MAMIFFER – STATU NASCENDI

Posted in Release on October 26th, 2014 by D.K.

Mamiffer melden sich mit “Statu Nascendi” (Geburtszustand) zurück und liefern den Nachfolger zum 2011er “Mare Decendrii”. Das Lineup der Platte besteht nur aus den beiden Hauptakteuren Faith Coloccia und Aaron Turner, produziert wurde das Ganze von Randall Dunn, der bereits die Regler für Earth und Sunn O))) im Studio drehen durfte.

Die minimalistische Bandbesetzung bestehend aus der Bandgründerin und ihrem Gatten zeichnet sich auch in der musikalischen Ausgestaltung der Platte aus. Wo vorher groß komponiert wurde und epochale Werke entstanden, scheint hier alles spontaner und improvisierter festgehalten zu sein. Allein das Artwork, das auch von Faith Coloccia stammt, unterscheidet sich stark von den bisherigen Motiven. Abstrakte Gemälde weichen für eine Fotografie.

Caelestis Partus

Eine warme Fläche von minimalistischen Sounds, begleitet  von Gitarre und Orgel, eröffnet den Song. Akzentuierte Percussion und der fragile Gesang von Coloccia vervollständigen den Opener. Nach fünf Minuten bleibt ein droniger Orgelsound und bereitet für die nächste Minute den Übergang zum kommenden Track.

Enantiodromia

Es geht weiter mit einem Duett aus dröhnender Orgel und verzerrter Gitarre, das in den ersten vier Minuten des viertelstündigen Tracks eine Basis legt, um dann fast zu verstummen, bevor auf ein Neues die Orgel lauter wird und die Gitarre mit massivem Hall massive Akzente setzt. Der Track ist umgeben von einer mystischen Aura, die sich auch in dem merkwürdigen Titel spiegelt, der soviel wie “Einzweiwege” heisst und eine Begrifflichkeit aus der griechischen Antike ist, die das Gegeneinanderwirken von Kräften umschreibt. Coloccias Vocals setzen ein und obwohl sie nicht viel singt, fällt es schwer zu verstehen was sie singt, was den Track noch mysteriöser wirken lässt. Turners Gitarre nimmt Fahrt auf und es kommt zu kleinen House Of Low Culture Momenten. Eine geladene Atmosphäre umgibt den Hörer. Gut und Böse. Laut und Leise. Enantiodromia halt.

Mercy

Da ist es endlich, wird wohl der Fan von Klavier getragenen Mamifferstücken denken, denn “Mercy” beginnt mit einer Klaviermelodie, die im Hintergrund von maltretierten Gitarrensaiten gestört wird, bis diese auch verstummen und ein intimer Moment entsteht, als nur das Klavier und die äußerst emotional hoch gesungenen Vocals von Coloccia bleiben. Dann setzt die Gitarre wieder ein. Verzerrt und raumeinnehmend.

Flower Of The Field

Der Abschlusstrack erinnert vom Gitarrenspiel stark an Jodis. Hier stampft die verzerrte Gitarre hallend durch den Track. Der eingängige Gesang gibt dem Titel eine Wiedererkennungsnote und macht ihn schon nach dem Ersthören zu einem Ohrwurm. Fliessend, stampfend, rhythmisch, melodisch, rauh, weich… Sehr gelungener Abschluss.

“Statu Nascendi” erscheint im November auf Vinyl via Sige Records und auf CD via Daymare Recordings.

Und ein Video gibt es auch schon:

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ISIS LIVE I – VI BOXSET

Posted in Aktuell, Release on January 22nd, 2012 by D.K.

isis live

Das japanische Label Daymare Recordings, bekannt für seine speziellen Veröffentlichungen mit viel Bonusmaterial, bringt Ende März ein Boxset mit allen bisher veröffentlichten Live Platten von Isis raus.

Als kleinen Bonus gibt es neben den fünf bisher bekannten Livealben, die auch über Isis digital beziehbar sind, eine sechste bisher unveröffentlichte Liveplatte. Darauf enthalten sind Aufnahmen aus dem Jahr 2007.

Die Setlist von Isis Live VI:
1. Hive Destruction
2. So Did We
3. Not In Rivers, But In Drops
4. Gentle Time
5. In Fiction
6. Holy Tears
7. Weight
8. Red Sea
9. Carry

Über Inoxia ist bereits jetzt eine Vorbestellung möglich und da das etwas teure, aber feine Boxset auf 300 Stück limitiert ist, lohnt sich sicherlich eine frühe Investition.

isis live

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BORIS IM DOPPELPACK

Posted in Release on June 24th, 2011 by N

Boris_Attention_Please

„Attention Please“ ist nun das zweite neue Album 2011 und hier geht es fast nur noch um Wata: als alleinige Sängerin, als Coverikone und Star des 27-seitigen Bookletts (CD) bzw. Postergirl (LP). Als Asia-Abendkleid-Gothic mit Schleierschal und „Action-Mike“ im Anschlag. Und wenn das Album nicht unter Boris firmieren würde, sondern als Watas erstes Solo-Album beworben würde, ich würde es glauben…

Hier findet ihr die “New Album” Review.

Das Album geht im Vergleich zu „New Album“ eindeutig wieder zurück zu einem homogeneren Band-Sound, bezieht sich diesmal möglicherweise mehr auf Shoegazerhaltungen, lässt dabei den Hard-Rock außen vor, scheut sich auch nicht, im Titelstück, Minimal-Dance-Rhythmik in das Zentrum zu stellen.

Besonders interessant wird es dann natürlich bei den gefürchteten Überschneidungen, die Boris bei Multi-Veröffentlichungen offensichtlich besonders mögen: „Party Boy, auf „New Album“ im Vergleich eins der zurückhaltenderen Stücke erhält auf „Attention Please“ durch die verzerrte Basslinie ein ganz neues Rückgrat und wirkt dadurch entschlackt-fokussierter und auch noch „rockiger“ (im positiven Sinne…). Gleiches gilt für „Hope“: auch hier wird das Streichergewand der „New Album“ Version deutlich heruntergefahren, die Gitarren etwas ruppiger gemixt und fertig ist ein Track zwischen Pop und Shoegaze …gleiches gilt nahezu auch für das ebenfalls auf beiden Platten befindliche „Spoon“.

Insgesamt also eine Platte, die die Rock / Drone / Experimental Adepten nicht zufrieden stellen wird, die aber auch für diese deutlich besser zu ertragen sein sollte als „New Album“. Und für alle anderen möglicherweise einfach ein gutes Album einer guten Band…?
Boris_Heavy_Rocks_2011

Boris beziehen sich auf Album Nummer 3 “Heavy Rocks” ganz explizit auf ihr 2002 Album „Heavy Rocks“ und zeigen das rein äußerlich durch ein identisches Cover Artwork, in der 2011er Version (im Gegensatz zum orangenen 2002er Vorgänger) ganz in lila (und wieder mit den schicken Klarlack-Aufdruckungen; erst recht schick bei der Doppel-LP-Version). Natürlich (obwohl: in Bezug auf Boris sollte dieses „natürlich“ ggf. besser mit einem Fragezeichen versehen werden) ist dieses aktuelle „Heavy Rocks“ keine Neueinspielung der alten Tracks, sondern ein wirklich neues Album (mit der kleinen Einschränkung, dass sowohl „Tu, La La“ als auch „Jackson Head“ bereits auf „New Album“ veröffentlicht wurden…).

Boris wollen mit „Heavy Rocks“ (angeblich) auch ihren Status als Band in Bezug auf Heavy-Musik wiederherstellen / erneuern / bestätigen: die Platte ist heavy, keine Frage, aber wer aus solchen Äußerungen heraus erwartet, ein Album extremer Härte, möglicherweise nihilistischer Düsternis und / oder voll ohren- (wenn nicht menschen-)verachtenden Noise zu bekommen, der ist besser gleich gewarnt: der metallige Opener, „Riot Sugar“, das über 12 Minuten lange, zwischen Fast-Stille und brutalem Noise pendelnde (und dabei auch noch höchst melodiöse) Center-Piece „Missing Pieces“ und das ebenso die 12 Minuten brechende, tiefe Bass / Gitarren-Doombögen schiebende „Aileron“ erfüllen solche Erwartungen vielleicht am ehesten; die weiteren Stücke setzen mehr auf einen kompakten Bandsound mit guter Härte, auch mal punkig, jedoch zum Teil durchaus auch ganz ohne Hard-Rock / Metal-Appeal: „Jackson Head“, auf „New Album“ synthgetriebener Elektrokracher, (hier im nahezu gleichen Arrangement was die Abfolge der Parts betrifft) als rockig / punkiger (von der Haltung, nicht dem Sound) Semi-Hit; auch „Tu, La La“ streift alle Verzuckerungen der „New Album“ Version ab und reinkarniert shoegazerlastig mit Chorgesang über ruppigeren Gitarren…

Auf der Doppel-LP „Missing Pieces“ und „Czechoslovakia“ in erweiterten Versionen, was beiden gut, im Fall von „Czechoslovakia“ sogar sehr gut steht. Leider kann dafür die Pressqualität bei den sehr stillen Parts von „Missing Pieces“ nicht wirklich mithalten, während das Artwork auf der Vinyl Version natürlich erst den Raum eingeräumt bekommt, der dieser Art von Gestaltung zusteht.

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ISIS RE-ISSUES

Posted in Label, Release on January 22nd, 2010 by D.K.

isis live

Die sympathischen Japaner von Daymare Recordings bieten seit heute vier äußerst verlockende Isis Re-Issues in ihrem Onlineshop an. Ihr habt die Qual der Wahl:

Mosquito Control 2 CD Version; mit den beiden Covern von “Streetcleaner” (Godflesh) und “Hand of Doom” (Black Sabbath) als Bonus.

Celestial 2 CD Version; mit drei zusätzlichen Liveversionen von “Glisten”, “Gentle Time” und “CFT”.

Oceanic CD/DVD Version; inklusive dem Video vom “All Tomorrow´s Parties Festival 2006” Auftritt, der bereits als “Live V” auf CD/LP erschienen ist.

Panopticon 2 CD Version; mit zwei Liveversionen von “In Fiction” und “Altered Course”.

Alle vier Alben kommen mit komplett neuem Artwork und wer sich schnell entschließt alle vier gleichzeitig zu kaufen, bekommt einen Pappschuber umsonst dazu, in dem alle vier Platten Platz finden. Für Fans und Nachrüster ein absolutes Muss.

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