N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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LABEL: EMPIRIC RECORDS

Posted in Label on June 30th, 2013 by D.K.

Als Droehnhaus vor einiger Zeit Geschichte wurde, waren wir in der Redaktion schon etwas angeschlagen, denn es gab und gibt nicht so viele deutsche Label, die mit großer Passion experimentelle Musik auf Vinyl veröffentlichen.

empiric records

Nun hat sich Labelgründer Alwin Lorenz ein neues Label aufgebaut: Empiric Records tritt das Erbe von Droehnhaus an und macht genau da weiter, wo das alte Label aufgehört hat. Wie es sich in dieser modernen schnelllebigen Zeit gehört, sind die Vinylveröffentlichungen jetzt auch digital erhältlich.

Drei Releases gibt es mittlerweile, die sich allesamt lohnen, egal ob digital oder als echter Tonträger.

Die erste Veröffentlichung ist “Kindspechlechleber” von Aalfang mit Pferdekopf. Genauso verwirrend wie der Titel ist auch das, was auf den Rillen der Platte zu hören ist. Abstrakte Sounds treffen auf Field Recordings. Nervige Kinderstimmen, verstörende Sounds und abgefahrene Tracknamen versprühen hier ihren ganz eigenen Charme. Mirko Uhlig zeigt hier eindrucksvoll, wie verworren ein Soundkosmos sein kann. Extremst lohnenswert ist die beiliegende CD mit Neubearbeitungen der Vinyltracks. Mehr Ambient, mehr Drone, mehr Musik als auf der schwarzen Scheibe. Wer sich nicht traut, diese Reise entgeltlich zu belohnen, der kann zurzeit auch kostenlos digital reinschnuppern.

Zweites Release ist “Nr2” von EAU-DC. Das Duo hat sein Debüt über Droehnhaus veröffentlicht und damit einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nun legen die beiden nach und bieten auf der Nummer 2 eine Reise durch alle möglichen Variationen elektronischer Musik. Dabei bleibt nichts auf der Strecke: Dubstep, Ambient, Electronica, Jazz und wer weiß was sonst noch die beiden inspiriert hat. Wer auf experimentelle Musik mit ausgeklügelten Beats steht, ist hier genau richtig.

Die dritte Platte ist eine alte Bekannte. Im Juli erscheint die zweite Auflage von “Prora”, dem wohl rauhsten Album von N. Es ist die erste Neuauflage eines N Soloalbums, um so schöner, dass es genau dieses Album ist. Prora geht mit seinen beiden epischen Tracks unter die Haut wie kein anderes Dronealbum. Die Neuauflage kommt mit einem 12seitigen Booklet raus, das weitere Fotografien von Prora beinhaltet, dem Ort, der N zu diesem Album inspiriert hat. “Prora” ist auch das erste N Album, das digital erhältlich ist. Unser Tipp: Lasst die Finger von der digitalen Version und legt euch die Platte zu. Die Sounds entfalten ihren Geist nur analog auf dem Plattenspieler. Ihr habt keinen? Diese Platte ist ein Grund einen zu kaufen.

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EIN BUCHSTABE, EIN MANN, EINE GITARRE, EIN TRACK, DREI STÄDTE

Posted in ontheroad, Redaktion on December 23rd, 2012 by D.K.

Hellmut Neidhardt alias N hat auf seinen letzten Konzerten seinen neuen 40minütigen Mammuttrack “Oie Kirr” präsentiert. Es ist Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht. Ein Bericht über das, was man gesehen und gehört hat, und besonders über das, was man gefühlt hat, als man gesehen und gehört hat.

Die Premiere – Christuskirche Bochum

N spielt an diesem Abend mit Dirk Serries in der Christuskirche Bochum. N eröffnet den Abend. Die ersten Töne von “Oie Kirr” erklingen, sie erklingen wie eine Ansage, wie eine Warnung, eine Warnung vor einem Tsunami, eine Warnung, die zu spät kommt, denn es bricht eine gewaltig schallende Noisewand über einen ein und verschwindet sofort wieder um dann sofort wiederzukehren. Was folgt ist eine Flut an Sounds, die durch den ganzen Raum gleiten. Die Klänge kommen von oben, von unten und von den Seiten. Je nach Höhe der Töne. Augen schließen und den Alltag von der Musik ausspülen lassen.

Die Geduldsprobe – Emokeller in Essen

N Emokeller

Von der Kirche geht es in den Keller, denn der Emokeller ist wirklich einer. Niedrige Decken, kahle kalte Wände und ein Raum, der grad mal 20 Quadratmeter Platz bietet für Musiker, Gäste und natürlich die Musik selbst. N spielt an diesem Abend mit O. Zwei Knappe Bandnamen, die besonders auf dem Konzertplakat fein ausschauen. Das Set selbst zeigt, dass der N-Sound in diesem Keller keine Chance hat sich zu entfalten. Ist N zu laut oder zu leise, keine Ahnung, aber der Raum macht mit dem Sound was Tischtennisprofis mit PingPong-Bällen machen. So wird “Oie Kirr” an diesem Abend auch nur halb so lang, wie eigentlich angedacht.

Die dunkle Macht – Kino im Dortmunder U

N Dortmunder U

Aus dem Keller ins Kino. Seitdem das Dortmunder U zu einer Kultur- und Kunststätte mutiert ist, gibt es dort auch ein Kino, ein Kino mit roten Wänden und schwarzen Sitzen. N ist an diesem Abend Teil eines Festivals und steht mit Svarte Greiner und Marsen Jules auf der Bühne, beziehungsweise eröffnet den Abend. Das Kino ist komplett abgedunkelt, nur die Leuchtröhren von N lassen erahnen was auf der Bühne passiert. Eigentlich muss man hier auch nichts sehen. “Oie Kirr” fühlt sich im Kino sehr sehr gut an. Alle einzelnen Sounds sind klar hör- und spürbar, die massiven wellenartigen Sounds wirken genau wie in der Christuskirche Bochum, hören sich aber vollkommen anders an. Hier hat wohl der Kinoarchitekt sehr gut mitgedacht.

“Oie Kirr” ist ein lebendiger Song, der nicht nur verschiedene Variationen durchlebt, weil N ihn immer verschieden spielt, sondern weil er sich Klangräume zu eigen macht und dank seiner epischen Länge viel Zeit hat sich im Raum und im Geist des Hörers zu entfalten.

Und weil das ganze Gequatsche nur halb so schön ist, ohne das Stück gehört zu haben, könnt ihr hier exklusiv den ersten Teil des Tracks aus der Christuskirche Bochum Sesssion im Stream hören. Viel Spass!

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LIVETIPP: SCOTT KELLY & N

Posted in Aktuell, ontheroad on December 9th, 2012 by D.K.

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Für alle, die es auf unserer ONTHEROAD-Seite übersehen haben könnten:

Am Dienstag ist es soweit. Scott Kelly ist endlich wieder zu Besuch in der Dortmunder Pauluskirche. Wer die letzten beiden Male dabei war, muss hier sicherlich nicht überzeugt werden. Alle anderen sollten eigentlich auch nicht überzeugt werden müssen… Der Abend wird von N eröffnet. Es wartet also ein Abend mit massiven Gitarrendrones und massiven Vocals auf euch.

Dienstag zeitig Feierabend machen und ab nach Dortmund, geht früh los.

Tickets gibt es auch im Vorverkauf und zwar genau hier…

scott kelly in der pauluskirche dortmund

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EXPERIMENTAL EVENING VII: THE SLEEP OF REASON & N

Posted in Aktuell, ontheroad on October 1st, 2012 by D.K.

the sleep of reason & N

ACHTUNG!!! WICHTIGE SET-ÄNDERUNG:

Soeben (02.11., 11 Uhr) musste Jon Attwood aus familiären Gründen seine Teilnahme für den 3.11. absagen und ist nach England zurückgereist. Aufgrund dieser kurzfristigen Änderung wird Dirk Serries ein exklusives und einmaliges Solo Set spielen, das unabhängig von seinen Projekten The Sleep Of Reason,  Fear Falls Burning und Microphonics zu betrachten ist. Wir hoffen diese einzigartige Alternative sagt euch zu.

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Am Samstag, den 3. November, stehen drei Musiker auf der Bühne, beziehungsweise vor dem Altar der Christuskirche Bochum, die eines gemeinsam haben: Alle drei erzeugen Ihre Sounds allein mit einer Gitarre und einer Reihe von Effektgeräten.

N

Den Abend eröffnet N mit einem Drone-Noise-Set. Seine Gitarrensounds ähneln in vielen Momenten den Sounds einer Kirchenorgel, sie legen sich übereinander, der Kirchenraum trägt die Töne, lässt sie hallen, verstärkt sie… wer sich in die Kirche setzt und die Sounds auf sich wirken lässt, ist nach wenigen Sekunden dem Sog von N ausgesetzt.

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Änderung: Aufgrund der Absage von Jon Attwood (siehe oben) wird Dirk Serries ein exklusives Solo Set spielen.

Die anderen beiden angesprochenen Musiker sind Jon Attwood und Dirk Serries, die sich zum gemeinsamen Projekt The Sleep Of Reason zusammengetan haben. Zur Veröffentlichung ihrer auf 200 Stück limitierten 3LP Albumsammlung auf Tonefloat Records, sind sie Ende Oktober und November auf Europatour. Dirk Serries hat mit seinem Projekt Fear Falls Burning bleibende Akzente in der Droneszene gesetzt. Jon Attwood ist seit vielen Jahren solo unterwegs und hat schon unzählige Alben veröffentlicht, auf denen er mal experimenteller, mal konventioneller mit seiner Gitarre musiziert. Das gemeinsame Projekt The Sleep Of Reason ist eine auf Platte(n) festgehaltene Dokumentation des gemeinsamen Gitarrenspiels der beiden Musiker. Wer sich durch die Platten durchhört wird Zeuge davon, wie die Sounds der beiden Gitarristen von Mal zu Mal besser aufeinander abgestimmt sind und am Ende eine perfekte Fusion aus bluesigen und experiementellen Sounds ergeben.

Wo:
Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Wann:
3. November 2012, 20:00 Uhr Beginn, 19:30 Uhr Einlass
Tickets:
Gibt es hier… und an der Abendkasse

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LIVE STREAM KONZERT MIT N

Posted in Aktuell, Video on September 16th, 2012 by D.K.

Anlässlich der Split Veröffentlichung von “Nadja & N(23) – Vomos” über Midira Records, der ersten Liveplatte von N, präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit FF-Livecast ein exklusives Live Stream Konzert mit N:

 

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MOMENTAUFNAHMEN AUS BOCHUM

Posted in Aktuell, ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

petrels live @ halfplugged festival

Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Impressionen vom Denovali Label Evening III und vom Halfplugged Festival anschauen. Mit dabei sind Thisquietarmy, Aun, The Samuel Jackson Five, Bolt, N und Petrels.

Viel Spass!

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N (20) – 59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W SULA SGEIR

Posted in Release, Tapes on May 7th, 2012 by D.K.

 

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Ein Novum für N. Hellmut Neidhardts Soundego geht neue Wege und zwar auf Tape. Nicht irgendeinem Tape, sondern dem zweiten Release der Querschalltapes Serie auf Inselkind Schallträger. In einer Auflage von 67 Stück, jedes Tape umgeben von 2 Kilo Stahl mit eingraviertem Artwork.

Mit “59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W – Sula Sgeir” wählt N mal wieder einen Ort als Releasenamen. Benannt nach einer kleinen abgelegenen und unbewohnten britischen Insel, die nicht mal einen Kilometer lang ist und aus Gneis besteht. Stellt euch vor es tobt ein Unwetter und riesge Wellen überschlagen sich auf der kleinen Insel und werden dabei durch ein Distortioneffektgerät gejagt. Genau so klingt diese Veröffentlichung. Verzerrte Soundwellen türmen sich auf und lösen sich auf, nur um im nächsten Moment zurückzukehren. Auch das ein Novum im Soundkosmos von N, der sonst Soundwände aufbaut, die ineinander übergehen. Hier entsteht durch das Ebbe und Flut Prinzip ein ganz eigener Rhytmus im Song, der ewig laufen kann, der ewig laufen sollte, denn dieser Sound ist gewaltig…

Dass das Tape nur 45 Sekunden dauert und eigentlich ein Tape ist, das ursprünglich für sich wiederholende Ansagetexte gedacht war, ist hier nur nebensächlich.

Das Tape ist direkt über Inselkind Schallträger erhältlich und seinen hohen Preis wert. Denn wie auch das erste Tape von Aidan Baker, ist auch dieses Tape von vier Stahlplatten umschlossen, die an den vier Enden miteinander verschraubt sind.

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Mehr zu N…

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LIVE VIDEO: FABIO ORSI & N IM FKT BOCHUM

Posted in Video on December 18th, 2011 by M.H.

Wir haben noch ein paar finstere, (un-)bewegte Bilder unseres letzten Konzertabends aus dem FKT Bochum nachzureichen. Der Ausschnitt aus dem Impro-Set von Fabio Orsi & N liefert euch eine Ahnung eines beeindruckenden audiovisuellen Erlebnisses…aber schaut und hört einfach selbst!

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LIVETIPP: TAPE MEASURE KID

Posted in Aktuell, ontheroad on November 9th, 2011 by D.K.

tape measure kid

Neugierig…?

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING

Posted in Video on July 23rd, 2011 by M.H.

Knapp anderthalb Monate liegt der Denovali Label Evening mittlerweile bereits zurück. Als wohlige Erinnerung für die, die da waren und als Anregung für diejenigen Musikfreunde, die es bisher noch nicht zu einer Veranstaltung in die ehrwürdigen Mauern der Christuskirche Bochum geschafft haben, haben wir einige Impressionen in Bild und Ton hochgeladen.

Weiteres Material, sowohl vom 10. Juni, als auch von den vorherigen Konzertabenden, findet ihr auf  vimeo.com und auf youtube.com.

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MULTER – BERGE IM BUNKER

Posted in Kunst, Release on April 10th, 2011 by D.K.

[Multer], das sind Hellmut Neidhardt und Mal Hoeschen aus Dortmund. Multer gibt es seit Ende der 90er Jahre, schon immer zu zweit, zwischendurch auch mal zu dritt. [Multer] bewegen sich in den Zwischenwelten von Elektronik und Ambient und zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich nie auf einen typischen Sound festlegen. Experimentierfreudigkeit, ohne den Faden zu verlieren, ist hier das Motto.

multer artwork

Lange war es ruhig um [Multer], Mal Hoeschen hat zwischenzeitlich das Label Genesungswerk, das zusammen mit [Multer] ins Leben gerufen wurde, weitergeführt und Hellmut Neidhardt ist seit einigen Jahren mit seinen epischen Gitarren-Drones unter dem Künstlernamen N unterwegs.

bergeimbunker

Mit „Berge im Bunker“ geben [Multer] endlich wieder ein Lebenszeichen. Zunächst einmal das Eindruck schindende Artwork. Zwei dicke graue Pappen, an drei Seiten aneinandergetackert, und dazwischen ein Silberling mit zwei Songs. Ursprünglich als musikalische Untermalung eines Ausstellungsraumes der Ausstellung „Berge im Bunker“ von Barbara Meisner geschrieben, haben [Multer] sich des 18minütigen Songmaterials angenommen und es für das 36minütige Album überarbeitet.

multer artwork

Eine Gitarrenmelodie erklingt im ersten Song “Pionierpflanzen”, um direkt wieder im Nichts zu verklingen. Sekundenlang passiert nichts. Dann erneut dieselben Gitarrenklänge. Nach jeder Wiederholung weitet sich der Hall zum Ende der Melodie aus und nach einigen Wiederholungen ist man als Hörer an den Rhythmus gewöhnt und wird immer weiter in die Soundwelt von Multer entführt. Ein Gongton gesellt sich zur Gitarre, dann Minuten später auch Fieldrecordings aus dem Strassenverkehr. [Multer] haben Zeit, [Multer] lassen sich Zeit, [Multer] geben uns Zeit, die Musik zu hören, zu spüren, zu erfahren. “Pionierpflanzen” geht in “Erinnerungsflöze” fließend über, ist sozusagen ein Song, der in zwei Segmente unterteilt ist. Jetzt setzt auch ein minimalistischer Orgelton ein, der die bisherigen Soundcollagen untermalt. Eine dramaturgische Steigerung erfährt “Erinnerungsflöze” durch immer lauter werdende Fieldrecordings von industriellem Gehämmer. Am Ende bleibt das, womit das Album begonnen hat. Der im Nichts verhallende Gitarrenton.

multer artwork

Berge im Bunker ist in einer Auflage von 200 Silberlingen auf dem belgischen Label Consouling Sounds erschienen.

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DROEHNHAUS – ZWEITER TEIL

Posted in Label on January 1st, 2011 by M.H.

DAS LAUTE DROEHNHAUS

Im ersten Teil unseres Droehnhaus Label Specials haben wir euch einige Werke vorgestellt, die das leise Spektrum des breitgefächerten Droehnhaus Katalogs repräsentieren. Teil zwei beschäftigt sich nun mit Künstlern, die für das lautere Dröhnen zuständig sind.

Den Anfang machen Ufesas aus Canelones in Uruguay, die 2009 ihre 7inch “The Black Ride”, den Nachfolger ihrer selbstbetitelten Debüt EP aus 2008, in einer Gesamtauflage von 300 Stück vorgelegt haben. Sie verbinden straighte Rock Gitarren, hypnotischen Gesang und treibende Drums zu kompakten, psychedelischen Stoner Rock Songs. Die A-Seite bietet den titelgebenden Song und die B-Seite mit “The Destroyer” einen Track, bei dem die Band auch mal ihre lateinamerikanischen Wurzeln dezent durchschimmern lässt. “The Black Ride” versprüht rauhen Charme und vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit. Der positive Gesamteindruck wird durch ein gelungenes Artwork abgerundet, das den Psychedelic Charakter der Aufnahmen widerspiegelt. Sollte es ihnen gelingen, diese Qualitäten auch auf der Langdistanz umzusetzen, darf man von dem für 2011 in Aussicht gestellten ersten Longplayer so einiges erwarten.

Die veröffentlichungstechnisch äußerst aktiven Niederländer Wolfsduister sind gleichermaßen mit einer 7inch am Start, die auf den Namen “Altaar” hört. Auf musikalischer Ebene haben sie jedoch wenig mit ihren Labelkollegen Ufesas gemein. Auf ihrer Webseite geben die Rotterdamer die Marschroute unmissverständlich vor: “Wolfsduister is Ritualistic Ambient in the name of the Unholy master, Lucifer”. Erwartet finstersten Ambient mit Black Metal Hintergrund, der eine unheilvolle misanthropisch-nihilistische Atmosphäre aufziehen lässt. Die auf 100 Stück limitierte EP, enthält zwei jeweils sechsminütige Songs, ist 2009 erschienen und visuell stilsicher verpackt.

altaar

Die dritte Band im Bunde sind Head Of The Taurus, ein Doom/Sludge Instrumental Trio aus Göttingen. Sie setzen mit ihrer 2010er 7inch “Calamity/Perdition” ein rifforientiertes Ausrufezeichen aus schweren Gitarren und repetitiven Drums. Die betont einfach gehaltenen Songs bewegen sich über weite Strecken im Reich des Downtempo und der Monotonie, jedoch versteht sich das Trio darauf, stets im rechten Moment vorübergehend Fahrt aufzunehmen oder neuartige Details einfließen zu lassen, die das Gesamtbild auflockern. Auch Head Of The Taurus werden im nächsten Jahr mit einer Langspielplatte an den Start gehen, auch hier dürfen wir mit Spannung auf das Ergebnis warten.

Bei einem Special über das Droehnhaus Label darf natürlich ein Künstler auf keinen Fall fehlen: Hellmut Neidhardt alias N, den wir euch an dieser Stelle schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Dortmunder liefert mal wieder vertonten Minimalismus, der dabei in seiner Schlichtheit eine ungemeine Intensität entwickelt und den Hörer auf seine ganz eigene Art zu packen weiss. Die 12inch “N(13) – prora” ist mit 2 Songs bestückt und widmet sich, wie alle vorherigen N Veröffentlichungen auch, in Verbindung mit dem Artwork, für das der Künstler wie immer höchstselbst verantwortlich zeichnet, einem ganz besonderen Ort. Diesmal ist es das Seebad Prora auf der Insel Rügen, welches in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, jedoch nie fertiggestellt wurde und heute als “Koloss von Prora” bekannt ist – eine 4,5 Kilometer lange Aneinanderreihung baugleicher Häuserblocks, die zusehends verfallen und deren zukünftige Nutzung ungewiss ist. Bedauerlicherweise ist die LP bereits ausverkauft, aber möglicherweise erfährt sie ja irgendwann mal eine Wiederveröffentlichung. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Wir hoffen, mit den von uns vorgestellten Platten, Bands und Künstlern, euer Interesse an dem kleinen, sympathischen Plattenlabel geweckt zu haben. Schaut doch einfach mal auf der Webseite vorbei. Dort gibt es noch vieles mehr zu entdecken und zudem von den meisten Veröffentlichungen kostenlose MP3 Happen zum Download. Mit Sicherheit werden wir zukünftig noch einiges zu hören bekommen aus dem Droehnhaus.

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LIVETAGEBUCH: MICROPHONICS & N

Posted in ontheroad on November 8th, 2010 by D.K.

N_slowboy

Unser erster Versuch Microphonics (Dirk Serries) und N (Hellmut Neidhardt) in Düsseldorf im Slowboy zu sehen, wurde leider durch einen fiesen Stau und eine noch fiesere Parksituation vor Ort fast zu Grabe getragen. Beim Parkplatzsuchen haben wir Dirk spielen sehen, denn das Slowboy – Plattenladen, Druckerei und Kunstgallerie in Einem – hat zur Straße hin ein großes Schaufenster. Wirklich mitbekommen haben wir dann aber nur das Ende vom N Auftritt. Für uns war klar, dass wir Microphonics und N in Duisburg „nochmal“ sehen müssen. Gestern war es soweit, Tourabschluss im Djäzz. Pünktlich sind wir diesmal, überpünktlich. Dirk Serries und Hellmut Neidhardt legen grad letzte Hand an, die Instrumente und Verstärker stehen mitten im Raum, davor und dahinter gibt’s Sitzgelegenheiten. Nach einer Weile wird klar, dass heute nicht mehr als zehn Leute zu Gast sein werden.

dirk serries microphonics @ djaezz duisburg

Um kurz nach neun beginnt Dirk Serries mit seinem Microphonics Set. Alle sind leise, die ersten Töne erklingen, Serries legt mit seiner Les Paul einen Sound über den nächsten, baut mit Ebow-Einsatz Soundlandschaften, legt klassisch gespielte Melodien darüber, die den atmosphärischen Songs eine dezente Struktur verleihen. So langsam verschwindet der Alltag aus den Gedanken und die Fantasie formt Bilder von Landschaften aus der Vogelperspektive. Leise schleicht sich nach gut 25 Minuten N auf die Bühne und greift sich seine Gitarre. Serries blendet die letzten Töne langsam aus, N fängt leise an. Hier entstehen die Dronesounds aus einer Delay-Loop-Laut-Leise-Fusion. Wie eine Hammond B3 Orgel in Zeitlupe klingen die bedrohlich walzenden Sounds, die N mit seiner speziellen Volume-Pedal Spielweise erzeugt. Die Fantasien, die hier im Kopf entstehen sind, eindeutig düsterer als bei Microphonics.

microphonics + N @ djaezz duisburg

Kennt jemand das Gefühl, das man in dem kurzen Moment hat, wenn man im Traum fällt und dabei aufwacht? So fühlt es sich auch teilweise während des Konzertes im wachen Zustand an. Unglaubliches Gefühl.

N spielt ähnlich lang wie Dirk Serries, es folgt eine kleine Pause und der zweite Teil, den diesmal N beginnt. Die Sinne sind nach einer knappen Stunde Droneklänge sensibilisiert und so geht der leise eingeleitete Song, der zu einem lauten Soundberg mutiert, direkt unter die Haut. Ein Marshall Verstärker von N trägt nur noch den Schriftzug „shall“, was, wenn es Zufall ist, sehr passend ist. N hat das Djäzz mit seiner passend lauten Beschallung fest im Griff, bis er nach mehreren Minuten den Sound seiner Gitarre immer leiser werdend ausklingen lässt und Dirk Serries die Bühne überlässt. Die Sinnesreise geht weiter mit einem weiteren Microphonics Stück, bei dem Serries bildlich anzusehen ist, dass er seine Musik lebt. Sein Oberkörper windet sich um die Gitarre, er wendet sich dem Verstärker zu, wendet sich wieder ab und verändert dabei den Sound seiner Drones. Es ist ein einzigartiges Wechselspiel von Instrument, Musiker und dem restlichem Equipment. Es ist kurz nach elf, die letzten Sounds verhallen im Raum. Erstmal sitzen bleiben und alles gerade erlebte wirken lassen.

N_djaezz

Schön zu sehen, dass es Musiker gibt, die ihre Musik so leben wie Hellmut Neidhardt und Dirk Serries.

Wir machen die Tür auf, verlassen das Djäzz und sind zurück im Alltag, aber wir nehmen eine musikalische Erinnerung mit, die uns niemand mehr nehmen kann.

Die restlichen Bilder aus Düsseldorf und Duisburg findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

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KODIAK+N INTERVIEW

Posted in DIE DENOVALI SWINGFEST BANDS 2010, INTERVIEWS on October 6th, 2010 by D.K. und M.H.

denovali swingfest 2010Mit großer Spannung erwarten wir den Auftritt von Gitarrist Hellmut Neidhardt, alias N, aus Dortmund und den ebenfalls aus dem Ruhrgebiet stammenden Kodiak, die am kommenden Sonntag auf dem Denovali Swingfest eine interessante Allianz eingehen und der geneigten Öffentlichkeit erstmalig das Ergebnis ihrer aktuellen Zusammenarbeit präsentieren werden. Vorab haben wir die vier zum Interview gebeten…

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Ihr habt grad eure ersten gemeinsamen Proben hinter euch. Wie ist es gelaufen?
K: Es läuft phantastisch. Die Chemie hat direkt gestimmt und wir mussten überhaupt nicht lange herumexperimentieren, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jeder in der Gruppe liefert das, was er am besten kann und es fügt sich wunderbar zusammen. Wir freuen uns riesig den passenden Counterpart für dieses Experiment gefunden zu haben.
N: Ich “kenne” Kodiak seit der ersten Platte; ich hatte da überhaupt keine Bedenken. Das passt und macht musikalisch Sinn.

Wollt ihr euch unseren Lesern, die euch noch nicht kennen, einmal gegenseitig vorstellen? Uns interessiert es aber natürlich auch wie, ihr den jeweils anderen musikalisch einschätzt.
K: Die Musik von N ist ein dicht gewobenes Geflecht aus meditativen Feedbacks und Live-Loops, die durch den Raum zu schwirren scheinen und dabei ständig variieren. Selten schafft eine Band ein so unfassbares Gefühl von Schwerelosigkeit und kraft zugleicht – und dabei handelt es sich hierbei nicht mal um eine Band, sondern nur um einen einzelnen Künstler. Wir haben N zuvor schon live erlebt und waren hin und weg.
N: Bei Kodiak ist es diese Mischung aus monolithischen Säulen und extrem dichten Atmosphären, die sofort packt. Das ganze dann in einem doch sehr eigenen, irgendwie körnig korrodierten Sound, das passt und ist einfach perfekt. Und wenn man sich die seitdem erschienenen, weiteren Veröffentlichungen von Kodiak anhört, überzeugt die Wandelbarkeit dieses (nur) auf den ersten Blick doch sehr fokussierten Konzepts.

Wie kam es eigentlich zur Entscheidung, gemeinsam aufzutreten?
K: Das ist eine gute Frage. Die konkrete Idee dazu kam wahrscheinlich von Denovali.

N: Die Idee stammt tatsächlich vom Label; meine neue VÖ, die N(9) “Gager” erscheint als mein erster Release auf Denovali und die Ansage, auf dem nächsten Swingfest zu spielen stand schon etwas länger. Mit Blick auf das Gesamtprogramm und die zu erwartende Festivalatmosphäre bin auch ich sehr zufrieden mit dem Konzept, Kodiak und mich zu einem gemeinsamen Auftritt zu bewegen. Und außerdem, mal sehen, was da noch so kommt…

N, wie ist es, zusammen mit drei aufeinander eingespielten Musikern zu spielen?
siehe nächste frage…

Kodiak, wie ist es, plötzlich ein weiteres “Bandmitglied” zu haben?
K: Es ist ein bisschen enger geworden im Proberaum. Und natürlich auch nochmal ein ganzes Stück lauter. Aber die Ampwand, die jetzt den Raum schmückt hat uns allen ein debiles Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Inwiefern hat sich der Prozess des Schreibens, bezogen auf eure Zusammenarbeit, geändert? Besonders für dich, N?
K: Bei Kodiak waren schon immer alle Bandmitglieder gleichermaßen an der Entstehung der Songs beteiligt. Das heißt niemand beansprucht das Songwriting für sich und wir gehen die Sachen immer gemeinsam im Proberaum an. Es war nicht schwierig, eine weitere Meinung in diesem Prozess zuzulassen. Und praktischerweise bieten unsere typischen Songstrukturen genügend Platz um eine weitere Gitarre aufzunehmen, ohne dass diese überflüssig klingt. Wir müssen uns also für unseren Teil überhaupt nicht verbiegen, sondern können einfach loslegen und die Gitarrenarbeit von Hellmuth fügt sich absolut organisch in den Sound ein und bereichert das Gesamtbild ungemein. Wir haben uns im Vorfeld ein wenig Gedanken gemacht, ob und wie unsere Arbeitsweiesen beim Schreiben zusammen funktionieren, oder ob wir uns dann gegenseitig im Weg stehen, aber es klappte alles erstaunlich gut. Wir waren uns auch unschlüssig, ob wir aufgrund der knapp bemessenen Zeit nicht einfach fertige Songs zusammenwürfeln sollten und die Parts dann nur gegenseitig begleiten würden. Aber dann haben wir genau das richtige gemacht und einfach drauflos gejammt. Das Feeling hat sofort gestimmt und uns absolut überzeugt. So war bereits nach der ersten Probe ein Großteil des Sets für das Swingfest geschrieben.
N: Erstaunlicherweise wenig. Wie schon beschrieben hatten wir zunächst gedacht, dass es vielleicht gut wäre, bestehendes Kodiak-Material zu bearbeiten, um schon einmal einen grob strukturierten Rahmen zu haben und diesen dann zu ergänzen und auszuarbeiten. Statt dessen haben wir eben zunächst ein bisschen improvisiert, in erster Linie, um uns gegenseitig ein wenig kennen zu lernen. Und da hat sich gezeigt, dass die Arbeitsweise von Kodiak und meine starke Ähnlichkeit besitzt. Ich hatte über die Tatsache, plötzlich mit drei weiteren Meinungen konfrontiert zu sein auch im Vorfeld bewusst nicht nachgedacht; unsere ersten persönlichen Kontakte bei einem Auftritt von mir bzw. einem von Kodiak waren gleich entspannt gewesen und ich habe daher Schwierigkeiten auf menschlicher Ebene sowieso nicht erwartet. Etwas anderes ist es natürlich, plötzlich noch 1-2 weitere Gitarren und einen Bass um sich zu haben, mit denen man sich harmonisch, soundlich und lautstärketechnisch auseinander setzen muss. Aber hier herrscht an keiner Stelle der Egotrip, unser Set bietet auch genügend Freiräume und wechselnde Verantwortung. Und, um auch das nicht zu vergessen: von früheren Bandsituationen kenne ich das Zusammenspiel mit dem Schlagzeug; ich muss dann nur etwas mit den Loops aufpassen…

Woher nehmt ihr eure Inspiration? Sowohl auf euer bisheriges, als auch auf euer gemeinsames musikalisches Schaffen bezogen.
K: Es gibt keine alleinige Quelle für die Inspiration zu unseren Songs. Trotzdem basieren alle  unsere Stücke auf einer Grundidee, die wir entweder im Vorfeld recherchieren und zurechtlegen oder während des Songwriting entwickeln. Die Idee zu den beiden Songs “Beginning” und “End” auf unserer LP zum Beispiel war schon zu Beginn der Arbeit klar, während bei “MCCCXLIX – The Rising End” erst ein Teil der Musik feststand und wir dann den Hintergrund passend zum Sound gesucht haben.
N: Mein Konzept als N beruht auf dem Einfangen des Moments. Viele meiner Stücke sind entstanden (und entstehen weiterhin), indem ich meine Verstärker anschalte, die Aufnahme starte und ohne jede weitere Überlegung spiele. Ich überrasche mich da immer noch selbst, das gibt mir die Sicherheit, dass diese Vorgehensweise noch längst nicht ausgereizt ist. Die größte Schwierigkeit bereitet es da, eine möglicherweise soundlich schlechte Aufnahme in ihrer musikalischen Qualität zu wiederholen… Eine weitere Inspiration ist schlicht der Klang von Gitarre und Verstärker; trotz aller dazwischen geschalteter Effekte ist es gerade diese Klangästhetik, die auf mich inspirierend wirkt.


Ist es etwas Besonderes, ein Festival quasi vor der Haustür zu spielen?
K: Dass das Swingfest hier um die Ecke stattfindet macht die ganze Sache für uns vielleicht sogar leider ein wenig unspektakulärer. Normalerweise hat man vorher eine mehr oder weniger lange Fahrt, die bei uns immer sehr lustig abläuft und bei der einfach ein anderes Feeling aufkommt, als wenn man nur kurz sein Equipment in den Kofferraum packt und ein paar Meter fährt. Aber es macht auch vieles einfacher. So fühlen wir uns direkt heimischer, kennen die Location bereits und können ohne Stress zum Festival. Man muss einfach weniger im Vorfeld organisieren.
N: Sehe ich genau so, allerdings, als zweitägiges Festival ist das Swingfest natürlich schon ein eigenes Kaliber. Ich freue mich auch, dass wir am zweiten Tag spielen; so kann ich den ersten einfach als Zuhörer genießen und mich schon mal auf die Atmosphäre einlassen.

Werdet ihr das Swingfest Konzert aufnehmen oder plant ihr vielleicht, gemeinsame Studioaufnahmen zu veröffentlichen?
K: Das Swingfest werden wir nicht mitschneiden können, aber bei Kodiak hatten wir ja auf unseren Aufnahmen immer wieder Gäste dabei, die die Songs enorm bereichert haben. Wir wollten schon bei der Nadja Split eigentlich lieber eine Kollaboration, als eine Split mit getrennten Seiten für jede Band. Die Grundidee, dieses Konzept in Zukunft mit N in die Tat umzusetzen hat sich glaube ich bei jedem in der Band festgesetzt und wir werden mal sehen, ob wir das zustande bringen können. Es wäre sicherlich unglaublich dann im nächsten Jahr zu viert die Tonmeisterei zu entern.
N: Da muss ich nichts mehr zu sagen… Außer: eine gemeinsame Platte kann ich mir SEHR GUT vorstellen…

Verratet ihr uns zum Schluss, wie N + Kodiak zusammen klingen werden?
K+N: Nein. Aber wir denken jeder, der sich mit den beiden Projekten auskennt kann sich prima vorstellen, wie es zusammen passen wird.

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