MOVING NOISES II COMPILATION

Posted in MOVING NOISES FESTIVAL, ontheroad, Release on February 14th, 2015 by D.K.

Das zweite Moving Noises Festival steht in einer Wochen an. Als kleinen Appetithappen haben Midira Records die zweite Festival begleitende Compilation veröffentlicht. Genau wie bei der ersten Compilation haben alle Künstler des Festivals einen bisher unveröffentlichten Track oder eine neue Live Version eines bekannten Tracks beigesteuert.

Die Compilation gibt es auf Bandcamp zum Selbstentscheidenwievieleuchdaswertist-Preis.

Hier ist unser Track für Track Eindruck:

Dirk Serries – Microphonics XXVI Deconstruction Faith

Serries steuert einen neuen Track seiner Microphonics Reihe bei und überrascht hier mit einem sehr minimalistischen Track, der von einem Dronesynthieteppich getragen wird. Ein massiver Opener, der mehr als nur die Ohren freispült.

RM 74 – Let Go Of The Earth

Reto Mäders Soloprojekt ist im Vergleich zu Sum Of R und Ural Umbo sehr viel intimer. Dieser neue Track, begleitet von einer Pianistin, ist ein Beispiel für die intime und fragile Atmosphäre der RM 74 Welt. Laut oder leise gehört, ein absolutes Gänsehauterlebnis.

Piiptsjilling – Rein

Langsam sich steigernde Ambientflächen eröffnen den Track. Im Moment, in dem man sich komplett auf den Sound eingelassen hat, kommen die friesischen Vocals hinzu. Gruselig und zutraulich zugleich.

Mohammad – Vildblomma (Live)

Die drei Athener wissen was es heißt, Basssounds zu erzeugen. Man spürt, wie die Cellobögen über die Saiten gleiten und zerstörerisch durch die Lautsprecher auf einen zurollen. Weder Klassik, noch Drone, aber doch irgendwie. Einfach genial.

Silver Graves – Urquell

Die zwei Berliner fallen etwas aus dem Rahmen und überraschen mit einer Noisefläche, durch die eine Surfrockgitarre versucht, sich ihren Weg zu bahnen. Zunächst denkt man, es passe nicht zusammen, doch nach einigen Hörmomenten spielt sich alles ein und man möchte mehr hören.

Tape Measure Kid – Fissure (Live)

Jim Campbell und N sind ein ungleiches Paar. N mag seine noisige Gitarre, Jim seine blinkenden Regler. Keine Ahnung wie die beiden zusammengefunden haben, aber was die beiden zusammenschmelzen lassen ist eine perfekte Noisewand aus Elektronik und Gitarrensounds. Zurecht hat das Rock-A-Rolla Magazin den Vergleich mit Herrn Tim Hecker gezogen.

Nadja – Icelight (Live)

“Icelight” stammt von der gemeinsamen Platte mit Vampilla. Hier in der aktuellsten „Nadja Alleine Live Version“, aufgenommen im Dezember 2014. Ein episches Doomstück, das in 22 Minuten alles niederdröhnt, was sich ihm in den Weg stellt.

Machinefabriek – Op

Den Abschluss macht das wunderschön introvertierte “Op”. Einfach laufen lassen, Augen schließen, auf sich wirken lassen. Ein Muss für jeden Rutger Zuydervelt Fan. Ein Muss für jeden, der minimalistische Musik schätzt.

Übrigens gibt es im Midira Shop noch Restbestände der ersten Moving Noises Compilation, die auf CD bei Midira Records erschienen ist. Unter anderem mit Tracks von Aidan Baker, Svarte Greiner, Fabio Orsi, N, Duane Pitre und thisquietarmy.

Sichert euch die günstigen Vorverkaufstickets für das nächste Moving Noises Festival am 21. Februar 2015. Es lohnt sich.

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DIE FLAMME VON ERIK K SKODVIN

Posted in Release on June 9th, 2014 by D.K.

Erik K Sodvikn, eine Hälfte von Deaf Center und sonst Solo als Svarte Greiner unterwegs, lässt zum zweiten Mal alle Hüllen fallen und liefert nach “Flare”, dem ersten Album unter seinem echten Namen, jetzt den Nachfolger “Flame”.

Natürlich hat sich wie beim ersten Album das kleine Berliner Label Sonic Pieces dieser Veröffentlichung angenommen und der Musik ein passendes Drumherum verpasst. Kommen wir aber zunächst zum Hörbaren.

“Flame” vereint neun Stücke des Norwegers, die den Musiker von einer neuen Seite zeigen (oder gleich mehreren neuen Seiten). “Shining, Burning” lässt ein Klavier erklingen. Ein Klatsch-Takt kommt aus dem Hintergrund, Gitarrenfeedbacks bauen einen Soundnebel auf, Drumakzente kommen hinzu. So viele Instrumente hat man wohl noch nie gehört bei Herrn Skodvin. Und hat man sich eingegrooved entschwindet der Track auch wieder. “Moving Mistake” klingt nicht nur vom Titel negativ, sondern zieht die Stimmung auch direkt runter, wenn die lauten Drums einem entgegenpumpen und Saiteninstrumente im Hintergrund düstere Flächen aufbereiten. “Reflecting” mit seinem Klavierklimpern und den Streichersounds ist ähnlich düster, aber auch sehr offen zugleich. Bei “Flames” steht die Gitarre im Vordergrund. Ausnahmsweise mal nicht mit Effektgeräten und Werkzeugen bearbeitet. Eine Minute später wabert schon der nächste Track “Red Box Curves” durch die Boxen. Was hier alles wellenartig durch die Boxen gejagt wird ist eigentlich egal, es klingt betörend schön. Ein experimentelles rhythmisches Klangfest. “Corrin Den” wartet mit den Klarinettenklängen von Gareth Davies auf. Field Recordings im Hintergrund, wunderschön verstimmte Gitarrensaiten, bassige Drones, Drums. “Black & Bronze” nimmt sich Zeit und baut Spannung auf, bis nach einer Minute ein Klangteppich aus Klarinette und Drones aufgebaut ist, der von massiven aber minimalistischen Drums geleitet wird. “Cypress Reverb” klingt wie ein Orchester, das nach neuen Grenzen sucht. Der Song verdichtet sich immer weiter, wird lauter, lässt dann wieder los und nach drei Minuten setzt ein seicht hämmernder Percussionsound ein. Monumental. “Drowning, Whistling” schließt das Album mit einem gleitenden Drone ab.

Ein sehr offenes und direktes Album, das nicht nur wegen dem Einsatz verschiedener Instrumente überrascht, sondern auch viele Stile vereint, die man hier nicht erwartet hätte. Das Mastering von Nils Frahm ist hier sehr direkt, so dass man als Hörer mittendrin ist.

“Flame” erscheint auf Sonic Pieces als CD in zwei verschiedenen Versionen und als Doppel Vinyl inklusive dem Erstwerk “Flare”. Die 350 Vinylexemplare sind bereits ausverkauft. Wer ein Exemplar haben möchte, sollte sich also schnell auf die Suche machen und alle bekannten Mailorder und Shops durchsuchen.

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WIEDERGEBURTEN

Posted in Release on March 29th, 2014 by D.K.

thisquietarmy war in letzter Zeit sehr fleissig, was das Veröffentlichen und Touren angeht. Eine Nebenerscheinung dieser scheinbaren Überarbeitung ist “Rebirths”, das neue Album des kanadischen Ein-Mann-Drone-Monsters.

rebirths cd

Über die letzten Jahre hat Eric Quach alias thisquietarmy einige Songs geschrieben, die einen sehr starken Wiedererkennungswert haben, Ohrwürmer sozusagen. Das geht nämlich bei experimenteller Musik. Live kommen diese Tracks natürlich auch sehr gut an und wurden daher das ein oder andere Mal gespielt. Resultat ist, dass sich diese Tracks durch das wiederholte Livespiel verändert haben. Anlass genug für Quach, sich ins Heimstudio zu setzen und die Songs in den neuen Versionen nochmal neu einzuspielen.

Aphorismes MMXIV
Ursprünglich auf der Split/Kollaborationsplatte mit Year Of No Light via Consouling Sounds erschienen, nimmt sich thisquietarmy in dieser Version Zeit für das Wesentliche. Auf über 13 Minuten breitet sich eine Dronemelodie aus, die von Drummachine und noisigen Gitarren untermalt wird. Gleichwertig gut, wie das Original. Und überhaupt einer der hervorstechendsten Tracks des Künstlers.

The Pacific Theater MMXIV
Im Original auf “Vessels” via Aurora Borealis erschienen. In der neuen Version noisiger mit großem Fokus auf die Wirkung der wuchtigen Drumsounds. Noisig und rockig zugleich. Hier mag man sich nicht entscheiden, welche Version besser gefallen möchte.

Revival MMXIV
Auf “Resurgence” via Denovali Records schon eine Besonderheit, weil hier ein Basslauf samt fetzigen Drums den Song in eine Art New-Wave-Drone verwandelt. Auch in der neuen Version darf dieses markante Merkmal nicht fehlen. Der Song fällt einfach generell aus dem Rahmen, so auch hier.

The Black Sea MMXIV
Ebenfalls aus dem Vessels Repertoire und ähnlich hervorstechend wie der Opener dieses Albums, zelebriert thisquietarmy auf “The Black Sea” seine Noise-Drone-Landschaften auf über 13 Minuten und unterstreicht, dass er zu den wichtigsten Künstlern dieses Genres gehört. Die neue Version ist eindeutig rauher und ungehaltener. Ein Fest.

Stealth Drone I (Bonus Track)
Auf der japanischen CD Version des Albums via Tokyo Jupiter Records gibt es noch den obligatorischen Bonustrack. Keine Neuaufnahme,  dafür aber sehr passend als Abschluss des Albums, denn hier hat der Hörer Zeit wieder runterzukommen. Es brummt, vibriert, gleitet in den Ohren, einfach nur schön dronig.

“Rebirths” gibt es auf CD via Tokyo Jupiter Records und auf LP via thisquietarmy Records.

Natürlich ist thisquietarmy wieder auf Tour und hat die LP dabei. Hier findet ihr alle Informationen…

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N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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BEN FROST HOCH DREI

Posted in Release on September 15th, 2013 by D.K.

Ben Frost hat sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht, so scheint es zumindest, wenn man sich nur auf seine Album-Diskografie konzentriert. Neben Auftragsarbeiten, beispielsweise für eine große Sportmarke, hat sich Frost auf Scores für Filme und Theater-Aufführungen konzentriert. Jetzt gibt es drei dieser Scores als Download-Alben auf Bandcamp und jeder Euro lohnt sich…

“Sleeping Beauty” ist der Score für den gleichnamigen Film von Julia Leigh. Musikalisch konzentriert sich Ben Frost hier auf zugängliche elektronische Klanglandschaften. Die meist kurzen Stücke schleichen sich förmlich ins Gemüt des Hörers, manch einer aggresiver als der andere. Der finale Titeltrack ist einer der emotionalsten Momente in Frosts Werk. Kalte elektronische  Sounds, die massig Wärme erzeugen. Ach ja und dann ist da noch der Frostsche Basssound. Unheimlich.

“FAR” ist der Score für ein Tanzstück, das auf dem Buch “Flesh In The Age Of Reason” von Roy Porter basiert. Der Score wartet mit vielen Gastmusikern und Vocalisten auf. Die Sounds basieren auf Field Recordings von Chris Watson und Lawrence English. Der Score konzentriert sich auf klare Strukturen und hat wenig Überraschungsmomente. Ungewöhnlich für Frost.

“Black Marrow”, auch für ein Tanzstück entstanden, ist das Highlight unter den drei neu veröffentlichten Scores. Keine Ahnung worum es in dem Stück geht, aber wenn auf der Bühne der gleiche Horror stattfindet, wie im Kopf des Hörers… Ben Frost ist ja bekannt dafür, Sounds aus diversen Bereichen zu vermengen und zu verfremden. Hier steht ein Biestsound im Vordergrund. Es ist nicht erkennbar, ob das Original Tier oder Mensch war, was es jetzt ist, ist klar hörbar: Ein elektronisches Ambientmonster. Natürlich besteht der Score nicht nur aus Gebrüll, es gibt auch verstörende Streichertöne, kaputte Saitentöne, betörende Drones und wortlose gespenstische Vocals.

Wer sich nicht entscheiden kann, sollte auf jeden Fall mit “Black Marrow” beginnen.

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OIKOS

Posted in Release, Tapes on May 26th, 2013 by D.K.

Oikos ist ein spanisches Duo bestehend aus David San Martín und Rafael Femiano, das sich auf experimentelle Synthie- und Dronesounds konzentriert. Wobei das Festlegen auf eine bestimmte Stilrichtung hier fehl am Platz ist.

oikos

“Ecotono” nennt sich das Debüt von Oikos, das 2011 über Utech Records erschienen und mittlerweile nur noch als Download erhältlich ist. Darauf präsentieren sich die beiden Musiker zunächst laut und dronig und zelebrieren mit unterschwelligen Delayrhythmen den Sound, der dieses Duo ausmacht. Die Besonderheit von Oikos ist der Effektreichtum trotz minimalen Effekteinsatzes. Langsam schleichen sich die Drones aus dem Sound von “Ecotono” und die zweite Hälfte des Albums wird zunehmend synthielastiger. Eine Soundreise mit viel Charakter und Liebe zum Handwerk. Den letzten Schliff hat das Album noch durch die saubere und direkte Art des Masterings von James Plotkin erhalten. Wer das Album nicht nur digital genießen möchte, sollte sich mal bei Merzbild informieren, ob noch die Tape Version erhältlich ist.

oikos tape

Mit “Solve Et Coagvla” ist nun der Nachfolger erschienen. Diesmal über Land Of Decay, dem Label der beiden Locrian Gründungsmitglieder Terence Hannum und André Foisy. Das auf limitierte Tapes spezialisierte Label hat dieses Album auf einem C60 Tape verewigt und bietet der Musik den passenden Tonträger. Denn der Nachfolger von “Ecotono” ist viel direkter und rauher im Sound, was auf Kassette besonders gut rüber kommt. Seite A ist mit drei Tracks bestückt, die stilistisch der ersten Hälfte von “Ecotono” ähneln und vor allem durch Drones und gigantische Gitarrenparts überzeugen. Auf “Omniscience” lässt es sich sogar Foisy selbst nicht nehmen, die Gitarrenparts beizusteuern.

Auf Seite B widmen sich Oikos auf den beiden Tracks “Altered” und “Vimana” den eher ausufernden Soundideen und lassen sich Zeit, um eine bedrohliche Klanglandschaft aus Gitarren und Effekten gedeihen zu lassen. Massiv schön.

Ein Album, das sich ins Gedächtnis einbrennt.

Bestellen könnt ihr das Tape direkt über den Land Of Decay Shop.

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CORY ALLEN & MARCUS FISCHER

Posted in Release on February 28th, 2012 by D.K.

Am 22.02. ist das gemeinsame digitale Album von Cory Allen und Marcus Fischer erschienen. Für 2,22 Dollar gibt es zwei 22minütige Tracks mit den Titeln „TWO / TWENTY-TWO / EIGHTY-TWO“ und “TWO / TWENTY-TWO / SEVENTY-SEVEN”. Soviel zu den in sich verwobenen Fakten der digitalen Platte „TWO / TWENTY-TWO“.

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Cory Allen aus Austin (Texas) und Marcus Fischer aus Portland (Oregon) sind beide in der Welt des filigranen Sounderzeugens unterwegs, in der aus Field Recordings und experimentellem Instrumenteneinsatz epische Klanggebilde entstehen. Rein zufällig haben beide am 22. Februar Geburtstag. Grund genug, sich gegenseitig mit Samples und Klangcollagen zu beschenken, um daraus ein gemeinsames Werk entstehen zu lassen. Abgesehen vom äußerst gelungenen Zahlenkonzept, das diese Veröffentlichung umgibt, ist das musikalische Ergebnis noch viel beeindruckender. „TWO / TWENTY-TWO / EIGHTY-TWO“ fließt wie eine warme Quelle, in der man sich baden kann, durch die Ohren und versprüht eine Wärme, wie sie nur selten durch solche Sounds erzeugt wird. Ein Rauschen, ein Brummen und ein Flirren gepaart zu einer musikalischen Welle und dann folgt ein Delay-Ungetüm, das einen fiesen Eigenrhythmus entwickelt und zum Ende hin die restlichen Sounds verschluckt. “TWO / TWENTY-TWO / SEVENTY-SEVEN” beginnt greifbar mit orgelähnlichen Sounds, die in sich verwoben 10 Minuten lang vor sich herdröhnen, bis dann eine Field Recordings Wolke alles verschleiert und eine Mischung aus Noise und Klavier und dann nur Klavier mit knarrenden Field Recordings die zweite Hälfte des Songs gestaltet. Eine Freude für Freunde experimenteller Ambientsounds.

Bleibt nur ein Rätsel: Wem gehört welches der Geburtsdaten, die sich in den Songtiteln verstecken?

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ISIS LIVE VI 11.16.07

Posted in Aktuell, Release on February 19th, 2012 by D.K.

Vor einem Monat haben wir euch von der geplanten Isis Live CD-Box berichtet, die Ende März über Daymare Records erscheinen wird. Der bisher unveröffentlichte sechste Teil, der im Boxset enthalten sein wird, ist seit dieser Woche auch als digitaler Download (über die bekannten Plattformen) erhältlich.

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Isis haben auf “Live VI – 11.16.07” ein fünf Jahre altes Konzert verewigt, das die aufgelöste Band von ihrer dynamischsten Seite zeigt. Die Aufnahmen sind soundtechnisch die besten veröffentlichten Liveaufnahmen von Isis. Alle Gitarren (egal ob grad zwei oder teilweise vier zu hören sind) kommen klar hörbar durch die Boxen, die Drums und der Bass fügen dem ganzen Paket den passenden Rhythmus bei und die Vocals von Aaron Turner sind wie gewohnt rau und kantig, wie der gesamte Livesound der Band, der in der Endbearbeitung durch die Hörgänge von Isis-Drummer Aaron Harris und Kultproduzenten James Plotkin gegangen ist.

Besonders das Dreigespann – aus “In Fiction”, “Holy Tears” und “Weight” (mit Maria und Ayal von 27) bestehend – überzeugt in seiner Klanggewalt, die sich von ambientartigen Soundteppichen bis zu doom-sludgigen Gitarrenwänden erstreckt.

Entscheidet selbst, ob ihr den Download, das CD-Boxset oder die geplante Vinylversion von “Live VI – 11.16.07” haben wollt.

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RADERE

Posted in Musik on January 29th, 2012 by D.K.

Carl Ritger aus Boulder (Colorado) ist der Mann hinter Radere. Boulder heißt übersetzt Felsblock und liegt am Fuße der Rocky Mountains. Und es ist die Geburtsstätte von “I`ll Make You Quiet”, dem neuen Album von Radere, das auch sowas wie ein Felsblock am Fuße der experimentellen Gitarrenmusik ist.

radere artwork

Alles fängt an mit dem Titeltrack “I`ll Make You Quiet”, der genau das hält was er verspricht. Der Sound setzt ein und entwickelt sich aus einer Ambientvorlage in ein noisiges Gewitter, das aber nicht kakophonisch daherkommt, sondern mit einer hintergründigen Melodie aufwartet und fesselt. Ich bin ruhig, ich lausche… Versprechen gehalten. “Sometimes, I Can’t Make Full Sentences” ist direkter und greifbarer als der Opener. Der Sound wandert immer zwischen Elektro und Gitarrentönen, verbindet sie, löst sie. “…So I Left” steigt sofort mit einer Felsenwand von Sound ein, Gitarrenklänge wie eine besessene Kirchenorgel kommen und gehen wie Ebbe und Flut, bis am Ende nur das schräge Zwitschern von Vögeln(?) bleibt. “Good Evening, Ghosts (Version)” brodelt vor sich hin; dumpfe Sounds, die sich im Hintergrund halten, und die stetige Erwartungshaltung, wieder von einer Noiseeruption überrollt zu werden. Doch es bleibt nur beim Brodeln, kein Ausbruch, Spannung kann er halten dieser Herr Ritger. “Stay Away” als Abschluss tritt soundlich dann wieder in den Vordergrund der Boxen/Kopfhörer. Field Recordings, Drones, Ambientflächen, noisige Einschübe… Dieses Album ist wirklich ein Felsblock von Platte, die sich im Gehör festsetzt.

Erschienen ist das Album bisher nur als Download über die Bandcampseite des Onlinemagazins Future Sequence, das bisher nur zwei kostenlose Ambientcompilations veröffentlicht hatte, auf denen auch Radere vertreten ist. “I`ll Make You Quiet” von Radere ist das erste Album eines Solokünstlers, das über Future Sequence erscheint. Nicht nur wegen des genialen Masterings von Jannick Schou und des erhabenen Artworks (in diversen Größen auch als Wallpaper erhältlich) eine Pressung auf Vinyl wert.

Auf der Bandcamp Seite von Radere gibt es übrigens viele weitere Sounds zu entdecken, viele kosten auch nur eine Spende eurer Wahl.

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B.SON – DOWNLOAD UND NEWS

Posted in ontheroad, Release on June 24th, 2011 by M.H.

Die Mannheimer Black Shape Of Nexus melden sich mit erfreulichen Nachrichten und einem speziellen Bonus für ihre Fans zurück.

B.SON haben angekündigt, dass sie sich im Dezember ins Studio zurückziehen werden, um ihr neues Album einzuspielen, für dessen Veröffentlichung über Exile On Mainstream Records der Frühsommer 2012 angepeilt wird. Die Wartezeit bis dahin verkürzt uns “Live In Mannheim”, ein längst vergriffenes, 60-minütiges Live-Tape, auf dem die Band in eindrucksvoller Manier der hohen Schule des schleppend monströsen Doom/Sludge frönt. Kostenlos bereitgestellt wird das Tondokument auf bandcamp.com.

Der nächste Livetermin liegt glücklicherweise auch nicht in allzu großer Ferne, so dass die Band bereits am 23. Juli beim Konzert mit Wall und Kodiak+N im JUZ Mannheim ihren neuen Bassisten Stef (ex Diavolo Rosso, Ghost Of Wem) vorstellen kann.

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BEKO DSL

Posted in Label on June 23rd, 2011 by D.K.

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Wäre es nicht eine gute Sache, wenn es ein Label gäbe, das jeden Montag eine digitale Single, Compilation oder ein digitales Album veröffentlicht, und das Ganze noch umsonst?

Das französische Beko Digital Single Label aus Brest macht genau das. Jeden Montag erscheint eine Platte von eher unbekannten, aber äußerst interessanten Musikern und Bands aus Frankreich und dem Rest der Welt. Das Label ist mittlerweile schon etwas über 90 Wochen aktiv, das bedeutet: Zeit nehmen und durchhören. Wir sind auch noch dabei…

“Beko 71 – Maps and Diagrams & Estela Lamat” ist auf jeden Fall ein Highlight, bei dem die Ambientstücke von Tim Martin alias Maps and Diagrams auf die Spoken Words der chilenischen Schriftstellerin Estela Lamat treffen.

beko 71

beko 31

“Beko 31 – Pink Priest”, das Ambientprojekt des Amerikaners, der auch unter dem Namen Gremlynz bekannt ist, zeigt hier auf zwei Songs, wie überzeugend düsteres minimalistisches Gedröhne sein kann.

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NEUE KERRETTA SINGLE

Posted in Release on June 20th, 2011 by D.K.

Kerretta
Das neuseeländische Instrumentaltrio Kerretta steht kurz vor der Veröffentlichung seines nächsten Albums. Als kleinen Vorgeschmack gibt es die neue Single “A Ways To Uprise” diese Woche als kostenlosen Download bei Golden Antenna Records. Reinhören lohnt sich!!!

Mehr zu Kerretta…

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PULSEVE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Pulseve

Pulseve ist ein Instrumental-Duo aus dem italienischen Torino, das allein durch Einsatz von Bass und Drums überzeugen kann. Mit “Magnet” liefern Pulseve ihre Debüt EP und holen in knapp 20 Minuten und vier Songs alles aus ihren Instrumenten. In feinster Math-Rock Manier werden vertrackte Bass und Drum Rhythmen aufgebaut, die mit melodiösen Prog-Rock Basseinlagen ergänzt werden. Was Bassist Maurizio da aus seinem 5-Saiten-Bass zaubert, ist an der ein oder anderen Stelle echt erstaunlich und klingt nicht immer wie ein Bass. Hörenswert.

“Magnet” ist kostenlos auf Bandcamp erhältlich und wartet darauf, aus den Lautsprechern zu schallen. Mehr gibt es hier nicht zu sagen.
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UTECH RECORDS MUSIC FESTIVAL SAMPLER

Posted in Release, Sampler on April 9th, 2011 by D.K.

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Das amerikanische Label Utech Records, bekannt für seine experimentellen Gitarrenkünstler, veranstaltet diese Jahr das erste Label Festival. Vertreten sind Labelbands wie Locrian, Horseback, Mamiffer oder Ural Umbo. Schade, dass das Ganze so weit weg ist.

Als kleinen Trost gibt es anlässlich des Festivals aber einen Label Sampler zum freien Download. Neben bereits veröffentlichten Songs aus dem Utech Kader, sind vier bisher unveröffentlichte Songs von Utech Bands wie zum Beispiel den Schweizern Ural Umbo vertreten. Als besonderer Appetithappen ist auch ein Song von der neuen Locrian/Horseback Platte auf dem Sampler verewigt.

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ONDE SPHÉRIQUE

Posted in Release on April 2nd, 2011 by M.H.

In 2008 von Musikern der Bands Psyrim, Shafott und Frames Of Mind ins Leben gerufen, begannen die Trierer Onde Sphérique ihre musikalische Reise im Doom/Post-Metal und haben nun nach verschiedenen Besetzungswechseln Ambient geschwängerte Post-Rock-Gefilde erreicht. Nach den beiden EPs “From Our Glaring Gold…” und “Gift” melden sie sich nun mit dem Track “expEDITion” zurück.

Der epische Song hat in seinen mehr als 10 Minuten einiges zu bieten, beginnt atmosphärisch ruhig und offenbart im weiteren Verlauf die gesamte musikalische Bandbreite der Band, indem rockigere Parts gekonnt mit Samples, sowie Keyboard- und Synthie-Spielereien kombiniert werden.

“expEDITion” wird von der Band hier als kostenloser Download bereitgestellt. Alle übrigen Veröffentlichungen sind exklusiv über blackscaped.de erhältlich.

 

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