EXPO ´70

Posted in Release on February 4th, 2012 by D.K.

Expo´70 ist der Amerikaner Justin Wright und wie der Bandname schon verspricht, geht es hier um die 70er, genauer gesagt zeigt uns Justin Wright, wie experimentelle Drone und Ambientmusik klingen könnte, wenn wir uns jetzt in den 70ern befinden würden. Ein bisschen Krautrock, ein wenig Psychedelic und so ein Hauch Avantgarde mit moderner Seele, das ist Expo´70. Was Expo´70 auch ist, ist produktiv. Denn was innerhalb einer kurzen Zeitspanne veröffentlicht worden ist, lässt staunen. Deswegen widmen wir uns jetzt exemplarisch einer der neuesten Veröffentlichungen.

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„Hovering Resonace“ ist eine 12inch Vinyl EP, die über das kleine Label Sound Of Cobra erschienen ist. Darauf vertreten ist der 15minütige Titeltrack, der mit seinen kosmischen Drones gepaart mit Retrosoli und subtilen Synthieflächen und einem subtilen Groove überzeugen kann. Expo´70 versteht es, die verschiedenen Einflüsse gekonnt zu dosieren, so dass der Gesamtsound eine eigene Note erhält. „Moon Raga“ groovt sich mit Tribaldrums und sphärischer Gitarrenuntermalung ein und schließt die EP vorantreibend ab. Hier ist nicht Schluß. Expo´70 macht Lust auf mehr. Wem diese EP gefällt, der sollte sich unbedingt auch mit dem restlichen Material von Expo´70 beschäftigen.

Passend zur Musik ist das von Justin Wright designte Artwork auch ganz in den 70ern verhaftet. Bei dieser EP wurden die ersten 100 Exemplare (von 200) im handgemachten Siebdruck geliefert. Inzwischen hat das Label schon keine einzige Kopie mehr davon. Das heißt: Mailorders durchsuchen!

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PETRELS

Posted in Release on January 28th, 2012 by N UND D.K.

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Der Brite Oliver Barrett alias Petrels baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus. Wo andere durch Schichtung undurchdringliche Monolithen stapeln, die geradezu bedrohlich vor dem Hörer aufragen und tiefe Schatten werfen, sind die Schichten von „Haeligewielle“ eher fein gewebt; mit Luft zum Atmen dazwischen und Ausblick ins Dahinter. Und dem Wissen um Dynamik; wenn beispielsweise in „Canute“, eine gleissende Spitze erreicht wird. Und dem Wissen um überraschende Instrumentierung, wenn in „Concrete“, die ansonsten allgegenwärtigen Gewebe akustischer (oft auch Streicher) und elektrischer Instrumente durch einen Chor abgelöst werden, der dem Stück einen noch menschlicheren Charakter verleiht, noch wärmer und runder, noch organischer als bei den anderen sechs Songs. Wobei es nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, dass dieser Chor Oliver Barrett allein ist; ein gewisses (und gesundes) Maß an Versponnenheit schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch und lässt „Haeligewielle“ trotz aller Klangereignisse stellenweise auch ganz leicht wirken, jenseits von Soloautismus oder dem Eingepferchtsein in sein eigenes Konzeptkämmerlein…

petrels

Insofern ist „Haeligewielle“ einfach nur ein perfektes Beispiel, was immer wieder aufs neue möglich ist, wenn sich Leute von Vorgaben und Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding entwickeln; hier im Fall von Drone / Experiment / Ambient. Völlig klischee- und dabei alles andere als harmlos; Wolf im Schafspelz. Perfekt. (N)

Auf CD und Vinyl über Denovali Records erhältlich.

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Mit der neuen 2-Track EP „All Things In Common“ führt Petrels seinen Soundkosmos fort und setzt genau da an, wo er mit „Haeligewielle“ aufgehört hat. Ein noisiger Beat, Elektrogeflirre in „Thomas Muntzer“, alles verschmilzt allmählich, dann eine Noisewand, die ständig in den Song hereinbricht um sofort wieder zu entschwinden. Die Auflösung des Noiseknotens durch eine Art Mellotron-Cello-Klangfläche. Was Petrels hier wirklich als Instrumentierung vewendet hat, ist nicht wirklich klar. Klar ist, dass der Song unter die Haut geht… besser… fliesst. Die 10 Minuten Laufzeit kommen einem so kurz vor.
Die B Seite „Leonora Christine“ mit orchestralem Anfang, verloren im Hall, schwebend, nicht greifbar und deswegen so unheimlich schön. Dann überraschend der Bruch mit einem Elektroglockenspielbeat und einer filigranen Synthiemelodie. Cooler Beat oder besser gesagt Rhythmus mit Kopfnicktendenzen. Die Streichersounds vom Anfang kommen wieder… Großes Ohrenkino. (D.K.)

„All Things In Common“ gibt es als 10inch Vinyl und als kostenlosen Download. Natürlich auch über Denovali Records.

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SANKT OTTEN – SÄNGER UND SÜNDER

Posted in Release on January 1st, 2012 by D.K.

Sankt Otten Photography: Tobalo.de

Das letzte Jahr hat mit geschenkter Musik aufgehört, dann kann das neue Jahr mit geschenkter Musik anfangen. Die Jungs von Sankt Otten und ihr Label Denovali Records haben die EP “Sänger und Sünder” zusammengestellt, die es im MP3 Shop des Labels als kostenlosen Download gibt.

Sankt Otten Sänger und Sünder Artwork

Auf “Sänger und Sünder” sind sieben Remixe und Cover vereint, die Sankt Otten zwischen 2007 und 2011 aufgenommen haben. Die Compilation startet mit “Slow Oscillations”, einem Cover der amerikanischen Synthierockkollegen von Zombi. Schon allein beim Lesen spitzt man die Ohren, denn wenn eine Synthieband eine andere Synthieband covert, kann alles passieren… Sankt Otten nehmen einfach die treibenden Drums aus dem Original und lassen den Song synthiemäßig treiben. Steht dem Song sehr gut. “Sehnen” dann das erste Cover von A Flock Of Seagulls. Kenn ich nicht, aber egal, denn was mich viel mehr beschäftigt ist die Tatsache, dass hier plötzlich jemand singt. Die deutschen Gastvocals von Carsten Sandkämper sind gelassen cool und wirken fast wie ein Gegenpol zur Instrumentierung. Dass das Stück von 2007 stammt, ist dem Song nicht anzuhören. Schon allein weil sich Sankt Otten an Slayers “Raining Blood” herantrauen, ist “Blutregen” das absolute Highlight (ohne den Rest gehört zu haben). Keine Angst, die Ottens covern nur Instrumental und versuchen sich nicht in der arayaschen Dichtung. Es folgen zwei Cover von The Cramps und King Crimson, die wunderbar in die Sankt Otten Soundwelt infiltriert werden. Anschließend wird wieder geremixt, diesmal Pendikels “Heulsuse” alias “Heulsusenalarm”, auch hier mit Vocals. Als Abschluss gibt es einen Remix von Max Richters “Infra 2″, der “Blutregen” dann doch noch den Rang abläuft.

“Sänger und Sünder” gibt es über Denovali oder Sankt Ottens Bandcamp Seite.

Das oben abgebildete Portrait von Sankt Otten stammt von Cristobal Marquez alias Tobalo und ist der zweite Teil einer Musikerserie. Mehr zur Serie gibt es hier zu lesen.

PS: Der Denovali MP3 Shop hat übrigens noch zwei andere neue kostenlose Leckerbissen im Angebot.

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HEIRS AUF DER JAGD

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

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Nachdem die Heirs im letzten Jahr mit ihrem Zweitwerk “Fowl” auf Platte und live überzeugen konnten, folgt nun mit “Hunter” der Vorbote für das nächste Album.

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Es hat sich einiges getan bei den Heirs. Zum einen ist Studiomusiker und The Night Terrors Mitglied Miles Brown jetzt auch festes Mitglied in der Grundbesetzung der Heirs und setzt mit seinen Theremine Sounds unverkennbare Akzente in die Klangwelt der restlichen vier Australier. Desweiteren gehen Heirs einen Schritt weiter in ihrem Klangkosmos, der irgendwo zwischen Doom, Dark Wave und alternativem experimentellen Rock ist, und bringen die Leichtigkeit in ihre Schwerfälligkeit. Denn so genial schwerfällig “Hunter”, der Song zur gleichnamigen EP ist, so genial leichtfüssig entwickelt sich der Sound mit den eben angesprochenen Thereminesounds, die zwischendurch wie ein Frauen-Opern-Chor klingen, oder mit Elektronikeinschüben und treibenden Percussions. Der Rest ist das, was Heirs ausmacht: langsam rollender Bass, knüppelharte langsame Drums und noisige Gitarren. “Symptom” beginnt und man könnte denken, man höre grad Neurosis, denn so trocken brechen eigentlich nur Kelly und Von Till in die Hütte ein… nicht mehr, die Heirs können das auch. Natürlich bleibt der Song nicht so, sondern entwickelt sich zu einem unzähmbar rockenden Track, der zum Ende hin eher an Cave In erinnert, um hier nur mal zwei Größen der Szene zu nennen… Apropos Größen, “Never Land” ist der 13minütige Abschluss der EP und im Original von The Sisters Of Mercy. Wer das Original kennt, weiß, dass in der Instrumentierung nicht viel Variation steckt, was die Heirs als Grundlage nehmen um aus dem Song einen instrumentalen Monolithen zu kreieren, der im Bass- und Drumslauf statisch bleibt und sich nah am Original orientiert, während im Hintergrund die Gitarren und die Elektronik einen Noiseteppich ausbreiten. Berauschend.

“Hunter” ist als 10inch und CD auf Denovali Records erschienen und auch als MP3 Download erhältlich.

Unser letztjähriges Interview mit Heirs Gitarren- und Artworkmann Brent Stegemann könnt ihr hier finden…

 

 

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RELLA THE WOODCUTTER

Posted in Release on October 9th, 2011 by D.K.

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Rella The Woodcutter ist der ungewöhnliche Name dieses italienischen Ein-Mann-Projektes, das wir euch hier vorstellen wollen. Boring Machines hat diesen Monat das Minialbum “I Know When It´s Time To Get The Fuck Away” veröffentlicht, das durch seine ebenfalls ungewöhnliche Mischung aus Singer-Songwriter, psychedelischem Folk und einer Schippe rauhem Blues auf sich aufmerksam macht.

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Rella hat in den letzten fünf Jahren mehrere EPs, Splits und sonstige Veröffentlichungen meist im Alleingang herausgebracht, auf denen er sich nie stilistisch festlegt hat. Das italienische Label Boring Machines hat nach einer Split jetzt diesen 5-Track-Silberling veröffentlicht, der voller Energie durch die Boxen ertönt. Der grungige Einstieg mit dem nahezu instrumentalen “Apocryphal” greift sofort und legt die Grundlage für die restlichen vier Songs. Die Mischung aus kreativem, aber zurückhaltendem Songaufbau und den meist leicht verzerrten Vocals dürfte sowohl Hörern von altmodischem Rock als auch Freunden experimentellerer Sounds gefallen.

Bestellen könnt ihr die CD im schicken “Ecopack” Pappcover direkt über Boring Machines.

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COILGUNS/KUNZ SPLIT EP

Posted in Release on September 21st, 2011 by M.H.

Pelagic Records wissen mit einer eher unkonventionellen Split-Zusammenstellung zu überraschen. Beide vertretenen Bands, sowohl Coilguns, als auch Kunz, sind Nebenprojekte des The Ocean Kollektivs und setzen sich folgerichtig aus Mitgliedern ebendieser Schweizer Progressive-Post-Metal Formation zusammen.

Den Anfang machen Coilguns, die mit ihren 3 Songs ein gewaltiges Brett auffahren. Aggressiv groovender Post-Hardcore mit ordentlich Metal- und Crust-Einschlag. Zum Einstieg wird das Gaspedal bei “Mastoid” noch knappe drei Minuten gnadenlos durchgetreten, doch bereits das folgende “Phersu” liefert im Mittelteil eine willkommene Tempodrosselung. Auch “Kachinas”, der variantenreiche Abschluss des Coilguns Beitrags, belegt die hohe Musikalität des Trios und untermauert sein Potential.

Bieten Coilguns bereits eine abgespeckte Besetzung, treiben Kunz die Reduktion auf die Spitze. Als Duo geht die aktuelle The Ocean Rhythmusabteilung an den Start, um uns mit knarzig wummerndem Bass, polternden Drums, Krächzgesang und ganz viel Feedback seine persönliche Lesart von dreckigem Sludge-Metal gepaart mit Noise-Rock nahezubringen. Weder Kunz, noch Coilguns erfinden das Rad neu, klingen jedoch frisch und unverbraucht und machen definitiv Lust auf mehr.

Beziehen könnt ihr die Split CD im ansprechend gestalteten Digipak ab dem 23.9. direkt über Pelagic Records.

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ANCESTORS – INVISIBLE WHITE EP

Posted in Release on September 17th, 2011 by M.H.

Erwartungsvoll die neue Ancestors EP “Invisible White” eingelegt und entspannt zurückgelehnt. Den ersten Tönen des Titeltracks lauschend mag man sich zunächst wundern, ob da tatsächlich die richtige CD im Schacht ihre Runden dreht. Eine gezupfte Akustikgitarre, säuselnder Damengesang, ein Barpiano untermalt, irgendwann eine Orgel und eine melancholische Violinenmelodie, bevor erstmalig lakonisch dahinfließender Gesang von Justin Maranga ertönt.

Auch im weiteren Verlauf bleibt die Instrumentierung dezent, zurückgenommen, elegisch, schleppend – inklusive der Drums von Brandon Pierce. Die Songs fließen atmosphärisch dahin. Die fetten Gitarren und die Heavyness, prägende Elemente der beiden bisherigen Alben “Of Sound Mind” und “Neptune With Fire”, bleiben gänzlich außen vor. Zurück bleibt experimenteller Progressive Rock mit Folk-Elementen, sowie eine latente Dominanz von Orgel und Synthesizer. Erst im Laufe des abschließenden überlangen “Epilogue” tritt die verzerrte Gitarre in den Vordergrund und verhilft dem Stück mit einem inspirierten, gefühlvollen Solo zu einem episch rockenden Psychedelic-Finale.

Nachdem die erste Verwunderung verflogen ist und man sich auf diese neue Facette des LA-Quintetts eingelassen hat, fühlt man sich wohlig an Großtaten von Genre Ikonen wie King Crimson und Pink Floyd erinnert. Bleibt die Frage, ob “Invisible White” ein Experiment, eine einmalige Sache war oder ob die 30-minütige EP Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Ancestors zulässt, wobei die Arbeit am kommenden Album in wenigen Tagen beginnen wird. Was mit Sicherheit zu sagen bleibt, ist, dass sie uns die Wartezeit auf überaus angenehme Weise verkürzt haben.

Erwartungsgemäß ist auch “Invisible White” als CD und 12” Vinyl in Europa am 12. September über die Geschmacksgaranten von TEE PEE RECORDS erschienen.

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DROEHNHAUS – ZWEITER TEIL

Posted in Label on January 1st, 2011 by M.H.

DAS LAUTE DROEHNHAUS

Im ersten Teil unseres Droehnhaus Label Specials haben wir euch einige Werke vorgestellt, die das leise Spektrum des breitgefächerten Droehnhaus Katalogs repräsentieren. Teil zwei beschäftigt sich nun mit Künstlern, die für das lautere Dröhnen zuständig sind.

Den Anfang machen Ufesas aus Canelones in Uruguay, die 2009 ihre 7inch “The Black Ride”, den Nachfolger ihrer selbstbetitelten Debüt EP aus 2008, in einer Gesamtauflage von 300 Stück vorgelegt haben. Sie verbinden straighte Rock Gitarren, hypnotischen Gesang und treibende Drums zu kompakten, psychedelischen Stoner Rock Songs. Die A-Seite bietet den titelgebenden Song und die B-Seite mit “The Destroyer” einen Track, bei dem die Band auch mal ihre lateinamerikanischen Wurzeln dezent durchschimmern lässt. “The Black Ride” versprüht rauhen Charme und vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit. Der positive Gesamteindruck wird durch ein gelungenes Artwork abgerundet, das den Psychedelic Charakter der Aufnahmen widerspiegelt. Sollte es ihnen gelingen, diese Qualitäten auch auf der Langdistanz umzusetzen, darf man von dem für 2011 in Aussicht gestellten ersten Longplayer so einiges erwarten.

Die veröffentlichungstechnisch äußerst aktiven Niederländer Wolfsduister sind gleichermaßen mit einer 7inch am Start, die auf den Namen “Altaar” hört. Auf musikalischer Ebene haben sie jedoch wenig mit ihren Labelkollegen Ufesas gemein. Auf ihrer Webseite geben die Rotterdamer die Marschroute unmissverständlich vor: “Wolfsduister is Ritualistic Ambient in the name of the Unholy master, Lucifer”. Erwartet finstersten Ambient mit Black Metal Hintergrund, der eine unheilvolle misanthropisch-nihilistische Atmosphäre aufziehen lässt. Die auf 100 Stück limitierte EP, enthält zwei jeweils sechsminütige Songs, ist 2009 erschienen und visuell stilsicher verpackt.

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Die dritte Band im Bunde sind Head Of The Taurus, ein Doom/Sludge Instrumental Trio aus Göttingen. Sie setzen mit ihrer 2010er 7inch “Calamity/Perdition” ein rifforientiertes Ausrufezeichen aus schweren Gitarren und repetitiven Drums. Die betont einfach gehaltenen Songs bewegen sich über weite Strecken im Reich des Downtempo und der Monotonie, jedoch versteht sich das Trio darauf, stets im rechten Moment vorübergehend Fahrt aufzunehmen oder neuartige Details einfließen zu lassen, die das Gesamtbild auflockern. Auch Head Of The Taurus werden im nächsten Jahr mit einer Langspielplatte an den Start gehen, auch hier dürfen wir mit Spannung auf das Ergebnis warten.

Bei einem Special über das Droehnhaus Label darf natürlich ein Künstler auf keinen Fall fehlen: Hellmut Neidhardt alias N, den wir euch an dieser Stelle schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Dortmunder liefert mal wieder vertonten Minimalismus, der dabei in seiner Schlichtheit eine ungemeine Intensität entwickelt und den Hörer auf seine ganz eigene Art zu packen weiss. Die 12inch “N(13) – prora” ist mit 2 Songs bestückt und widmet sich, wie alle vorherigen N Veröffentlichungen auch, in Verbindung mit dem Artwork, für das der Künstler wie immer höchstselbst verantwortlich zeichnet, einem ganz besonderen Ort. Diesmal ist es das Seebad Prora auf der Insel Rügen, welches in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, jedoch nie fertiggestellt wurde und heute als “Koloss von Prora” bekannt ist – eine 4,5 Kilometer lange Aneinanderreihung baugleicher Häuserblocks, die zusehends verfallen und deren zukünftige Nutzung ungewiss ist. Bedauerlicherweise ist die LP bereits ausverkauft, aber möglicherweise erfährt sie ja irgendwann mal eine Wiederveröffentlichung. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wir hoffen, mit den von uns vorgestellten Platten, Bands und Künstlern, euer Interesse an dem kleinen, sympathischen Plattenlabel geweckt zu haben. Schaut doch einfach mal auf der Webseite vorbei. Dort gibt es noch vieles mehr zu entdecken und zudem von den meisten Veröffentlichungen kostenlose MP3 Happen zum Download. Mit Sicherheit werden wir zukünftig noch einiges zu hören bekommen aus dem Droehnhaus.

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HER NAME IS CALLA LIVE EP

Posted in Release on December 22nd, 2010 by M.H.

Die Briten Her Name Is Calla zaubern völlig unerwartet eine vorweihnachtliche Überraschung aus dem Ärmel. Auf dem Denovali Swingfest haben sie im Oktober ihr Konzert mitgeschnitten und daraus die 3 Track EP "Live at Denovali Swingfest 2010" gebastelt, die sie nun, als Dankeschön an alle, die sie im zurückliegenden Jahr unterstützt haben, hier kostenlos oder gegen eine kleine Spende zum Download bereitstellen.

Als Bonus liefert die Band einen anschaulichen Einblick in ihre persönlichen Swingfest Erlebnisse. Gibt es einen sympathischeren Weg, sich bei seinen Fans zu bedanken?

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IROHA

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, Release on August 7th, 2010 by D.K.

denovali swingfest 2010

Schwerfällige, verzerrte Gitarren, dezente Elektronik, langsame Drumbeats und melodischer, zurückhaltender Gesang,
so klingen Iroha aus Birmingham, bestehend aus Andy Swan, Diarmuid Dalton und Dominic Crane. Wer bei der Beschreibung und bei den Namen der Bandmitglieder an J.K. Broadricks Jesu denkt, liegt dabei gar nicht mal falsch. Dalton ist auf mehreren Releases von Jesu an den Basssaiten zu hören. Andy Swan dagegen hat bereits in den Achtzigern zusammen mit Broadrick das minimalistisch experimentelle Projekt Final gegründet, das seither besteht. Iroha stammen genau wie Jesu und Final aus Englands zweitgrößter Stadt Birmingham, die, vergleichbar mit dem Ruhrgebiet, für ihre Metallbearbeitungsindustrie bekannt ist. Das spiegelt sich auch im walzenden, rauhen, industriellen Sound von Iroha wieder. Der ruhige Gesang, der ganz im Gegensatz zum Sound steht, gibt der Musik dagegen eine positive und unverkennbare Note.

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Mit “Bittersweet” haben Iroha ihre erste Split mit Fragment aus Frankreich bei Denovali Records veröffentlicht. Die beiden stilistisch ähnlich klingenden Künstler steuern jeweils zwei Songs und den gemeinsamen Titeltrack bei. Das Debütalbum von Iroha lässt dagegen noch auf sich warten. Das von J.K. Broadrick gemasterte Album erscheint über Invada Records und kommt mit zusätzlichen Remixen von Bands wie Jesu und Transitional. Doch das ist nicht die einzige geplante Veröffentlichung von Iroha. Über Denovali Records wird die EP “On The Passage Of A Few People Through A Rather Brief Period Of Time” veröffentlicht, auf der Iroha einige Cover zum besten geben, und eine weitere EP namens “End Of An Era” ist auch bereits fertig abgemischt und wartet auf ihre Veröffentlichung. Man darf gespannt sein.

Irohas Auftritt beim diesjährigen Denovali Swingfest ist die bisher einzige Möglichkeit in Deutschland, die Band live zu sehen.

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ISIS GEHEN NICHT LEISE

Posted in Release on July 21st, 2010 by D.K.

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Isis haben die Bühnen dieser Welt verlassen, doch die Band geht nicht ohne ihren Fans noch einige Veröffentlichungen zu hinterlassen. Mit der auf 1000 Stück limitierten Vinyl-Split mit den Melvins ist bereits eine dieser Hinterlassenschaften veröffentlicht. Isis haben hierfür zwei Songs aus den Wavering Radiant Sessions aufbereitet. “Way Through Woven Branches” gab es bereits als Bonustrack auf der japanischen Version von “Wavering Radiant”. Für die Vinylpressung ist der Song nochmal hörbar überarbeitet worden. Mit “The Pliable Foe” dagegen ist der wohl letzte unveröffentlichte Track der Band auf der Split verewigt. Beide Songs überraschen durch eine gelungene Mischung aus beinahe zugänglichem Gesang und Rhythmus und brachial treibender Instrumentierung und typischem Schreigesang von Aaron Turner.

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Im Gespräch mit dem amerikanischen Musikmagazin Decibel hat Aaron Turner verraten, dass noch eine 4 Track EP auf CD veröffentlicht wird. Darauf werden die beiden Songs von der Isis Melvins Split vertreten sein sowie ein Ambient Track, der bereits für einen Videoclip zu den Studioarbeiten von “Wavering Radiant” verwendet wurde. Desweiteren berichtet Turner, dass die Band zurzeit an einer neuen Version von “20 Minutes / 40 Years” arbeitet. Im Vergleich zur Album Version hat die Band die Aufnahmen und die Produktion des Songs selbst in die Hand genommen. Die EP soll eventuell durch eine beiliegende DVD ergänzt werden. In der Abschiedsbekundung der Band hieß es außerdem, dass auch Live-Aufnahmen veröffentlicht werden sollen. Wir sind gespannt.

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ABYSSE

Posted in Musik on June 25th, 2010 by M.H.

Abysse sind ein Ambient-Metal Quartett aus Cholet in Frankreich und haben in der Vergangenheit bereits als Vorband von Impure Wilhelmina oder Kingdom und auf dem diesjährigen Hellfest Bühnenerfahrungen gesammelt. Bisher haben sie verschiedene Compilation-Beiträge und nach “Eight Hours Before Dawn” und “De Profondeur En Immersion” Ende 2008 bereits ihre dritte in Eigenregie aufgenommene EP vorgelegt, die auf den Namen “Le Vide Est Forme” hört.

Dass die Mitglieder allesamt gerade mal Anfang 20 sind, hört man ihrer aktuellsten Veröffentlichung allerdings beileibe nicht an, da die Kompositionen sehr ausgereift und durchdacht wirken. Rein instrumentaler, progressiv angehauchter Metal, der von rhythmischen Riffs und melodiösen, teils experimentellen Leads dominiert wird, bildet die Grundlage. Doch beherrscht die Band auch die ruhigen Töne, wie beispielsweise Anfang und Mittelteil von “One Last Breath” belegen. Beide Tracks, “Déviance” und “One Last Breath”, überschreiten die Zehn-Minuten-Grenze und bieten den atmosphärischen, dezent psychedelischen Elementen, die Abysse in ihren Metal Sound integrieren, viel Raum zur Entfaltung. Insgesamt klingt das alles sehr ambitioniert und man darf auf das Debütalbum, an dem die Band momentan werkelt, absolut gespannt sein.

Auf ihrer MySpace Seite könnt ihr euch u.a. “One Last Breath” als Stream zu Gemüte führen und in ihrem Online Shop gibt es zu günstigen Konditionen die EP und ein wenig Merchandise.

Zudem werden Abysse am 28. August auf dem Motocultor Festival in Frankreich auftreten.

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EGGNOGG – NOGG EP

Posted in Release on May 28th, 2010 by M.H.

Neuigkeiten gibt es bei den New Yorkern Eggnogg zu vermelden. Seit dieser Woche ist ihre, schlicht “Nogg” betitelte, neue EP erhältlich. Jedoch nicht als Tonträger in physischer Form, sondern bisher ausschließlich als kostenloser Download über die offizielle Website.

Das Trio um Sänger Bill O’Sullivan bleibt seinem Stil treu und zelebriert, wie schon auf dem selbstbetitelten Debüt Album, einen groovigen Mix aus Doom, Stoner und Sludge.

Die “Nogg EP” soll uns die Wartezeit auf das, von der Band für 2010 in Aussicht gestellte, Zweitwerk verkürzen. Wer Eggnogg bisher noch nicht kennt, sollte ihnen eine Chance geben – es lohnt sich!

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JEX THOTH

Posted in Musik, Release on May 11th, 2010 by M.H.

Namensgeberin von Jex Thoth aus San Francisco ist Sängerin Jessica Thoth, die mit ihrem klaren, kraftvoll melodischen Gesang und ihrer überaus charismatischen Live Performance, von der wir uns auf dem vergangenen Roadburn Festival selbst überzeugen durften, das Markenzeichen der Band darstellt.

Doch sollte man die Band keinesfalls auf ihre Sängerin reduzieren, denn auch die übrigen Musiker überzeugen mit einer authentischen Melange aus 60er/70er Hardrock, psychedelischem Prog und doomigen Riffs, wobei insbesondere die äußerst harmonische Gitarrenarbeit hervorgehoben sei. Oftmals mit mächtigen Orgelklängen untermalt, ist das Tempo der Songs überwiegend schleppend gehalten und wird nur gelegentlich dezent angezogen.

Unter dem Namen Totem nahm die Band bereits eine erste EP auf, bevor sie ihren Namen änderte und neben dem schlicht "Jex Thoth" betitelten Debütalbum noch eine Split 7” mit Pagan Altar veröffentlichte. Im April nun ist eine neue EP namens "Witness" via I Hate Records erschienen. Diese beinhaltet drei Songs – zwei Eigenkompositionen und mit "Mr. Rainbow" ein sehr gelungenes Cover der 70er Jahre Avantgardisten Slapp Happy.

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ALTAR OF PLAGUES – TIDES EP

Posted in Release on May 6th, 2010 by M.H.

"Tides" nennt sich die vor kurzem erschienene neue EP der Iren Altar of Plagues. Stilistisch im Rahmen ihres "White Tomb" Albums angesiedelt, zeichnet sie sich dabei allerdings durch eine etwas düstere Grundausrichtung aus. Als Inspirationsquelle benennt die Band die Kraft und Energie des Atlantischen Ozeans und bezieht sich somit, wie schon auf ihren bisherigen Werken, auf die Natur als Ideengeber.

Die EP besteht aus nur zwei Songs, kommt jedoch durch die Überlänge von "Atlantic Light" und "The Weight of All" auf eine gute halbe Stunde Spielzeit. Den ersten der beiden Songs könnt ihr euch hier kostenlos herunterladen.

Ordern könnt ihr die von Mell Dettmer abgemischte “Tides EP” auf Vinyl und CD über Burning World Records oder Denovali Records.

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