THE NOCTURNES

Posted in Release on November 5th, 2011 by D.K.

The Nocturnes haben 2008 ihr Alternativrock Debüt “A Year of Spring” veröffentlicht und bestanden damals aus Emma Ruth Rundle und Daniel Yasmin. In den letzten beiden Jahren war es dann etwas ruhiger um das Duo geworden, bis Emma Ruth Rundle bei den Red Sparowes als Giarristin einstieg. Anscheinend beflügelt vom gemeinsamen Musizieren reanimierte Rundle ihre Band wieder. Das neue Lineup setzt sich aus Julian Rifkin, Paris Patt und Dave Clifford (der ebenfalls zu den Red Sparowes gehört) und eben der Frontfrau Emma Ruth Rundle zusammen. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit der zu einem Quartett angewachsenen The Nocturnes ist das jüngst erschienene Album “Aokigahara”.

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“Aokigahara” umfasst acht Songs und vereint alle musikalischen Vorlieben der Musiker. So haben The Nocturnes ihren schlichten Rockmantel abgelegt und sich in einen Prog-Psych-Folk-Shoegaze-Anzug geschmissen. Das Album beginnt mit dem genial sphärischen Titelsong, der zweistimmig vorgetragen wird und in ein postrockartiges Soundgeflecht ausartet. Die Zweistimmigkeit ist auch das Trademark dieser Platte und gibt ihr eine 60er Jahre Note, wo das zweistimmige Singen öfter vorkam. Emma Ruth Rundle überrascht mit verschiedenen Stimmlagen, die alle eine perfekte Einheit mit der Musik bilden. “London Town” und “Love” leben genau von dieser gelungenen Fusion von Stimmen und atmosphärischer Instrumentierung. “The Road” mit seinem schleichenden Sound und den langgezogenen Vocals geht unter die Haut. “Craving” ist das rockigste Stück des Albums und passt trotzdem besser auf dieses Album, als auf das durchgehend rockige Debüt. Der Abschluss mit dem fulminanten “Grandmother Make A Steeple”, dessen Hookline jeden Songschreiber sicherlich neidisch werden und jeden Hörer aufmerksam erstarren lässt, lässt die letzten Zweifel schweifen, dass man grad ein wirklich gelungenes Album gehört hat.

Jeder, der auf handgemachte experimentelle Musik mit zweistimmigen Vocals steht, ist hier genau richtig… alle anderen sollten mal ein Ohr riskieren.

“Aokigahara” ist über das eigene Label The Errant Child von Emma Ruth Rundle erschienen und als kostenloser Download oder auf limitierter LP zu haben. Runterladen, hören und Platte bestellen…

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Hier geht es zur Review von Emma Ruth Rundles Soloalbum…

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EMMA RUTH RUNDLE

Posted in Musik on July 23rd, 2011 by D.K.

Emma Ruth Rundle spielt Gitarre und singt im Duo The Nocturnes, sie spielt Gitarre bei den Red Sparowes und gestaltet Artworks für Bands wie Windmills By The Ocean. Viel beschäftigt, könnte man meinen. Da entspannt man sich doch am besten, zwischen den Live Shows mit den Red Sparowes, wenn man im kleinen Tourvan durch Europa fährt. Nicht Emma.

Emma Ruth Rudle

Emma Ruth Rundle hat die Zeit im Tourvan genutzt, um ihr erstes Soloalbum “Electric Guitar: One” einzuspielen. Mit einer kleinen E-Gitarre für unterwegs hat sie sechs Songs aufgenommen, die, wie der Titel ja auch verspricht, nur aus Gitarrensound bestehen. Die Platte bewegt sich stetig zwischen Ambient, Prog Rock und irgendwas was sowohl als eingängig, aber auch zugleich avantgardistisch bezeichnet werden kann. Sich in die Gehörgänge festsetzende Melodien treffen auf sphärische Soundflächen und der Musik ist anzuhören, dass sie zwischen den Red Sparowes Konzerten geschrieben wurde. Für das endgültige Abmischen hat sich Emma die Hilfe von Bandkollegen Bryant Clifford Meyer (Isis, Taiga, Windmills By The Ocean) hinzugeholt.

“Electric Guitar: One” ist in Eigenregie erschienen und in einer streng limitierten Auflage auf CD und LP hier erhältlich. Wer vorab reinhören möchte, kann dies auf Emmas Bandcamp Seite machen.

Emma Ruth Rudle - Electric Guitar:One

 

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LIVEBERICHT: RED SPAROWES

Posted in ontheroad on July 23rd, 2011 by D.K.

Red Sparowes waren endlich wieder auf Tour und auch endlich wieder im Gebäude 9 in Köln. Diese Kombination weckt nette Erinnerungen an das Konzert, das die Herrschaften vor ein paar Jahren am gleichen Ort gegeben haben. Damals haben Tephra den Abend würdig eröffnet, für dieses Mal stand keine Vorband an.

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Erste Überraschung am Abend ist die recht übersichtliche Zahl an Besuchern (hier mal der Wink mit dem Zaunpfahl an alle, die kommen wollten aber zu faul waren…). Zweite Überraschung ist die dann doch vorhandene Vorband, die eigentlich keine ist, sondern nur Dreifünftel der Red Sparowes. Genauer gesagt, die neue Gitarristin Emma Ruth Rundle, begleitet von Bryant Clifford Meyer an der Gitarre und Greg Burns an der Steel Guitar. Die drei geben einen epischen Song zum Besten, der vor allem durch seine eingängigen Melodien und den Gesang von Emma überzeugt. Das wars. Die drei verschwinden wieder hinter der Bühne.

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Dann kurze Zeit später kommen alle fünf Red Sparowes auf die Bühne und das Bandset beginnt. Druckvolle Drums, drei Gitarren, Steel Guitar und/oder Bass blasen die Luft aus der Halle und Luft ist an diesem warmen, schwülen Tag wünschenswert, aber egal, der Sound lässt vergessen, dass man auch atmen soll. Ich spare mir mal, die ellenlangen Titel der gespielten Songs zu nennen, auf alle Fälle sind die treibenden rockigen Songs aus dem ganzen Repertoire der Band vertreten, ruhig wird es während des Sets nur zwischendurch, wenn zwischen den gewohnten Tönen Imrovisationen eingebaut werden, die weitere Spannungsbögen in den Sound miteinbringen. Was nicht fehlen darf, ist die visuelle Untermalung in Form von Videoprojektionen. Diese fangen polemisch an und durchwandern während des Konzertes Wissenschaften, Kunst, Momentaufnahmen und sonstige eindrucksvoll auf Film festgehaltene Situationen. Immer passend zum dargebotenen Sound. Sogar eine Zugabe von zwei Songs gibt es, die mit einer Dankesrede von Bryant Clifford Meyer eingeleitet wird. Sehr sympathisch, der Ex-Isis-Keyboarder-Gitarrist. Sehr sympathisch diese Red Sparowes.

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