SULATRON RECORDS

Posted in Label on July 11th, 2011 by M.H.

Independent Labels bedürfen ein Stück weit einer gewissen Spezialisierung, um den geneigten Musikfreund aufhorchen zu lassen. Sulatron Records warten mit einer ebensolchen Spezialisierung auf. Labelinhaber und -gründer Dave Schmidt konzentriert sein Programm auf Psychedelic-, Space-, (Neo-)Kraut- und Stonerrock. Wer also nicht auf gnadenlos experimentell, groovebetont und staubtrocken steht, sollte an dieser Stelle gar nicht erst weiterlesen, denn drei Bands aus dem prall gefüllten Label-Katalog möchten wir euch im Folgenden etwas näher bringen.

Beginnen wir mit Electric Orange aus Aachen, bei denen der Name Programm ist. Nichts anderes als psychedelisch, spacigen Krautrock der alten Schule erwartet und bekommt man. Ihr siebtes, im Februar 2010 erschienenes Album “Krautrock From Hell” ist eine fast 80-minütige Retro-Abfahrt, eine variantenreiche Jamsession, der man den Einsatz von originalem 60er/70er Instrument- und Tonequipment zweifelsohne anhört. Besonders groß geschrieben wird in der seit 1992 existierenden Band die Spontanität. Folglich entstanden auch diesmal viele der Songs erst kurz vor oder während der Aufnahmen im Studio. Abgerundet wird “Krautrock From Hell” durch stimmige Hörspielpassagen und experimentelle Soundeffekte.

Zweite Band im Bunde sind Tracker, die mit ihrer ersten Albumveröffentlichung “How I Became An Alien” eine knappe Stunde psychedelischen Stonerrock abliefern. Dabei sind sie keine Wüsten-, sondern vielmehr Alpensöhne aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Der treibende Opener “Tight Fit” offenbart anfangs eindeutige Parallelen zu alten Kyuss Großtaten und repräsentiert mit seinem betont ruhigen Ausklang durchaus den weiteren Verlauf von “How I Became An Alien”, der im Zeichen des steten Wechsels zwischen getragen, entspannt und rockend steht. Cool nölender Gesang zwischen ausufernden Instrumentalpassagen, staubiges Riffing und wummernder Bass sind die Grundzutaten, die um vereinzelte Sound Spielereien ergänzt werden. Auch Songs der nie offiziell veröffentlichten, selbst produzierten Debüt EP “man made noise” sind in überarbeiteter Form auf dem Album gelandet. Erschienen ist es im November 2010 in limitierter Vinyl Version (6 Songs) und auf CD (9 Songs), wobei jeder Platte auch die CD-Version beiliegt.

Abschließend möchten wir euch noch die Düsseldorfer Vibravoid ans Herz legen, die mit ihrem aktuellen, im Mai erschienenen Album “Minddrugs” erneut ihren Führungsanspruch unter den deutschen Vertretern des Psychedelic Rock reklamieren. Auf ihrem fünften Longplayer zelebrieren sie auf eine erfrischend unverstaubte und mitreißende Art einmal mehr die Sounds ihrer Helden aus den 60ern und 70ern. Hawkwind und Syd Barrett sind allgegenwärtig auf Vibravoids mal hypnotisch repetitiven, mal straight rockenden Acid-Space-Trips, wobei ihnen mit “Seefeel” gleich zum Einstieg gar ein kleiner Genre-Hit gelungen ist. Der Gesang hält sich insgesamt eher dezent im Hintergrund, wohingegen die Elektronik auch gerne mal die Hauptrolle spielt, wie im Mittelteil des absolut würdig interpretierten, auf 22 Minuten ausgedehnten “Set The Controls For The Heart Of The Sun”. Der Coversong, in dem die zuvor schleichend aufgebaute Spannung kulminiert, beschließt ein Album, das dem eingangs benannten Anspruch der Band durchaus gerecht wird.

Solltet ihr nun auf den Geschmack gekommen sein, empfehlen wir euch, unbedingt die Webseite des Labels zu besuchen, auf der es noch Unmengen weiterer Bands zu entdecken gibt. Zudem bietet sich Ende September gleich dreimal die Gelegenheit, eine Sulatron Records Label Night zu besuchen, bei der jeweils drei hauseigene Bands aufspielen werden.

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