JON PORRAS TEILT DAS LICHT

Posted in Musik on March 9th, 2014 by D.K.

Mit seiner Band Barn Owl hat sich Jon Porras zuletzt in elektronische Gebiete gewagt. Auf “Light Divide” traut er sich einen weiteren Schritt und veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das so garnicht auf Gitarrensounds setzt.

Auf fünf etwas längeren Stücken präsentiert Porras einen Sound, der zwischen Ambient und Dark Ambient schwebt. Der Opener “Apeiron” wird von einem unterschwelligen Beat getragen und spielt mit tiefen und hohen Tönen. “Recollection” führt den Sound fort um in eine Art seichtem Drone zu münden. “Divide” und “New Monument” sind umgeben von einer Art positiver Soundwolke, die die Tracks nicht so düster rüberkommen lässt. “Pleiades” ist das pulsierenste Stück der Platte und gibt eine Dynamik an den Hörer weiter, die optimistisch stimmt.

Im großen Ganzen ist man als Jon Porras Fan enttäuscht, wenn man die Platte zum ersten Mal hört. Wer aber Zeit investiert und sich darauf einstellt, dass Porras neue Wege geht, der dürfte auch an dieser Platte Gefallen finden.

Das Album erscheint Ende März auf CD und Vinyl via Thrill Jockey.

Tags: , , , ,

JON PORRAS – BLACK MESA

Posted in Release on March 9th, 2012 by D.K.

cover.jpg

Jon Porras veröffentlicht ein Jahr nach seinem letzten Soloalbum “Undercurrent” im April das zweite Album unter seinem Namen. “Black Mesa” erzählt die wortlose Geschichte eines Wüstenwanderers, der auf der Suche nach dem Tafelberg “Black Mesa” ist, der auf dem Cover abgebildet ist und ein Tor zu einer Parallelwelt darstellt.

Mit diesem Hintergrundwissen kann man sich vor dem inneren Auge seinen ganz eigenen Film vorstellen. Mit „Into Midnight“ beginnt die Reise entschlossen mit Bassdrum und einer klaren Gitarrenmelodie, es folgt ein introvertierter nachdenklicher Zwischenpart, in dem Jon Porras ein Slo-Mo-Solo zum Besten gibt, um anschließend wieder mit einem Arpeggio samt Percussionrhythmus die Reise fortzusetzen. „Blue Crescent Vision“ ist fast so was wie eine Hymne für den Moment, in dem der Wanderer erlebt, wie die Nacht in der Wüste zum Tag wird. Auch hier bringt Porras eine klare episodenhafte Struktur in den Song. Das fünfminütige „Candlelight Mirage“ führt unseren Wanderer in die nächste Nacht, in der er wohl von einer Illusion verführt wird. Porras mischt ambientlastige Soundflächen im Hintergrund (in denen auch Vocals versteckt sind, so scheint es mir zumindest) mit kraftvollen Gitarrenmelodien. „Desert Flight“ klingt offen, fast schon hoffnungsvoll, wie der nächste Tag des Wanderers in der Wüste. Dann der Bruch mit einer von Tremolo getragenen Gitarrenbridge, tiefe Saiten brodeln, die hohen Saiten heulen. Es bahnt sich was an. Dann in „Embers At Dusk“ die Ruhe vor dem Sturm, mit dronigen Momenten und sphärisch gleitenden Klängen. Der Wüstenwanderer steht endlich vor seinem Ziel, dem Tafelberg „Black Mesa“, der nicht nur ein Berg, sondern auch ein Tor zu einem Paralleluniversum ist. Porras fährt nochmal alle Geschütze auf, um in „Into The Black Mesa“ den Höhepunkt der Reise zu thematisieren. Hier kommt nicht nur Gitarre und Percussion zum Einsatz, auch Tastentöne gesellen sich dazu und geben dem Song noch mehr Charakter, heben ihn weiter hervor. Nach einem Break im Song setzt die Bassdrum ein, ein Gitarrenarpeggio gesellt sich dazu, dann folgt eine erhabene Gitarrenmelodie. Der Wanderer schreitet durch das von Wolken umgebene Tor in die Parallelwelt. „Beyond The Veil“ schwebt vor sich her, eine Gitarrenfläche legt sich über die Nächste. Ein Tremologewitter braut sich zusammen, um dann wieder zu verschwinden und dem bluesigen Sound der Gitarre das Ende zu überlassen. Was hat der Wanderer hinter den Wolken gefunden? Erfüllung oder Ernüchterung?

Im Vergleich zum Vorgänger „Undercurrent“ ist „Black Mesa“ innerhalb der einzelnen Songs episodenhaft aufgeteilt und lebt weniger von Improvisationen, als mehr von Spannungen und Brüchen innerhalb der Tracks. Jon Porras klingt auf seinem Zweitwerk unter eigenem Namen wie ein Schüler von Dylan Carlson (Earth) und Neil Young (in seinen wilderen Momenten), aber ohne die beiden Herrschaften zu kopieren. Ein Hörgenuss für Fans von Dark Americana, Drone, Blues und natürlich Barn Owl.

“Black Mesa” erscheint im April über Thrill Jockey.

Jon_Porras___Photo_by_Alexa_Hotz___Door.jpg

Mehr zu Jon Porras…

Tags: , , , , ,

EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

HB_006_evan_caminiti.jpg

Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

undercurrent.jpg

Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

Tags: , , , , , , , ,

BARN OWL

Posted in Release on October 25th, 2010 by D.K.

Barn Owl sind Jon Porras und Evan Caminiti aus San Francisco. Wenn es so was wie Schamanen-Drone-Doom geben sollte, dann sind diese beiden Musiker die besten Vertreter dieses Genres. Barn Owl verbinden Blues, Experimental, Lo-Fi, Folk, Doom und Drone zu einem beeindruckend einzigartigen Instrumentalsound, der beim Hören Bilder von Indianern, Totempfählen, Inka, antiken Tempeln, geheimnisvollen Fabelwesen und mysteriösen Landschaften hervorruft.

barn owl

Die beiden Musiker haben seit 2007 mehrere Platten als Barn Owl und auch Solo über Labels wie Not Not Fun Records, Root Strata, Blackest Rainbow und Digitalis Recordings veröffentlicht. Ihr neues Album „Ancestral Star“ erscheint diese Tage über Thrill Jockey Records. Darauf vereinen Porras und Caminiti die einzigartigen Sounds der bisherigen Solo- und Band-Platten zu einem eindringlichen, meist instrumentalen Soundgebirge, durch das die „Schleiereule“ mit dem Hörer fliegt. Durch leise Ambient-Täler geht die Reise, vorbei an bluesige Landschaften hinauf auf die gewaltigen Droneberge, die sich durch die Boxen vor dem inneren Auge des Hörers auftürmen. „Ancestral Star“ ist wie ein mystisches Theaterstück, das den Hörer in knapp 45 Minuten durch mehrere Gefühlslagen führt.

barn owl live

Für die Aufnahmen von „Ancestral Star“ haben sich Barn Owl nicht nur zum ersten Mal seit Bandbestehen in ein professionelles Studio begeben, sondern auch ein Dutzend Gastmusiker herangeholt, die ihre Streicher-, Klavier-, Bläser- und Percussion-Sounds dezent in das Barn Owl Sounduniversum mit einfließen lassen durften.

Wer sich auf die Musik von Barn Owl einlässt und den Sound nicht einfach als hallende Gitarrenmusik abstempelt, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden.

ancestral star artwork

Tags: , , , ,