DRONE ZUSAMMENKÜNFTE

Posted in Release, Sampler on June 22nd, 2011 by D.K.

In letzter Zeit sind gleich zwei Drone Compilations erschienen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

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CANADIAN DRONES, VOLUME ONE

Zunächst einmal verwundert hier, dass eine Kompilation vorliegt, deren Kurator das kanadische Label [Walnut+Locust] ist, die Veröffentlichung selbst aber vom israelischen Sub-Label 0bpm herausgebracht worden ist. Aber, warum nicht? Vertreten sind vierzehn Künstler. Die bekannteren sind Thisquietarmy, Aun, .cut. featuring gibet und die beiden Nadja-Mitglieder Aidan Baker, der mit einer “Minimal Version” seines Silent Ballet Volume XV Kompilation Songs “Turn Tail” vertreten ist, und Leah Buckareff, die einen ihrer seltenen Bass-Solo-Songs namens “Bass Drone #7” beisteuert. Aber auch die unbekannteren Namen, oder gerade diese, machen diese Kompilation interessant. “Deutsche Luftpost” von Pier-Emmanuel Tremblay sticht besonders hervor, weil seine musikalische Idee ungewöhnlich ist… während ein unruhiger O-Ton eines von seinen Gefühlen überwältigten Kriegsberichterstatters zu hören ist, ist im Hintergrund ein ruhiger Klaviersound zu hören, der in Kombination mit der aufgewühlten Stimme des Reporters interessante Hörerlebnisse hervorruft. Während die meisten vertretenen Künstler aus Vancouver oder Montreal stammen, fällt der Noise-Drone Künstler Beneath These Idle Tides auf, der aus Calgary, nordöstlich von Vancouver, stammt und mit seiner Mischung aus Weißem Rauschen und tiefen Dronemelodien eine ebenfalls überzeugende Mischung liefert. Hier gibt es viel zu entdecken.

“Canadian Drones, Volume One” ist direkt über 0bpm beziehungsweise dem Hauptlabel House Of The Last Light (etwas undurchsichtig das Ganze…) beziehbar. Einfach eine Mail an house_of_the_last at yahoo.com schicken und der Rest ergibt sich schon…

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MAGNETIC FIELDS & ZERO DIMENSION PLANES

Das belgische Consouling Sounds Label hat sich mit seiner Kompilation zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Herangehensweisen von zwölf Ambient und Drone Künstlern zu präsentieren, die sich zwischen Sounds mit wenig Variation bis hin zu heraufbeschwörten beklemmenden Rhythmen bewegen. Die Platte wird von [Multer] eröffnet. Auf “Amsterdam 2 Uhr Nachts” ist das minimalistische Zusammenspiel von Gitarre und Orgel zu hören. Es brodelt, der Sound wächst und kurz vor dem Höhepunkt, den man erwartet, erlischt der Sound in einem O-Ton von den Straßen Amsterdams (?). Blyndhæð dann als Kontrast mit einem Sound, der eher gefühlt als gehört werden kann, Minimalismus in seiner extremsten Ausführung. Distant Fires Burning beginnen mit einem twinpeakschen Basssound und mutieren zu einem Elektrogewitter. Mirko Uhlig an fünfter Stelle. Wer ihn kennt, der weiß, dass Uhlig von zurückhaltend-ruhig bis grenzwertig-noisig klingen kann. “Soot Pony” klingt nach Kirchenorgeldrone, einnehmende, berauschend langanhaltende Töne und dann Field Recordings von Rädern auf Kies, lauten stolprigen Schritten… Ein Film ensteht vor dem inneren Auge. N, mit Projekt Nr. 16 namens “Dangast” an siebter Stelle, zeigt, was eine Gitarre für Sounds erzeugen kann, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt nach Anspielen der Saiten der Hörer den Sound zu hören bekommt. Schwingende Sounds gleiten durch die Gehörgänge und lassen kaum erahnen, welches Instrument hier gespielt wird. Genau so verhält es sich mit den Drones von Premonition Factory, die ebenfalls nicht erahnen lassen, dass hier alles auf live eingespielten Keyboards entstanden ist. Tzesne als Abschluss dieser Zusammenstellung mit wummernden Sounds, man kommt sich vor wie in einem dunklen Raum, hinter dessen Wänden die Sounds von “Lived Things Heard Things” zu hören sind.

“Magnetic Fields & Zero Dimension Planes” kommt in einem zusammengefaltetem A3 Artwork von .vorst ontwerp und kann direkt über Consouling Sounds bestellt werden.

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DRONEBURG

Posted in ontheroad on March 9th, 2011 by D.K.

droneburg

Am letzten Aprilwochenende, 29. und 30.04.2011, verwandelt sich Hamburg für zwei Tage in die Hochburg für Drone und Doom. Das Droneburg Festival findet zum ersten Mal statt und bietet den Besuchern eine große Bandbreite an schwerfälliger und langsamer Musik (im positivsten Sinne).

Das Festival findet an vier Ortschaften in Hamburg statt. Mit dabei sind unter anderem N aus Dortmund, Kodiak aus dem Ruhrpott, Blckwvs aus Münster und Seconds In Formaldehyde aus Thüringen. Das Festival hat auch ein paar unbekanntere Bands im Lineup wie Head Of The Taurus, die mit ihrer Single “Calamity/Perdition” auf Droehnhaus bereits die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.

Neben der Livemusik werden zwei Filme vorgeführt und – besonders interessant und außergewöhnlich – Vorträge rund ums Festivalthema gehalten. Wenn das kein Grund für einen Aufenthalt in Hamburg ist…

Das bisherige Lineup, die genauen Locations und Weiteres zum Droneburg Festival findet ihr hier.

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RST

Posted in Release on September 22nd, 2010 by D.K.

RST Tomorrow´s Void

Hinter RST verbirgt sich der Neuseeländer Andrew Moon, der bereits seit 15 Jahren unter diesem Namen düstere Dronelandschaften erschafft. Als Gründer des neuseeländischen Labels Imperial Records hat Moon begonnen, durch Einsatz einer elektrischen Gitarre Klänge zu erzeugen und herauszubringen, die dunkle und bedrohliche Bilder im Sinn des Hörers hervorrufen. Seit 1995 sind mehrere RST Alben und EPs bei diversen Labels erschienen. 2008 hat Moon das Album „Tomorrow´s Void” über Utech Records, im Rahmen der URSK Serie, die zusammen mit dem Künstler Stephen Kasner ins Leben gerufen wurde, veröffentlicht.

RST The Sunset Limited

Seit Anfang September ist das aktuelle RST Album „The Sunset Limited“ ebenfalls über Utech Records erhältlich. Das Album lässt sich am besten mit einem Vergleich von Musik und Artwork beschreiben. Auf der Fotografie namens “Bayview” des Künstlers und Fotografen Matthew Porter ist ein 60er Oldtimer im Sprung zu sehen. Der beeindruckende Sound eines sich im Freiflug befindenden Motors (RST ist übrigens auch die Abkürzung für Auspuffschalldämpfer, die für einen voluminöseren Sound sorgen), kommt den Sounds einer verzerrten Gitarre nah. Die Strommasten im Hintergrund als Zeichen des Ursprungs der elektrischen Verfremdung von Gitarrenklängen sind umgeben vom Licht der untergehenden Sonne, das für die warmen Droneflächen in den Sounds von RST stehen kann. Der Moment der Fotografie ist zum einen ästhetisch, zum anderen jedoch sehr bedrohlich, denn was folgt ist der unsanfte Sturz des Fahrzeugs und der bevorstehende Sonnenuntergang. So verhält es sich auch mit der Musik. Wer auf Droneklänge steht ist während des Hörens beeindruckt von den Tönen, obwohl es tendenziell eine dunkle und bedrohliche Atmosphäre ist, die Andrew Moon erzeugt.

Kauft euch einfach die beiden Utech Records Alben und überzeugt euch selbst.

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NOVELLER UND DAS WÜSTENFEUER

Posted in Label, Release on June 26th, 2010 by D.K.

noveller - desert fires

Sarah Lipstate hat diese Tage in ihrer Rolle als Noisegitarrenvirtuosin Noveller ihr neues Full Length Album “Desert Fires” veröffentlicht. Die sechs Songs auf  “Desert Fires” überraschen durch ihren strukturierten Aufbau mit sich wiederholenden Melodien und sind im Gegensatz zu den Titeln des Vorgängeralbums “Red Rainbows” eingängiger und greifbarer. Trotzdem hat der Sound von Noveller nichts von seiner spontanen noisig-dronigen Energie verloren. Immer wieder werden die Songs von Gitarrensoundlandschaften untermalt und noisige Ausbrüche sorgen für dynamische Akzente.

noveller

Das nur aus Gitarrentönen zusammengestellte Album hat Noveller im April und Mai diesen Jahres geschrieben und eigenständig aufgenommen. Für das Mastering hat sich Lipstate die Unterstützung von Chris Habib geholt, das Coverartwork hat Noveller selbst gestaltet und die verwendeten Fotos stammen von Francesca Tallone. “Desert Fires” ist die erste Veröffentlichung auf dem von Sarah Lipstate ins Leben gerufenen Label Saffron Recordings. “ I wanted to keep up the momentum that I built writing, recording, and producing the music” begründet Lipstate den zeitnahen Entstehungsprozess des Albums, vom Schreiben bis hin zur Gründung des Labels.

“Desert Fires” könnt ihr direkt über den Onlineshop von Noveller bestellen.

Für diesen Herbst ist zudem eine kleine Europatour mit Aidan Baker geplant. Die ersten Termine findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

Mehr zu Noveller…

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DESBOT

Posted in Musik on September 6th, 2009 by D.K.

desbot´s engine

DESBOT ist das Soloprojekt des Jakob Bassisten Maurice Beckett.

Solo konzentriert sich Beckett ganz auf die verschiedenen Sounds, die sein Bass mit Distortion, Reverb, Delay, Loops und sonstigen Effekten erzeugen kann.

Wer auf bassreiche Drones steht sollte unbedingt mal reinhören.

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