LIVEBERICHT: HEIRS & ASCETIC

Posted in Aktuell, ontheroad on March 30th, 2013 by D.K.

Es ist mal wieder einer dieser eiskalten Frühlingstage mitten in der Woche, an denen man am liebsten zu Hause bleiben möchte. Doch der innere Schweinehund ist schwächer als die Vorfreude, die Heirs wieder live sehen zu dürfen, und so machen wir uns auf den Weg nach Dortmund zum FZW.

Den Abend eröffnet die lokale Dark-Wave-Band Atomic Neon, die eine ganze Menge Fans mitgebracht hat. The Cure sind hier ganz großes Vorbild, das ist nicht zu überhören. Technisch perfekt, aber die Seele bleibt unberührt. Leider spielen die Damen und Herren aus Essen eine volle Stunde, viel zu lang.

Ascetic ist ein bisher unbekanntes Trio aus Australien, das in der Heimat über OSCL Records, von Heirs Drummer Damien Coward, sein Debüt veröffentlicht hat, das hier zu Lande diesen Monat über Golden Antenna Records rausgekommen ist. Mittlerweile spielt Damien die Drums bei Ascetic, was ja für die gemeinsame Tour mehr als praktisch ist. Der Sound von Ascetic wandert auf Platte in Richtung Post-Wave mit shoegazigem Touch und elektronischen Finessen und erinnert besonders wegen der tiefen monotonen Vocals an eine moderne Version von Joy Division. Live sind Ascetic rauher und rockiger. Bass, Drums und effektbeladene Gitarre und sehr viel Lust am Spielen, das sind Ascetic. Besonders die Tracks, bei denen der Bass wie eine Welle über einen rauscht, beeindrucken einen am meisten.

Es ist Zeit für Heirs. Mittlerweile auch bei Golden Antenna Records und kurz vor der Veröffentlichung des dritten Albums. Das letzte Mal, als wir die Heirs gesehen haben, waren sie zu dritt, weil Gitarrist Ian ausgestiegen war. Mittlerweile ist auch Bassistin Laura ausgestiegen und um so spannender war es an dem Abend zu sehen, wer denn jetzt die Heirs auf der Bühne sind. Die Band betritt die in Nebel verwobene Bühne. Ascetic plus Urgitarrist Brent sind es, naheliegend und ebenfalls doch sehr praktisch. Ein Loop setzt ein und schafft Atmosphäre für den ersten Track. Doch zunächst passiert nichts. Dann fängt ein nervöser Brent an, an seinen Effektgeräten zu fummeln. Notoperation an den Pedalen und Kabeln. Die ganze Band hat sich um das Effektebrett versammelt und versucht die Technik wieder zum Laufen zu bringen. Nebel, Loop, noch mehr Nebel, noch mehr Loop und irgendwann sind wir uns einig, dass ein 30minütiger Loop echt geil ist. Nachdem klar ist, dass mehrere Kabel und zwei Effektgeräte spontan den Geist aufgegeben haben, steht die Technik wieder. Das Loop (der Loop? wie auch immer…) wird abgelöst vom ersten neuen Track. Massiv und flächiger als bisher Gehörtes ist das neue Material. Noise-Doom vom Feinsten und hier bleibt die Seele nicht unberührt. Die Tracks fließen durch die Ohren ins Gemüt. Alte Tracks werden vom Publikum wie Hits gefeiert. Die neuen Musiker am Bass und der zweiten Gitarre verleihen den alten Tracks neue Nuancen. Als Abschluss gibt es “Drain” vom letzten Album in einer noisigen Version, die genau wie der Nebel den Club im FZW einhüllt. Dann ist Schluss. Das können Heirs sehr gut. Schluss machen, dann wenn man es nicht erwartet. Schade aber doch schon schön. Ein kalter Mittwoch, der in Erinnerung bleiben wird.

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HEIRS AUF DER JAGD

Posted in Release on December 4th, 2011 by D.K.

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Nachdem die Heirs im letzten Jahr mit ihrem Zweitwerk “Fowl” auf Platte und live überzeugen konnten, folgt nun mit “Hunter” der Vorbote für das nächste Album.

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Es hat sich einiges getan bei den Heirs. Zum einen ist Studiomusiker und The Night Terrors Mitglied Miles Brown jetzt auch festes Mitglied in der Grundbesetzung der Heirs und setzt mit seinen Theremine Sounds unverkennbare Akzente in die Klangwelt der restlichen vier Australier. Desweiteren gehen Heirs einen Schritt weiter in ihrem Klangkosmos, der irgendwo zwischen Doom, Dark Wave und alternativem experimentellen Rock ist, und bringen die Leichtigkeit in ihre Schwerfälligkeit. Denn so genial schwerfällig “Hunter”, der Song zur gleichnamigen EP ist, so genial leichtfüssig entwickelt sich der Sound mit den eben angesprochenen Thereminesounds, die zwischendurch wie ein Frauen-Opern-Chor klingen, oder mit Elektronikeinschüben und treibenden Percussions. Der Rest ist das, was Heirs ausmacht: langsam rollender Bass, knüppelharte langsame Drums und noisige Gitarren. “Symptom” beginnt und man könnte denken, man höre grad Neurosis, denn so trocken brechen eigentlich nur Kelly und Von Till in die Hütte ein… nicht mehr, die Heirs können das auch. Natürlich bleibt der Song nicht so, sondern entwickelt sich zu einem unzähmbar rockenden Track, der zum Ende hin eher an Cave In erinnert, um hier nur mal zwei Größen der Szene zu nennen… Apropos Größen, “Never Land” ist der 13minütige Abschluss der EP und im Original von The Sisters Of Mercy. Wer das Original kennt, weiß, dass in der Instrumentierung nicht viel Variation steckt, was die Heirs als Grundlage nehmen um aus dem Song einen instrumentalen Monolithen zu kreieren, der im Bass- und Drumslauf statisch bleibt und sich nah am Original orientiert, während im Hintergrund die Gitarren und die Elektronik einen Noiseteppich ausbreiten. Berauschend.

“Hunter” ist als 10inch und CD auf Denovali Records erschienen und auch als MP3 Download erhältlich.

Unser letztjähriges Interview mit Heirs Gitarren- und Artworkmann Brent Stegemann könnt ihr hier finden…

 

 

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HEIRS INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, Release on August 10th, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010

Als die Heirs aus Melbourne letztes Jahr ihr Debütalbum "Alchera" über Denovali Records und Exo Records veröffentlicht hatten, war das Staunen bei den Musikkritikern groß. Eine dreiviertel Stunde lang, auf sechs Titel verteilt, zelebrierten die vier Australier ihren instrumentalen Sound, der sich beeindruckend schwerfällig und eindringlich zugleich zwischen verschiedenen Stilen wie Doom, Alternative, Industrial oder auch Postrock bewegt. Alles fing mit einem Demo an, das Bandgründer Damian Coward 2007 unter dem Namen Heirs aufnahm. Ein Jahr später wuchs die Band um die beiden Gitarristen Brent Stegemann und Ian Jackson und Bassistin Laura Bradfield an.

heirs

Ein knappes Jahr nach Veröffentlichung des Debüts steht der Nachfolger "Fowl" in den Startlöchern. Anlass genug uns mit Gitarristen Brent Stegemann über die Aufnahmen am neuen Album und weiteren Themen zu unterhalten.

Tell us a little bit about the recording sessions regarding your upcoming release "Fowl". Are you comfortable with the progress?
We deliberately took a completely different approach to the writing and recording process of Fowl. Every song was composed entirely electronically. We then transposed all the songs to guitar/bass/drums, and worked out how to create a hybrid between the electronic sound and the band sound, getting a feel for what worked in a live setting and what didn’t come across quite as strongly. We definitely pushed the limits of what we were capable of as musicians and songwriters as far as we could, and for that I think the album is a success. We wanted to move the band in a more industrial direction, creating something rhythmically uglier and more threatening, but retaining the same melodic undertow that characterised our earlier stuff. I’d been listening to a lot of 80’s industrial and electronica, stuff like Controlled Bleeding, Coil, Neubauten etc. and it had a big influence on how I composed the songs. Once we had the songs sounding good in the rehearsal room, we went to Head Gap, where we recorded our first album, and layed down the basic drums and bass. We took those sessions and grafted the electronics onto them, then returned to Head Gap to record the guitar tracks. We added the rest of the instrumentation and finally mixed at Head Gap. Playing the new material live, we feel really good about what we’ve created and we’re really looking forward to bringing it to Europe.

brent stegemann

According to an older MySpace news it was planned to be a one track release accompanied by a remix. Now it seems to be grown to a 7 track full length album. How does this growth happen?
We recorded a 25 minute version of album’s title track before we started working on the full album. My good friend Nekrasov remixed the song for the B-Side. We had planned to release it as a 12" before the album came out but time got away from us. It’s still likely that it will see the light of day, but while we focus on getting the album out… it’s on the backburner for now.

Did you experience unusual things during the recording sessions that perhaps even found their way on the record?
We structured this whole recording down to a point where we knew exactly what we had to do at a given moment, but this is not to say that we didn’t "experiment" with a lot of stuff whilst we were there. "Men", a track off our new album, is a good example of this. We ended up doing a ton of tracks over this song, but eventually realised its power without so many layers, so if anything, this album was about stripping the excess layers and finding the right combination of sound which would let the music breathe a bit better, and have the most audial impact.

alchera artwork

What about the artwork, its kind of eerie and sculptural like the "Alchera" cover, but it is clearly turning into another direction. Can you tell us something about this strange yellow-black-man-fowl? Who is the artist behind it?
As an artist, I see Heirs as much visually as I do musically. As I worked on the music for the album, a central theme materialised and this is what I ‘saw’. I created the set, made the costumes, directed the shoot and did the accompanying artwork. The figure is a depiction of the human processing of the ornery – the filth we feed upon to entertain us, to sate our hunger, to gratify our sexual desires, to escape our reality or simply to facilitate our survival. Fowl is an exploration of the consumption of filth, the nourishment it provides and the way we excrete it back into the world. It’s a comment on the notion of morality and it’s place in an increasingly faithless population.

fowl artwork

Did you expect that the former one-man-project, as which heirs started in 2006, would expand to a four piece band that will have two releases out in 2010?
I’ve played music with Damian on and off for nearly a decade now, so it’s not surprising to me that we find ourselves at this point in our respective ‘careers’ working together on something like Heirs. He’s been the main motivating factor behind everything I have achieved musically and artistically, so when he proposed that I become involved with Heirs… it was just a natural progression of our musical relationship up until that point. We struck out everything that was holding us back in our previous projects, allowing each other to work independantly and helping each other realize our ideas in a group setting. Ian and Laura are a perfect foil for this dynamic. Ian’s style of playing is a complete contrast to my own and he adds a melodic depth that I don’t always hear on a songs inception. Laura is by far the best bassist I have ever played with… the way she locks in to the drums is integral to the foundation of what we do.

You’re living far away from Germany, can you tell us something about the instrumental music-scene in Australia? How do you appraise the scene? Are there any bands you like, which aren´t so common in the rest of the world?
There is no instrumental scene in Australia that resembles what you have in Europe, which to an extent, is a good thing. It breeds a certain kind of diversity and independance, with everybody forging their own path, with their own sound. There are a few scattered ‘instrumental’ bands, mainly from Melbourne (our home town) with which we feel certain kinship. There’s The Night Terrors, who we toured with in Europe last year. I can’t think of any band that sounds anything like them.. they describe their sound as "suffocation in deep space". I think it’s an apt description. We have been performing with Miles, their Theremin player, who contributed heavily to Fowl (Theremin/Electronics). They’ll be touring Europe again in September/October with their album ‘Back to Zero’ being released by Trendkill over there next month. In the broader ‘experimental’ sense, from Melbourne, our favourite bands are Zond, HTRK (currently based in London), True Radical Miracle, New War and Nekrasov.

It is your first time at the Denovali Swingfest. What are your expectations?
We’re really looking forward to seeing Timo & Thomas (Denovali) again. Their dedication to their bands and the support they have shown us is something we are enternally gratetful for and we’re pleased we can make  it over for Swingfest this year. We expect to be humbled by the quality of the other acts on the festival, and we predict Kodiak to lose a drinking competition.

Any bands in the swingfest lineup that you are curious about to see live?
I’m looking forward to seeing the Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, Switchblade and Celeste, and finally meeting Blueneck & Iroha. We’ve been looking forward to playing with them for a long time. It’ll also be great to share a stage with Kodiak again.

And finally, how long do we have to wait to hear your new record?
Fowl is out September 27 on Denovali Records. Thanks a lot for your time.

Thank you, too.

heirs 2010

Die Heirs sind, neben ihrem Festivalauftritt beim Denovali Swingfest, im Oktober und November auch auf Clubtour unterwegs. Die genauen Daten findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

Wer sich vom Sound der Band nochmal selbst überzeugen möchte, kann sich das Debütalbum "Alchera" über Denovali Records und das von der Band bereitgestellte Demo hier runterladen. Die erste Single vom neuen Album "Fowl" namens "Burrow" könnt ihr euch exklusiv bei Mess+Noise anhören.

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DENOVALI SWINGFEST 2010

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, ontheroad on May 3rd, 2010 by D.K.

Es ist soweit, wir dürfen uns freuen, denn das Denovali Swingfest 2010 öffnet am 9. und 10. Oktober seine Pforten in Essen. Die sympathischen Jungs von Denovali Records haben für dieses Jahr gleich zwei Tage eingeplant, denn die Liste der teilnehmenden Bands ist lang. Neben Blueneck, Celeste, Omega Massif und Kodiak, die schon das letzte Jahr dabei waren, sind dieses Jahr sehr viele neue, exklusive Überraschungen dabei. So treten beispielsweise die düsteren Jazz-Niederländer von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble zum ersten Mal mit einem Doppel-Liveset auf, bei dem sie auch Material ihres Alter-Ego-Nebenprojektes The Mount Fuji Doomjazz Corporation spielen werden. Das Doom-Trio Kodiak tritt erstmalig in Kollaboration mit dem deutschen Drone-Gitarristen N auf und die fast in Vergessenheit geratenen The Pirate Ship Quintet geben ihr erstes Konzert außerhalb der Grenzen des britischen Königreichs. Zudem werden alle Bands trotz der Festival-Begebenheiten vollständige Sets spielen.

Wie bereits im letzten Jahr werden wir euch auch dieses Jahr mit Berichten zu allen teilnehmenden Bands und einigen Interviews rund um das Denovali Swingfest 2010 versorgen, um die Zeit bis zum Festival zu überbrücken.

Tickets, Links zu allen Bands und alle weiteren nützlichen Infos findet ihr auf der Denovali Swingfest 2010 Seite.

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