SHIVERS

Posted in Release on June 9th, 2014 by D.K.

Shivers nennt sich die neue Experimentalsupergruppe, die aus Gareth Davis an der Bassklarinette, Leo Fabriek an den Drums und Rutger Zuydervelt an der Elektronik besteht.

Das selbstbetitelte Debüt, das nach einem Meilenstein von David Cronenberg benannt wurde, ist eine intensive Reise durch die düsteren Welten des Unterbewusstseins, nicht nur weil Cronenberg als Inspiration diente.

“Ash” beginnt wie ein harmloser Jazzsong, um dann binnen Sekunden sein wahres Ich zu zeigen. Ein Ungetüm aus ausbrechenden Sounds und vertrackten Drums. Die Klarinette dient hier als Basis für ein elektronisches Verfremdungsfeuerwerk ohne Gleichen. Wie ein Ungetüm, das in Fesseln liegt und immer wieder versucht auszubrechen und dabei die Wärter verletzt. “Otomo” greift diese Atmosphäre auf, ist aber in sich eher jazzig als noisig. “Rabid” fängt mit einem Noisegewitter an, um sich dann in einen sehr coolen Balkan-Groover zu verwandeln. Das kurze “Brood” überrascht mit seinen klaren Synthiedrones. “Spacek” nimmt die Synthiethematik auf und baut sich langsam zu einem Tribaltrack auf. Der einzige Song, bei dem die Gedanken auch mal schwinden können. “Replicant” vereint das, was die vorherigen Tracks gezeigt haben: Noise, Jazz, Powerelectronics und Synthiesounds mit einer dicken Prise europäischer Folklore.

Ein absolut biestiges und kreatives Muss-Album, das Nils Frahm in Berlin mastern durfte. Erscheint passenderweise auf Miasmah Records und gesellt sich dort in eine Diskografie ein, die nur so vor experimenteller Energie trotzt.

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MERE

Posted in Release on July 21st, 2012 by D.K.

Mere sind Gareth Davis an der Bassklarinette, Thomas Cruijsen an der Gitarre und Leo Fabriek an den Drums. Die drei Musiker sind eines Tages zusammengekommen, um den Soundtrack für eine niederländische Fernsehsendung aufzunehmen. Am Ende ist “mehr” entstanden, wie der holländische Projektname “Mere” verrät.

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Das Album besteht aus drei improvisierten Tracks, auf denen die drei Musiker ihre eigenen Ideen so unbekümmert einfließen lassen, dass genau aus diesem Grund eine Art magische neue Musikrichtung entstanden ist. Klar kann man hier von rockigem Freejazz oder jazzigem Dark-Ambient sprechen, aber Fakt ist, dass die drei hier nicht vorhatten, eine Schublade zu bedienen.

“I” fängt harmlos an, wie eine live mitgeschnittene Annäherung der einzelnen Musiker. Verhalten schön baut sich der Song langsam auf. “II” ist im Vergleich ein Freischein fürs “Drauflosspielen”. Während die Klarinette jazzige Klangakzente setzt, legt die Gitarre eine düsterbluesige Grundlage. Die Drums scheinen einer 70er Jahr Krautrockaufnahme entrissen zu sein. “III” setzt diese Reise fort und lässt sich viel Zeit für kleine Pausen, in denen die Sounds einfach nur vor sich hergleiten, um am Ende wieder anzuziehen und gemeinsam auszubrechen. Dieses Album ist gleichsam introvertiert, ausdrucksstark, improvisiert und strukturiert.

Mere ist über Gizeh Rercords erschienen.

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