CAUDAL SPIELEN FÜR DAS ERDHÖRNCHEN

Posted in Release on May 1st, 2013 by D.K.

Oaken Palace Records haben wir euch vor einiger Zeit im Interview vorgestellt, jetzt stehen gleich zwei neue Veröffentlichungen an. Caudal präsentieren mit “Forever In Another World” ihr Debüt und widmen das Album dem europäischen Erdhörnchen.

Caudal ist eine neue Band bestehend aus Aidan Baker (Nadja) an der Gitarre, Gareth Sweeney am Bass und Felipe Salazar an den Drums. Die Zutaten sind simpel, die Machart auch, das Ergebnis mehr als das. Während der Bass und die Drums eine psychedelisch-krautrockige Basis schaffen, untermalt Aidan Baker das Ganze mit seinen typischen Ambientgitarrensounds. “River’s Edge” chilled sich minutenlang ein und nimmt den Hörer mit in diese andere Welt, die der Titel andeutet. Das Coverartwork verleitet einen direkt, ein bestimmtes Bild im Kopf zu haben. “Threever” drückt richtig auf das Rhythmusgaspedal und entpuppt sich als Rocknummer im Psychedelic-Ambient-Fell. “Walrus Tusk Scrimshaw” nimmt das Tempo wieder zurück und die Rhythmuseinheit verzieht sich in den Hintergrund, um Aidans Gitarre mal eine Bühne zu bieten. Schnell merkt man was man die ganze Zeit vermisst hat, denn sobald die Gitarre mal ausbricht und Feedbacks sich ins Gehör schleichen merkt man, dass genau das bisher gefehlt hat. Der Titeltrack mit seinen impulsiven Drumrhythmen und den rollenden Gitarrensounds ist die perfekte “Ich fahr mit einer coolen Karre durch eine coole Gegend”-Nummer, Variationen schleichen sich an, fallen aber kaum auf, bis dann irgendwann eine Wand aus Delaysounds vor einem steht. Das Fazit ist eindeutig: Auf Seite A sucht man nach dem Besonderen von Caudal, auf Seite B findet man es.

Der Deal ist ganz einfach: Ihr kauft die Platte und sobald das Label Gewinne mit dem Verkauf erzielt, geht das Geld an den Naturschutzbund Niederösterreich, der Heimat des Ziesels, besser bekannt als Erdhörnchen.

Zu kaufen gibt es eine der 500 LPs hier…

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VESTALS

Posted in Release on May 30th, 2012 by D.K.

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Vestals ist Lisa McGee, die Drone und Ambient Freunden schon das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen sein dürfte. Als Gast bei Barn Owl, bei Jefre Cantu-Ledesma oder als zweite Hälfte von Higuma, dem gemeinsamen Bandprojekt mit Evan Caminiti von eben Barn Owl.

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Jetzt steht nach langer und intensiver Arbeit das erste Soloalbum unter dem Pseudonym Vestals vor der Veröffentlichung. Auf “Forever Falling Towards The Sky” präsentiert sich Lisa McGee sowohl bekannt experimentell mit hallenden Gitarren und noisigen Soundflächen, als auch magisch poporientiert mit Gesangsmelodien, die zum Mitsummen animieren. Der Eröffnungssong “Forever Falling” streut mit seinen verzerrten Gitarrenklängen nur so um sich und der Refrain bietet als Kontrast eingängige Gesangspassagen. Subtile Drums legen einen Rhythmus in den Hintergrund und lassen den Song wie ein rauhes Stück Shoegaze-Pop vor sich hergleiten. “Into Night” kommt betrübter daher, mit ernsthafter vorgetragenen Vocals und auf zwei Ebenen gleitenden Gitarren. Im Vordergrund mit Rhythmus, im Hintergrund als Noisefläche. “Between Worlds” ist ein kurzes Instrumental, scheinbar, denn wer genau hinhört, kann ein Netzt aus wortlosen langgezogenen Vocals wahrnehmen, die eher einer Ambientklanglandschaft ähneln. “Of Ripples” ist episch, episch lang, episch vorgetragene Vocals… Neben einem stetigen Akkord ertönt die Gitarre mit dezenten noisigen Feedbacks, bis dann nach der Hälfte des Songs eine singendes Arpeggio erhallt und den Song schweben lässt. “In Waking Dreams” mit Percussion, schillernden Gitarrensounds und sich wiederholenden Vocals, die einen ganz eigenen Rhythmus entwickeln, erinnert an 90er Jahre Indie- und Shoegazebands, die auf die Magie von noisigen Gitarren und weiblichem Gesang gesetzt haben. Zum Schluss dreht Lisa McGee die Gitarren und die Verzerrung nochmal schön auf und lässt den Hörer in einer Noisewelle ertrinken.

“Forever Falling Towards The Sky” erscheint Mitte Juni über Root Strata auf 300 formschönen Vinylplatten und als Download im handlichen MP3 Format.

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CHEWING WITH GUSTO

Posted in Release on May 1st, 2012 by D.K.

Chewing With Gusto nennt sich die Fusion der beiden Bands Chewing Magnetic Tape and Gusto Extermination Fluid und trifft damit genau auf den Punkt, denn bei Chewing With Gusto werden Stilrichtungen wie Psychedelic, Folk, Elektronik und diverse andere experimentelle Richtungen geschmackvoll zerkaut, oder besser gesagt, zusammengeführt.

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Das Ergebnis dieser Fusion kann sich hören lassen. “A Way” eröffnet das Album mit einem schleichenden Stück mit passend trägen Vocals. Das instrumentale “Zhoovo Loe Pt.2″ mit seiner psychedelischen Grunduntermalung und postrockigen Einschüben überzeugt mit seinem ganz eigenen Charme. “Section Dub” ist nicht unbedingt Dub, aber mit einem treibenden Bass und Elektroniksounds fast schon eine tanzbare Nummer. “Leeches” schlägt dann wiederum einen anderen Weg ein und entführt den Hörer in eine darkjazzige Richtung. Und wieder eine Wende, diesmal mit “Softcore” im poppigen Bereich elektronischer Musik anzusiedeln. “Lights” kehrt der Elektronik den Rücken zu und konzentriert sich auf die Vermengung von Ambient, Tribal und Psychedelic… fast schon World Music. “Sunset” setzt den letzten Akzent mit einer progrockig-folkigen Instrumentierung mit männlichen und weiblichen Vocals.

Unglaublich wie diese sieben unterschiedlichen Songs auf einer Platte als Album funktionieren. “Vol. 1″ ist direkt über die Bandseite bestellbar und kommt in einem Pappcover mit witzigem Coverartwork.

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COLARIS

Posted in Release on December 12th, 2011 by M.H.

Die 2009 gegründeten Rheinland-Pfälzer Colaris haben sich dem instrumentalen Postrock verschrieben, scheuen jedoch auch zeitweise Ausflüge in heftigere sludgige Gefilde nicht, die für eine angenehme Portion Eigenständigkeit sorgen. Seine Spannung und Dynamik bezieht der Sound des Pirmasenser Trios überdies aus dem bewährten leise-laut-leise-Spiel, wobei die Band hier eine erfreulich erfrischende Variabilität an den Tag legt. Die relative Wuchtigkeit auf der einen und die melodiöse Fragilität auf der anderen Seite paaren sich mit einer dezenten Prise experimenteller Verspieltheit und führen im Ergebnis zur angestrebten “Brachialromantik” (O-Ton Colaris).

Seit Januar 2011 ist ihre aktuelle, selbst produzierte 4-Track-EP “The Disclosure” als CD, limitierte Tape-Edition und als Download erhältlich. Das Full-Length-Debut steht in Form von acht neuen Songs, die erneut im SU2 Studio Illingen aufgenommen wurden, ebenfalls bereits in den Startlöchern und wartet auf seine Veröffentlichung Anfang 2012. Solltet ihr im Raum Karlsruhe wohnen, guckt ihr euch die Jungs am besten direkt live am 16. Dezember im Jubez an.

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HORSE?

Posted in Release on November 20th, 2011 by M.H.

Horse? (respektive “Horsequestionmark”) nennt sich die fünfköpfige Sludge/Doom/Postcore-Vereinigung aus Karlsruhe, Heidelberg und Essen, die wir euch mit diesem Artikel ans Herz legen möchten. Bereits vor einigen Monaten haben sie ihr “I” betiteltes Debütwerk in absoluter Eigenregie aufgenommen, produziert und veröffentlicht.

Die Aufnahme des Albums erfolgte live im Studio und klingt entsprechend roh, ursprünglich und dadurch eben auch erfreulich frisch und unverbraucht. Das 3-D-Covermotiv, das einen Ausschnitt aus Dürers Apokalyptischen Reitern zeigt, darf durchaus als Verweis auf die Musik verstanden werden, die den bildhaften Vergleich mit einer alles niedertrampelnden Herde Wildpferde nicht zu scheuen braucht. Allerdings geschieht dies zumeist nicht im zügigen Galopp, sondern vielmehr in den gemäßigteren Gangarten, die vereinzelt gar zum nahezu völligen Stillstand tendieren, was die Kompositionen dynamisch und mächtig erscheinen lässt. Beim Gesang setzt das Quintett über weite Strecken auf die leicht heisere Schreivariante, gerne aber auch mal auf das gesprochene Wort oder die harmonische Melodievariante. Abgerundet wird “I” durch überlegt platzierte Soundsamples/-effekte.

Die Band selbst sieht sich in der Tradition von Isis, Cult Of Luna und Neurosis, wobei sie in deren Liga erwartungsgemäß (noch) nicht ganz mitspielen kann. Nichtsdestotrotz hinkt der Vergleich keineswegs, fühlt man sich beim Lauschen der Klänge phasenweise doch durchaus an die genannten Bands erinnert. Und dass ein Debüt noch ein wenig Spielraum nach oben lassen sollte, versteht sich von selbst.

Die Erstauflage der roten CD-R ist auf 100 Exemplare limitiert und kostet inklusive einer schicken 3-D-Brille nur schlanke 7€. Sollten wir euer Interesse geweckt haben, richtet ihr eure Bestellung einfach an horsequestionmark(at)gmx(.)de.

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LO! – LOOK AND BEHOLD

Posted in Release on September 26th, 2011 by M.H.

Down Under im fernen Sydney ist eine weitere Band aus dem Hause Pelagic Records beheimatet. LO!, die sich in großen Lettern Postcore auf die Fahne geschrieben haben, garnieren ihren groovigen Hardcore mit Elementen aus Sludge und Noise. Auf diese Weise lassen sie einen Sound entstehen, der auf eine angenehme Art rau und modern tönt. Mit reichlich Live-Erfahrung und der Veröffentlichung einer 6-Track EP im Rücken, hat die Band nun am vergangenen Freitag ihr Debütalbum “Look And Behold” vorgelegt.

Die Stilbeschreibung lässt es bereits erahnen – über weite Strecken bieten die Songs aggressives Uptempo, sodass man fast eine gewisse Eintönigkeit befürchten könnte. Umso erfreulicher, dass die Australier stets im richtigen Moment Tempovariationen, eingängige Harmonien, atmosphärische Interludes oder genrefremde Elemente einstreuen. “Moira Kindle” überrascht zu Beginn gar mit dezenten Alternative Rock Anleihen und geht als heimlicher Hit des Albums durch.

Überhaupt ist die Instrumentierung durchgehend sehr variabel, auf hohem Niveau und absolut technisch versiert; insbesondere herausgestellt seien hier Gitarrenarbeit und Gesang. Anspieltipps sind das mächtig spannende “Hued Tarantula” und der Videoclip zu “Fire at the Child Actors Guild”. Sollte euch gefallen, was ihr da hört und seht, besorgt ihr euch die CD im Digipack oder den digitalen Download am besten direkt über den Pelagic Records Shop.

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SOFY MAJOR

Posted in Release on May 24th, 2011 by M.H.

Bei den Franzosen Sofy Major regiert die Vielfalt. Das Quartett fühlt sich in seiner selbst gewählten Nische sichtlich wohl und füllt diese mit einer Mixtur aus Screamo, Post-Hardcore, Doom, Noise und Sludge. Eingängiges oder gar Hits darf man auf dem Full-Length-Debüt “Permission To Engage” allerdings nicht erwarten, stattdessen ist der Hörer gefordert, sich einzulassen auf die Musik der Band und die zehn Songs auf sich wirken zu lassen.

Die Shouts von Sänger Mathieu Moulin sind überwiegend aggressiv, nichtsdestotrotz variabel gehalten und auch der vereinzelte Einsatz von cleanem Gesang, gesprochenen Passagen und Sprachsamples sorgt für Variation. In Kombination mit der kreativen, ebenfalls auf Abwechslungsreichtum ausgerichteten Saitenfraktion, sorgt dies dafür, dass man hier auch bei Hördurchgang Nummer 20 noch Neues, Spannendes entdecken kann.

Erschienen ist “Permission To Engage” im Oktober 2010 über Basement Apes Industries/Odio Sonoro/Atropine Records/Prototype Records/Bigoût Records. Beziehen könnt ihr das Werk am besten direkt über die Band, wobei ihr die Wahl zwischen farbiger 2xLP und CD habt.

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OUR CEASING VOICE MIT NEUEM ALBUM

Posted in Release on February 25th, 2011 by M.H.

Auch unsere österreichischen Nachbarn verstehen sich auf experimentellen Postrock mit dezentem Ambient Einschub. Unter Beweis stellen dies die Tiroler Our Ceasing Voice, die nach ihrer 2009 veröffentlichten Debüt EP “Steadied Stars In The Morphium Sky” mit “When The Headline Hit Home” nun ihren ersten Longplayer nachlegen.

Über weite Strecken agiert das Quartett melancholisch zurückgelehnt und lässt seine unaufdringlichen, ausschweifenden Kompositionen dabei geschickt zwischen fragiler Bedächtigkeit und epischer Breitwandigkeit pendeln. Die Musik kommt nahezu ohne Gesang aus, wobei die vereinzelt eingestreuten Vokal-Passagen jedoch durchaus zu gefallen wissen und für zusätzliche Abwechslung innerhalb der Songs sorgen. Herausgekommen ist ein rundes Album, welches das Genre nicht neu definiert, Freunden des selbigen jedoch ein absolut hörenswertes Angebot macht, das man nicht ablehnen sollte.

“When The Headline Hit Home” ist über Revolvermann Records auf Vinyl erschienen, darüber hinaus bietet die Band das Album im CD Format und zum kostenlosen Download an. Die kommenden Live Termine findet ihr in unserer ONTEHROAD Rubrik.

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THE MIRE – VOLUME II

Posted in Release on January 8th, 2011 by M.H.

The Mire aus Brighton melden sich mit ihrem Debüt Mini-Album zurück und bleiben dabei sich und ihrer Linie treu. Auf "Volume II" werden die bereits vom Demo bekannten Trademarks aufgegriffen und fortgeführt. Das Demo "Volume I" markierte das erste Lebenszeichen der Band, die sich im Sommer 2009 zusammengefunden hat und aus Musikern von Centurion und den aufgelösten Bossk besteht.

Kraftvolle, bombastische Breitwandsounds kennzeichnen die progressive Post-Metal-Interpretation der beiden neuen Songs "Shadows" und "The Rift", die von einem ruhigen Intro und einem ebensolchen Interlude umschlossen werden, bei denen Piano und Streicher für eine relaxte Atmosphäre und die sprichwörtliche Ruhe vor/nach dem Sturm sorgen. Die dominierenden Hardcore Shouts werden flankiert von melodischen, teilweise mehrstimmigen Harmoniegesängen. Den Abschluss bilden die beiden bereits vom Demo bekannten Songs "Fears" und "Wheelwalker".

"Volume II" könnt ihr exklusiv bei iTunes downloaden oder klassisch über den Webstore der Band in einem speziellen, auf 50 Stück limitierten, "Anti-Christmas" Package ordern, wobei wir, in Anbetracht des ansprechenden Artworks, den Erwerb der physikalischen Variante empfehlen. "Volume I" steht hier übrigens nach wie vor zum kostenlosen Download bereit und eignet sich somit perfekt für einen ersten Höreindruck, falls euch The Mire bisher gänzlich entgangen sein sollten.

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DROEHNHAUS – ZWEITER TEIL

Posted in Label on January 1st, 2011 by M.H.

DAS LAUTE DROEHNHAUS

Im ersten Teil unseres Droehnhaus Label Specials haben wir euch einige Werke vorgestellt, die das leise Spektrum des breitgefächerten Droehnhaus Katalogs repräsentieren. Teil zwei beschäftigt sich nun mit Künstlern, die für das lautere Dröhnen zuständig sind.

Den Anfang machen Ufesas aus Canelones in Uruguay, die 2009 ihre 7inch “The Black Ride”, den Nachfolger ihrer selbstbetitelten Debüt EP aus 2008, in einer Gesamtauflage von 300 Stück vorgelegt haben. Sie verbinden straighte Rock Gitarren, hypnotischen Gesang und treibende Drums zu kompakten, psychedelischen Stoner Rock Songs. Die A-Seite bietet den titelgebenden Song und die B-Seite mit “The Destroyer” einen Track, bei dem die Band auch mal ihre lateinamerikanischen Wurzeln dezent durchschimmern lässt. “The Black Ride” versprüht rauhen Charme und vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit. Der positive Gesamteindruck wird durch ein gelungenes Artwork abgerundet, das den Psychedelic Charakter der Aufnahmen widerspiegelt. Sollte es ihnen gelingen, diese Qualitäten auch auf der Langdistanz umzusetzen, darf man von dem für 2011 in Aussicht gestellten ersten Longplayer so einiges erwarten.

Die veröffentlichungstechnisch äußerst aktiven Niederländer Wolfsduister sind gleichermaßen mit einer 7inch am Start, die auf den Namen “Altaar” hört. Auf musikalischer Ebene haben sie jedoch wenig mit ihren Labelkollegen Ufesas gemein. Auf ihrer Webseite geben die Rotterdamer die Marschroute unmissverständlich vor: “Wolfsduister is Ritualistic Ambient in the name of the Unholy master, Lucifer”. Erwartet finstersten Ambient mit Black Metal Hintergrund, der eine unheilvolle misanthropisch-nihilistische Atmosphäre aufziehen lässt. Die auf 100 Stück limitierte EP, enthält zwei jeweils sechsminütige Songs, ist 2009 erschienen und visuell stilsicher verpackt.

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Die dritte Band im Bunde sind Head Of The Taurus, ein Doom/Sludge Instrumental Trio aus Göttingen. Sie setzen mit ihrer 2010er 7inch “Calamity/Perdition” ein rifforientiertes Ausrufezeichen aus schweren Gitarren und repetitiven Drums. Die betont einfach gehaltenen Songs bewegen sich über weite Strecken im Reich des Downtempo und der Monotonie, jedoch versteht sich das Trio darauf, stets im rechten Moment vorübergehend Fahrt aufzunehmen oder neuartige Details einfließen zu lassen, die das Gesamtbild auflockern. Auch Head Of The Taurus werden im nächsten Jahr mit einer Langspielplatte an den Start gehen, auch hier dürfen wir mit Spannung auf das Ergebnis warten.

Bei einem Special über das Droehnhaus Label darf natürlich ein Künstler auf keinen Fall fehlen: Hellmut Neidhardt alias N, den wir euch an dieser Stelle schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Dortmunder liefert mal wieder vertonten Minimalismus, der dabei in seiner Schlichtheit eine ungemeine Intensität entwickelt und den Hörer auf seine ganz eigene Art zu packen weiss. Die 12inch “N(13) – prora” ist mit 2 Songs bestückt und widmet sich, wie alle vorherigen N Veröffentlichungen auch, in Verbindung mit dem Artwork, für das der Künstler wie immer höchstselbst verantwortlich zeichnet, einem ganz besonderen Ort. Diesmal ist es das Seebad Prora auf der Insel Rügen, welches in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, jedoch nie fertiggestellt wurde und heute als “Koloss von Prora” bekannt ist – eine 4,5 Kilometer lange Aneinanderreihung baugleicher Häuserblocks, die zusehends verfallen und deren zukünftige Nutzung ungewiss ist. Bedauerlicherweise ist die LP bereits ausverkauft, aber möglicherweise erfährt sie ja irgendwann mal eine Wiederveröffentlichung. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wir hoffen, mit den von uns vorgestellten Platten, Bands und Künstlern, euer Interesse an dem kleinen, sympathischen Plattenlabel geweckt zu haben. Schaut doch einfach mal auf der Webseite vorbei. Dort gibt es noch vieles mehr zu entdecken und zudem von den meisten Veröffentlichungen kostenlose MP3 Happen zum Download. Mit Sicherheit werden wir zukünftig noch einiges zu hören bekommen aus dem Droehnhaus.

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WINO AKUSTIK ALBUM

Posted in ontheroad, Release on August 28th, 2010 by M.H.

Scott “Wino” Weinrich wird im September sein zweites Soloalbum veröffentlichen. Wie wir im Mai bereits berichteten, hat er mit “Adrift”, dem Nachfolger des 2009er Solo-Debütalbums “Punctuated Equilibrium”, gänzlich neue Wege beschritten. Auf “Adrift” lebt Wino seine Vorlieben für amerikanischen Singer/Songwriter Stoff aus, wobei “ausleben” im wörtlichen Sinne zu verstehen ist – “Adrift” ist seine mit Abstand bisher persönlichste und intensivste Platte.

Dominiert werden die naturgemäß sehr reduzierten Songs von Wino’s akustischer Gitarre, die den Rhythmus und die sehr eingängigen Melodien vorgibt, wogegen sich die elektrisch Verzerrte im Hintergrund hält und sich nur für gelegentliche bluesgeschwängerte Soli in den Vordergrund drängt. Über all dem thront Wino’s unverkennbar markante, rauhe Stimme, die uns persönliche, emotionale Geschichten im Stile seiner großen Vorbilder Woody Guthrie, Hank Williams und Townes Van Zandt erzählt.

adrift

Die Songs bieten die gesamte Bandbreite von ruhigen balladesken Tönen – exemplarisch sei hier das gefühlvolle, rein instrumentale “Suzanes Song” angeführt – bis zu rockigeren Uptempo Nummern wie dem abschließenden “Green Speed”. Auch die beiden Coversongs, “Iron Horse/Born To Lose” (Motörhead) und “Shot In The Head” (Savoy Brown), interpretiert Wino auf seine ganz eigene Art und fügt sie so harmonisch ins Gesamtbild ein, dass man nicht das Gefühl hat, es mit Fremdkompositionen zu tun zu haben. Als Wino Fan muss man hoffen, dass “Adrift” kein einmaliges Experiment bleibt und der  Godfather of Doom and Stoner seine Diskografie auch zukünftig mit akustischen Werken dieser Art bereichert.

“Adrift” wird am 24. September über Exile On Mainstream Records im CD und LP Format erscheinen. Die Vinyl Version ist weltweit auf 700 Stück limitiert und die ersten 1.000 CDs werden in handgefertigten hölzernen Zigarrenschachteln ausgeliefert. Als kleinen Appetizer, könnt ihr euch hier vorab den Song “Hold On Love” im Stream anhören.

Wenn ihr euch von Wino’s Ausflug in akustische Gefilde auch live ein Bild machen möchtet, findet ihr seine aktuellen Tourdaten in unserer ONTHEROAD Rubrik. Wer das Konzert zudem in einer aussergewöhnlichen und beeindruckenden Kulisse erleben möchte, sollte sich am 16. September auf den Weg nach Iserlohn in die dortige Dechenhöhle begeben. Wie schon sein Shrinebuilder Bandkollege Scott Kelly und dessen Bruder im Geiste Steve von Till, wird auch Wino die Tropfsteinhöhle mit ihrer ganz besonderen Akustik mit seinem Sound ausfüllen und seinen Fans einen hoffentlich unvergesslichen Abend bereiten.

WINO @ dechenhöhle

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FLYINGDEADMAN

Posted in Musik on July 31st, 2010 by M.H.

Das französische Quintet Flyingdeadman verbindet elektronische Soundscapes mit modernem, teils hartem Alternative Rock und bildet daraus seine ganz eigene musikalische Spielart, die die Band selbst sehr treffend als Trip-Rock bezeichnet. Die Songs ihres zweiten Albums “W.E.N.” sind größtenteils sehr ruhig gehalten, überraschen aber immer wieder mit rockigen, kraftvollen Ausbrüchen, die ihnen die nötige Portion Härte und Dynamik verpassen. Speziell in diesen Momenten können auch die zwei Bassisten glänzen und sorgen mit ihren Instrumenten für erheblichen Druck. Über der Musik schwebt der sehr gefühlvolle, melancholische Gesang, der die insgesamt eher düstere Atmosphäre noch unterstreicht.

“W.E.N.” wurde im April veröffentlicht und ist am einfachsten direkt über den Flyingdeadman Online Shop zu beziehen. Dort findet ihr auch ihr selbstbetiteltes Debütalbum und eine kleine Auswahl Merchandise.

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SAILORS WITH WAX WINGS

Posted in Release on July 31st, 2010 by D.K.

sailors with wax wings

Nachdem die Pyramids ihr Debütalbum als Doppelalbum bei Hydrahead Records veröffentlicht haben, war das Staunen groß. Auf der zweiten CD waren Neuinterpretaionen der Pyramids-Songs von Musikern wie James Plotkin und J.K. Broadrick verewigt. Danach folgte die Kollaborationsplatte mit Nadja und vor Kurzem erst wurde die 5-Cassetten-Box “Wvndrkmmer” mit 52 Neubearbeitungen der Debütsongs veröffentlicht, unter anderem von Mamiffer, Fear Falls Burning und This Will Destroy You.

Jetzt steht mit Sailors With Wax Wings das nächste Großprojekt des Pyramids Frontmanns R. Loren an. Auf seiner ersten Soloplatte, die im September über das neue Label Angel Oven Records erscheinen wird, hat er sich zahlreiche Musiker ins Studio geholt. So hat er beispielsweise Aidan Baker (Nadja) fürs Gitarrenspiel, Hildur Guðnadóttir für Celloeinlagen, Ted Parsons (Jesu, Swans) fürs Schlagzeug, Jonas Renkse (Katatonia) für stimmliche Unterstützung und Faith Coloccia-Turner (Mamiffer) für die Gestaltung der Platte verpflichten können.

Der erste Song “If I Should Cast Off This Tattered Coat” vom selbstbetitelten Sailors With Wax Wings Debüt mit Gastvocals von Jonas Renkse ist exklusiv auf Stereogum zu hören.

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RADARE

Posted in Musik, ontheroad, Release on July 19th, 2010 by M.H.

Radare ist eine junge Band aus Wiesbaden, gegründet 2008 durch Mitglieder der aufgelösten Hardcore Band Actress. Mit “Infinite Regress” haben sie im März ihr selbst produziertes Debütalbum via Shark Men Records/I.Corrupt.Records vorgelegt, das es mit seinen vier überlangen Songs auf eine Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten bringt.

“Infinite Regress” wird dominiert von einem episch-atmosphärischen, von abwechslungsreicher Gitarrenarbeit getragenen Mix aus Postrock, Doom und Sludge, wobei mit dem geschickten Aufbau von Spannungsbögen und der steten Steigerung der Intensität innerhalb der Songs, auf ein bewährtes Stilmittel des erstgenannten Genres zurückgegriffen wird. Eine eigenständige musikalische Note kreiert die Band, indem sie zwei Extreme in ihren Sound integriert. Zum einen sorgen Metal-/Hardcore-Zitate an den entsprechenden Stellen für die nötige Brachialität, wohingegen der Einsatz einer Posaune den Hörer in den ruhigen Passagen teilweise gar in verrauchte Jazz-Bars zu entführen scheint. Zudem agiert die Band über weite Strecken rein instrumental und setzt den Schreigesang nur sehr sparsam dosiert im Hintergrund ein. Insgesamt merkt man deutlich, dass bei Radare erfahrene und fähige Musiker am Werk sind und man darf auf zukünftige Veröffentlichungen mit Recht gespannt sein.

Zwei Songs des Albums könnt ihr euch auf der MySpace Seite der Band als Stream anhören und eine der limitierten weißen Vinylscheiben oder die ebenfalls limitierte Japan-Import CD sichert ihr euch am besten direkt über den bandeigenen Online Shop. Wir empfehlen darüber hinaus den Besuch ihrer im Herbst anstehenden Tour mit East Of The Wall. Die genauen Termine findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

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THE BAD WIFE

Posted in Musik, Release on June 26th, 2010 by M.H.

Nach der traurigen Nachricht vom Battle Of Mice Split im vergangenen Jahr, gibt es für Fans von Julie Christmas nun endlich wieder erfreuliches zu berichten.

Laut rockarolla.com wird uns die Frontfrau von Made Out Of Babies im Herbst 2010 mit ihrem Solo Debütalbum “The Bad Wife” beehren. Ein erster Song, “July 31st”, ist auf dem Soundtrack zum Film “Wrong Turn At Tahoe”, in dem unter anderem Harvey Keitel und Cuba Gooding Jr. mitwirken, vertreten.

Darüber hinaus arbeitet die Sängerin zusammen mit Nix Turner an einem Buch mit dem Titel “The Scribbles And Scrapes of Amy Anyone: (A Multiple Personality Autobiography)”, wobei Christmas hier sowohl für die Story, als auch für die Musik einer begleitend erscheinenden CD verantwortlich zeichnet.

Doch auch ihre Hauptband, Made Out Of Babies, ist alles andere als untätig und schreibt aktuell Songs für ihr viertes Album, das im Frühjahr 2011 erscheinen soll.

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