TMYMTUR

Posted in Release on March 10th, 2013 by D.K.

“Yusei” nennt sich die aktuelle Veröffentlichung von Tmymtur, die wir euch an dieser Stelle an Herz legen wollen.

Tmymtur ist ein japanischer Künstler, der sich zum Ziel gesetzt hat Ambientmusik mit Hilfe der menschlichen Stimme zu erzeugen. An sich keine Besonderheit, denn es gibt rückblickend sehr viele Musiker, die diese Technik anwenden. Doch Tmymtur benutzt nicht die Stimmen, die für das menschliche Ohr zu hören sind, sondern die Frequenzen der Stimme, die im ultrahohen Schallbereich liegen. Tmymtur hat diese nichthörbaren Stimmlagen mit speziellen Mikrofonen festgehalten und anschließend in den hörbaren Bereich konvertiert. Das ganze Prozedere 5000 Mal und fertig ist das 22minütige “Yusei”.

“Yusei” ist nur digital über das japanische Label ENSL AMDC erhältlich. Wer bestellen möchte, sollte sich am besten per Mail an das Label wenden.

Passend zu dieser Veröffentlichung erscheint am 18. März das Remix-Album “Kooh”, auf dem neun Ambientmusiker “Yusei” in ein neues Gewand gepackt haben. Neben bekannten Künstlern wie Taylor Deupree, Stephan Mathieu und Celer, sind auch weniger bekannte Musiker vertreten, die aber allesamt ein homogenes Album liefern, das dem 5000 Stimmensong von Tmymtur neue Facetten entlockt. Dabei ist die Herangehensweise der Remix-Künstler sehr interessant. Während Stephan Mathieu eine Art ultrakurzen Hall verwendet, um den Song förmlich springen zu lassen, legen Mark Harris, Taylor Deupree und Sogar ihre eigenen Texturen auf und erschaffen so weitere Ebenen, die “Yusei” weiter aufblühen lassen.

Auch “Kooh” wird über ENSL AMDC in digitaler Form erhältlich sein.

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EINE GUTE INVESTITION

Posted in Aktuell, Sampler on April 3rd, 2011 by D.K.

Falls jemand von euch schon darüber nachgedacht hat, etwas für die Katastrophenopfer Japans zu spenden, aber kein passendes Spendenkonto gefunden hat, haben wir einen Vorschlag für euch.

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Gegen eine Spende von 15 Dollar gibt es die MP3 Compilation „Benefit for the Recovery in Japan“. Darauf sind 64 Songs verschiedenster Künstler aus Ambient, Drone und Elektronik-Gefilden vertreten. Unter anderem Songs von James Plotkin, Fennesz, Tim Hecker, Noveller oder Ben Frost. Für das Mastering ist der Musiker und Produzent Greg Davis verantwortlich, der bereits für Bands wie Barn Owl gearbeitet hat. Das Artwork stammt von Sadek Bazaraa. Treibendes Label hinter der ganzen Aktion ist Thrill Jockey.

Die Spende geht vollständig an die japanische Hilfsorganistaion Civic Force, die 2004 nach dem Niigata Erdbeben gegründet wurde.

Wer mag und kann, der sollte was spenden. Als Dankeschön gibt es zum größten Teil unveröffentlichte Musik.

Hier geht es zur Bestell- und Previewseite.

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ZWEI MEINUNGEN ZUR NEUEN BORIS

Posted in Release on March 22nd, 2011 by N UND D.K.

BORIS

BORIS – NEW ALBUM

– MINUS –

Schlimmer als befürchtet oder einfach nur nicht so, wie gedacht/gewünscht/erhofft? Nach der 7inch Serie hatte es ja bereits genug Stimmen gegeben, die ein endgültiges(?) Abdriften in Richtung poppigen Metal vorhersahen. Dass Boris mit „New Album“ aber so viel weiter in diese Richtung und darüber hinaus; auch ganz ohne Metal gehen würden…Gut, rein optisch, dieses Cover mit seiner Fernost-Fantasy-Wet-Dream-Wata-Inszenierung gäbe da auch Stoff zum nachdenken, geht deutlich über die bisherige Japan-Askese/Klarheit bzw. 70ties Bezugnahme hinaus; eine zusätzliche Warnung, maybe. Zwei weitere Warnungen: Keyboards (by Wata), nicht nur gelistet, sondern exzessiv genutzt und ein Gesang von Takeshi, der so klingt, als ob er seit dem letzten Album genau so exzessiv Gesangsunterricht genommen hätte.

Der japanisch betitelte Opener: 80ties-Pop-Metal mit gitarrengedoppelten Gesangslinien plus Melodiesolo und ebensolchen Breaks… Auf „Hope“, zieht dann Wata mit ebenso improved Vocals nach, plus noch mehr „Uhs“ und „Ahs“; Pop in Reinkultur, Streicher als tragendes Gerüst, Keys und 1000 hintergründige Britzeleien dahinter. „Party Boy“, der Abschluss der A-Seite packt folgerichtig auf die gleiche Stimmung den Techno-Beat. „Black Original“ auf Seite 2 fängt dann auch gleich an wie ein Stück von Lady Gaga (das meine ich ganz ernst) und geht im Grunde auch so weiter, allein der Gesang ist in der Tonlage tiefer (=“Lady“ Takeshi).

Die Depressionen, die dies altgedienten Boris Fans bereiten mag (falls diese dieses „New Album“ nicht ohnehin schon weiter vorn an die Wand geschmissen haben) will „Pardon?“ (=Selbstironie?) möglicherweise lindern helfen; fragil, leise, balladesk plus ein Gitarrensolo im Michio Kurihara Stil, das erste Stück des „New Album“, das halbwegs an das bisherige Konzept anknüpft. „Spoon“; Rhythmik, Harmonien, Gesang in Melodie und Geschlecht: Heavy Shoegazing oder auch: My japanisch Bloody Valentine 2011. Siebter Titel, Elektro pur… der Synth-Rhythmus inspiriert… cooles Stück, ich gebe es zu. „Tu, la la“, setzt wieder auf Shoegazersound, ein Schuss mehr Rock/Metal, bei genauerem Nachdenken: Swervedriver, England, Creation-Label, ist hier die passende Referenz; auch in Bezug auf den Gesang. Eine Referenz, die, mit ein bisschen guten Willen, auch für den Abschluss des „New Album“ gilt: „Looprider“, mit englischem Refrain, übrigens.

Mit „New Album“ haben Boris sich völlig in den freien Flug ohne jede Bodenhaftung begeben: Destination wo auch immer sie wollen…oder einfach: das Boris’sche Adaptieren und Aufsaugen von Musikgeschichte bis ins Extrem getrieben und dann auch noch, bezogen auf den Tonträger, extrem dispers… vielleicht ein Experiment für Boris, es klingt nur nicht so für den/die Hörer(in)…

N

boris

+ PLUS +

Ein Keyboardsound wie eine Alarmsirene, das ist der Einstieg in die neue Boris und nach 45 Sekunden geht es los mit poppigem Rock mit der gewissen Boris-Note: die Sirene also als Warnung? Takeshi setzt mit erstaunlich professionell melodiösem Gesang ein. Wau, das hatte ich nicht erwartet, aber was kann man schon von einem neuen Boris Album schon erwarten. Meistens ist ja bei neuen Boris Alben nie das zu erwarten, was auf dem letzten Album zu hören war.

„Hope“ und „Party Boy“, mit genau so professionellem Popgesang von Gitarristin Wata, treiben den Hörer immer weiter in die Popwelt von Boris. Die Songs sind makellos, was bei anderen Bands eher negativ ausfällt, bei Boris aber irgendwie cool ist. „Black Original“ mit Popbeat, Vocoder und nur so ein bissel Gitarre treibt die neue Richtung dann auf die Spitze. Gewagt.

Die Rocksounds mit schrammeliger Gitarre, fettem Bass und knüppeligen Drums fehlen aber nicht ganz. So versöhnt „Spoon“ ein wenig und „Tu La La“ und „Looprider“ als Albumabschluss sind zwar gitarrenpoppig eingängig aber haben einen unwiderstehlichen Charme, dem man sich nicht widersetzen kann. Das Album endet mit den gleichen Sirenentönen, mit denen es auch angefangen hat. Hat was von “das Borismobil” rast mit Blaulicht durch die Anlage…

„New Album“ ist ein typisches Boris Album, denn es gibt keine typischen Boris Alben. Der Gang in die Popwelt ist den drei Japanern gelungen, weil sie dabei ihr Ding durchgezogen haben und sich nicht wie große Grungeikonen in die Hände von noch größeren Popproduzenten begeben haben um sich ein nichtselbstgeschriebenes Album aufschwatzen zu lassen. Hut ab vor so viel Mut. Natürlich hoffe ich, dass das nur ein Besuch im Popkosmos war und Boris irgendwann wieder ein droneviliges Album aufnehmen werden.

D.K.

„New Album“ ist als Vinyl über Daymare Records und als CD über Tearbridge Records als Japan-Only-Release erschienen. Im April wird das amerikanische Sargent House Label zwei internationale Boris Platten gleichzeitig rausbringen. Auf dem n e u e n „Heavy Rocks“ (gleicher Titel und gleiches Artwork wie 2002, aber komplett neues Album) und „Attention Please“ werden einige der Songs dieses Albums vertreten sein.

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