FINAL

Posted in Release on January 5th, 2011 by N

Justin K. Broadrick gehört zu der Gruppe der sehr Produktiven und die zwei Säulen dieser Produktivität sind (neben einer Vielzahl anderer Kollaborationen etc.) Jesu und Final. Gerade mit letzterem alter Ego ist er dann, allein, in seiner ganz eigenen, minimalistischen Klangwelt unterwegs, die oft fadenhafte Klangstränge mit sehr präsenter, manchmal abstrakt noisiger Präsenz entwickelt.

final_the_apple_never_falls_far_from_the_tree

Hier, auf „the Apple never falls far from the Tree“ zeigt sich Final im Sound deutlich hintergründiger und vielschichtiger; tiefer. Und dabei kompositorisch gleichzeitig ausgefeilter als, im direkten Vergleich, auf einem weiten Teil seiner bisherigen Veröffentlichungen, deren Stücke dagegen teilweise fast skizzenhaften Charakter besitzen und trotzdem, durch die unendliche Wiederholung des jeweiligen Themas, dadurch paradoxerweise wie ein in Stein gemeißelter Aufruf ihr unumstößliches Selbst zu behaupten scheinen. Das hat seinen Reiz, keine Frage; die einzelnen Stücke wirken dadurch aber auch oft sehr solitär, brauchen Abstand (voneinander / zum Hörer?), wollen für sich stehen. Auf Tonträger ist das dann unter Umständen etwas anstrengend. Und hier ist dies nun tatsächlich anders…

…und dies alles, ohne den Trademark-Sound zu verleugnen: es ist die Arbeit am Detail, die Entwicklung im einzelnen Stück und die daraus entstehende Spannungskurve sowie, eng damit verbunden, die Dynamik, die diese Platte von Final herausragen lässt. Zudem greift Justin K. Broadrick in den einzelnen (diesmal ohne Titel bleibenden) Tracks auch auf im Kontext „Final“ weniger bekannte (bzw. erwartete) Sounds zurück; erweitert die Palette so um Flächenhaftes, um konkrete Gitarrenapreggios, um Akustikgitarren etc.

justin k broadrick

Und noch einmal Dynamik: Final versteht es auf „the Apple never falls far from the Tree“ nicht nur, jedem einzelnen Stück die passende Entwicklung, Länge und Dynamik zu geben, die 13 Stücke bilden in der hier vorgestellten Reihenfolge mit ihren unterschiedlichen Längen, Betonungen und Stimmungen zudem ein homogenes Werk; atmosphärisch aufbauend, mit einem Schwerpunkt auf der C und der Seite D als Coda. Perfekt. Eine der besten, wenn nicht sogar die beste Final bisher. Auf transparent grünem Vinyl in einem Gatefold, bei Tonefloat Records erhältlich, gestaltet von Tonefloat Hausdesigner Carl Glover von Aleph-Studio. Mit einem Bild hintergründiger Morbidität (und vielleicht sogar subtil religiösem Bezug). Selten so deutlich: je öfter gehört, desto mehr Welten öffnen sich.

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IROHA

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, Release on August 7th, 2010 by D.K.

denovali swingfest 2010

Schwerfällige, verzerrte Gitarren, dezente Elektronik, langsame Drumbeats und melodischer, zurückhaltender Gesang,
so klingen Iroha aus Birmingham, bestehend aus Andy Swan, Diarmuid Dalton und Dominic Crane. Wer bei der Beschreibung und bei den Namen der Bandmitglieder an J.K. Broadricks Jesu denkt, liegt dabei gar nicht mal falsch. Dalton ist auf mehreren Releases von Jesu an den Basssaiten zu hören. Andy Swan dagegen hat bereits in den Achtzigern zusammen mit Broadrick das minimalistisch experimentelle Projekt Final gegründet, das seither besteht. Iroha stammen genau wie Jesu und Final aus Englands zweitgrößter Stadt Birmingham, die, vergleichbar mit dem Ruhrgebiet, für ihre Metallbearbeitungsindustrie bekannt ist. Das spiegelt sich auch im walzenden, rauhen, industriellen Sound von Iroha wieder. Der ruhige Gesang, der ganz im Gegensatz zum Sound steht, gibt der Musik dagegen eine positive und unverkennbare Note.

iroha

Mit “Bittersweet” haben Iroha ihre erste Split mit Fragment aus Frankreich bei Denovali Records veröffentlicht. Die beiden stilistisch ähnlich klingenden Künstler steuern jeweils zwei Songs und den gemeinsamen Titeltrack bei. Das Debütalbum von Iroha lässt dagegen noch auf sich warten. Das von J.K. Broadrick gemasterte Album erscheint über Invada Records und kommt mit zusätzlichen Remixen von Bands wie Jesu und Transitional. Doch das ist nicht die einzige geplante Veröffentlichung von Iroha. Über Denovali Records wird die EP “On The Passage Of A Few People Through A Rather Brief Period Of Time” veröffentlicht, auf der Iroha einige Cover zum besten geben, und eine weitere EP namens “End Of An Era” ist auch bereits fertig abgemischt und wartet auf ihre Veröffentlichung. Man darf gespannt sein.

Irohas Auftritt beim diesjährigen Denovali Swingfest ist die bisher einzige Möglichkeit in Deutschland, die Band live zu sehen.

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STEPHEN KASNER

Posted in Kunst, Literatur, Release on January 3rd, 2010 by D.K.

stephen kasner "wuthering 09"

Wem der Künstler Stephen Kasner noch kein Begriff ist, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen seine Arbeiten kennenzulernen. Kasner ist im Musikbereich vor allem für seine Ölgemälde bekannt, die für diverse Artworks verwendet werden. Utech Records haben eine ganze Albenserie (u.a. sind Final, Runhild Gammelsaeter und Skullflower vertreten) mit Kasners Artwork veröffentlicht.

final artworkskullflower artwork

Stephen Kasners Kunstwerke sind geprägt durch ihre dunkle Grundstimmung, die aus den zumeist schwarzen Flächen auf den Bildern entsteht. Mit dem Beifügen von kalten Grau- und warmen Braun-Tönen entwickeln die Bilder ihre individuelle Wirkung. Die Musik von Bands wie Lotus Eaters, Sunn O))) und Khlyst, für die Kasner das Artwork beisteuerte, unterstreichen zudem die entstehenden Eindrücke des Betrachters.

blood fountains artwork

Unter dem Namen Blood Fountains ist Kasner auch musikalisch aktiv. Das von James Plotkin produzierte Debüt “Floods” ist bei Utech Records erschienen und beinhaltet sechs experimentelle Noise Tracks, bei denen Kasner mit diversen Gästen seine Kunst in Tönen festhält. Besonders der sirenenhafte Gesang der Bloody Pandas Frontfrau Yoshiko Ohara gibt den Songs eine verstörend schöne Note.

Der Onlinestore von Blood Fountains bietet euch neben der Platte und einem T-Shirt auch die Möglichkeit, den Bildband von Stephen Kasners Arbeiten aus den Jahren 1993-2006 zu bestellen. Das Buch ist ursprünglich bei Scapegoat Publishing erschienen und in zwei Versionen erhältlich.

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FEAR FALLS BURNING & FINAL

Posted in Musik on October 6th, 2009 by D.K.

Wie Dirk Serries alias Fear Falls Burning auf seiner Twitter Seite verlauten ließ, wird voraussichtlich im Dezember eine Kollaboration mit Final bei Conspiracy Records erscheinen. Dort sind bereits Fear Falls Burning Zusammenarbeiten mit Nadja und Birchville Cat Motel erschienen.

fear falls burning final

Wie das Zusammenspiel von Fear Falls Burning und Justin K. Broadricks Final klingt, könnt ihr bereits auf “Once We All Walk Through Solid Objects” hören. Auf der 5 LP Sammlung, die bei Tonefloat Records erschienen ist, finden sich unter anderem Kollaborationen mit Harvestman und Bass Communion.

Die LP Sammlung ist auch bei Denovali Records erhältlich.

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