INTERVIEW: SANKT OTTEN

Posted in INTERVIEWS on August 1st, 2011 by D.K.

Mit “Gottes Synthesizer” steht seit einigen Tagen das neue Sankt Otten Album in den Plattenläden kaufbereit. Was den Hörer erwartet ist eine Reise durch die Welt von Synthiesounds, die mal kurios, mal schwerfällig, mal munter, mal altbacken klingen und den musikalischen Horizont von Denovali Records mal wieder erweitern. Wir haben uns auch auf die für unsere Verhältnisse fremde Musik eingelassen und sind positiv überrascht. Grund genug Stephan Otten (Drummer und Soundtüftler des Duos) mal ein paar Fragen zu stellen, die uns beschäftigt haben.

Sankt_Otten

Seitdem ihr 2009 bei Denovali Records unter Vertrag seid, habt ihr jährlich neue Veröffentlichungen rausgebracht. Ziemlich viel für eure Verhältnisse. Wie kommt es dazu?
Bei den Denovali-Jungs etwas rauszubringen, macht ja auch besonders viel Spaß. Was Artwork etc. angeht, lassen die sich ja nicht lumpen. Da kann man es ja selbst kaum abwarten ein neues Album in Händen zu halten. Das letzte Album MORGEN WIEDER LUSTIG ist ja doch schon fast 2 Jahre alt. Da wollten wir schnellstens mal einen Longplayer nachlegen. Dieses mal auch als Vinyl Doppel-Album im Klappcover. Ein Traum!

„Gottes Synthesizer“ widmet sich, wie der Titel auch verspricht, sehr stark dem Synthiesound. Was hat eure Arbeit so geprägt, dass ihr euch so stark auf dieses Kultinstrument der 70er und 80er konzentriert habt?
Wir haben uns in letzter Zeit viel mit den Pioneeren der deutschen elektronischen Musik beschäftigt. Das ist ein wunderbares Terrain, bei dem man viel Neues entdecken kann.
Wir treffen uns regelmäßig bei einem Freund in seinem klassisch eingerichteten, holzvertäfeltem Partykeller und lauschen Schallplatten. Der hat eine große Krautrock-Plattensammlung und da gibt es immer viel zu hören und auch zu lachen. Das sich Treffen zum gemeinsamen Musikhören ist ja auch etwas aus der Mode geraten. Wir lassen hier die 70er in jeder Hinsicht wieder aufleben.

Was für Künstler würdet ihr unseren Lesern empfehlen, die sich bisher noch nie mit Synthiesounds beschäftigt haben und durch euch auf den Geschmack gekommen sind?
Also, ich würde zur vorsichtigen Kontaktaufnahme ASHRA’s NEW AGE OF EARTH (1976) oder HARALD GROSSKOPF’s SYNTHESIST (1980) empfehlen. Man braucht schon etwas Zeit sich hierauf einzulassen, aber es lohnt sich wirklich. Mein Tipp, unbedingt mit Kopfhörer antesten. Wirkt auch ohne Drogen!

Nach dem ersten Hören der Platte habe ich mich in eine Filmkulisse der 70er gebeamt gefühlt. Was für ein Fantasiefilm lief in euren Köpfen, als das Album entstand?
Mir kommt da der Sci-Fi-Klassiker WESTWORLD in den Sinn. Ein technische Welt, die sich verselbstständigt und dann außer Kontrolle gerät. Das könnte passen, aber zum Glück haben wir unsere Computer noch im Griff.

Wie geht ihr generell vor, wenn ihr Songs schreibt. Bringt ihr beide eure eigenen Ideen mit ins Studio oder entstehen die Songs aus gemeinsamen Sessions?
Ich bereite meistens grobe Songgerüste aus Schlagzeug und Melodielinien vor und suche dann stundenlang passende Synthklänge hierzu zusammen. Oli verfeinert diese Basis dann und spielt Gitarren hierzu ein.

Wie kommt ihr auf den Titel „Gottes Synthesizer“? In Kombination mit eurem Bandnamen klingt das schon sehr… verdächtig!
Wir haben ein Faible für Songtitel mit klerikalem Anstrich (Es ist nicht alles Gott was glänzt / Wir sind Deine Propheten / Auf Sünde folgt Strafe), was bei dem Bandnamen ja naheliegend ist. Was aber in keiner Weise mit einer besonderen Sympathie mit der christlichen Kirche zu tun hat. Oli jobt nebenbei als Hausmeister in einer Kirche, so etwas muss ja Folgen haben …

Wenn wir schon beim Thema sind: Was erwartet die Besucher unseres zweiten „Denovali Label Evening“ in der Christuskirche Bochum, bei dem ihr mit dabei seid?
Wir freuen und schon besonders, dass wir zu diesem Abend in die Christuskirche eingeladen wurden. Es gibt wohl kaum eine bessere Location für ein Sankt Otten Konzert.
Wir waren beim letzten Denovali Abend mit Bersarin Quartett, N und Dale Cooper zum ersten Mail dort, und waren hin und weg von der Kirche.
Wir werden uns für diesen Abend ein besonderes Set überlegen. Es wird auch eines der ersten Konzerte sein, bei dem Stücke vom neuen Album gespielt werden.
Wir werden dort mit Blueneck spielen. Schön, die dann auch mal wieder live zu sehen.

Wer von euch denkt sich die Songtitel aus? Fallen euch die Wortspiele ein nachdem ihr den jeweiligen Song geschrieben?
Die Titel stammen von mir. Manchmal gibt es den Titel schon vorher, aber es kommt auch vor, dass wir erst nur einen Arbeitstitel haben, der dann später verfeinert wird.

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Das Artwork eurer neuen Platte ist im Vergleich zu euren anderen Releases weniger distanziert und sachlich geradlinig. Das grimmig schauende Kind nimmt ja förmlich Kontakt auf mit dem Betrachter. Was ist der Hintergrund zu diesem Artworkwandel?
Wir haben da keine festgefahrene Richtung bei unseren Artworks. Auf das Titelbild des Albums bin ich durch Zufall im Netz gestoßen. Es ist vom spanischen Maler Salustiano. Der malt fast ausschließlich rot gekleidete Menschen auf knallrotem Hintergrund. Ich habe mich sofort in seine Bilder verliebt und gedacht, dass die perfekt zu unserer Musik passen würden. Wir sind wirklich stolz, dass das geklappt hat. Das Artwork ist eine herrliche Symbiose aus einer unschuldigen Niedlichkeit und einer leichten Bedrohlichkeit, und das passt wirklich gut zur Musik.

Wie haben Salustiano und Sankt Otten eigentlich zusammengefunden?
Nach längere Recherche konnte ich Ihn persönlich kontaktieren und er war sofort von der Idee angetan, Bilder von sich für ein Album-Artwork herzugeben.

Habt ihr Salustiano gesagt wie das Album heißen wird und was ihr euch so vorstellt, oder hat er euch von sich aus Arbeiten gegeben, unter denen ihr was ausgesucht habt?
Ich habe ihm Musik von uns geschickt, die er mochte. Wir hatten dann aus einem Ausstellungskatalog von ihm ein paar Bilder ausgewählt. Er hat uns dann Fotos der Bilder geschickt. Die Öl-Gemälde sind im Original gerne mal 3-4 Meter groß und in den Museen und Galerien der Welt verteilt. Der Albumtitel stand damals aber noch nicht fest. Wir haben ihm dann später alle Artworks zur Freigabe geschickt, die dann alle ohne Probleme abgesegnet wurden. Vor ein paar Tagen hatte sich bei mir der Macher des spanischen Jean Michel Jarre Fanclubs gemeldet. Der ist zufällig ein Bekannter von Salustiano. Da schließt sich der Kreis wieder!

Wo führt es Sankt Otten als nächstes hin?
Das können wir erst sagen, wenn das nächste Album fertig ist. Wir machen da keinen Masterplan im Voraus. Es gibt ein paar Ideen, ein komplettes, beat-freies Ambient-Album zu machen, oder auch Kooperationen mit Helden des Krautrock sind angedacht. Verraten wird da aber noch nichts. Wir werden in den nächsten Tagen ein Häuschen mieten, Sessions machen, ein paar Fragmente für Zukünftiges zusammentragen.

Wir sind gespannt. Danke Stefan!

“Gottes Synthesizer” ist in wirklich beeindruckenden Farben auf Vinyl und natürlich auch auf CD über Denovali Records erhältlich.

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NEUE OMEGA MASSIF IM SEPTEMBER

Posted in Release on July 25th, 2011 by M.H.

Das neue Omega Massif Album, welches wohl das am sehnsüchtigsten erwartete im Bereich des instrumentalen Doom/Sludge/Postcore sein dürfte, wird am 16. September bei Denovali Records erscheinen. “Karpatia”, Nachfolger des Debüts “Geisterstadt”, wird aus sechs Songs bestehen, von denen das Würzburger Quartett einen vorab als Stream bereitgestellt hat.

Der neue Song “Ursus Arctos” und das erneut überaus stimmige Cover-Artwork lassen fraglos auf ein weiteres Meisterstück aus dem Hause Omega Massif hoffen. Die Preorder startet Mitte August und bereits kommenden Sonntag wird ein weiterer Song online gestellt. Wir warten gespannt!

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CONTEMPORARY NOISE SEXTET – GHOSTWRITER´S JOKE

Posted in Release on July 24th, 2011 by N

Nicht wenige Bands, besonders aus der Grauzone Experiment / Downtempo / Drone / Listening usw. schmücken sich gern mit „Jazz“ Attributen; musikalisch, indem bestimmte Motive aus dem „echten“ Jazz entlehnt werden (die dann zwar noch an Jazz erinnern, als typischer Basslauf, als typische Rhythmik, aber im eigentlichen Sinne nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun haben und so eher den Hintergrund für, gern repetetiv hypnotische, durchkomponierte Stücke bilden. Oder als Teil des Namens; die ganzen Herr/Frau-XY Trios, Quartetts… Auch diese Art der Namengebung hat ihren Ursprung im Jazz; der Leader und sein Pack…

Contemporary_Noise_Sextet_Ghostwriters_Joke

…das Contemporary Noise Sextet kommt aus Polen und wenn Musik auch immer internationaler geworden ist; in diesem Fall gibt die Herkunft Hinweise: Polen, eins der Länder mit grosser Tradition im Modern Jazz. Und, um mit der Vorrede (endlich) auf den Punkt zu kommen: das hier tut nicht so, das ist Jazz. Mit der Besetzung Schlagzeug, Bass, Piano (Bartek Kaspa, der Bandleader), Gitarre, Trompete und Tenor-Saxophon werden Motive vorgestellt, im weiteren in ihre Einzelteile zerlegt, wieder aufgegriffen; Soli (auch längere) eingefügt, ganze Stücke (in Bezug auf die Solospots) einem Instrument gewidmet. Kenner wissen, was das heisst; für die ohne Jazz-Background: Bläser-Riffs als Träger der Struktur, auch als Klammer für das Ensemblespiel um die Hauptmotive, dazwischen, fast wie ein Staffellauf, das Hin- und Herreichen der Führungsrolle.

contemporary noise sextet

Für mich, der Jazz auch nur ansatzweise kennt, die größte Überraschung wie spannend das Contemporary Noise Sextet diese Stücke gestaltet; fernab von instrumentaler Großmannssucht (dabei aber, keine Frage, extrem flüssig und, ja, im besten Sinne „cool“ gespielt). Nicht wenigen Anteil daran hat, neben der Arbeit der Rhythmusgruppe, die von Seiten der linken Hand des Pianos zusätzliche Unterstützung erhält, der souveräne Umgang mit der Dynamik (in Lautstärke und im Sinn von „in welcher Reihenfolge wird ein Motiv von welchem Instrument gespielt“…). Und, natürlich, die durchweg treibenden Themen der Stücke mit den fast „songdienlich“ eingebetteten Soli; im Grunde „gönnt“ sich das Contemporary Noise Sextett nur im über 9 Minuten langen „Norman’s Mother“ einen Ausflug in ganz freie Formen (und findet auch wieder lässig auf die Spur zurück). Sehr homogen und trotzdem frei; cool bei körperlich warmen Sound.

Über Denovali Records erschienen und hier erhältlich.

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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INFINITE LIGHT LTD.

Posted in Release on June 5th, 2011 by N

Infinite Light Ltd. ist ein Trio um Aidan Baker (Nadja, Whisper Room, ARC), Nathan Amundson (aka Rivulets), und Mat Sweet (aka Boduf Songs) und es ist nicht so, wie vielleicht zu erwarten, wie beispielsweise Whisper Room und seine rhythmisch angeschobenen Flächen.

InfiniteLightLtd

Das selbstbetitelte Debüt ist viel eher eine Drone-Folk-Psych-Postrock-Mischung mit einem guten Schuss Americana-Experimental-Blues. Und deutlichem Gesang (bei den Stücken, die entsprechend angelegt sind). Ein zentrales Merkmal von Infinite Light Ltd. ist dabei, wie die Multi-Schubladisierung von eben innerhalb der einzelnen Stücke in sehr unterschiedlicher Weise ihren Ausdruck findet: das folkig-dronige „Vision Of God In A Cowbarn“ könnte nicht nur wegen seines Chors fast von Low sein; „The Bullet Sent To Kill Me Is Already On Its Way“ dagegen bündelt seine losen Apreggiofäden nach fast 3 Minuten zu einem Postrock-Semi-Schleicher, der auch den ebenfalls „nicht untalentierten“ Mogwai gefallen würde (und deren Hörern…). Andere Stücke sind dagegen deutlich offener angelegt, experimentell-improvisatorisch, weniger einem greifbaren Format verhaftet. Diese Mischung, hier beschrieben, klingt möglicherweise weniger schlüssig, fügt sich aber tatsächlich gehört zu einem dunklen Wüsten-Soundtrack, genau wie ihn das Cover von Christy und Leo Romanick perfekt illustriert… und das dunkle „December 12“ musikalisch einleitet.

infinite light ltd. vinyl

Erschienen ist das Album über Denovali Records und über die Denovali Mailorder auf schwarzem und farbigem Vinyl und auf CD m Digipack erhältlich. Und das Ganze sieht in Echt noch viel besser aus als auf dem obigen Bild.

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DENOVALI LABEL EVENING

Posted in ontheroad on June 1st, 2011 by D.K.

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Angesichts der Tatsache, dass es noch ein paar Monate dauert, bis wir wieder in den Genuss eines Denovali Swingfest kommen, und wir in der Zwischenzeit nicht auf gebündelte Liveauftritte aus dem Denovali Kader verzichten wollen, präsentieren wir euch zusammen mit Denovali Records am 10. Juni 2011 den “Denovali Label Evening” in der Christuskirche Bochum. Mit dabei sind Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, Bersarin Quartett und N.

Dale Cooper Quartet And The Dictaphones, benannt nach der Agentenfigur, die David Lynch Kyle MacLachlan für Twin Peaks auf den Leib geschrieben hat, erinnern nicht nur namentlich an die Lynchwelt, sondern klingen auf ihrer Platte “Parole De Navarre” wie eine Darkjazz Band, die eine Art Post-Score zur Serie spielt. Ein düsterer Trip, begleitet von schwerem Cellosound, langen Saxophontönen und dezenter Elektronik. Schön und beängstigend, weich fließend und zäh zugleich. Zum ersten Mal auf Tour durch Deutschland.

Das Bersarin Quartett, eigentlich eine One-Man-Band, ist eher selten live als mehrköpfige Band unterwegs. Um so mehr freuen wir uns über den Auftritt in der Christuskirche. Auf dem selbstbetitelten Debüt vereinen sich Elektronikelemente mit Ambientsounds und orchestralen Einlagen zu einem einzigartigen melancholischem Sound, der nie verzweifelt klingt, sondern stets zugänglich und optimistisch bleibt. Das Album steckt voller Soundideen, so dass es bei jedem Hören neues zu entdecken gibt.

Dritter im Bunde ist N. N ist kein Quartett, N ist Hellmut Neidhardt, N ist Drone. In gewisser Weise ist N auch ein Quartett, den Hellmut, seine Gitarre und seine beiden Amps sind eine unzertrennliche Einheit, die zusammen N ergeben. Dass N und die Christuskirche sich gut verstehen, weiß jeder, der im März auf dem Konzert von Nadja + N war. Seine Gitarrensounds erklingen wie langgestreckte Orgeltöne, die durch den Kirchenraum voluminös verstärkt werden.

Drei gute Gründe am Freitag, den 10. Juni 2011 in die Christuskirche Bochum zu kommen.

Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: AK 13 Euro / VVK über Eventim

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LIVE: KODIAK & N

Posted in ontheroad on May 30th, 2011 by D.K.

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Es ist schon was länger her, genauer gesagt war es Ostermontag, als Kodiak & N direkt nach Abschluss der gemeinsamen Aufnahmen in der Tonmeisterei Oldenburg ins Ruhrgebiet zurückgekommen sind, um das gemeinsame Material live im AZ Mühlheim zu präsentieren. Aber auch wenn es so lange her ist, sind die Erinnerungen an den Abend noch vor dem inneren Auge und Ohr ungetrübt.

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Die Bühne bestand nur aus Verstärkerbergen, hinter denen die einzige Lichtquelle schimmerte, davor haben sich die vier Musiker in der Dunkelheit platziert. Die perfekten räumlichen Begebenheiten für das was kommen sollte. Kodiak & N beginnen subtil und bauen ihren Sound langsam und bedächtig auf. Wenn Pink Floyd eine Doomband wären, dann würden sie so klingen… N übernimmt die Rolle des Leadgitarristen (wenn man das so sagen kann, ohne gleich an Slash zu denken), Seppo und Thommy untermalen den N-Sound mit ihren Saiteninstrumenten und Maik, mittig platziert, setzt Drumakzente. Dann irgendwann der Ausbruch des typischen Kodiak-Doom-Sounds. Alle spielen sich die Seele aus dem Leib. N steht Kodiak gut, das ist sowas von klar. Dann der zweite Song, ungewöhnlich riffig und melodiös, aber auch aggressiv. Hier dann wieder eher der Doom der 70er als Vorbild. Obwohl der Song von Anfang an sehr direkt ist, schafft es die Band auch hier innerhalb von 20 Minuten eine atemberaubende Spannung aufzubauen. Der Sound ist zwar nicht durchgehend optimal an diesem Abend, aber trotzdem kann das Vierergespann überzeugen. Krasser Abschluss eines Osterwochenendes.Wir warten gespannt auf die Veröffentlichung des Albums, das bei Denovali Records erscheinen wird.

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Im Herbst folgt dann die erste gemeinsame Tour von Kodiak & N.

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HER NAME IS CALLA WEB CONCERT

Posted in Aktuell, ontheroad on February 25th, 2011 by M.H.

Sophie und Tom von Her Name Is Calla werden am Sonntag um 19 Uhr via ustream.tv ein exklusives, rein akustisches Konzert spielen. Anlass ist die Fertigstellung ihrer neuen EP und der Beginn der Arbeiten an den Alben Nr. 2 und 3. Da die Band ansonsten eher multiinstrumental zu Werke geht, darf man gespannt sein, wie die Songs der Band im reduzierten Akustik-Gewand daherkommen.

Überdies wird sich die Band im März und April auch auf deutschen Bühnen die Ehre geben. Als Support wird die ebenfalls bei Denovali Records unter Vertrag stehende Alicia Merz alias Birds Of Passage dabei sein. Den Link zu den detaillierten Tourdaten findet ihr wie immer ONTHEROAD.

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IROHA

Posted in Release on February 4th, 2011 by N

Erste Full-Length der Band aus dem Jesu-Umfeld. Und dies, gleich als Hinweis, in zweifacher Weise: Andy Swan gehörte als Weggefährte Justin K. Broadrick’s zum Gründungsteam der damals noch nicht als Soloprojekt von letzterem firmierenden Final. Und natürlich ist da auch die Musik von Iroha, die eine ähnliche Stimmung heraufzubeschwören weiß wie Justin K. Broadrick’s Hauptprojekt.

Iroha Artwork

Elegisch, melodisch und dabei trotzdem mit Kante; atmosphärisch dicht, im unteren Geschwindigkeitsfeld; ohne Furcht vor umarmenden Melodien, aber eben auch ohne Furcht vor sehr weit vorn gemischten Breitwandgitarren unter voller Verzerrung. Der emotional/melodische Gesang fast nicht lauter als die verschiedenen Abrundungen durch Keyboardlinien hinter den Gitarren und dadurch fast mehr Textur als Gesang in seiner typischen Rolle. Die einzelnen Stücke wirken dadurch wie Wellen aus Noise und Melodie, ohne den Songcharakter (den sie aufgrund ihrer Struktur und Arrangements durchaus haben) überzubetonen. Alles ein Fluss; allein die sich oft absetzenden Intros unterbrechen und rhythmisieren Iroha. Den heimlichen Dreh- und Angelpunkt der Platte bildet dabei jedoch, spätestens ab dem zweiten Hören, der soundlich sehr markante und dadurch leicht zu identifizierende Bass: Eher mittig als tief unten und mit einer starken Betonung des Saitenanschlags übernimmt er weit mehr als die (übliche?) Unterstützerrolle, strukturiert rhythmisch und(!) harmonisch und markiert so vor allem die Eckpunkte innerhalb der Songs. Es fällt schwer, einzelne davon herauszuheben und ich glaube, das entspräche auch nicht der Intention von Andy Swan; dennoch, wenn ich dazu gezwungen würde: „Last Day of Summer“ oder das erst gegen Ende an Brutalität gewinnende „Eternal“ wären erste Anspieltipps. Definitiv herausragend: das als achtes Stück an das Ende des Albums gesetzte Titelstück „Iroha“ mit weiblichem Co-Gesang (vermutet, durch die außer dem Verweis auf die Mitautorenschaft nicht weiter thematisierte „Mio“) auf (vermutet, da es sich bei dem Bandnamen um einen japanische Ausdruck, die Bezeichnung eines Gedichts handelt) auf (einem überraschenderweise sehr melodisch und fast ohne jede Härte vorgetragenen) Japanisch.

Iroha

Und spätestens ab hier, wenn nicht schon bei dem aufwändigem Aufklappcover der 180 Gramm Vinyle oder dem ebenso aufwändigen sechsfach-Digipack der Doppel-CD mit einer in die Weite und Vergangenheit zurückblickenden Bildsprache in einer Art korrodierten Gold (sehr schick!), greift der typische Mehrwert von Denovali-Veröffentlichungen: hier, diesmal, die gesamte Iroha Platte noch einmal, jetzt abgemischt vom alten Weggefährten Justin K. Broadrick. Und, Überraschung, dieser greift „nur“ behutsam in das Soundbild ein, nimmt vielleicht in erster Linie die Gitarrenkante ein ganz kleines bisschen zurück, lässt den Charakter aber unangetastet. Erst mit dem interessanterweise als „Jesu Remix“ betiteltem zweiten(!) Remix von „Last Days of Summer“ kommt eine echte neue Facette ins Spiel, unverkennbar diese leicht abgehobene Note der etwas ätherischeren Jesu-Stücke… Und dann gibt es auch noch den Transitional Remix des Titelstücks, mit einer im Sound gleichzeitig ins trockene und hallige geänderten Rhythmik und den Black Galaxy Remix von, ja, „Last Days of Summer“: zum dritten Mal, hier Breakbeat Action… der Remix, der sich am weitesten vom Original löst. Nicht alle davon auf dem Doppel-Vinyl, aber he: selbst wenn drei davon aus Platzgründen nur auf der Doppel-CD zu haben sind: was für ein Füllhorn anyway…

Bestellen könnt ihr das selbstbetitelte Full-Length Debut bei Denovali Records.

Mehr zu Iroha…

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N & MIRKO UHLIG

Posted in Release on January 14th, 2011 by D.K.

nuhlig gerontology

Nachdem sich N (Hellmut Neidhardt) und Mirko Uhlig brüderlich den Platz auf einer 7inch (gibt es bei ExOvo Records) geteilt haben, folgt endlich die erste Gemeinschaftsarbeit “Gerontology”.

Die auf Denovali Records erscheinende Kollaboration der beiden nordrheinwestfälischen Musiker vereint fünf minimalistische, filigrane Stücke, die trotz ihres introvertierten Charakters sehr einnehmend sind. Grundlage von G1 bis G7 sind von N eingespielte Gitarrenparts, die Mirko Uhlig im Nachhinein überarbeitet hat. Fragil bauen sich die Töne auf, zurückhaltende Elektronik untermalt die Gitarre. Was schon leise ist, wird noch leiser, die Hand am Lautstärkeregler und der Gedanke daran, wie diese Platte gehört werden möchte. G6&7 sind zusammengefasst und der passende Abschluß für diese Platte. Hier tritt Uhligs Überarbeitung weiter in den Vordergrund, ohne jedoch Überhand zu gewinnen. Dieses Lied hat mit gut neun Minuten viel Zeit zum Wachsen. Das ist auch das einzige Manko an Gerontology, denn mit knapp 20 Minuten ist die Platte sehr kurz und G2,3 und 4 hätten Potenzial zum lang sein. Trotzdem ein musikalisches Zusammentreffen, das in der guten Ambientsammlung nicht fehlen darf. Soviel zur Musik.

Edward_Hopper___Rooms_By_The_Sea

Da wäre noch das mysteriöse Gegenspiel von Artwork und Albumtitel. Hier trifft der in voller Blütenpracht stehende Kirschbaum auf die Gerontologie, die Wissenschaft vom Altern. Witz oder Bedeutung? Möge jeder selbst entscheiden.
Und dann noch Mirko Uhligs Aussage, er sei beim Überarbeiten der N Gitarrenparts von zwei Edward Hopper Bildern inspiriert worden. Die beiden Spätwerke “Rooms By The Sea” und “People In The Sun” wirken ruhig, strahlen eine gewisse Wärme aus und haben eine mysteriöse Atmosphäre. Das trifft ja auch auf die Musik zu. Gut gemacht.

Edward_Hopper___People_In_The_Sun

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DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES

Posted in Release on December 17th, 2010 by N

Zuerst scheint alles einfach… und dann gibt es nur noch Abgründe.

Wenn beim ersten Stück auf “Paroles de Navarre” von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones das Saxophon eine verhaltene Melodie zu spielen anfängt, auch noch solo, wird es automatisch spät abends; egal wie spät es wirklich ist. Und die Ohren signalisieren: Dark Jazz, leicht französisch. Und wie dark der wirklich ist, wie viele Klippen und Abgründe in dieser Darkness lauern, beginnt man zu ahnen, wenn schon dieses erste Stück zügig durch geräuschhafte Additionen ergänzt wird: Zurückhaltend, überhaupt nicht aufgesetzt, zur Verstärkung der Atmosphäre, aber schon hier mit einem ersten Anteil abgründiger Widerborstigkeit.

Dale Cooper Quartet & The Dictaphones

…Das unglaublich lange “Ta Grenier” führt den Atmosphären-Clash dann gleich weiter, aber mit ganz anderen Mitteln, wenn der das Stück zusammenhaltende, jazzig-warme Walking-Bass nach jedem Hören immer unmenschlicher erscheint: Maschinelle Stoik, unbeirrbar; wenn überhaupt, dann nur von Unmenschen zu spielen. Und es gelingt, den Ritt auf den ewigen zwei Akkorden bei aller Monotonie (positiv gemeint) im Fundament extrem spannend und überraschend zu gestalten, durch Ausbrüche des Saxophons, durch eine raue Gitarre… derartig surreale Tendenzen (z.b. der begräbnisartige Posaunenchor in “La Boudoir”) durchziehen alle Stücke, sowohl im Detail, als auch im Gesamten; einzelne Tracks wirken dabei wie fast geräuschhafte Interludien, brechen den Lauf auf, ohne die durchgehende Atmosphäre zu zerstören (oder auch nur in Frage stellen zu wollen) und werden zum Teil noch durch Fieldrecordings (von Straßenszenen) ergänzt.

Und verlieren sich so manche, möglicherweise vergleichbare Bands/Projekte dann doch irgendwann in den Normen der Ästhetik, die sie sich eigentlich nur geborgt haben, um sie von der dunklen Seite des Mondes aus neu zu interpretieren, beugt das Dale Cooper Quartet schon allein durch die rauere Soundanmutung und einen teils auf fast brutale Kontraste setzenden Mix einer solchen Gefahr vor. Hut ab dafür.

Und genau deshalb wird “Paroles de Navarre” immer abgründiger, je öfter man sie hört; auch die subtilen Abseitigkeiten, die sich zunächst noch im Fluss der Platte (hinter den großen) verstecken, kriechen dann hervor und bestimmen den Charakter mehr und mehr… Atmosphäre, Monotonie und Überraschung; wieso geht das hier so frappierend einfach?

Das neuaufgelegte Debüt von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones “Parole de Navarre” ist bei Denovali Records
erschienen und in verschiedenen Versionen und Formaten erhältlich.

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BLACKFILM

Posted in Release on December 17th, 2010 by N

Cooles Blackfilm Cover: Unwettersee / Kaianlage / Verlassen / windgeformte Baumreihe / blauschwarz… (und bei der CD Version das auch noch über das Jewel-Case und den dieses umhüllenden Pappschuber verteilt.)

Blackfilm

…und wenn ihr jetzt noch “Blackfilm” (als Wort, einfach eins zu eins) übersetzt, erklärt sich der gesamte Inhalt (eigentlich ohne, dass es weiterer Ausführungen bedürfte): eine tiefschwarze, verloren düstere Collage aus Melodieandeutungen, kleinen Motiven, in Moll gespielt; eingetaucht, eingebettet in Streicherschichten oder Keyboardflächen mit dieser Art in sich kippender Harmonik, die jede Hoffnung nimmt…
…dazu Sequenzen von Fieldrecordings (…oder sind es Filmzitate?)…

Aber nicht das erstarrte Verlieren in diesen Tiefen ist das Thema: angetrieben durch (auch mal kaputte, in sich zerfallende) Breakbeats (die zusammen mit der Musik in Einzelfällen durchaus an „Form and Funktion“ Zeiten des Herrn Photek erinnern) oder durch bis in Midtempobereiche heruntergehende, bauchigere Rhythmik wird der in diese Szenerie gestoßene Hörer durch eben diese getrieben: ohne Halt, ohne Hilfe, ein (Black) Film, in dem der Held (oder ist er in Wirklichkeit das Opfer?) hilfesuchend an den ausdruckslos abweisenden Bewohnern dieses ihm unbekannten Landstrichs scheitert. Kalt und zynisch und trotzdem verlockend. Trip.

Das “Self Titled” Debübt von Blackfilm ist als Reissue über Deovali Records erhältlich.

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KODIAK+N INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on October 6th, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010Mit großer Spannung erwarten wir den Auftritt von Gitarrist Hellmut Neidhardt, alias N, aus Dortmund und den ebenfalls aus dem Ruhrgebiet stammenden Kodiak, die am kommenden Sonntag auf dem Denovali Swingfest eine interessante Allianz eingehen und der geneigten Öffentlichkeit erstmalig das Ergebnis ihrer aktuellen Zusammenarbeit präsentieren werden. Vorab haben wir die vier zum Interview gebeten…

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Ihr habt grad eure ersten gemeinsamen Proben hinter euch. Wie ist es gelaufen?
K: Es läuft phantastisch. Die Chemie hat direkt gestimmt und wir mussten überhaupt nicht lange herumexperimentieren, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jeder in der Gruppe liefert das, was er am besten kann und es fügt sich wunderbar zusammen. Wir freuen uns riesig den passenden Counterpart für dieses Experiment gefunden zu haben.
N: Ich “kenne” Kodiak seit der ersten Platte; ich hatte da überhaupt keine Bedenken. Das passt und macht musikalisch Sinn.

Wollt ihr euch unseren Lesern, die euch noch nicht kennen, einmal gegenseitig vorstellen? Uns interessiert es aber natürlich auch wie, ihr den jeweils anderen musikalisch einschätzt.
K: Die Musik von N ist ein dicht gewobenes Geflecht aus meditativen Feedbacks und Live-Loops, die durch den Raum zu schwirren scheinen und dabei ständig variieren. Selten schafft eine Band ein so unfassbares Gefühl von Schwerelosigkeit und kraft zugleicht – und dabei handelt es sich hierbei nicht mal um eine Band, sondern nur um einen einzelnen Künstler. Wir haben N zuvor schon live erlebt und waren hin und weg.
N: Bei Kodiak ist es diese Mischung aus monolithischen Säulen und extrem dichten Atmosphären, die sofort packt. Das ganze dann in einem doch sehr eigenen, irgendwie körnig korrodierten Sound, das passt und ist einfach perfekt. Und wenn man sich die seitdem erschienenen, weiteren Veröffentlichungen von Kodiak anhört, überzeugt die Wandelbarkeit dieses (nur) auf den ersten Blick doch sehr fokussierten Konzepts.

Wie kam es eigentlich zur Entscheidung, gemeinsam aufzutreten?
K: Das ist eine gute Frage. Die konkrete Idee dazu kam wahrscheinlich von Denovali.

N: Die Idee stammt tatsächlich vom Label; meine neue VÖ, die N(9) “Gager” erscheint als mein erster Release auf Denovali und die Ansage, auf dem nächsten Swingfest zu spielen stand schon etwas länger. Mit Blick auf das Gesamtprogramm und die zu erwartende Festivalatmosphäre bin auch ich sehr zufrieden mit dem Konzept, Kodiak und mich zu einem gemeinsamen Auftritt zu bewegen. Und außerdem, mal sehen, was da noch so kommt…

N, wie ist es, zusammen mit drei aufeinander eingespielten Musikern zu spielen?
siehe nächste frage…

Kodiak, wie ist es, plötzlich ein weiteres “Bandmitglied” zu haben?
K: Es ist ein bisschen enger geworden im Proberaum. Und natürlich auch nochmal ein ganzes Stück lauter. Aber die Ampwand, die jetzt den Raum schmückt hat uns allen ein debiles Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Inwiefern hat sich der Prozess des Schreibens, bezogen auf eure Zusammenarbeit, geändert? Besonders für dich, N?
K: Bei Kodiak waren schon immer alle Bandmitglieder gleichermaßen an der Entstehung der Songs beteiligt. Das heißt niemand beansprucht das Songwriting für sich und wir gehen die Sachen immer gemeinsam im Proberaum an. Es war nicht schwierig, eine weitere Meinung in diesem Prozess zuzulassen. Und praktischerweise bieten unsere typischen Songstrukturen genügend Platz um eine weitere Gitarre aufzunehmen, ohne dass diese überflüssig klingt. Wir müssen uns also für unseren Teil überhaupt nicht verbiegen, sondern können einfach loslegen und die Gitarrenarbeit von Hellmuth fügt sich absolut organisch in den Sound ein und bereichert das Gesamtbild ungemein. Wir haben uns im Vorfeld ein wenig Gedanken gemacht, ob und wie unsere Arbeitsweiesen beim Schreiben zusammen funktionieren, oder ob wir uns dann gegenseitig im Weg stehen, aber es klappte alles erstaunlich gut. Wir waren uns auch unschlüssig, ob wir aufgrund der knapp bemessenen Zeit nicht einfach fertige Songs zusammenwürfeln sollten und die Parts dann nur gegenseitig begleiten würden. Aber dann haben wir genau das richtige gemacht und einfach drauflos gejammt. Das Feeling hat sofort gestimmt und uns absolut überzeugt. So war bereits nach der ersten Probe ein Großteil des Sets für das Swingfest geschrieben.
N: Erstaunlicherweise wenig. Wie schon beschrieben hatten wir zunächst gedacht, dass es vielleicht gut wäre, bestehendes Kodiak-Material zu bearbeiten, um schon einmal einen grob strukturierten Rahmen zu haben und diesen dann zu ergänzen und auszuarbeiten. Statt dessen haben wir eben zunächst ein bisschen improvisiert, in erster Linie, um uns gegenseitig ein wenig kennen zu lernen. Und da hat sich gezeigt, dass die Arbeitsweise von Kodiak und meine starke Ähnlichkeit besitzt. Ich hatte über die Tatsache, plötzlich mit drei weiteren Meinungen konfrontiert zu sein auch im Vorfeld bewusst nicht nachgedacht; unsere ersten persönlichen Kontakte bei einem Auftritt von mir bzw. einem von Kodiak waren gleich entspannt gewesen und ich habe daher Schwierigkeiten auf menschlicher Ebene sowieso nicht erwartet. Etwas anderes ist es natürlich, plötzlich noch 1-2 weitere Gitarren und einen Bass um sich zu haben, mit denen man sich harmonisch, soundlich und lautstärketechnisch auseinander setzen muss. Aber hier herrscht an keiner Stelle der Egotrip, unser Set bietet auch genügend Freiräume und wechselnde Verantwortung. Und, um auch das nicht zu vergessen: von früheren Bandsituationen kenne ich das Zusammenspiel mit dem Schlagzeug; ich muss dann nur etwas mit den Loops aufpassen…

Woher nehmt ihr eure Inspiration? Sowohl auf euer bisheriges, als auch auf euer gemeinsames musikalisches Schaffen bezogen.
K: Es gibt keine alleinige Quelle für die Inspiration zu unseren Songs. Trotzdem basieren alle  unsere Stücke auf einer Grundidee, die wir entweder im Vorfeld recherchieren und zurechtlegen oder während des Songwriting entwickeln. Die Idee zu den beiden Songs “Beginning” und “End” auf unserer LP zum Beispiel war schon zu Beginn der Arbeit klar, während bei “MCCCXLIX – The Rising End” erst ein Teil der Musik feststand und wir dann den Hintergrund passend zum Sound gesucht haben.
N: Mein Konzept als N beruht auf dem Einfangen des Moments. Viele meiner Stücke sind entstanden (und entstehen weiterhin), indem ich meine Verstärker anschalte, die Aufnahme starte und ohne jede weitere Überlegung spiele. Ich überrasche mich da immer noch selbst, das gibt mir die Sicherheit, dass diese Vorgehensweise noch längst nicht ausgereizt ist. Die größte Schwierigkeit bereitet es da, eine möglicherweise soundlich schlechte Aufnahme in ihrer musikalischen Qualität zu wiederholen… Eine weitere Inspiration ist schlicht der Klang von Gitarre und Verstärker; trotz aller dazwischen geschalteter Effekte ist es gerade diese Klangästhetik, die auf mich inspirierend wirkt.


Ist es etwas Besonderes, ein Festival quasi vor der Haustür zu spielen?
K: Dass das Swingfest hier um die Ecke stattfindet macht die ganze Sache für uns vielleicht sogar leider ein wenig unspektakulärer. Normalerweise hat man vorher eine mehr oder weniger lange Fahrt, die bei uns immer sehr lustig abläuft und bei der einfach ein anderes Feeling aufkommt, als wenn man nur kurz sein Equipment in den Kofferraum packt und ein paar Meter fährt. Aber es macht auch vieles einfacher. So fühlen wir uns direkt heimischer, kennen die Location bereits und können ohne Stress zum Festival. Man muss einfach weniger im Vorfeld organisieren.
N: Sehe ich genau so, allerdings, als zweitägiges Festival ist das Swingfest natürlich schon ein eigenes Kaliber. Ich freue mich auch, dass wir am zweiten Tag spielen; so kann ich den ersten einfach als Zuhörer genießen und mich schon mal auf die Atmosphäre einlassen.

Werdet ihr das Swingfest Konzert aufnehmen oder plant ihr vielleicht, gemeinsame Studioaufnahmen zu veröffentlichen?
K: Das Swingfest werden wir nicht mitschneiden können, aber bei Kodiak hatten wir ja auf unseren Aufnahmen immer wieder Gäste dabei, die die Songs enorm bereichert haben. Wir wollten schon bei der Nadja Split eigentlich lieber eine Kollaboration, als eine Split mit getrennten Seiten für jede Band. Die Grundidee, dieses Konzept in Zukunft mit N in die Tat umzusetzen hat sich glaube ich bei jedem in der Band festgesetzt und wir werden mal sehen, ob wir das zustande bringen können. Es wäre sicherlich unglaublich dann im nächsten Jahr zu viert die Tonmeisterei zu entern.
N: Da muss ich nichts mehr zu sagen… Außer: eine gemeinsame Platte kann ich mir SEHR GUT vorstellen…

Verratet ihr uns zum Schluss, wie N + Kodiak zusammen klingen werden?
K+N: Nein. Aber wir denken jeder, der sich mit den beiden Projekten auskennt kann sich prima vorstellen, wie es zusammen passen wird.

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DATURAH

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010 on October 5th, 2010 by M.H.

denovali swingfest 2010

In 2009 krankheitsbedingt leider nicht am Start, werden es die Frankfurter Daturah in diesem Jahr hoffentlich gesund und munter nach Essen zum Denovali Swingfest schaffen. Im vergangenen Jahr hatten wir euch die seit 2003 aktiven Protagonisten im Bereich des instrumentalen Post-/Noiserock im Rahmen unserer Swingfest Vorberichte an dieser Stelle bereits nähergebracht.

Zuletzt ist es etwas stiller geworden um Daturah, was darin begründet liegt, dass sich Schlagzeuger Patrick momentan, langsamer als erhofft, von einem Unfall erholt. Vertreten wird er durch Ingo von den ebenfalls aus Hessen stammenden Borgenine, mit dem sich die Band momentan auf die anstehenden Konzerte vorbereitet. In nächster Zeit werden die Jungs, neben dem Swingfest, am 09. Oktober im Vortex in Siegen und am 13. November auf dem Toppershouse Festival im Steinbruch in Duisburg zu sehen sein.

Das aktuelle Album “Reverie” ist bei Golden Antenna Records erschienen. Den Song “Shoal” vom Debüt könnt ihr euch hier kostenlos herunterladen. Weitere Hörproben liefert u.a. MySpace.

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SWITCHBLADE

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010 on October 2nd, 2010 by M.H.

denovali swingfest 2010

Die Schweden Switchblade, die am Samstag das Denovali Swingfest mit ihrem mächtigen Doom/Sludge Sound beschallen werden, definieren und zelebrieren mit der Musik ihres aktuellen, sechsten Outputs die Langsamkeit. Ausladende, überlange Kompositionen, die in ihrer vermeintlichen Behäbigkeit eine Intensität und Kraft entwickeln, die man zunächst gar nicht vermuten mag. Nahtlos gehen die schlicht von I bis III durchnummerierten Stücke von "Switchblade", in 2009 bei Trust No One Recordings, wie nahezu alle bisherigen Veröffentlichungen ohne speziellen Albumtitel erschienen, ineinander über und entfalten in ihrer Gesamtheit eine gewaltige Durchschlagskraft. Der aggressive Kreischgesang wird nur spärlich eingesetzt und hält sich dezent im Hintergrund, untermalt dabei aber perfekt die gewaltigen Gitarrenwände, die die Band in aller Gelassenheit zu mächtigen monumentalen Soundwalzen auftürmt.

Bereits 1997 gegründet, hat die Band über die Jahre eine hohe Produktivität an den Tag gelegt und neben den sechs Studioalben noch verschiedene (Split-) 7” und 10”, beispielsweise mit Cult of Luna und Last Match, herausgebracht.

Im Frühjahr 2010 hat Gründungsmitglied Anders Sten (Bass/Gesang) Switchblade verlassen. Johan Folkesson und Tim Bertilsson haben jedoch beschlossen, ihn nicht zu ersetzen, sondern als Duo weiterzumachen und nur von Zeit zu Zeit mit wechselnden Gastsängern zu experimentieren. Dies bedeutet keinesfalls Neuland für die Schweden, da es in der Vergangenheit bereits mehrfach zur Zusammenarbeit mit Sängern befreundeter Bands kam. So wird man Switchblade künftig auf der Bühne mal instrumental, mal mit Gesang erleben dürfen, immer jedoch mit der Grundausstattung 1 drumkit, 1 guitar, 2 guitar amps and 1 bass amp, wie die beiden auf ihrer Webseite versichern. Aktuell haben sie sich in ihren Proberaum zurückgezogen, um sich in Ruhe auf die anstehende Mini-Tour und natürlich ihren Auftritt auf dem Swingfest vorzubereiten. Wir sind gespannt, in welcher Konstellation wir Switchblade am nächsten Wochenende in Essen erleben dürfen.

Die Vinylversion des 2009er Albums könnt ihr über Denovali Records ordern. Dort habt ihr auch die Möglichkeit, in zwei der drei Songs reinzuhören. Aktuelle Tourdaten findet ihr zudem in unserem ONTHEROAD Bereich.

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