EVAN CAMINITI – MERIDIAN

Posted in Release on May 6th, 2015 by D.K.

Evan Caminiti hat sich selbst und seine Band Barn Owl in eine Art Kokon gepackt. Ausgehend von einer Dark Americana Drone Raupe ist in den letzten Jahren ein experimenteller droniger Synthieschmetterling entstanden, der immer weiter wächst.

„Meridian“ ist die Fortführung des Synthieschritts, den Evan Caminiti begonnen hat. Die letzten beiden Soloalben haben schon gezeigt, dass sich der Amerikaner aus San Francisco an den Reglern sehr wohlfühlt und seine Gitarre anscheinend nicht vermisst. Wir vermissen sie ehrlich gesagt schon, trotzdem ist „Meridian“ im Vergleich zu allen anderen Elektroscheiben der Barn Owl Familie sehr homogen und die neun Stücke haben eine magische Struktur, die den Hörer fesselt. Eine Paarung aus schrilleren Tönen und tiefen Bassläufen macht das Album zu einem Soundtrack für die bevorstehende Zerstörung San Franciscos, auf die Wissenschaftler seit Jahren warten.

Die Aufnahmen sind in den letzten beiden Jahren in San Francisco und New York entstanden und basieren auf Livestücken. Eine kleine Tour ist auch geplant, ob es nach Europa geht, steht noch nicht fest.

„Meridian“ erscheint bei Thrill Jockey Records.

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EVAN CAMINITI TRÄUMT NICHT

Posted in Musik on July 21st, 2012 by D.K.

Kaum hat er sein letztes Soloalbum veröffentlicht, bringt Evan Caminiti sein nächstes Album raus. Auf “Dreamless Sleep” öffnet Caminiti die Tür in eine psychedelische Welt voller Gitarren und Synthiedrones.

dreamless sleep

Schon bevor man die Musik hört, beschäftigt einen das ungewöhnliche Artwork. Da wo Evan Caminiti sonst mystische Zeichnungen oder Landschaften auf die Cover seiner Alben und die von Barn Owl zaubert, ist jetzt eine Fotografie zu sehen. Diese zeigt im 70er Jahre Stil und mit starker Farbprägung von dunklen Schatten bedeckte Pfeiler, hinter denen ein purpurner Himmel schimmert und eine nicht erkennbare, verhüllte Figur im Mittelpunkt steht. Eigentlich ist auch genau das zu hören auf “Dreamless Sleep”. Sounds, die geprägt sind von 70er Jahre Klängen, mit dunklen Seiten, aber auch mit sphärischen Passagen. Kosmisch, psychedelisch und mit einer großen Prise düsterer Dronegitarren versehen. Die sieben Songs bewegen sich zwischen vier und sieben Minuten, sind getrennt und klingen trotzdem wie eine große Einheit. Wer das Album zum ersten Mal hört, sollte die Platte unbedingt im Anschluss sofort wieder hören. Die Songs klingen beim zweiten Durchhören, durch die Art wie sie sich während der Albumlaufzeit entwickeln, erstaunlich anders oder werden anders wahrgenommen. Ein Klangerlebnis oder Klanggefühl, das man schlecht beschreiben kann, aber auf jeden Fall mal erleben sollte. Warum sollte man hierbei nicht träumen können?

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“Dreamless Sleep” erscheint im August über Thrill Jockey Records.

 

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EVAN CAMINITI – NIGHT DUST

Posted in Release on May 13th, 2012 by D.K.

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Evan Caminiti von Barn Owl liefert mit seinem neuen Album “Night Dust” den perfekten Soundtrack für die Nacht, indem er in elf Tracks die Momente zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang besingt, oder besser gesagt, auf seiner Gitarre hörbar macht.

Vorab sei gesagt, dass die Aufnahmen zu diesem Album alle auf einem 4-Spur-Kassetten-Rekorder festgehalten worden sind und Caminiti somit sich selbst Grenzen gesetzt hat, um sich innerhalb dieser Limitierung kreativ auszutoben. So hat er alle Aufnahmen monatelang überarbeitet, bis zum Schluss dieses auf Immune Recordings erschienene Instrumantalalbum fertig war.

Mit “Near Dark” eröffnet Evan Caminiti das Album und geleitet den Hörer mit bluesigen Drones in die Welt von “Night Dust”. Der Sound ist so wie der Titel und das Artwork, schleierhaft aber mit klar erkennbarer Struktur. Die Songs sind, obwohl sie ständig in einem Schwebezustand zu sein scheinen, griffig und bauen oft auf wiederkehrende Melodien auf. “Star Circle” gleitet mit rauchigen Soundflächen vor sich her. “The River” setzt auf angedeutete Gitarrensoli, die Soundflächen in “Red Sun Blues” knistern subtil. Die Songs bewegen sich alle zwischen zwei bis fünf Minuten und funktionieren am besten, wenn sie laut und zusammenhängend gehört werden. Die altmodischen Aufnahmen verleihen dem Sound einen einzigartigen Reiz und formen so manch einen Ton gewollt oder ungewollt um. Das Solo in “Moon Is The Hunter” klingt so schön trocken, dass man ja nur froh sein kann, dass es mit einem 4-Track-Recorder verewigt wurde. “Last Blue Moments” kündigt das Ende der Nacht an und aus einem schweren Drone gleitet ein leichter heller Sound in die Nacht. Gut dass dieser Song einer der längsten ist, denn man möchte nicht, dass diese sich steigernde Soundwand verebbt. Zum Schluss gibt es das zweiteilige “First Light” mit zunächst noisigen Gitarren, die im zweiten Teil durch bluesige Gitarreklänge ersetzt werden, die sich durch ein lautes Rauschen drängen. Ein Muss für alle Barn Owl Anhänger und alle, die auf handgemachte Sounds stehen, die im Bereich von blusigem Drone und Ambient anzusiedeln sind.

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“Night Dust” ist über Immune Recordings auf schwerem Vinyl mit noch schwererem Cover und natürlich auf Kassette erhältlich.

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EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

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Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

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Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

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BARN OWL

Posted in Release on October 25th, 2010 by D.K.

Barn Owl sind Jon Porras und Evan Caminiti aus San Francisco. Wenn es so was wie Schamanen-Drone-Doom geben sollte, dann sind diese beiden Musiker die besten Vertreter dieses Genres. Barn Owl verbinden Blues, Experimental, Lo-Fi, Folk, Doom und Drone zu einem beeindruckend einzigartigen Instrumentalsound, der beim Hören Bilder von Indianern, Totempfählen, Inka, antiken Tempeln, geheimnisvollen Fabelwesen und mysteriösen Landschaften hervorruft.

barn owl

Die beiden Musiker haben seit 2007 mehrere Platten als Barn Owl und auch Solo über Labels wie Not Not Fun Records, Root Strata, Blackest Rainbow und Digitalis Recordings veröffentlicht. Ihr neues Album „Ancestral Star“ erscheint diese Tage über Thrill Jockey Records. Darauf vereinen Porras und Caminiti die einzigartigen Sounds der bisherigen Solo- und Band-Platten zu einem eindringlichen, meist instrumentalen Soundgebirge, durch das die „Schleiereule“ mit dem Hörer fliegt. Durch leise Ambient-Täler geht die Reise, vorbei an bluesige Landschaften hinauf auf die gewaltigen Droneberge, die sich durch die Boxen vor dem inneren Auge des Hörers auftürmen. „Ancestral Star“ ist wie ein mystisches Theaterstück, das den Hörer in knapp 45 Minuten durch mehrere Gefühlslagen führt.

barn owl live

Für die Aufnahmen von „Ancestral Star“ haben sich Barn Owl nicht nur zum ersten Mal seit Bandbestehen in ein professionelles Studio begeben, sondern auch ein Dutzend Gastmusiker herangeholt, die ihre Streicher-, Klavier-, Bläser- und Percussion-Sounds dezent in das Barn Owl Sounduniversum mit einfließen lassen durften.

Wer sich auf die Musik von Barn Owl einlässt und den Sound nicht einfach als hallende Gitarrenmusik abstempelt, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden.

ancestral star artwork

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