. Schön und beängstigend, weich fließend und zäh zugleich. Zum ersten Mal auf Tour durch Deutschland.

Das Bersarin Quartett, eigentlich eine One-Man-Band, ist eher selten live als mehrköpfige Band unterwegs. Um so mehr freuen wir uns über den Auftritt in der Christuskirche. Auf dem selbstbetitelten Debüt vereinen sich Elektronikelemente mit Ambientsounds und orchestralen Einlagen zu einem einzigartigen melancholischem Sound, der nie verzweifelt klingt, sondern stets zugänglich und optimistisch bleibt. Das Album steckt voller Soundideen, so dass es bei jedem Hören neues zu entdecken gibt.

Dritter im Bunde ist N. N ist kein Quartett, N ist Hellmut Neidhardt, N ist Drone. In gewisser Weise ist N auch ein Quartett, den Hellmut, seine Gitarre und seine beiden Amps sind eine unzertrennliche Einheit, die zusammen N ergeben. Dass N und die Christuskirche sich gut verstehen, weiß jeder, der im März auf dem Konzert von Nadja + N war. Seine Gitarrensounds erklingen wie langgestreckte Orgeltöne, die durch den Kirchenraum voluminös verstärkt werden.

Drei gute Gründe am Freitag, den 10. Juni 2011 in die Christuskirche Bochum zu kommen.

Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: AK 13 Euro / VVK über Eventim

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DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES

Posted in Release on December 17th, 2010 by N

Zuerst scheint alles einfach… und dann gibt es nur noch Abgründe.

Wenn beim ersten Stück auf “Paroles de Navarre” von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones das Saxophon eine verhaltene Melodie zu spielen anfängt, auch noch solo, wird es automatisch spät abends; egal wie spät es wirklich ist. Und die Ohren signalisieren: Dark Jazz, leicht französisch. Und wie dark der wirklich ist, wie viele Klippen und Abgründe in dieser Darkness lauern, beginnt man zu ahnen, wenn schon dieses erste Stück zügig durch geräuschhafte Additionen ergänzt wird: Zurückhaltend, überhaupt nicht aufgesetzt, zur Verstärkung der Atmosphäre, aber schon hier mit einem ersten Anteil abgründiger Widerborstigkeit.

Dale Cooper Quartet & The Dictaphones

…Das unglaublich lange “Ta Grenier” führt den Atmosphären-Clash dann gleich weiter, aber mit ganz anderen Mitteln, wenn der das Stück zusammenhaltende, jazzig-warme Walking-Bass nach jedem Hören immer unmenschlicher erscheint: Maschinelle Stoik, unbeirrbar; wenn überhaupt, dann nur von Unmenschen zu spielen. Und es gelingt, den Ritt auf den ewigen zwei Akkorden bei aller Monotonie (positiv gemeint) im Fundament extrem spannend und überraschend zu gestalten, durch Ausbrüche des Saxophons, durch eine raue Gitarre… derartig surreale Tendenzen (z.b. der begräbnisartige Posaunenchor in “La Boudoir”) durchziehen alle Stücke, sowohl im Detail, als auch im Gesamten; einzelne Tracks wirken dabei wie fast geräuschhafte Interludien, brechen den Lauf auf, ohne die durchgehende Atmosphäre zu zerstören (oder auch nur in Frage stellen zu wollen) und werden zum Teil noch durch Fieldrecordings (von Straßenszenen) ergänzt.

Und verlieren sich so manche, möglicherweise vergleichbare Bands/Projekte dann doch irgendwann in den Normen der Ästhetik, die sie sich eigentlich nur geborgt haben, um sie von der dunklen Seite des Mondes aus neu zu interpretieren, beugt das Dale Cooper Quartet schon allein durch die rauere Soundanmutung und einen teils auf fast brutale Kontraste setzenden Mix einer solchen Gefahr vor. Hut ab dafür.

Und genau deshalb wird “Paroles de Navarre” immer abgründiger, je öfter man sie hört; auch die subtilen Abseitigkeiten, die sich zunächst noch im Fluss der Platte (hinter den großen) verstecken, kriechen dann hervor und bestimmen den Charakter mehr und mehr… Atmosphäre, Monotonie und Überraschung; wieso geht das hier so frappierend einfach?

Das neuaufgelegte Debüt von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones “Parole de Navarre” ist bei Denovali Records
erschienen und in verschiedenen Versionen und Formaten erhältlich.

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