NEAR GREY

Posted in Release on February 10th, 2013 by D.K.

Near Grey ist ein experimentelles Metal Quartett aus Montreal. Mit der selbstbetitelten Debüt-EP zelebrieren die vier Musiker die Bandbreite des modernen Instrumentalmetals, indem sie sich zwischen Doom, Post-Rock und Sludge bewegen und eine ganz eigene Dynamik entwickeln.

Drei Songs reichen aus um zu überzeugen. “Néant” fängt mit einem Ambientintro an und mutiert dann zu einem rauhen doomigen Track. Das Quartett hat Zeit, nimmt sich Zeit und gibt dem Hörer Zeit, sich in die Soundwelt einzufinden. Erst allmählich entwickelt sich der Song, um dann wieder in einer Art Rhythmuspause zu münden, um dann nochmal eine weitere Wende zu nehmen. “Vast Asleep” fängt progrockig bluesig an und steigert sich in eine treibende noisige Gitarrenwand mit staubtrockenen Drums. “Twin Yellow Sun” überrascht mit einem melancholisch-freundlichen Post-Rock-Einstieg. Dann der Bruch, Orgeltöne gleiten durch die Boxen, Gitarrensounds gesellen sich hinzu. Betörend gehen die Tasten- und Saitentöne eine Fusion ein und steigern sich zu einer Soundwand, auf die dann wieder die ganze Band miteinsetzt.

Near Grey gibt es digital gegen eine freiwillige Spende oder als limitiertes Tape für 5 kanadische Dollar über die Bandcamp Seite der Band.

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SUM OF R – RIDE OUT THE WAVES

Posted in Release on October 14th, 2012 by D.K.

Sum Of R haben sich letzten Sommer für ein paar Termine nach Deutschland begeben und dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihr selbstbetiteltes Debut Album ist bereits vor vier Jahren über Utech Records erschienen. Aus der Erstbesetzung ist nur Gründer Reto Mäder geblieben. An seiner Seite ist jetzt Julia Wolf an der Gitarre. In dieser Formation haben Sum Of R an einigen Songs gearbeitet, die ursprünglich als Tape Relaese veröffentlicht werden sollten. Nachdem das Label Storm As He Walks die Aufnahmen gehört hat, war es den Labelleuten ein Vinyl Release wert.

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“Ride Out The Waves” ist ein sechsteiliges Werk, dass die dunkle Seite des Rock n Rolls bewandert. “Growing Into Something Special” beschäftigt sich wirklich mit dem Wachsen, denn der Sound wächst von der ersten Sekunde an. Aus einem hallenden Ambientstück bricht gegen Ende ein Drumrhythmus aus. “In The Fields Of Trust” zeigt, wie leicht sich Doom- mit Rockriffs vereinen lassen, so dass ein sowohl schwerfälliger als auch treibender Song entsteht. Dabei ist klar erkennbar, dass Reto Mäder der Mann für das Experimentelle und Düstere ist und Julia Wolf Sorge trägt, eine gehörige Prise Gitarrensounds einzubringen. Genauso verhält es sich auch in “Echo”, hier blinzelt sogar ein wenig Black-Metal-Sound durch. “Captured Lightning” setzt nicht auf treibende Sounds, sondern auf fließende Dynamik. Drums, Percussion und Saiteninstrumente im Einklang. Es öffnet sich das Tor für “Alarming”, denn hier preschen die Sounds wieder auf den Hörer ein. Die Gitarre ist rauh und hallig, die Drums trocken und langsam, Sirenen ertönen…

Diese Platte wandert durch düstere und experimentelle Pfade und lockt den verängstigten Hörer mit treibenden Riffs und Drums. Gelungenes Zwischenspiel. Wir bleiben gespannt und warten auf das zweite Full Length Album, das nächstes Jahr via Utech Records erscheinen soll.

Die Platte gibt es hier zu bestellen.

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SHHH – AFTERGLOW

Posted in Release on October 14th, 2012 by D.K.

Eine kleine Rezension für eine kleine Platte mit großer Wirkung. Shhh nennt sich das Projekt des Portugiesen Rui Bentes, dessen musikalische Ausrichtung er selbst mit “electronica industrial” umschreibt.

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Fakt ist, dass die drei Songs der Afterglow EP massiv zum Bewegen animieren. Beats treffen auf Ambientsounds, Noise trifft auf Melodie und durch eine gelungene Zusammenlegung dieser verschiedenen Sounds ist eine Art rhythmischer Dronesound entstanden.

Den Song “Inside Every Storm…” könnt ihr hier runterladen.

Das portugiesische Label Thisco hat die aus drei Songs bestehende EP auf einer 3inch CD-R verewigt und mit einem äußerst passenden Artwork versehen. Stromdrähte und zugezogener Himmel stehen bildlich für die verschiedenen Klangeigenschaften des kleinen Silberlings. Eine Anschaffung ist hier allemal lohnenswert.

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SLEEP MAPS AUF DEM SEZIERTISCH

Posted in Musik, Release on July 22nd, 2012 by D.K.

Über das Debütalbum “Fiction Makes The Future” von Sleep Maps haben wir euch bereits an dieser Stelle berichtet. Nun steht eine Remix EP zum kostenlosen Download bereit.

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Auf “The Stars Against Men” haben sich The Post Riot Era den Opener “Men Against The Stars” vorgenommen. Besonderheit ist hier, dass die zehn Remixe der EP allesamt aus dem Soundmaterial eines einzigen Songs bestehen. Für die Remixe sind keine weiteren Soundquellen genutzt worden als das Originalmaterial.

Das Ergebnis ist eine beeindruckende Vielfalt an Sounds, die sich zwischen Ambient, Elektronik und Post-Metal bewegen. Mal bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt, mal einfach nur umgesetzt versprüht diese EP ihren ganz eigenen Charme. Dem ein oder anderen dürften die zehn Manipulationen sicherlich besser gefallen als das opulente Original.

Die EP gibt es als kostenlosen Download auf der Bandcamp Seite von Sleep Maps und wer schon mal da vorbeischaut, kann sich auch gleich die neue Single “Horror In The Telescope” runterladen.

 

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PELICAN – ATARAXIA / TARAXIS

Posted in Release on May 17th, 2012 by D.K.

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Pelican sind Wegbereiter für viele Bands, die in den letzten Jahren auf instrumentalen Rock gesetzt haben.  Denn die Band aus Chicago setzt seit ihrer ersten selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2003 auf handgemachte rockige Sounds und ist damit äußerst erfolgreich.

Seit dem letzten Album sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Zeit für ein Lebenszeichen in Form der “Ataraxia / Taraxis” EP, die über Southern Lord erscheint. Darauf vereinen Pelican die beiden Titeltracks und zwei weitere Nummern. Bei den Aufnahmen waren Sanford Parker (Produzent) und Aaron Harris (Drummer von Isis) behilflich, die diesmal sowohl gemeinsam als auch in Form von Dateiaustauschaktionen stattgefunden haben. Die Tracks stammen sowohl aus den Sessions zu letzten Album, als auch aus aktuellen Sessions. “Ataraxia” eröffnet die EP mit einer Überraschung, denn hier prescht kein Rocker aus den Lautsprechern, sondern ein bassiges Elektro-Noise-Geflecht, aus dem sich ein Akustikgitarre hervorhebt und den Song gleiten lässt. Mutig und gelungen. Liebe Old-School-Pelican-Fans: keine Angst, es geht so weiter wie ihr es von Pelican erwartet. “Lathe Biosas” ist ein typischer Pelican-Rocker mit druckvollen Drums (nicht anders zu erwarten, wenn man Aaron Harris von Isis an das Mischpult setzt) und treibendem Bass, auf den sich die Gitarrenriffs legen. Der Sound ist viel Fetter als auf dem Vorgängeralbum, von dessen Sessions dieser Song stammt. Weiter geht es mit dem doomig-schleppenden “Parasite Colony”, das auch ganz im bekannten Stil der Band fette Kerben in den Hörgängen hinterlässt. “Taraxis” schließt das Album so ab wie es begonnen hat, mit einer experimentierfreudigen Band, die sich nicht scheut rauhe (fast schon schiefe) Akustiksounds mit fließenden E-Gitarrensounds und einer Orgel zu paaren. Und zum Schluß entwickelt sich der Songs nochmal in eine unerwartete Richtung…

Gelungene EP, die auf ein interessantes Album hoffen lässt, das hoffentlich den bisherigen Weg der Band entlang der bewehrten Soundseite mit ganz vielen kleine neuartigen Pfaden kreuzen wird.

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EXPO ´70

Posted in Release on February 4th, 2012 by D.K.

Expo´70 ist der Amerikaner Justin Wright und wie der Bandname schon verspricht, geht es hier um die 70er, genauer gesagt zeigt uns Justin Wright, wie experimentelle Drone und Ambientmusik klingen könnte, wenn wir uns jetzt in den 70ern befinden würden. Ein bisschen Krautrock, ein wenig Psychedelic und so ein Hauch Avantgarde mit moderner Seele, das ist Expo´70. Was Expo´70 auch ist, ist produktiv. Denn was innerhalb einer kurzen Zeitspanne veröffentlicht worden ist, lässt staunen. Deswegen widmen wir uns jetzt exemplarisch einer der neuesten Veröffentlichungen.

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„Hovering Resonace“ ist eine 12inch Vinyl EP, die über das kleine Label Sound Of Cobra erschienen ist. Darauf vertreten ist der 15minütige Titeltrack, der mit seinen kosmischen Drones gepaart mit Retrosoli und subtilen Synthieflächen und einem subtilen Groove überzeugen kann. Expo´70 versteht es, die verschiedenen Einflüsse gekonnt zu dosieren, so dass der Gesamtsound eine eigene Note erhält. „Moon Raga“ groovt sich mit Tribaldrums und sphärischer Gitarrenuntermalung ein und schließt die EP vorantreibend ab. Hier ist nicht Schluß. Expo´70 macht Lust auf mehr. Wem diese EP gefällt, der sollte sich unbedingt auch mit dem restlichen Material von Expo´70 beschäftigen.

Passend zur Musik ist das von Justin Wright designte Artwork auch ganz in den 70ern verhaftet. Bei dieser EP wurden die ersten 100 Exemplare (von 200) im handgemachten Siebdruck geliefert. Inzwischen hat das Label schon keine einzige Kopie mehr davon. Das heißt: Mailorders durchsuchen!

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PETRELS

Posted in Release on January 28th, 2012 by N UND D.K.

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Der Brite Oliver Barrett alias Petrels baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus. Wo andere durch Schichtung undurchdringliche Monolithen stapeln, die geradezu bedrohlich vor dem Hörer aufragen und tiefe Schatten werfen, sind die Schichten von „Haeligewielle“ eher fein gewebt; mit Luft zum Atmen dazwischen und Ausblick ins Dahinter. Und dem Wissen um Dynamik; wenn beispielsweise in „Canute“, eine gleissende Spitze erreicht wird. Und dem Wissen um überraschende Instrumentierung, wenn in „Concrete“, die ansonsten allgegenwärtigen Gewebe akustischer (oft auch Streicher) und elektrischer Instrumente durch einen Chor abgelöst werden, der dem Stück einen noch menschlicheren Charakter verleiht, noch wärmer und runder, noch organischer als bei den anderen sechs Songs. Wobei es nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, dass dieser Chor Oliver Barrett allein ist; ein gewisses (und gesundes) Maß an Versponnenheit schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch und lässt „Haeligewielle“ trotz aller Klangereignisse stellenweise auch ganz leicht wirken, jenseits von Soloautismus oder dem Eingepferchtsein in sein eigenes Konzeptkämmerlein…

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Insofern ist „Haeligewielle“ einfach nur ein perfektes Beispiel, was immer wieder aufs neue möglich ist, wenn sich Leute von Vorgaben und Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding entwickeln; hier im Fall von Drone / Experiment / Ambient. Völlig klischee- und dabei alles andere als harmlos; Wolf im Schafspelz. Perfekt. (N)

Auf CD und Vinyl über Denovali Records erhältlich.

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Mit der neuen 2-Track EP „All Things In Common“ führt Petrels seinen Soundkosmos fort und setzt genau da an, wo er mit „Haeligewielle“ aufgehört hat. Ein noisiger Beat, Elektrogeflirre in „Thomas Muntzer“, alles verschmilzt allmählich, dann eine Noisewand, die ständig in den Song hereinbricht um sofort wieder zu entschwinden. Die Auflösung des Noiseknotens durch eine Art Mellotron-Cello-Klangfläche. Was Petrels hier wirklich als Instrumentierung vewendet hat, ist nicht wirklich klar. Klar ist, dass der Song unter die Haut geht… besser… fliesst. Die 10 Minuten Laufzeit kommen einem so kurz vor.
Die B Seite „Leonora Christine“ mit orchestralem Anfang, verloren im Hall, schwebend, nicht greifbar und deswegen so unheimlich schön. Dann überraschend der Bruch mit einem Elektroglockenspielbeat und einer filigranen Synthiemelodie. Cooler Beat oder besser gesagt Rhythmus mit Kopfnicktendenzen. Die Streichersounds vom Anfang kommen wieder… Großes Ohrenkino. (D.K.)

„All Things In Common“ gibt es als 10inch Vinyl und als kostenlosen Download. Natürlich auch über Denovali Records.

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SANKT OTTEN – SÄNGER UND SÜNDER

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

Sankt Otten Photography: Tobalo.de

Das letzte Jahr hat mit geschenkter Musik aufgehört, dann kann das neue Jahr mit geschenkter Musik anfangen. Die Jungs von Sankt Otten und ihr Label Denovali Records haben die EP “Sänger und Sünder” zusammengestellt, die es im MP3 Shop des Labels als kostenlosen Download gibt.

Sankt Otten Sänger und Sünder Artwork

Auf “Sänger und Sünder” sind sieben Remixe und Cover vereint, die Sankt Otten zwischen 2007 und 2011 aufgenommen haben. Die Compilation startet mit “Slow Oscillations”, einem Cover der amerikanischen Synthierockkollegen von Zombi. Schon allein beim Lesen spitzt man die Ohren, denn wenn eine Synthieband eine andere Synthieband covert, kann alles passieren… Sankt Otten nehmen einfach die treibenden Drums aus dem Original und lassen den Song synthiemäßig treiben. Steht dem Song sehr gut. “Sehnen” dann das erste Cover von A Flock Of Seagulls. Kenn ich nicht, aber egal, denn was mich viel mehr beschäftigt ist die Tatsache, dass hier plötzlich jemand singt. Die deutschen Gastvocals von Carsten Sandkämper sind gelassen cool und wirken fast wie ein Gegenpol zur Instrumentierung. Dass das Stück von 2007 stammt, ist dem Song nicht anzuhören. Schon allein weil sich Sankt Otten an Slayers “Raining Blood” herantrauen, ist “Blutregen” das absolute Highlight (ohne den Rest gehört zu haben). Keine Angst, die Ottens covern nur Instrumental und versuchen sich nicht in der arayaschen Dichtung. Es folgen zwei Cover von The Cramps und King Crimson, die wunderbar in die Sankt Otten Soundwelt infiltriert werden. Anschließend wird wieder geremixt, diesmal Pendikels “Heulsuse” alias “Heulsusenalarm”, auch hier mit Vocals. Als Abschluss gibt es einen Remix von Max Richters “Infra 2”, der “Blutregen” dann doch noch den Rang abläuft.

“Sänger und Sünder” gibt es über Denovali oder Sankt Ottens Bandcamp Seite.

Das oben abgebildete Portrait von Sankt Otten stammt von Cristobal Marquez alias Tobalo und ist der zweite Teil einer Musikerserie. Mehr zur Serie gibt es hier zu lesen.

PS: Der Denovali MP3 Shop hat übrigens noch zwei andere neue kostenlose Leckerbissen im Angebot.

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HEIRS AUF DER JAGD

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

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Nachdem die Heirs im letzten Jahr mit ihrem Zweitwerk “Fowl” auf Platte und live überzeugen konnten, folgt nun mit “Hunter” der Vorbote für das nächste Album.

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Es hat sich einiges getan bei den Heirs. Zum einen ist Studiomusiker und The Night Terrors Mitglied Miles Brown jetzt auch festes Mitglied in der Grundbesetzung der Heirs und setzt mit seinen Theremine Sounds unverkennbare Akzente in die Klangwelt der restlichen vier Australier. Desweiteren gehen Heirs einen Schritt weiter in ihrem Klangkosmos, der irgendwo zwischen Doom, Dark Wave und alternativem experimentellen Rock ist, und bringen die Leichtigkeit in ihre Schwerfälligkeit. Denn so genial schwerfällig “Hunter”, der Song zur gleichnamigen EP ist, so genial leichtfüssig entwickelt sich der Sound mit den eben angesprochenen Thereminesounds, die zwischendurch wie ein Frauen-Opern-Chor klingen, oder mit Elektronikeinschüben und treibenden Percussions. Der Rest ist das, was Heirs ausmacht: langsam rollender Bass, knüppelharte langsame Drums und noisige Gitarren. “Symptom” beginnt und man könnte denken, man höre grad Neurosis, denn so trocken brechen eigentlich nur Kelly und Von Till in die Hütte ein… nicht mehr, die Heirs können das auch. Natürlich bleibt der Song nicht so, sondern entwickelt sich zu einem unzähmbar rockenden Track, der zum Ende hin eher an Cave In erinnert, um hier nur mal zwei Größen der Szene zu nennen… Apropos Größen, “Never Land” ist der 13minütige Abschluss der EP und im Original von The Sisters Of Mercy. Wer das Original kennt, weiß, dass in der Instrumentierung nicht viel Variation steckt, was die Heirs als Grundlage nehmen um aus dem Song einen instrumentalen Monolithen zu kreieren, der im Bass- und Drumslauf statisch bleibt und sich nah am Original orientiert, während im Hintergrund die Gitarren und die Elektronik einen Noiseteppich ausbreiten. Berauschend.

“Hunter” ist als 10inch und CD auf Denovali Records erschienen und auch als MP3 Download erhältlich.

Unser letztjähriges Interview mit Heirs Gitarren- und Artworkmann Brent Stegemann könnt ihr hier finden…

 

 

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RELLA THE WOODCUTTER

Posted in Release on October 9th, 2011 by D.K.

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Rella The Woodcutter ist der ungewöhnliche Name dieses italienischen Ein-Mann-Projektes, das wir euch hier vorstellen wollen. Boring Machines hat diesen Monat das Minialbum “I Know When It´s Time To Get The Fuck Away” veröffentlicht, das durch seine ebenfalls ungewöhnliche Mischung aus Singer-Songwriter, psychedelischem Folk und einer Schippe rauhem Blues auf sich aufmerksam macht.

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Rella hat in den letzten fünf Jahren mehrere EPs, Splits und sonstige Veröffentlichungen meist im Alleingang herausgebracht, auf denen er sich nie stilistisch festlegt hat. Das italienische Label Boring Machines hat nach einer Split jetzt diesen 5-Track-Silberling veröffentlicht, der voller Energie durch die Boxen ertönt. Der grungige Einstieg mit dem nahezu instrumentalen “Apocryphal” greift sofort und legt die Grundlage für die restlichen vier Songs. Die Mischung aus kreativem, aber zurückhaltendem Songaufbau und den meist leicht verzerrten Vocals dürfte sowohl Hörern von altmodischem Rock als auch Freunden experimentellerer Sounds gefallen.

Bestellen könnt ihr die CD im schicken “Ecopack” Pappcover direkt über Boring Machines.

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COILGUNS/KUNZ SPLIT EP

Posted in Release on September 21st, 2011 by M.H.

Pelagic Records wissen mit einer eher unkonventionellen Split-Zusammenstellung zu überraschen. Beide vertretenen Bands, sowohl Coilguns, als auch Kunz, sind Nebenprojekte des The Ocean Kollektivs und setzen sich folgerichtig aus Mitgliedern ebendieser Schweizer Progressive-Post-Metal Formation zusammen.

Den Anfang machen Coilguns, die mit ihren 3 Songs ein gewaltiges Brett auffahren. Aggressiv groovender Post-Hardcore mit ordentlich Metal- und Crust-Einschlag. Zum Einstieg wird das Gaspedal bei “Mastoid” noch knappe drei Minuten gnadenlos durchgetreten, doch bereits das folgende “Phersu” liefert im Mittelteil eine willkommene Tempodrosselung. Auch “Kachinas”, der variantenreiche Abschluss des Coilguns Beitrags, belegt die hohe Musikalität des Trios und untermauert sein Potential.

Bieten Coilguns bereits eine abgespeckte Besetzung, treiben Kunz die Reduktion auf die Spitze. Als Duo geht die aktuelle The Ocean Rhythmusabteilung an den Start, um uns mit knarzig wummerndem Bass, polternden Drums, Krächzgesang und ganz viel Feedback seine persönliche Lesart von dreckigem Sludge-Metal gepaart mit Noise-Rock nahezubringen. Weder Kunz, noch Coilguns erfinden das Rad neu, klingen jedoch frisch und unverbraucht und machen definitiv Lust auf mehr.

Beziehen könnt ihr die Split CD im ansprechend gestalteten Digipak ab dem 23.9. direkt über Pelagic Records.

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ANCESTORS – INVISIBLE WHITE EP

Posted in Release on September 17th, 2011 by M.H.

Erwartungsvoll die neue Ancestors EP “Invisible White” eingelegt und entspannt zurückgelehnt. Den ersten Tönen des Titeltracks lauschend mag man sich zunächst wundern, ob da tatsächlich die richtige CD im Schacht ihre Runden dreht. Eine gezupfte Akustikgitarre, säuselnder Damengesang, ein Barpiano untermalt, irgendwann eine Orgel und eine melancholische Violinenmelodie, bevor erstmalig lakonisch dahinfließender Gesang von Justin Maranga ertönt.

Auch im weiteren Verlauf bleibt die Instrumentierung dezent, zurückgenommen, elegisch, schleppend – inklusive der Drums von Brandon Pierce. Die Songs fließen atmosphärisch dahin. Die fetten Gitarren und die Heavyness, prägende Elemente der beiden bisherigen Alben “Of Sound Mind” und “Neptune With Fire”, bleiben gänzlich außen vor. Zurück bleibt experimenteller Progressive Rock mit Folk-Elementen, sowie eine latente Dominanz von Orgel und Synthesizer. Erst im Laufe des abschließenden überlangen “Epilogue” tritt die verzerrte Gitarre in den Vordergrund und verhilft dem Stück mit einem inspirierten, gefühlvollen Solo zu einem episch rockenden Psychedelic-Finale.

Nachdem die erste Verwunderung verflogen ist und man sich auf diese neue Facette des LA-Quintetts eingelassen hat, fühlt man sich wohlig an Großtaten von Genre Ikonen wie King Crimson und Pink Floyd erinnert. Bleibt die Frage, ob “Invisible White” ein Experiment, eine einmalige Sache war oder ob die 30-minütige EP Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Ancestors zulässt, wobei die Arbeit am kommenden Album in wenigen Tagen beginnen wird. Was mit Sicherheit zu sagen bleibt, ist, dass sie uns die Wartezeit auf überaus angenehme Weise verkürzt haben.

Erwartungsgemäß ist auch “Invisible White” als CD und 12” Vinyl in Europa am 12. September über die Geschmacksgaranten von TEE PEE RECORDS erschienen.

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DROEHNHAUS – ZWEITER TEIL

Posted in Label on January 1st, 2011 by M.H.

DAS LAUTE DROEHNHAUS

Im ersten Teil unseres Droehnhaus Label Specials haben wir euch einige Werke vorgestellt, die das leise Spektrum des breitgefächerten Droehnhaus Katalogs repräsentieren. Teil zwei beschäftigt sich nun mit Künstlern, die für das lautere Dröhnen zuständig sind.

Den Anfang machen Ufesas aus Canelones in Uruguay, die 2009 ihre 7inch “The Black Ride”, den Nachfolger ihrer selbstbetitelten Debüt EP aus 2008, in einer Gesamtauflage von 300 Stück vorgelegt haben. Sie verbinden straighte Rock Gitarren, hypnotischen Gesang und treibende Drums zu kompakten, psychedelischen Stoner Rock Songs. Die A-Seite bietet den titelgebenden Song und die B-Seite mit “The Destroyer” einen Track, bei dem die Band auch mal ihre lateinamerikanischen Wurzeln dezent durchschimmern lässt. “The Black Ride” versprüht rauhen Charme und vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit. Der positive Gesamteindruck wird durch ein gelungenes Artwork abgerundet, das den Psychedelic Charakter der Aufnahmen widerspiegelt. Sollte es ihnen gelingen, diese Qualitäten auch auf der Langdistanz umzusetzen, darf man von dem für 2011 in Aussicht gestellten ersten Longplayer so einiges erwarten.

Die veröffentlichungstechnisch äußerst aktiven Niederländer Wolfsduister sind gleichermaßen mit einer 7inch am Start, die auf den Namen “Altaar” hört. Auf musikalischer Ebene haben sie jedoch wenig mit ihren Labelkollegen Ufesas gemein. Auf ihrer Webseite geben die Rotterdamer die Marschroute unmissverständlich vor: “Wolfsduister is Ritualistic Ambient in the name of the Unholy master, Lucifer”. Erwartet finstersten Ambient mit Black Metal Hintergrund, der eine unheilvolle misanthropisch-nihilistische Atmosphäre aufziehen lässt. Die auf 100 Stück limitierte EP, enthält zwei jeweils sechsminütige Songs, ist 2009 erschienen und visuell stilsicher verpackt.

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Die dritte Band im Bunde sind Head Of The Taurus, ein Doom/Sludge Instrumental Trio aus Göttingen. Sie setzen mit ihrer 2010er 7inch “Calamity/Perdition” ein rifforientiertes Ausrufezeichen aus schweren Gitarren und repetitiven Drums. Die betont einfach gehaltenen Songs bewegen sich über weite Strecken im Reich des Downtempo und der Monotonie, jedoch versteht sich das Trio darauf, stets im rechten Moment vorübergehend Fahrt aufzunehmen oder neuartige Details einfließen zu lassen, die das Gesamtbild auflockern. Auch Head Of The Taurus werden im nächsten Jahr mit einer Langspielplatte an den Start gehen, auch hier dürfen wir mit Spannung auf das Ergebnis warten.

Bei einem Special über das Droehnhaus Label darf natürlich ein Künstler auf keinen Fall fehlen: Hellmut Neidhardt alias N, den wir euch an dieser Stelle schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Dortmunder liefert mal wieder vertonten Minimalismus, der dabei in seiner Schlichtheit eine ungemeine Intensität entwickelt und den Hörer auf seine ganz eigene Art zu packen weiss. Die 12inch “N(13) – prora” ist mit 2 Songs bestückt und widmet sich, wie alle vorherigen N Veröffentlichungen auch, in Verbindung mit dem Artwork, für das der Künstler wie immer höchstselbst verantwortlich zeichnet, einem ganz besonderen Ort. Diesmal ist es das Seebad Prora auf der Insel Rügen, welches in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, jedoch nie fertiggestellt wurde und heute als “Koloss von Prora” bekannt ist – eine 4,5 Kilometer lange Aneinanderreihung baugleicher Häuserblocks, die zusehends verfallen und deren zukünftige Nutzung ungewiss ist. Bedauerlicherweise ist die LP bereits ausverkauft, aber möglicherweise erfährt sie ja irgendwann mal eine Wiederveröffentlichung. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wir hoffen, mit den von uns vorgestellten Platten, Bands und Künstlern, euer Interesse an dem kleinen, sympathischen Plattenlabel geweckt zu haben. Schaut doch einfach mal auf der Webseite vorbei. Dort gibt es noch vieles mehr zu entdecken und zudem von den meisten Veröffentlichungen kostenlose MP3 Happen zum Download. Mit Sicherheit werden wir zukünftig noch einiges zu hören bekommen aus dem Droehnhaus.

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HER NAME IS CALLA LIVE EP

Posted in Release on December 22nd, 2010 by M.H.

Die Briten Her Name Is Calla zaubern völlig unerwartet eine vorweihnachtliche Überraschung aus dem Ärmel. Auf dem Denovali Swingfest haben sie im Oktober ihr Konzert mitgeschnitten und daraus die 3 Track EP "Live at Denovali Swingfest 2010" gebastelt, die sie nun, als Dankeschön an alle, die sie im zurückliegenden Jahr unterstützt haben, hier kostenlos oder gegen eine kleine Spende zum Download bereitstellen.

Als Bonus liefert die Band einen anschaulichen Einblick in ihre persönlichen Swingfest Erlebnisse. Gibt es einen sympathischeren Weg, sich bei seinen Fans zu bedanken?

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IROHA

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, Release on August 7th, 2010 by D.K.

denovali swingfest 2010

Schwerfällige, verzerrte Gitarren, dezente Elektronik, langsame Drumbeats und melodischer, zurückhaltender Gesang,
so klingen Iroha aus Birmingham, bestehend aus Andy Swan, Diarmuid Dalton und Dominic Crane. Wer bei der Beschreibung und bei den Namen der Bandmitglieder an J.K. Broadricks Jesu denkt, liegt dabei gar nicht mal falsch. Dalton ist auf mehreren Releases von Jesu an den Basssaiten zu hören. Andy Swan dagegen hat bereits in den Achtzigern zusammen mit Broadrick das minimalistisch experimentelle Projekt Final gegründet, das seither besteht. Iroha stammen genau wie Jesu und Final aus Englands zweitgrößter Stadt Birmingham, die, vergleichbar mit dem Ruhrgebiet, für ihre Metallbearbeitungsindustrie bekannt ist. Das spiegelt sich auch im walzenden, rauhen, industriellen Sound von Iroha wieder. Der ruhige Gesang, der ganz im Gegensatz zum Sound steht, gibt der Musik dagegen eine positive und unverkennbare Note.

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Mit “Bittersweet” haben Iroha ihre erste Split mit Fragment aus Frankreich bei Denovali Records veröffentlicht. Die beiden stilistisch ähnlich klingenden Künstler steuern jeweils zwei Songs und den gemeinsamen Titeltrack bei. Das Debütalbum von Iroha lässt dagegen noch auf sich warten. Das von J.K. Broadrick gemasterte Album erscheint über Invada Records und kommt mit zusätzlichen Remixen von Bands wie Jesu und Transitional. Doch das ist nicht die einzige geplante Veröffentlichung von Iroha. Über Denovali Records wird die EP “On The Passage Of A Few People Through A Rather Brief Period Of Time” veröffentlicht, auf der Iroha einige Cover zum besten geben, und eine weitere EP namens “End Of An Era” ist auch bereits fertig abgemischt und wartet auf ihre Veröffentlichung. Man darf gespannt sein.

Irohas Auftritt beim diesjährigen Denovali Swingfest ist die bisher einzige Möglichkeit in Deutschland, die Band live zu sehen.

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