ENO

Posted in Release on November 13th, 2011 by D.K.

Letztens beim Fernsehen haben wir in einer Castingshow ein Duo aus der Schweiz gesehen und nachdem wir uns stillschweigend die Gesangskünste der beiden reingezogen haben, fragte mein Freundin, ob es überhaupt ein gutes Duo gäbe, das aus der Schweiz kommt. Natürlich, dachte ich: ENO.

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Als 2008 das Debüt “Stea.Aalto” von ENO erschien und ich zum ersten Mal “Aalto” gehört habe, das sich aus einem stinknormalen Gitarre-Drum-Instrumentalstück in einen musikalischen Gefühlsausbruch entwickelt, war meine ewige Zuneigung zu Eno besiegelt. 2009 folgte der Nachfolger und zwei Jahre später steht mit “-T” das Drittwerk kurz vor der Veröffentlichung.

Auf “-T” vereinen Ivo Münger (Drums) und Christian Mikolasek (Gitarre) aus Zürich ihr musikalisches Können in sieben instrumentalen Stücken. Vier kürzere Songs umrahmen drei längerer Tracks, die sich zwischen 12 und 22 Minuten erstrecken. Der Albumopener “55:30” kommt aus dem Nichts in den ersten Sekunden und entwickelt sich zu einer sich stetig steigernden Eruption aus delayverzierter Gitarre und immer druckvoller werdenden Drums, um dann wieder im Nichts zu verhallen. Sofort Repeat drücken… denkt man sich… aber man ist nach diesem Einstieg natürlich neugierig auf den Rest. “Eero” ist das erste Mammutwerk des Albums, das zeigt, dass das bei uns verbreitete Gerücht der schweizer Langsamkeit dieser Musik besonders gut steht. Eno nehmen sich Zeit für ihre Sounds und versetzten die Gitarre-Drums-Songs mit subtiler Elektronik und Tastentönen. Klaviertöne sind auch der Inhalt des nächsten kurzen Stückes, das auf den Namen “Lento” hört. “Georgesun” macht mit seinen 15 Minuten genau da weiter, wo “Eero” angefangen hat, und setzt noch eine Steigerung zum Ende ein, denn zum sich immer weiter aufbauenden Sound gesellen sich Screamovocals aus dem tiefen Hintergrund des Studios. “Malin” und “BoOow”, zusammen grad mal dreieinhalb Minuten, setzen wieder die Klaviertöne in den Vordergrund, um am Ende doch noch zu überraschen. “Str.y.c.” als großer 22-minütige Abschluss, alle Soundideen des Albums vereinend. Jetzt kann wieder auf Repeat gedrückt werden…

“-T” von ENO erscheint am 25. November über das schweizer Label Ikarus Records und bei uns über Synalgie Records. Der Vinyl-Version liegt übrigens eine CD bei, immer die bessere Wahl.

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Ach ja, für die Sprachwissenschaftler unter uns Musikfreunden: Eno kommt laut Band aus dem Finnischen. Ist sowohl das Wort für eine Gemeinde, den Onkel mütterlicherseits und den Strom (im Sinne eines großen Flußes). Für Enot (Eno-T) dagegen könnte ganz vieles zutreffen, im Rumänischen ist es beispielsweise der Marderhund.

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DREI AUS…

Posted in Serie on October 16th, 2009 by D.K.

…DER SCHWEIZ


ENO

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Das Post-Rock-Duo Eno aus Zürich besticht vor allem durch den sich steigernden Einsatz von Gitarrensounds. Auf ihrem Debüt “stea.alto” spielen sich Eno in den ersten vier Tracks auf einfache aber unter die Haut gehenden Weise ein, bis es beim zehnminütigen “Aalto” zu einem fulminanten Ende kommt. Das verwendete Julian Moore Zitat aus “Children Of Men”, in dem es um absterbende Gehörzellen geht, ist mehr als passend… denn laut hören ist bei dieser Musik Voraussetzung. Hört euch den Song und die aktuelle EP “must correspond in pattern” auf der Gimmesound Seite der Band einfach mal an!


SHORA

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Shora aus Genf sind mit ihrem derzeitigen Sound zwischen 70`s Instrumental Rock und dem heutigen Post-Rock anzusiedeln. Dabei hat die Band 1999 mit experimentellem Screamo begonnen und einige EPs und Splits (u.a. mit Merzbow) veröffentlicht, bis sie dann 2006 mit “Malval” ihren Sound komplett verändert hat. Mit Einsatz von Orgelsounds ist der Screamo gewichen und hat dem modernen 70`s Post-Rock den Vortritt gelassen.

Shoras aktueller Sound überzeugt vor allem live, wo die langen Songs ihre mitreissende Kraft besonders gut entfalten. Hört euch das diesjährige Roadburn Konzert im Stream an und überzeugt euch selbst.


SHELVING

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Shelving aus Delémont sind stilistisch Shora gleichzusetzen, mit dem kleinen Unterschied, dass sie bei gleichzeitigem Einsatz von Rhodes und Keybord den 70´s Sound weiter ausleben. Auf ihrem Debüt “IMIHS” lassen sie sich Zeit und spielen zwei nahezu halbstündige Tracks, die einerseits 70´s like rocken, es andererseits zwischendurch auch ruhiger angehen lassen und der Atmosphäre von Ambient und Drone Tracks nahe kommen. Wer Lust hat, wird hier auf eine kleine musikalische Zeitreise mitgenommen.

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