SANKT OTTEN – SÄNGER UND SÜNDER

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

Sankt Otten Photography: Tobalo.de

Das letzte Jahr hat mit geschenkter Musik aufgehört, dann kann das neue Jahr mit geschenkter Musik anfangen. Die Jungs von Sankt Otten und ihr Label Denovali Records haben die EP “Sänger und Sünder” zusammengestellt, die es im MP3 Shop des Labels als kostenlosen Download gibt.

Sankt Otten Sänger und Sünder Artwork

Auf “Sänger und Sünder” sind sieben Remixe und Cover vereint, die Sankt Otten zwischen 2007 und 2011 aufgenommen haben. Die Compilation startet mit “Slow Oscillations”, einem Cover der amerikanischen Synthierockkollegen von Zombi. Schon allein beim Lesen spitzt man die Ohren, denn wenn eine Synthieband eine andere Synthieband covert, kann alles passieren… Sankt Otten nehmen einfach die treibenden Drums aus dem Original und lassen den Song synthiemäßig treiben. Steht dem Song sehr gut. “Sehnen” dann das erste Cover von A Flock Of Seagulls. Kenn ich nicht, aber egal, denn was mich viel mehr beschäftigt ist die Tatsache, dass hier plötzlich jemand singt. Die deutschen Gastvocals von Carsten Sandkämper sind gelassen cool und wirken fast wie ein Gegenpol zur Instrumentierung. Dass das Stück von 2007 stammt, ist dem Song nicht anzuhören. Schon allein weil sich Sankt Otten an Slayers “Raining Blood” herantrauen, ist “Blutregen” das absolute Highlight (ohne den Rest gehört zu haben). Keine Angst, die Ottens covern nur Instrumental und versuchen sich nicht in der arayaschen Dichtung. Es folgen zwei Cover von The Cramps und King Crimson, die wunderbar in die Sankt Otten Soundwelt infiltriert werden. Anschließend wird wieder geremixt, diesmal Pendikels “Heulsuse” alias “Heulsusenalarm”, auch hier mit Vocals. Als Abschluss gibt es einen Remix von Max Richters “Infra 2”, der “Blutregen” dann doch noch den Rang abläuft.

“Sänger und Sünder” gibt es über Denovali oder Sankt Ottens Bandcamp Seite.

Das oben abgebildete Portrait von Sankt Otten stammt von Cristobal Marquez alias Tobalo und ist der zweite Teil einer Musikerserie. Mehr zur Serie gibt es hier zu lesen.

PS: Der Denovali MP3 Shop hat übrigens noch zwei andere neue kostenlose Leckerbissen im Angebot.

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TERMINAL SOUND SYSTEM

Posted in Musik on June 26th, 2011 by N UND D.K.

Mit Terminal Sound System haben sich Denovali Records eine weitere australische Band ins Repertoire geholt. Hinter Terminal Sound System verbirgt sich das Ein-Mann-Projekt von Skye Klein aus Melbourne, das schon seit 2001 besteht. Die Diskografie diese Projektes umfasst schon sieben Veröffentlichungen auf CD und Vinyl sowie eine Video-EP. Denovali Records haben gleich zwei Alben auf einmal veröffentlicht und präsentieren die Band ertsmals dem europäischen Publikum. Einmal mit der Vinylversion des letzten Albums “Constructing Towers” und dem neuen Album “Heavy Weather” auf CD und Vinyl.

terminal sound system - constructing towers

“Constructing Towers” ist das erste Denovali Album von Terminal Sound System, das bereits 2008 in Australien veröffentlicht wurde und jetzt erstmalig auf Vinyl erscheint, sozusagen das Europa Debüt der Band. Auf “Constructing Towers” präsentiert Skye Klein seinen Klangkosmos, der vor allem instrumental (wenn nicht grad irgendwas geflüstert oder durch den Vocoder gejagt wird) ist und sich zwischen Dub, Trip-Hop, und Drum’n’Bass bewegt. Zumindest ist das am Anfang des Albums so. Der Titeltrack treibt mit seinem recht schnellen Beat voran und wird im Hintergrund von langsamen Soundflächen untermalt. Der Beat steht hier eindeutig im Vordergrund und wird in verschiedensten Variationen immer weiter ausgebaut. Dann kommt der Bruch mit “Alaska” an vierter Stelle. Mit Gitarrenriff und fetten Bässen ein überraschender Rocksong, der aber nach vier Minuten an Tempo verliert und sich in einen epischen Drum’n’Bass Song verwandelt. Hier also der Hinweis, dass Terminal Sound System klangtechnisch nicht festgelegt ist. “Wolves” mit derbem Orgelgedröhne und langsamen, aber kraftvollen Drums der Verschnauffpunkt vor der zweiten Hälfte des Albums. Elektroimprovisation in “Sunshine”, die hin und wieder in diverse Stilrichtingen ausbricht, “Firefly Butoh” sowas wie elektronischer Darkjazz, “Duchamp Falls” dann eindeutig darkjazzig. Sax, Kontrabass, Orgel und Jazzdrums. “Theme For Broken Home” klingt mit seinen wabernden Gitarren und Keyboardtönen wie ein Theme für einen Lynchfilm. Der Abschluss mit “Zodiac” dann nach einer sich immer weiter aufbauenden Soundwand aus Gefiepe, Keyboards, Drums und postrockigen Gitarreneinsätzen stark an die Schotten von Mogwai erinnernd. Was für eine Soundreise. (D.K.)

terminal sound system - heavy weather

So wie das Cover von “Heavy Weather” mit seiner filmsequenzartig herumlaufenden Bilderfolge, die erst auf dem zweiten Blick verrät, dass es eigentlich ein einziges, extrem langes ist. …und vergleichbar zu diesem einzigen, zwischen ferner Landschaft vor fast-nur-Himmel und näherer Umwelt wechselnden Bild, bildet die aus neun Stücken bestehende Veröffentlichung eigentlich einen durchgehenden Strom, besser Sog aus weitgehend instrumental gehaltener… ja; was? Musik, klar: das Rückgrat möglicherweise dunkle elektronische Soundscapes über treibender, teils breakbeatartiger, teils rockiger Rhythmik (die wiederum in beiden Fällen eine eher natürlichere Soundästethik bevorzugt), dazu immer auch wieder vereinzelte turmhohe Riffs (wie im Opener „Lords Of The Living, Masters Of The Dead“, die zumindest mich auch mal an A Storm Of Light erinnern); selbst in den ruhigeren Momenten immer zumindest mit der Andeutung einer Sprunghaftigkeit, fertig zum Ausbruch. Dazu chorartige Sequenzen, teils mit leicht vocoderhaftem Sound und alles unter einem Himmel, der allein schon über seine Farbe Bedrohung ausdrückt. Und über allem der unstete Schub nach vor. Alles andere als Chill-Out, viel mehr ein Elektronik/Rock/Club/Ambient-par-force-Ritt; Destination Horizont. End-Titles inklusive… Und: für „Heavy Weather“ gilt viel mehr als für andere, für die dieser Vergleich gern herangezogen wird: hier wird ein Film erzählt; musikalisch. (N)

“Constructing Towers” und “Heavy Weather” von Terminal Sound System sind (wie oben zu sehen) in verschiedenen Vinyl-Farbvariationen über die Denovali Mailorder erhältlich. Letzteres Album ist auch auf CD erschienen. Beide Alben sind für Freunde digitaler Musik seit dieser Woche auch im neuen Denovali MP3 Store erhältlich. Dort könnt ihr auch eine kostenlose Tour EP herunterladen, auf der jeweils ein Song der beiden Alben vertreten ist. Zusätzlich gibt es einen unveröffentlichten Track und die Videos zu “Constructing Towers” dazu.

Die restlichen Veröffentlichungen von Terminal Sound System könnt ihr im Stream auf Bandcamp anhören und für kleine Beträge runterladen.

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