PETRELS

Posted in Release on January 28th, 2012 by N UND D.K.

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Der Brite Oliver Barrett alias Petrels baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus. Wo andere durch Schichtung undurchdringliche Monolithen stapeln, die geradezu bedrohlich vor dem Hörer aufragen und tiefe Schatten werfen, sind die Schichten von „Haeligewielle“ eher fein gewebt; mit Luft zum Atmen dazwischen und Ausblick ins Dahinter. Und dem Wissen um Dynamik; wenn beispielsweise in „Canute“, eine gleissende Spitze erreicht wird. Und dem Wissen um überraschende Instrumentierung, wenn in „Concrete“, die ansonsten allgegenwärtigen Gewebe akustischer (oft auch Streicher) und elektrischer Instrumente durch einen Chor abgelöst werden, der dem Stück einen noch menschlicheren Charakter verleiht, noch wärmer und runder, noch organischer als bei den anderen sechs Songs. Wobei es nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, dass dieser Chor Oliver Barrett allein ist; ein gewisses (und gesundes) Maß an Versponnenheit schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch und lässt „Haeligewielle“ trotz aller Klangereignisse stellenweise auch ganz leicht wirken, jenseits von Soloautismus oder dem Eingepferchtsein in sein eigenes Konzeptkämmerlein…

petrels

Insofern ist „Haeligewielle“ einfach nur ein perfektes Beispiel, was immer wieder aufs neue möglich ist, wenn sich Leute von Vorgaben und Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding entwickeln; hier im Fall von Drone / Experiment / Ambient. Völlig klischee- und dabei alles andere als harmlos; Wolf im Schafspelz. Perfekt. (N)

Auf CD und Vinyl über Denovali Records erhältlich.

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Mit der neuen 2-Track EP „All Things In Common“ führt Petrels seinen Soundkosmos fort und setzt genau da an, wo er mit „Haeligewielle“ aufgehört hat. Ein noisiger Beat, Elektrogeflirre in „Thomas Muntzer“, alles verschmilzt allmählich, dann eine Noisewand, die ständig in den Song hereinbricht um sofort wieder zu entschwinden. Die Auflösung des Noiseknotens durch eine Art Mellotron-Cello-Klangfläche. Was Petrels hier wirklich als Instrumentierung vewendet hat, ist nicht wirklich klar. Klar ist, dass der Song unter die Haut geht… besser… fliesst. Die 10 Minuten Laufzeit kommen einem so kurz vor.
Die B Seite „Leonora Christine“ mit orchestralem Anfang, verloren im Hall, schwebend, nicht greifbar und deswegen so unheimlich schön. Dann überraschend der Bruch mit einem Elektroglockenspielbeat und einer filigranen Synthiemelodie. Cooler Beat oder besser gesagt Rhythmus mit Kopfnicktendenzen. Die Streichersounds vom Anfang kommen wieder… Großes Ohrenkino. (D.K.)

„All Things In Common“ gibt es als 10inch Vinyl und als kostenlosen Download. Natürlich auch über Denovali Records.

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THISQUIETARMY

Posted in Release on January 27th, 2012 by N

Thisquietarmy aka Eric Quach aus Kanada. Ein Mann und seine Gitarre (hauptsächlich; + Synth, + Drummachine). Wer thisquietarmy nur von Kollaborationen kennt, zum Beispiel der „Death Valley“ mit Yellow6, der „Meridians“ mit Scott Cortez oder der vor nicht so langer Zeit wiederveröffentlichten „Orange“ mit Aidan Baker, hat die eine Seite von thisquietarmy kennengelernt: die, die Atmosphäre und freies Fließen in den Vordergrund stellt. Stücke entwickelt, die gerade über die lange Laufzeit ihre hypnotische Wirkung aufbauen können. Auf seinen Soloalben dagegen bevorzugt Eric Quach jedoch überraschenderweise oft ein kürzeres, fokussierteres Format; Atmosphäre galore auch hier natürlich, aber gleichzeitig im Arrangement und Aufbau fast so etwas wie Songs, nur das diese meistens ohne Worte, ohne Gesang bleiben.

thisquietarmy_by_Sandrine_Castellan

So auch auf dem „Resurgence“ Album, das als opulentes 6-Panel Digipack mit Bonus-CD und Doppel-LP + 7inch erschienen ist (wobei letztere Version leider das Allem oben gesagten wie zum trotz 19.22 Minuten lange „The Cold Vacancy“ fehlt) und das schon gleich mit dem zweiten Stück, „Revival“, diese spezielle Art des Thisquietarmy „Songs“ par-excellence vorführt: Über treibendem Drum-Programming ein verhaltener wie undurchdringlicher Noise-Teppich, eng gewirkt und darüber wiederkehrende Gitarrenmotive im Wechsel mit Synththemen. Durchaus mit Pop-Appeal (definitiv nicht negativ gemeint, sondern im Sinne von: schöne Melodie, die man auch nachpfeifen könnte). Mich erinnert die Atmosphäre, die diese Art von Komposition bzw. Sound ausstrahlt fast eher an einige französische Vertreter aus dem Wave-Bereich Anfang der 90er wie Mary Goes Round oder Little Nemo.Und, einmal auf dieser Fährte, scheinen(?) auch die freieren, perkussionslosen Stücke diesen Geist zu atmen. Aber bitte nicht falsch verstehen: das sind Assoziationen, hervorgerufen durch Details in Gestus und Sound, kein Revivalvorwurf (obwohl interessanterweise das genau so benannte Stück mit seinem zusätzlich hämmernden Bass ganz besonders in diese Richtung zu zielen scheint).

thisquietarmy resurgence

Auch auffallend: ein paar Motive und Sounds kehren im Laufe von „Resurgence“ immer mal wieder, sorgen für eine Klammer, fassen zusammen und lassen das ganze sehr homogen wirken… und das, ohne das es irgendwann langweilig würde; Hut ab. Das Mixing, die Tatsache, dass auch (Analog-) Synths bisweilen die Regie gegenüber der allmächtigen Gitarre übernehmen und die punktuelle Integration von (Frauen) Vocals tun dazu ihr Übriges…

…und noch etwas zu dem Stück, dass es trotz aller Formaterweiterungen nur auf die Doppel-CD geschafft hat: die gut 19 Minuten von „The Cold Vacancy“ sind so etwas wie eine perfekte Coda: fast 12 Minuten des extrem ruhigen Aufbaus und dann „erst“ die Verdichtung. Und zwar ohne damit (an dieser Stelle: unnötig) die Stimmung des Stücks zu kippen oder kippen zu wollen.
Schlicht ein perfektes Album.

Auf Denovali Records erschienen.

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AUN – PHANTOM GHOST

Posted in Release on December 17th, 2011 by N

Aun, das kanadische Duo um Martin Dumais und Julie Leblanc, im Auftrag der Soundforschung. Schwerpunkt diesmal: Ambient-Shoegaze. Mit hundertfach verschachtelten Gitarren, mit Einsprengseln von fragmentiertem Gesang. Der zwar nicht (um einen denkbaren verwandtschaftlichen Bezug zu nennen) wie bei Elisabeth Frazer von den Cocteau Twins eine Fantasiesprache entwickelt und sich so der Greifbarkeit entzieht, der aber, eben durch die Art seines pointierten Einsatzes und der gleichzeitigen Fokussierung auf einzelne Textmotive in vergleichbarer Weise Instrument wird.

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Schon im Sinne der unmöglich/unwirklichen Greifbarkeit ist „Phantom Ghost“ damit der passende Titel. Und gewinnt im Laufe der Platte in diesem Sinne sogar noch auf einer weiteren Ebene an Bedeutung: Stücke wie „Out Of Mind“ nutzen songähnliche Strukturen und erweitern so ihre Zugänglichkeit (auf einer ihrer Ebenen) für viele; die darauf möglicherweise aufbauende Erwartung, ein Album lang Shoegaze-Pop-Ätherik zu erhalten, wird jedoch (wie ich finde zum Glück) durch die im Laufe der Platte immer unwirklicher erscheinenden Stücke durchkreuzt; dass ein Stück wie (das auch noch ungelistete!) Achte erst in seinen letzten Sekunden einen packenden und wieder einmal die Konsumierbarkeit erleichternden Rhythmus entwickelt, nur um ihn quasi sofort wieder auszublenden, passt unter der Headline des Titels damit wie perfekt.

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Ein Album, das scheinbar immer einen Schritt vor den Hörern ist. Der Versuch es einzuholen, ist mehr als lohnenswert…

Als CD und hochwertiges Vinyl bei Denovali Records erschienen.

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HEIRS AUF DER JAGD

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

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Nachdem die Heirs im letzten Jahr mit ihrem Zweitwerk “Fowl” auf Platte und live überzeugen konnten, folgt nun mit “Hunter” der Vorbote für das nächste Album.

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Es hat sich einiges getan bei den Heirs. Zum einen ist Studiomusiker und The Night Terrors Mitglied Miles Brown jetzt auch festes Mitglied in der Grundbesetzung der Heirs und setzt mit seinen Theremine Sounds unverkennbare Akzente in die Klangwelt der restlichen vier Australier. Desweiteren gehen Heirs einen Schritt weiter in ihrem Klangkosmos, der irgendwo zwischen Doom, Dark Wave und alternativem experimentellen Rock ist, und bringen die Leichtigkeit in ihre Schwerfälligkeit. Denn so genial schwerfällig “Hunter”, der Song zur gleichnamigen EP ist, so genial leichtfüssig entwickelt sich der Sound mit den eben angesprochenen Thereminesounds, die zwischendurch wie ein Frauen-Opern-Chor klingen, oder mit Elektronikeinschüben und treibenden Percussions. Der Rest ist das, was Heirs ausmacht: langsam rollender Bass, knüppelharte langsame Drums und noisige Gitarren. “Symptom” beginnt und man könnte denken, man höre grad Neurosis, denn so trocken brechen eigentlich nur Kelly und Von Till in die Hütte ein… nicht mehr, die Heirs können das auch. Natürlich bleibt der Song nicht so, sondern entwickelt sich zu einem unzähmbar rockenden Track, der zum Ende hin eher an Cave In erinnert, um hier nur mal zwei Größen der Szene zu nennen… Apropos Größen, “Never Land” ist der 13minütige Abschluss der EP und im Original von The Sisters Of Mercy. Wer das Original kennt, weiß, dass in der Instrumentierung nicht viel Variation steckt, was die Heirs als Grundlage nehmen um aus dem Song einen instrumentalen Monolithen zu kreieren, der im Bass- und Drumslauf statisch bleibt und sich nah am Original orientiert, während im Hintergrund die Gitarren und die Elektronik einen Noiseteppich ausbreiten. Berauschend.

“Hunter” ist als 10inch und CD auf Denovali Records erschienen und auch als MP3 Download erhältlich.

Unser letztjähriges Interview mit Heirs Gitarren- und Artworkmann Brent Stegemann könnt ihr hier finden…

 

 

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SEPTEMBER IM DEZEMBER

Posted in Release on December 2nd, 2011 by N

“Our Withers Unwrung” von September Malevolence: Völlig unabhängig von der Musik als Komposition: Der Gitarren-Bass-Schlagzeugsound ist so sehr so wie es bei einer solchen Band sein sollte, dass eine Steigerung kaum möglich scheint…

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Wer immer September Malevolence beim 2011er Denovali Swingfest erleben konnte und die melancholisch traurigen Stücke mit ihrem gleichzeitig kraftvollen und spröden Sound genossen hat; hier ist das Album dazu. Post-Rock ohne Langeweile und Vorhersehbarkeit; stattdessen mit Kraft und Melancholie und, ich muss mich wiederholen, einem wirklich perfekten Instrumentalklang. Das September Malevolence dabei nicht “nur” instrumental arbeiten (bereits seit ihrem zweiten Album nicht mehr), macht “Our Withers Unwrung” noch besser; dass sie sich dabei trotzdem lange Instrumentalpassagen erlauben, lässt ein Album entstehen, das eine lebendige Frische ausstrahlt, die Bands dieses Genre nur (noch?) selten zu schaffen in der Lage scheinen… Gut, sicherlich regiert auch bei September Malevolence das Apreggio, aber sie finden neue Wendungen und Architekturen, um daraus ihre Songs zu weben; neue Breaks und (besonders auch im entscheidenden “erst auf den zweiten Blick auffällige”) rhythmische Variationen. Und schaffen es auch noch, dabei wie aus einem Guss zu klingen… Schwer empfohlen, auch für die mit Rock ohne Post, nur mit Lust auf einen Sound, der Knochigkeit und Fleisch zusammenbringt; so wie es sein soll, also.

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Das Album ist in der CD-Version auf A Tendervision Recording erschienen und wird demnächst von Denovali Records auf Vinyl gepresst.

PS: nach so viel Lob auf den Instrumentalklang; hier auch noch Lob für den (Chor) Gesang: hervorragend!

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DIE WEISSE DUNKELHEIT

Posted in Release on November 6th, 2011 by N

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Jason Köhnen ist Teil vom The Killimanjaro Darkjazz Ensemble und The Mount Fuji Doomjazz Corporation und er ist Bong-Ra. Und auch White Darkness.

White Darkness, wie immer man sich diese visuell vorstellen könnte, ist musikalisch die düsterst denkbare Dunkelheit auf einem der düstersten Alben 2011. Fast allein mit dem Schlagzeug als Lead-Instrument (mit einem echten Killer-Ridebecken) und ein paar wenigen Zutaten elektronischer Art plus Piano schleppt sich das Album durch sechs Stücke mit Namen, die genauso unzugänglich klingen wie „toKAGE“ als Musik für den ungeübten Hörer sein muss. Und auch mit den einzelnen Beiträgen von Gastsängerin Rachael Kozak verliert „toKAGE“ nichts von seiner abgrundtief nihilistischen Stimmung; ganz im Gegenteil, die (vermeintliche) Verstärkung der Zugänglichkeit durch diese Art menschliches Element verstärkt nur die musikalische Umsetzung des Grauens, das hier in Tönen abgebildet wird. Nicht mehr nur als in dem stockdunklen Gewölbe um dich herum passierende Musik, sondern als der Teufel direkt an deinem Ohr. Und der Angst, er/sie könnte dich berühren…

Sich so tief auf diese Stimmung einzulassen, dabei so fokussiert vorzugehen, so wenige Mittel einzusetzen und diese nur nuancenhaft zu variieren und daraus ein Album entstehen zu lassen, das trotzdem(?) eine Unvorhersehbarkeit besitzt, die ihresgleichen sucht; eine Sogwirkung par excellence aufbaut, die das Album als Ganzes als eine Art (hyperlangsamen aber unaufhaltsamen) Mahlstrom erscheinen lässt, das ist definitiv eigen. Eigen in einer Art, die das Album unvergleichlich macht. Und perfekt.

Ab sofort über Denovali Records bestellbar.

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DALE COOPER QUARTET – METAMANOIR

Posted in Release on November 1st, 2011 by D.K.

Dale Cooper Quartet and The Dictaphones aus Brest haben vor fünf Jahren einen Dark Jazz Meilenstein namens “Parole de Navarre” veröffentlicht, den Denovali Records letztes Jahr wiederveröffentlicht haben. Im November steht endlich die Veröffentlichung des Nachfolgers “Metamanoir” an.

Wer sich Brest auf der Landkarte anschaut, stellt schnell fest, dass es so die einzige größere Stadt im Nordwesten Frankreichs ist. Gründungsmitglied Christophe Mevel (Gitarre und Effekte) beschreibt seine Heimatstadt als Ort, an dem man nie eben so vorbeikommt, wenn man auf Frankreichs Straßen unterwegs ist. Man muss Brest schon als Ziel haben, um dort mal hinzukommen. So bleiben die Bewohner dieser Stadt am Atlantik meistens unter sich und verarbeiten ihre Gefühle und Gemütszustände gegenüber ihrer Stadt im Idealfall in ihrer Musik, wie es bei Dale Cooper Quartet and The Dictaphones der Fall ist.

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“Metamanoir” startet mit dem smoothen “Une Petit Cellier”, das von Saxophon- und verfremdeten Gitarrensounds getragen wird. Schwerfälliges Atmen einer Frau im Hintergrund und zum Schluß erklingt aus dem Dictaphone eine Frauenstimme “…run away…”, willkommen im düsteren Dark Jazz Kabarett aus Brest. Das 11minütige “Eux Exquis Acrostole” entführt den Hörer weiter in die Welt des Dale Cooper Quartet. Ein schwerfälliger Basslauf, Orgelsounds, Saxophon und zwei Gitarren – die eine klassisch 50er Jahre Noirfilm mäßig, die andere verzerrt und experimentell – und nach vier Minuten setzt männlicher Gesang ein. Auch hier geht es wieder ums Fortlaufen, dann weiblicher Gesang “…you better leave…”, trotz Warnung möchte man bleiben. “Ma Insaisissable Abri”, erneut mit weiblichem Gesang, setzt auf die Kontraste von heller Singstimme und den tiefen, dunklen Blasinstrumentsounds, aus dem Dictaphone erklingen arabisch klingende Gesänge, Maschinengewehrschüsse und Hubschrauberrotoren, politisch(?), gesellschaftskritisch(?), warum nicht. “Le Implacable Gentilhommière” mit seinem Paukenrhythmus und männlichen Vocals, die von einer vom Leben geprägten Frau erzählen… das Ende einer Party wird thematisiert. “Elle Agréable Rendez-Vous de Chasse” mit wortlosen Dam-Dam-Dam-Vocals und gitarrenlastiger Instrumentierung wirkt wie ein hoffnungsvolles Bindeglied in der Geschichte, die das Album erzählt. Es folgt das 13minütige “Mon Tragique Chartreuse”, das mit einer Art Dubbeat überrascht. Der Song wirkt wütend, kurz vor dem Wutausbruch, der nicht stattfindet. Gitarrenschleier kreuzen den Beat, hallender weiblicher Gesang im Hintergrund. Das Ende der Party scheint wohl ein Alptraum zu sein, denn dieses Stück drückt die Stimmung gekonnt runter. Die Gitarrenimprovisationen nehmen zu und es wir noisiger, verstörender, genialer. Der gespenstische Gesang gleitet in den Vordergrund und das Gänsehautfeeling setzt ein. Auf jeden Fall ein Highlight. Mit “La Terrible Palais” kehrt etwas Ruhe und Entspannung ein. Aus einem Ambientstück wächst eine Art Ballade und die Worte “…continue on, alone…” lassen vermuten, das in der erzählten Geschichte nicht alle Beteiligten einem Happy End entgegen gehen. Der Abschluss “Il Mélodieux Manoir” ist ein weißes Rauschen aus dem leise hallend Gesänge und Gitarren erklingen. Distanziert und unnahbar verabschiedet sich die Erzählung vom Hörer… und man wird neugierig auf diese Stadt und ihre Menschen im Nordwesten Frankreichs.

dale cooper quartet & the dictaphones

“Metamanoir” von Dale Cooper Quartet and The Dictaphones erscheint Mitte November über Denovali Records und ist auf CD und hochwertig aufgemachtem Vinyl vorbestellbar.

Die erste Single mit zwei Tracks vom Album könnt ihr hier (via Beko DSL) kostenlos runterladen.

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N & TZESNE

Posted in Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Nachdem Denovali Records bereits die Kollaboration von N und Mirko Uhlig Anfang des Jahres veröffentlicht haben, folgt nun die nächste Zusammenarbeit. Diesmal haben N (oder bessser gesagt N[18]) und Tzesne zusammengefunden und das Album Carrissals zusammen eingespielt. Der baskische Soundtüftler Txesus Garate alias Tzesne hat sich mit Hellmut Neidhardt alias N ausgetauscht, oder besser gesagt: die beiden haben ihre Sounds untereinander ausgetauscht, um das Album zusammenzustellen. Das Ergebnis ist ein fulminantes Experimentalalbum bestehend aus acht Stücken, die einerseits dronig sind und den typischen Gitarrensound von N durchschimmern lassen, andererseits viel Raum für Field Recordings und Ambientklänge aus der Feder von Tzesne bieten.

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Freunde intensiver minimalistischer Musik werden an Carrissals Gefallen finden, denn dieses Album nimmt sich genau dafür Zeit. Die erste Platte des Doppelvinylsets setzt mehr auf die Wirkung von Gitarrendrones, die von diversen Soundideen oder Soundcollagen von Tzesne untermalt werden. Nachdem der Hörer dann erstmal eingestimmt und sensibilisiert ist, setzt die zweite Hälfte des Albums auf die Wirkung von Field Recordings, denen sich N mit seinen Gitarrentönen untergliedert.

Ein Soundtrack zu einem Spaziergang durch eine Landschaft, aus der das Foto des Artworks auch stammen könnte. Niemand spricht, man lässt die Natur auf sich wirken, nimmt die Geräusche der Umgebung wahr und stellt sich im Sinn den Score zum gerade Erlebten vor.

Streng limitiert auf 100 Exemplare erscheint Carrissals als transparentes 180g Doppelvinyl und als MP3-Album zum Download über Denovali Records. Wer ein N Konzert besucht, hat eventuell auch die Möglichkeit, eine der limitierten Tour-CDr-Versionen des Albums zu ergattern.

Hier geht es zur N & Mirko Uhlig Rezension…
Hier gibt es mehr Infos zu N und den Zahlen in den Klammern…

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OMEGA MASSIF – KARPATIA

Posted in Release on September 6th, 2011 by N

Schon der erste Ton von „Aura“ hat diesen vertrauten trocken / evil Sound und mit den nächsten kommt diese spezielle Mischung aus brutaler Brachialität, Präzision und Lässigkeit zum tragen, die Omega Massif von vielen, reichlich schablonenhaft arbeitenden Genrekollegen unterscheidet. Plus dieses entscheidende „mehr“ an Ideen für Hookline-Riffing und organisch miteinander verwobene Parts; wenig überraschend, das so bereits der 10 minütige Starter eine spannende Geschichte zu erzählen weiss. Auch bei der Wahl der irgendwie düstere Geschehnisse andeutenden Titelnamen wird die Omega Massif Qualität weitergeführt; das überraschend unter 4 Minuten bleibende „Wölfe“ z.B. ist so sehr eine mögliche und dabei perfekte musikalische Umsetzung eines im Dämmerlicht des Waldes jagenden Rudels… einschließlich Hetzjagd, abwarten, zuschlagen, dass es in der Verbindung Titel und Ton fast bildlich wird. Ungewöhnlich schnell für Omega Massif, möglicherweise, aber kein Bruch in irgend einer Weise.

Omega Massif_Karpatia

Mit „Ursus Arctos“ nehmen Omega Massif scheinbar erstmals Druck heraus, schliessen dann jedoch einen Halbkreis aus Aufbau, Verstärkung und Coda um einen Höhepunkt aus massiven Lärmmonolithen, um ganz am Ende doch noch einmal kurz anzuziehen; perfekte Überleitung zu „Im Karst“, einer zunächst (im positiven Sinne) schwerfälligen Walze, aus der heraus sich nach 2,5 Minuten unvermittelt ihre eigene Hetzjagt entwickelt. „Karpatia“, das Titelstück, neben „Wölfe“ das zweite kurze Stück, baut, und das ist vielleicht neu für Omega Massif, eine Mauer aus Gitarrendrones auf; durch die Rhythmusgruppe jedoch mit der Wirklichkeit geradezu vernagelt. Gleichzeitig fast ätherisch und unglaublich schwer, von den Harmonien und der Verschachtelung der Ebenen mit einem Potential für mindestens die dreifache Länge…

„Steinerne Meer“, der Abschluss, bündelt Endlos-Aufbau, Ausbruch und einen Ausklang, der seinesgleichen sucht zu einem 11-Minuten Monster, dass die Qualität des Albums noch einmal innerhalb eines, kompakten Durchgangs zusammenfasst; näher an perfekt ist schwer vorstellbar.

Omega Massif wissen, was zu tun ist. Und auf was man besser verzichtet. Auf den Punkt und vielschichtig zugleich; innerhalb des Genres kommt man an dem Album kaum vorbei… und wahrscheinlich nicht nur dort.

Als LP, LP mit Spezialcover und CD bei Denovali Records erhältlich. Und „Karpatia“ auch noch auf 7“ mit Ambient-Drone Mix des Titeltracks by Tonmeister Role Wiegner auf der Flip, alle Formate im düster treffenden Artwork von Hummelgrafik.

Omega Massif

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BLUENECK – REPETITIONS

Posted in Release on September 6th, 2011 by N

Skurill schönes Cover mit dem 6-köpfigen HirschenSteinbockReh um eine Platte, die den sehnsüchtigen Gesang von Duncan Attwood in das Zentrum der Songs von Blueneck stellt. Mit Stücken, die mit dem Blick auf eine ferne Erwartung geschrieben scheinen. Eine Erwartung, die (noch?) unerfüllbar, dabei aber fassbar genug ist, die Inspiration für ein Album wie dieses zu liefern. Eines, das auch in seinen lauteren Passagen weniger nach vorn zu treiben scheint, als vielmehr den Horizont aufzureissen, weiter zu machen und so zu versuchen scheint, das Ferne zu erreichen, ohne diesem Ziel eigentlich wirklich näher kommen zu können.

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Fast alle der neun Stücke haben damit dieses starke Moment des Verharrens im Aufbruch, ein Warten auf den Ausbruch… das Zeitempfinden des Hörers wird so an der Nase herumgeführt wie es sonst nur bei loophaften, repetetiven Ambient der Fall ist… man verliert sich fast in den durchgehend sehr transparent orchestrierten Stücken; die Länge einzelner Parts, besonders aber die unendliche Ruhe, fast Gelassenheit, die auch bei den oben beschriebenen Passagen über allem liegt, führt die Stücke vom Songformat in eine freiere Richtung, in der auch der Gesang schließlich zum Instrument wird. Und nur in den Steigerungen den Raum den völlig den eigentlichen Instrumenten überlässt.

In eigenartiger Weise filmisch; dabei eigenartigerweise von einem Gestus vergangener Zeiten berührt; fast wie eine Stimmung aus dem 19. Jahrhundert, aber ins hier und jetzt übertragen.

Erschienen über Denovali Records und genau hier erhältlich.

Blueneck

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KODIAK & N – RN/XE

Posted in Musik on August 13th, 2011 by D.K.

Letztes Jahr haben sich die drei Musiker von Kodiak mit dem Ambientdronegitarristen N zusammengetan, um einen gemeinsamen Auftritt für das letztjährige Denovali Swingfest einzuproben. Wir haben die Vier kurz nach den ersten Proben zum Interview gebeten, das ihr hier findet. Dann folgte der Auftritt, der nicht nur beim Publikum gut ankam, sondern auch bei der neuformierten Band Kodiak & N. Es folgten neue Proben und im April der Gang in die Tonmeisterei nach Oldenburg.

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Jetzt ist das gemeinsame Werk namens “Rn/Xe” fertig. Das Album besteht aus zwei epischen, fast 20minütigen Songs, die jeweils eine Vinylseite einnehmen. Es beginnt mit “Radon”, benannt nach einem Edelgas, wie das Cover der Platte verrät. Gedröhne stimmt den Hörer ein, lullt die Ohren mit Noiseflächen ein, verdunkelt die Gedanken. Man merkt gar nicht, dass das Ganze fast die Hälfte des Songs andauert, dann werden die Vier fast still, nur ein leises Dröhnen ist zu hören, das in einen doomigen Ausbruch mündet. Die Drumsounds preschen hervor, die Saiteninstrumente kreischen, dröhnen, feedbacken, aber alles mit Struktur, was dem Song den besonderen Reiz verleiht. Kurz vor Ende dann wieder die Auflösung des Gewitters in ein fettes Gitarren- und Bassgröhlen.
Der zweite nach einem Edelgas benannte Song “Xenon” dagegen kommt schon zu Beginn zur Sache. Mit eindeutigen Gitarrenakkorden in Anlehnung an Doomsounds aus vergangenen Zeiten. Wer einen Vergleich mit anderen Bands braucht, soll sich die alten Black Sabbath vorstellen, gepaart mit Amenra, Neurosis und Sunn O))). Das gilt zumindest für die erste Hälfte. Denn nach einem gelungenen Bruch wird der Song still und baut sich wieder langsam auf mit delayverzierten Gitarrenmelodien und marschierenden Drums, umhüllt von Gedröhne, das immer lauter wird, und nach einigen Minuten so unerwartet ineinander verflochten im Einklang endet. Begeisternd.

Gut, dass die Vier zusammengefunden haben, denn was hier präsentiert wird sind keine Edelgase sondern Edelmetal vom Feinsten.

“Rn/Xe” ist als schwarzes und schwarzweißes Vinyl über Denovali Records vorbestellbar.Kodiak + N

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INTERVIEW: SANKT OTTEN

Posted in INTERVIEWS on August 1st, 2011 by D.K.

Mit “Gottes Synthesizer” steht seit einigen Tagen das neue Sankt Otten Album in den Plattenläden kaufbereit. Was den Hörer erwartet ist eine Reise durch die Welt von Synthiesounds, die mal kurios, mal schwerfällig, mal munter, mal altbacken klingen und den musikalischen Horizont von Denovali Records mal wieder erweitern. Wir haben uns auch auf die für unsere Verhältnisse fremde Musik eingelassen und sind positiv überrascht. Grund genug Stephan Otten (Drummer und Soundtüftler des Duos) mal ein paar Fragen zu stellen, die uns beschäftigt haben.

Sankt_Otten

Seitdem ihr 2009 bei Denovali Records unter Vertrag seid, habt ihr jährlich neue Veröffentlichungen rausgebracht. Ziemlich viel für eure Verhältnisse. Wie kommt es dazu?
Bei den Denovali-Jungs etwas rauszubringen, macht ja auch besonders viel Spaß. Was Artwork etc. angeht, lassen die sich ja nicht lumpen. Da kann man es ja selbst kaum abwarten ein neues Album in Händen zu halten. Das letzte Album MORGEN WIEDER LUSTIG ist ja doch schon fast 2 Jahre alt. Da wollten wir schnellstens mal einen Longplayer nachlegen. Dieses mal auch als Vinyl Doppel-Album im Klappcover. Ein Traum!

„Gottes Synthesizer“ widmet sich, wie der Titel auch verspricht, sehr stark dem Synthiesound. Was hat eure Arbeit so geprägt, dass ihr euch so stark auf dieses Kultinstrument der 70er und 80er konzentriert habt?
Wir haben uns in letzter Zeit viel mit den Pioneeren der deutschen elektronischen Musik beschäftigt. Das ist ein wunderbares Terrain, bei dem man viel Neues entdecken kann.
Wir treffen uns regelmäßig bei einem Freund in seinem klassisch eingerichteten, holzvertäfeltem Partykeller und lauschen Schallplatten. Der hat eine große Krautrock-Plattensammlung und da gibt es immer viel zu hören und auch zu lachen. Das sich Treffen zum gemeinsamen Musikhören ist ja auch etwas aus der Mode geraten. Wir lassen hier die 70er in jeder Hinsicht wieder aufleben.

Was für Künstler würdet ihr unseren Lesern empfehlen, die sich bisher noch nie mit Synthiesounds beschäftigt haben und durch euch auf den Geschmack gekommen sind?
Also, ich würde zur vorsichtigen Kontaktaufnahme ASHRA’s NEW AGE OF EARTH (1976) oder HARALD GROSSKOPF’s SYNTHESIST (1980) empfehlen. Man braucht schon etwas Zeit sich hierauf einzulassen, aber es lohnt sich wirklich. Mein Tipp, unbedingt mit Kopfhörer antesten. Wirkt auch ohne Drogen!

Nach dem ersten Hören der Platte habe ich mich in eine Filmkulisse der 70er gebeamt gefühlt. Was für ein Fantasiefilm lief in euren Köpfen, als das Album entstand?
Mir kommt da der Sci-Fi-Klassiker WESTWORLD in den Sinn. Ein technische Welt, die sich verselbstständigt und dann außer Kontrolle gerät. Das könnte passen, aber zum Glück haben wir unsere Computer noch im Griff.

Wie geht ihr generell vor, wenn ihr Songs schreibt. Bringt ihr beide eure eigenen Ideen mit ins Studio oder entstehen die Songs aus gemeinsamen Sessions?
Ich bereite meistens grobe Songgerüste aus Schlagzeug und Melodielinien vor und suche dann stundenlang passende Synthklänge hierzu zusammen. Oli verfeinert diese Basis dann und spielt Gitarren hierzu ein.

Wie kommt ihr auf den Titel „Gottes Synthesizer“? In Kombination mit eurem Bandnamen klingt das schon sehr… verdächtig!
Wir haben ein Faible für Songtitel mit klerikalem Anstrich (Es ist nicht alles Gott was glänzt / Wir sind Deine Propheten / Auf Sünde folgt Strafe), was bei dem Bandnamen ja naheliegend ist. Was aber in keiner Weise mit einer besonderen Sympathie mit der christlichen Kirche zu tun hat. Oli jobt nebenbei als Hausmeister in einer Kirche, so etwas muss ja Folgen haben …

Wenn wir schon beim Thema sind: Was erwartet die Besucher unseres zweiten „Denovali Label Evening“ in der Christuskirche Bochum, bei dem ihr mit dabei seid?
Wir freuen und schon besonders, dass wir zu diesem Abend in die Christuskirche eingeladen wurden. Es gibt wohl kaum eine bessere Location für ein Sankt Otten Konzert.
Wir waren beim letzten Denovali Abend mit Bersarin Quartett, N und Dale Cooper zum ersten Mail dort, und waren hin und weg von der Kirche.
Wir werden uns für diesen Abend ein besonderes Set überlegen. Es wird auch eines der ersten Konzerte sein, bei dem Stücke vom neuen Album gespielt werden.
Wir werden dort mit Blueneck spielen. Schön, die dann auch mal wieder live zu sehen.

Wer von euch denkt sich die Songtitel aus? Fallen euch die Wortspiele ein nachdem ihr den jeweiligen Song geschrieben?
Die Titel stammen von mir. Manchmal gibt es den Titel schon vorher, aber es kommt auch vor, dass wir erst nur einen Arbeitstitel haben, der dann später verfeinert wird.

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Das Artwork eurer neuen Platte ist im Vergleich zu euren anderen Releases weniger distanziert und sachlich geradlinig. Das grimmig schauende Kind nimmt ja förmlich Kontakt auf mit dem Betrachter. Was ist der Hintergrund zu diesem Artworkwandel?
Wir haben da keine festgefahrene Richtung bei unseren Artworks. Auf das Titelbild des Albums bin ich durch Zufall im Netz gestoßen. Es ist vom spanischen Maler Salustiano. Der malt fast ausschließlich rot gekleidete Menschen auf knallrotem Hintergrund. Ich habe mich sofort in seine Bilder verliebt und gedacht, dass die perfekt zu unserer Musik passen würden. Wir sind wirklich stolz, dass das geklappt hat. Das Artwork ist eine herrliche Symbiose aus einer unschuldigen Niedlichkeit und einer leichten Bedrohlichkeit, und das passt wirklich gut zur Musik.

Wie haben Salustiano und Sankt Otten eigentlich zusammengefunden?
Nach längere Recherche konnte ich Ihn persönlich kontaktieren und er war sofort von der Idee angetan, Bilder von sich für ein Album-Artwork herzugeben.

Habt ihr Salustiano gesagt wie das Album heißen wird und was ihr euch so vorstellt, oder hat er euch von sich aus Arbeiten gegeben, unter denen ihr was ausgesucht habt?
Ich habe ihm Musik von uns geschickt, die er mochte. Wir hatten dann aus einem Ausstellungskatalog von ihm ein paar Bilder ausgewählt. Er hat uns dann Fotos der Bilder geschickt. Die Öl-Gemälde sind im Original gerne mal 3-4 Meter groß und in den Museen und Galerien der Welt verteilt. Der Albumtitel stand damals aber noch nicht fest. Wir haben ihm dann später alle Artworks zur Freigabe geschickt, die dann alle ohne Probleme abgesegnet wurden. Vor ein paar Tagen hatte sich bei mir der Macher des spanischen Jean Michel Jarre Fanclubs gemeldet. Der ist zufällig ein Bekannter von Salustiano. Da schließt sich der Kreis wieder!

Wo führt es Sankt Otten als nächstes hin?
Das können wir erst sagen, wenn das nächste Album fertig ist. Wir machen da keinen Masterplan im Voraus. Es gibt ein paar Ideen, ein komplettes, beat-freies Ambient-Album zu machen, oder auch Kooperationen mit Helden des Krautrock sind angedacht. Verraten wird da aber noch nichts. Wir werden in den nächsten Tagen ein Häuschen mieten, Sessions machen, ein paar Fragmente für Zukünftiges zusammentragen.

Wir sind gespannt. Danke Stefan!

“Gottes Synthesizer” ist in wirklich beeindruckenden Farben auf Vinyl und natürlich auch auf CD über Denovali Records erhältlich.

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NEUE OMEGA MASSIF IM SEPTEMBER

Posted in Release on July 25th, 2011 by M.H.

Das neue Omega Massif Album, welches wohl das am sehnsüchtigsten erwartete im Bereich des instrumentalen Doom/Sludge/Postcore sein dürfte, wird am 16. September bei Denovali Records erscheinen. “Karpatia”, Nachfolger des Debüts “Geisterstadt”, wird aus sechs Songs bestehen, von denen das Würzburger Quartett einen vorab als Stream bereitgestellt hat.

Der neue Song “Ursus Arctos” und das erneut überaus stimmige Cover-Artwork lassen fraglos auf ein weiteres Meisterstück aus dem Hause Omega Massif hoffen. Die Preorder startet Mitte August und bereits kommenden Sonntag wird ein weiterer Song online gestellt. Wir warten gespannt!

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CONTEMPORARY NOISE SEXTET – GHOSTWRITER´S JOKE

Posted in Release on July 24th, 2011 by N

Nicht wenige Bands, besonders aus der Grauzone Experiment / Downtempo / Drone / Listening usw. schmücken sich gern mit „Jazz“ Attributen; musikalisch, indem bestimmte Motive aus dem „echten“ Jazz entlehnt werden (die dann zwar noch an Jazz erinnern, als typischer Basslauf, als typische Rhythmik, aber im eigentlichen Sinne nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun haben und so eher den Hintergrund für, gern repetetiv hypnotische, durchkomponierte Stücke bilden. Oder als Teil des Namens; die ganzen Herr/Frau-XY Trios, Quartetts… Auch diese Art der Namengebung hat ihren Ursprung im Jazz; der Leader und sein Pack…

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…das Contemporary Noise Sextet kommt aus Polen und wenn Musik auch immer internationaler geworden ist; in diesem Fall gibt die Herkunft Hinweise: Polen, eins der Länder mit grosser Tradition im Modern Jazz. Und, um mit der Vorrede (endlich) auf den Punkt zu kommen: das hier tut nicht so, das ist Jazz. Mit der Besetzung Schlagzeug, Bass, Piano (Bartek Kaspa, der Bandleader), Gitarre, Trompete und Tenor-Saxophon werden Motive vorgestellt, im weiteren in ihre Einzelteile zerlegt, wieder aufgegriffen; Soli (auch längere) eingefügt, ganze Stücke (in Bezug auf die Solospots) einem Instrument gewidmet. Kenner wissen, was das heisst; für die ohne Jazz-Background: Bläser-Riffs als Träger der Struktur, auch als Klammer für das Ensemblespiel um die Hauptmotive, dazwischen, fast wie ein Staffellauf, das Hin- und Herreichen der Führungsrolle.

contemporary noise sextet

Für mich, der Jazz auch nur ansatzweise kennt, die größte Überraschung wie spannend das Contemporary Noise Sextet diese Stücke gestaltet; fernab von instrumentaler Großmannssucht (dabei aber, keine Frage, extrem flüssig und, ja, im besten Sinne „cool“ gespielt). Nicht wenigen Anteil daran hat, neben der Arbeit der Rhythmusgruppe, die von Seiten der linken Hand des Pianos zusätzliche Unterstützung erhält, der souveräne Umgang mit der Dynamik (in Lautstärke und im Sinn von „in welcher Reihenfolge wird ein Motiv von welchem Instrument gespielt“…). Und, natürlich, die durchweg treibenden Themen der Stücke mit den fast „songdienlich“ eingebetteten Soli; im Grunde „gönnt“ sich das Contemporary Noise Sextett nur im über 9 Minuten langen „Norman’s Mother“ einen Ausflug in ganz freie Formen (und findet auch wieder lässig auf die Spur zurück). Sehr homogen und trotzdem frei; cool bei körperlich warmen Sound.

Über Denovali Records erschienen und hier erhältlich.

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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