QUARTETTKARTEN: JEFRE CANTU-LEDESMA & PAUL CLIPSON

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT, Serie on October 7th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFESTQUARTETT 17+18/24

Quartett_jefre.jpg

Jefre Cantu-Ledesma ist Gründer des Labels Root Strata, das jeder Freund experimenteller Musik kennen muss, er ist Mitglied von Tarentel, einer der frühesten Postrockbands, und er ist unter seinem eigenen Namen unterwegs, einer der kreativsten Soundtüftler der aktuellen Noise-Ambient-Drone-Szene. Das hat er auch wieder auf dem diesjährigen Denovali Swingfest bewiesen.

Mehr zu Jefre Cantu-Ledesma
Livebericht vom “Denovali Swingfest 2011 Samstag”
Livebericht zu Jefre Cantu-Ledesma und Barn Owl in der Christuskirche Bochum

Quartett_clipson.jpg

Paul Clipson ist der einzige Teilnehmer des Denovali Swingfest 2011, der nicht physisch anwesend war, sondern nur in Form seines Filmes, der während der Jefre Cantu-Ledesma Show lief. Da, wo experimentelle Musik gefeiert wird, darf experimentelle Videokunst nicht fehlen. Mit Jefre und seiner Band Tarentel hat Paul Clipson gemeinsame DVDs veröffentlicht. Die Zusammenarbeit mit Musikern ist für die Videos sehr wichtig und so liest sich die Liste aller Musiker, die mit Paul Clipson zusammengearbeitet haben, wie eine Setlist eines Festivals für experimentelle Musik (u.a. Barn Owl, Rene Hell, Machinefabriek).

Ein Besuch auf Clipsons Homepage lohnt sich.

Tags: , , ,

JEFRE CANTU-LEDESMA – SHINING SKULL BREATH

Posted in Release on June 26th, 2011 by N

Jefre Cantu-Ledesmas neues / altes Album „Shining Skull Breath“, wiederveröffentlicht auf Students Of Decay als LP + Download; mit zwei Bonus Stücken, remastered by James Plotkin.

Jefre_Cantu_Ledesma_Shining_Skull_Breath

Jefre Cantu-Ledesma hat schon 2007 bewiesen, dass er in der Lage ist, Texturen zu erschaffen und zu verweben, die den perfekten Grad zwischen White- (und andersfarbigen) Noise und Wohlklang wandeln und Kompositionen extremer Dichte ausfüllen, die trotzdem ganz weite Räume öffnen. Und dies bei jeder Lautstärke (wobei, ehrlicherweise, ein laut hören durchaus Kraft kosten kann, die jedoch, paradoxerweise, auf andere Weise durch die Musik gleichzeitig wieder zurückgegeben wird…).

Die (nun) 10 Stücke auf „Shining Skull Breath“ sind im direkten Vergleich soundlich vielleicht nicht ganz so offensiv; eher geheimnisvoller, etwas düsterer, obwohl gerade diese Einordnung etwas mit Vorsicht zu gebrauchen ist: hat doch die Musik von Jefre Cantu-Ledesma (soweit ich sie bisher kennengelernt habe) eigentlich immer eine Aura, die eben nicht in der grauschwarzen Zone angesiedelt ist, sondern auf einem Gleißen beruht, einem alles überstahlenden Licht, dass besonders die massiven Stücke bestimmt, aber auch in den nicht ganz so offensiven Tracks wie hier in „The Last Time I Saw Your Face I Thought It Was A Dying Star“ mit seinen Gitarren-Horizonten das zentrale Stimmungselement bildet. Und (vermutet) der Grund für den soghaften Charakter ist.

Nichts mehr zu sagen: perfekt.

jefre cantu-ledesma

Tags: , , , ,

LIVEBERICHT: BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA

Posted in ontheroad on June 4th, 2011 by D.K.

Wieder ein Tag, an dem die Christuskirche Bochum ihre Pforten für Freunde experimenteller Gitarrenmusik geöffnet hat. Diesmal standen die Auftritte von Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma an.

barn owl jefre cantu-ledesma

Als die Musiker zum Aufbau und Soundcheck die Kirche betreten, strahlen die Augen von Allen auf. Nachdem sich der Boden vor dem Altar in ein Meer aus Effektgeräten (passender Weise auch eins namens “Cathedral” dabei) verwandelt hat, inspizieren Jon Porras, Evan Caminiti und Jefre Cantu-Ledesma die Kirche und entdecken neben einem Flügel auch die Kirchenorgel für sich. Schnell ist geklärt, ob die beiden Instrumente benutzt werden dürfen und Barn Owl entscheiden sich spontan, die Orgel und den Flügel in ihr Set einzubauen. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Soundcheck etwas wirr abläuft und Orgelgedröhne auf Elektronik von der Bühne trfft… am besten alles gleichzeitig ausprobieren… sehr sympathisch, diese musikalische und räumliche Begeisterung.

barnowl_jon.JPG

Dann ist es endlich soweit und Jefre Cantu-Ledesma eröffnet zusammnen mit Lisa McGee, als sphärisch wortlose Vocalunterstützerin, den Abend. Die beiden sind in ganz schwaches rotes Licht gehüllt, wollen nicht gesehen, sondern gehört und gespürt werden. Das geschieht auch zweifelsfrei. Jefre legt einen Teppich aus Elektronik, der sich durch die ganze Kirche schleicht. Mit dezenten Gitarrensounds untermalt er das Elektronikonstrukt und Lisa, auf dem Boden hockend, mit dem Gesicht im Mikro versunken, legt ihre Vocals über den Sound. Es hallt, es dröhnt, es quietscht und leider ist nach nicht mal einer halben Stunde schon alles wieder vorbei.

barnowl_evan_caminiti.JPG

Nach einer kleinen Pause geht es weiter mit dem Barn Owl Set. Jefre steigt auf die Empore und nimmt Platz an der riesigen Orgel und das Gedröhne der Register beginnt. Das Publikum verstummt, Jon und Evan verharren auf der Bühne und nach gut fünf Minuten Orgeldrones brechen die Gitarren über dem Orgelsound ein und lösen den entstandenen Spannungsbogen auf. Jefre kommt auf die Bühne, setzt sich an den Flügel und unterstützt die Beiden mit improvisierten Tasteneinlagen. Über dem Altar sind die Projektionen von Super 8 Filmaufnahmen des Künstlers John Davis zu sehen, der anlässlich der Barn Owl Tour Videomaterial zusammengestellt hat. Die Projektionen sind der Band so wichtig, dass Robert (der Tourmann im Hintergrund) kurz vor dem Konzert noch losmarschiert, um ein fehlendes Kabel für den Beamer zu kaufen. Das ist Einsatz für die Kunst…

barn owl

Aber zurück zur Musik. Barn Owl präsentieren dem Hörer ein zusammenhängendes Set, das sich zwischen Ambient, Drone und Dark Americana bewegt. Schwierig einzelne Songs hervorzuheben, aber das ist wohl Absicht. Es fühlt sich auf jeden Fall sehr erhaben an, in der Kirche zu sitzen und die vielschichtigen Gitarrenwände auf sich einwirken zu lassen. Evan Caminiti steht entweder in feinsten Rockerposen (die bei ihm – im Kontext des Abends – wirklich cool aussehen) oder kniet vor seinen Effektgeräten. Jon Porras sitzt die ganze Zeit, rockt aber auch im Sitzen genau so cool wie Evan im Stehen. Jefre Cantu-Ledesma verschwindet zwischenzeitlich von der Bühne und taucht wieder mit kleinen schellenden Glocken zwischen den Kirchenbänken auf und schreitet, wie ein orthodoxer Pope beim Gottesdienst, zum Altar. Der Kirchenraum wird an diesem Abend voll ausgenutzt. Knapp eine Stunde spielen Barn Owl und verlassen zufrieden grinsend die Bühne. Die wenigen Leute, die an dem Abend gekommen sind, machen aber genug Lärm, um die beiden von einer Zugabe zu überzeugen. Es folgen zwei weitere Songs, bei denen Jefre sich wieder ans Klavier setzt und Elektronik aus seinem Effekte-Repertoire einbaut. Dann wieder Applaus… dann verstummt die Kirche… und dann… ein unvergessenes Erlebnis mehr für das Langzeitgedächtnis.

Mehr Fotos vom Abend in der Christuskirche Bochum gibt es hier.

Tags: , , , , , ,

EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

HB_006_evan_caminiti.jpg

Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

undercurrent.jpg

Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

Tags: , , , , , , , ,

BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA – IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on April 11th, 2011 by D.K.

In Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum präsentieren wir euch drei Gäste aus San Francisco. Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma kommen am 17.05. nach Bochum um ihre Sounds im Kirchenraum zu präsentieren.

Barn Owl

Was wir zu Barn Owl zu sagen haben, findet ihr hier.

Was andere zu Barn Owl sagen:

“Opulente Drone- und Ambientfresken” Vice Magazin

“Eine Stimmung zwischen Black-Metal-Ruhe vor dem Sturm und Shoegaze im Stillstand” Visions

“Barn Owl […] streifen die Klangsphären von Brian Eno und Caspar Brötzmann” Westzeit

“Entrückt dröhnende [] Instrumental-Kompositionen” Classic Rock

“Barn Owl verbinden Drone […] mit psychedelischem Kriechgang und weichen Soundteppichen” Rockhard

“Ihre Musik ist einfach da, wie die Eule stundenlang wartet, sie bewegt sich kaum, atmet aber doch, und strahlt dabei etwas Majestätisches aus” Ox-Fanzine

jefre cantu-ledesma

Jefre Cantu-Ledesma kommt nicht nur aus der gleichen Stadt wie Barn Owl, er stammt auch aus der gleichen musikalischen Ecke und ist auch der Mann hinter dem Label Root Strata, über das Barn Owl bereits zwei Platten veröffentlicht haben. Die Soloarbeiten von Cantu-Ledesma bewegen sich zwischen minimalistischen Gitarrendrones bis hin zu noisigen Shoegazeausbrüchen. Der optimale Support für Barn Owl. Mehr Infos zu Jefre Cantu-Ledesma findet ihr hier.

Wer sich vom Livesound der drei Musiker in der Christuskirche Bochum überzeugen möchte, sollte sich folgenden Termin nicht entgehen lassen:

Dienstag 17.05.2011
Beginn: 20 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: nrw-ticket.de und andere Vorverkaufsstellen

Last.FM Event Seite.

Tags: , , , ,

JEFRE CANTU-LEDESMA

Posted in Release on February 8th, 2011 by D.K.

Jefre Cantu-Ledesma ist ein Musiker aus San Francisco, der nebenbei auch Artworks für andere Künstler gestaltet und das Indielabel Root Strata ins Leben gerufen hat. Mit seiner Band Tarentel hat Cantu-Ledesma bereits Ende der Neunziger die Kritiker überzeugen können. Neben seiner Arbeit als Labelinhaber ist Cantu-Ledesma in verschiedene Musikprojekte involviert. Seine Soloarbeiten sind in den letzten Jahren aber immer weiter in den Vordergrund gerückt.

love is a stream artwork

Mit „Love Is A Stream“ hat Jefre Cantu-Ledesma vor ein paar Wochen sein neustes Soloalbum veröffentlicht, auf dem er seiner Vorliebe für minimalistische Shoegaze-Noise-Sounds nachgeht. Das Album ist laut und noisig, aber auch melodisch und einfühlsam zugleich. Diese Mischung zieht einen direkt beim Opener „Stained Glass Body“ in ihren Bann und lässt einen erst bei „Mirrors death“, dem letzten Song der Platte, wieder los. Oberflächlich kratzt und dröhnt es, während im Hintergrund unterschwellige Ambientlandschaften durchschimmern. Jefre Cantu-Ledesma spielt unserer Wahrnehmung einen gelungenen Streich. Eine Herausforderung für die Sinne. Platte auflegen, laut aufdrehen und schauen was passiert.

Erschienen ist „Love Is A Stream“ bei Type Records, dem Label seines musikalischen Kollegen Xela. Der LP Version liegt eine Bonus CD namens „Love Is A Dream“ bei, auf der Jefre Cantu-Ledesma zusammen mit Xela die Albumsongs beziehungsweise Passagen daraus überarbeitet und geremixt hat. Das Ergebnis ist ein komplett neues Album mit sechs dronigen Songs. Wer sich das Album kaufen möchte, sollte sich unbedingt für diese Kombi entscheiden, denn die beiden Platten funktionieren sehr gut zusammen.

jefre cantu-ledesma

Auf der Soundcloud Seite von Jefre Cantu-Ledesma könnt ihr euch einige Songs von „Love Is A Stream“ vorab anhören.

Tags: , , , , ,