VALERIAN SWING

Posted in Release on November 2nd, 2011 by M.H.

Die experimentellen Prog-Post-Coreler Valerian Swing aus dem norditalienischen Städtchen Correggio haben sich 2005 zusammengefunden und nahmen ein Jahr später bereits ihre erste EP auf. Im Jahre 2008 folgte das Langspieldebüt “Draining Planning For Ears Reflectors”, welches ihnen ausgedehnte Tourneen durch verschiedene europäische Länder bescherte. Viel Zeit also, am eigenen Stil zu feilen und die eigene musikalische Nische zu finden. Im Sommer 2010 schließlich war die Zeit reif für Album Nummer zwei. Also begaben sich die drei Jugendfreunde ins ferne Seattle, um im renommierten Red Room Studio von Matt Bayles ihre aktuellen Kompositionen auf einen Tonträger zu bannen. Das Ergebnis hört auf den Namen “A Sailor Lost Around The Earth”, klingt, wie man nach der Entstehungsgeschichte fast vermuten möchte, sehr ausgereift und punktet mit einer überaus eigenständigen Mixtur.

Dass der Bandname nicht von ungefähr kommt, stellt die Band schon im ersten Song klar. Das grundsätzlich recht eingängige und simple “Dr Pengl Is There” wird durch Bläsereinsatz und beschwingte Jazz-Versatzstücke bereichert und repräsentiert die Spiel- und Experimentierfreudigkeit der Italiener – zwei Eigenschaften, die sich im weiteren Verlauf als ein Trademark der Band offenbaren sollen. Jazzig vertrackte Einschübe konterkarieren die in ihrem Grundgerüst recht straighten, stets zwischen locker fluffig und heftig rockend pendelnden Songs und verleihen ihnen so neben extremer Dynamik auch eine ganz eigene Note. Positiv ausgezahlt hat sich ohne Zweifel auch das Mitwirken des italienischen Posaunisten Gianluca Petrella, den das Trio für die Aufnahmen gewinnen konnte, der es mühelos schafft, zusätzliche Farbtupfer zu setzen. Gesang setzt die Band hingegen sehr dosiert ein und nutzt ihn nur an wenigen Stellen als ergänzendes Stilmittel.

“A Sailor Lost Around The Earth” ist seit April im CD Format über Magic Bullet Records erhältlich. Wer einen Plattenspieler sein Eigen nennt, sollte sich allerdings lieber die Vinyl Version zulegen, die auf SubSuburban erschienen ist, da diese zusätzlich mit einer 7” mit speziellen Remixen bestückt wurde.

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