LIVE: ROADBURN FESTIVAL 2010

Posted in ontheroad, Roadburn on April 21st, 2010 by M.H.

Donnerstag, 15. April

Am frühen Nachmittag in Hilvarenbeek angekommen, beziehen wir unsere Hotelzimmer, trinken ein Begrüßungsbier auf der sonnigen Terrasse des Hotels und begeben uns dann voller Vorfreude mit dem Bus nach Tilburg. Vor dem 013 angekommen, erwartet uns die erste Überraschung des Wochenendes: Eine gewaltige Schlange am Ticket Schalter. Hier muss zunächst das Ticket gegen ein Bändchen getauscht werden. Nach ca. 45 Minuten Wartezeit betreten wir endlich jene Hallen, die auch in diesem Jahr das Roadburn Festival beheimaten.

Die nicht eingeplante Wartezeit erleichtert uns die Entscheidung zwischen Kylesa, Ancestors und Russian Circles – um genau zu sein, verpassen wir alle drei. Na ja, einen halben Ancestors Song bekommen wir doch noch mit und die Publikumsreaktionen lassen auf einen gelungenen Auftritt schließen.

Weiter geht es auf der Main Stage mit einem mystisch experimentellen Auftritt der Ex-Swans Sängerin Jarboe, die es schafft, die Anwesenden eine Stunde lang in ihren Bann zu ziehen.

Zum ersten Mal in diesem Jahr als zusätzliche Location mit dabei ist das Midi Theatre, nur knapp fünf Minuten Fußweg vom 013 entfernt. Earthless spielen hier am frühen Abend ihr erstes von zwei Konzerten an diesem Wochenende. Sie bieten eine gute Show, doch sind wir uns nach dem Set auch einig, dass ihre Improvisationskünste live teilweise etwas zu sehr ausufern.

Direkt im Anschluss entern EYEHATEGOD die Main Stage und liefern, wie zu erwarten, eine dreckige Sludge/Metal Show ab. Nur Sänger Mike Williams scheint etwas neben sich zu stehen, lässt ständig sein Mikro fallen und irrt teilweise arg orientierungslos über die große Bühne. Dies schmälert den Genuss allerdings nicht im geringsten und führt allenfalls zu dem ein oder anderen Lacher im Publikum. Über allem thront so oder so der ketterauchende und dauergrinsende Jimmy Bower.

Den ersten Abend beschließen für uns die Instrumental Psychedelic Stoner von Monkey3. Mit Cowboyhut und guter Laune haben die Schweizer das gut gefüllte Midi Theatre von Anfang an im Griff und spielen sich überzeugend durch einen ungemein energiegeladenen Gig.

Danach ist es Zeit für Ben Ward und seine Orange Goblin Metal Disco. Heute und am Samstag bietet er uns bis 03:00 Uhr Klassiker aus dem Rock und Metal Bereich zum Luftgitarre spielen und Biertrinken.


Freitag, 16. April

In den Freitag starten wir mit einem Mix aus epischen Black Metal Parts und ruhigen, atmosphärischen Postrock Elementen, den uns die Iren Altar of Plagues im Green Room kredenzen. Sie spielen ihr gesamtes “White Tomb” Album und bis auf die teilweise doch arg langen Pausen zwischen den Songs, gibt es an ihrem Auftritt nichts zu kritisieren.

Danach verlagern wir unser Augenmerk für die nächsten Stunden auf die kleinste der Roadburn Locations, das Bat Cave. Den Anfang machen hier Suma, die bis auf ihren Sänger alles richtig machen. Der allerdings nervt mit einer völlig deplaziert wirkenden Performance, die aus Meditationsübungen und Pantomime-Elementen zu bestehen scheint.

Im Anschluss wird der Raum vom äußerst druckvollen Sound des Schweizer Damen Quartetts Shever beschallt. Auf die Dauer tönt das ganze allerdings zu gleichförmig und bietet nur wenig Abwechslung. Insgesamt hinterlassen die sympathischen Eidgenossinnen jedoch einen positiven Eindruck und ernten auch beim Publikum entsprechende Zustimmung.

Long Distance Calling legen am heutigen Tag mal wieder eine bemerkenswerte Spielfreude an den Tag und streuen in ihre Songs zur Auflockerung immer mal dezente kleine Variationen ein. Live betont das Quintett zudem seine metallische Seite. Dies macht sich zum einen natürlich musikalisch bemerkbar, exemplarisch sei hier der wuchtige Einstieg in “I Know You, Stanley Milgram” genannt, aber auch in den Posen der Musiker.


Samstag, 17. April 2010

Der Samstag steht natürlich ganz im Zeichen des Vulkanausbruchs auf Island, dem u.a. die Auftritte von Shrinebuilder und Candlemass zum Opfer fallen. Doch durch ein paar Verschiebungen im Ablaufplan und Bands, die einfach spontan noch ein weiteres Konzert spielen, werden die Verluste locker aufgefangen.

Leider verpassen wir den Auftritt von Brant Bjork, da das Midi Theatre bei unserer Ankunft, ca.15 Minuten vor Konzertbeginn, bereits so gut gefüllt ist, dass die Security nur dann jemanden hineinlässt, wenn ein anderer die Halle verlässt.

Als Entschädigung kommen wir dafür in den Genuss der Schweden Witchcraft, die auf der Main Stage ihren psychedelischen 70er Doom zelebrieren. Spontan als Shrinebuilder Ersatz eingesprungen und ohne ihren Original Drummer am Start, nehmen es die Vier mit Humor und liefern trotz gelegentlicher Improvisation ein gelungenes Konzert. Die bestens gefüllte Halle dankt es ihnen.

Der wohl von einem Großteil der Besucher mit Spannung erwartete Auftritt von John Garcia aka Garcia Plays Kyuss sorgt für eine bestens aufgelegte Menschenmenge vor der Hauptbühne. Souverän und mit der Unterstützung einer spielerisch über jeden Zweifel erhabenen Backing Band spielt er sich durch einen Set voller Kyuss Klassiker. Auch hier darf der an diesem Wochenende allgegenwärtige und scheinbar omnipräsente Ben Ward nicht fehlen, der von Garcia zu einem Gastauftritt auf die Bühne eingeladen wird. Letzter Song und Höhepunkt der Show ist “Green Machine”, bei dem die Massen vor der Bühne endgültig nicht mehr zu halten sind.

Eine positive Überraschung zum Abschluss folgt in Form von Jex Thoth im Midi Theatre. Eigentlich wollen wir uns nur einen kurzen Eindruck von der Band verschaffen, die uns nur vom Namen her bekannt ist, doch schafft es Sängerin Jex mit ihrer charismatischen Stimme, uns nach nur wenigen Augenblicken zum Verweilen zu bewegen. Die Band unterlegt den Gesang mit traditionellem, teils leicht progressiv angehauchtem Doom. Ein würdiger Abschluss für den Roadburn Samstag.

Nach den drei Tagen fällt ein positives Fazit nicht schwer. Trotz vulkanaschebedingter Ausfälle war es wieder eine einzigartige Veranstaltung mit vielen guten Konzerte, einer nur schwer zu beschreibenden, sympathischen Atmosphäre, die das gesamte Roadburn Festival umgibt und natürlich standesgemäßem Kaiserwetter.

Kurz gesagt: Wir sehen uns in 2011!

Weitere Fotos findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

GARCIA PLAYS KYUSS

Posted in ontheroad on February 5th, 2010 by M.H.

Natürlich ist es “nur” John Garcia, der die Songs seiner alten Band spielt. Da jedoch niemand mehr ernsthaft damit rechnet, dass sich das Original Line-Up jemals wieder zusammenfinden könnte, ist “Garcia Plays Kyuss” wohl die Konstellation, die einer echten Kyuss Reunion am nächsten kommt und wird somit natürlich zu einer Pflichtveranstaltung.

Begleitet wird John Garcia auf dieser einmaligen Gastspielreise von Jacques de Haard (Bass) und Rob Snijders (Schlagzeug), beide in der Vergangenheit unter anderem bei den Holländern Celestial Season aktiv, sowie Bruno Fevery (Gitarre).

Schaut mal auf seiner MySpace Seite vorbei. Dort bietet er euch die Möglichkeit, Wünsche für die Setlist zu äussern.

Neben dem Auftritt auf dem Roadburn Festival wird es im Rahmen der Europa Tour auch einige Konzerte in Deutschland geben. Die genauen Daten findet ihr in unserer ONTHEROAD Rubrik.

http://userserve-ak.last.fm/serve/_/10083201/John+Garcia+jgarcia1.jpg
Tags: , , , , , , ,

MONKEY3

Posted in Musik on December 16th, 2009 by M.H.

Das Quartett aus Lausanne startete 2001 als Community von Musikern, die ihre Vorliebe für ausgedehnte Jam Sessions auslebte. Mittlerweile haben Monkey3 zwei Alben, ein Mini-Album, eine Split EP mit Hypnos69 und eine DVD herausgebracht. Ihr Stil lässt sich dem Stoner Rock zuordnen, wobei die Band selbst von “Psycostoner” spricht. Der Verzicht auf Vocals und die Anreicherung mit Keyboards und Samples verleiht dem Sound der Schweizer zudem eine ganz besondere, eigenständige Note. Als Quelle der Inspiration nennt die Band auf ihrer Homepage u.a. Bands wie Pink Floyd, Led Zeppelin und Kyuss, denen sie mit ihrer neuesten Veröffentlichung Tribut zollt. “Undercover” enthält ausschließlich Cover Versionen, wobei die Band bei zwei Songs erstmals das Experiment wagt, mit Sängern zusammenzuarbeiten: Wüstensohn John Garcia veredelt den Song “Watching You” und Tony Jelencovich leiht “Kashmir” seine Stimme. Es lohnt sich definitiv, hier mal ein Ohr zu riskieren.

Erschienen sind die Werke der Band auf dem belgischen Label Buzzville Records. Von ihren Live Qualitäten können wir uns im nächsten Jahr auf dem Roadburn Festival und dem Hellfest überzeugen. Erste Höreindrücke liefern MySpace und LastFm.

Tags: , , , , , , , , ,