SONG SPOT SONNTAG: EIN DACHS HAT ZWEIFEL

Posted in Serie on June 2nd, 2013 by D.K.

Kokomo haben sich in den letzten Jahren zu den bekanntesten Ruhrpott-Post-Rockern gemausert. Denn wer auf waschechte Post-Rock-Sounds steht wird hier auf Platte und Konzerten immer gut bedient. Mittlerweile steht das dritte Album der Band in den Plattenregalen. Schlicht “Kokomo” betitelt und wie jede ander Platte im Alleingang produziert, präsentieren sich die Jungs mal aggressiver, mal melancholischer.

Das Herzstück der Platte ist “Ein Dachs hat Zweifel”. Hier lassen sich Kokomo auf 15 Minuten Zeit, um leise Mono-eske Sounds aufzubauen, überraschen mit Saxophoneinsatz und verschachteln den Song nach der siebten Minute zu einer gelungenen Laut-Leise-Reise. Zweifel am Sound der Band scheint der Dachs wohl nicht zu haben. Sehr höhrenswert.

“Kokomo” ist als CD über Dunk Records und als 12+7-inch über I Corrupt Records erschienen und beispielsweise direkt über den Kokomo Online-Shop erhältlich.

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KOKOMO – IF WOLVES

Posted in Release on August 9th, 2011 by M.H.

Unsere Duisburger Nachbarn Kokomo, ihres Zeichens Instrumental-Postrocker, sind seit kurzem mit ihrem neuen Album “If Wolves” am Start. Dabei hat die Band keine musikalische Revolution im Sinn, sondern ist schlicht bestrebt, ihr Ding durchzuziehen und dabei eine möglichst gute Zeit zu haben – nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger.

Das Tier auf dem Cover ist durchaus mit Bedacht gewählt, denn kraftvoll wie ein Bär ist die Musik des auch diesmal in Eigenregie aufgenommenen Longplayers allemal. Musik für die große Leinwand ist es, was das Quartett hier abliefert. Die sechs Songs sind auf positive Weise emotional und warm und vermitteln dem aufmerksamen Zuhörer ein Gefühl der Weite. Raumgreifende Melodien bahnen sich ihren Weg in die Gehörgänge, Spannungsbögen werden gespannt und gekonnt im richtigen Moment aufgelöst. Man merkt ganz einfach, dass die Musiker hier ihr Herzblut in die Waagschale geworfen haben. Auf Sprachexperimente wird dabei nahezu gänzlich verzichtet, einzig das Stück “Epochs And Archives” wird mit geschmackvollen Samples aus der Dokumentation “Everything I Know” von Buckminster Fuller veredelt.

Gegründet im Jahre 2008, stand im Folgejahr bereits das Kokomo Debüt “Matterhorn Bob And The Black Flair” in den Plattenläden, gefolgt von einer Tour und zahlreichen Konzerten im Vorprogramm namhafter Bands. Überdies können sie noch auf eine Split-LP mit Kasan verweisen, die im Frühjahr 2010 bei Mayiniax Records veröffentlicht wurde.

“If Wolves” ist im April auf Vinyl und CD über Dunk!Records und i.corrupt.records erschienen und im September und Oktober solltet ihr euch die Chance nicht entgehen lassen, Kokomo auf einem ihrer Konzerte zwischen Berlin und Wien zu besuchen. Die genauen Termine haben wir hier für euch.

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LIVE: EMOKELLER

Posted in ontheroad on December 4th, 2010 by D.K.

Es ist Mittwoch, das heißt für den Emokeller in Essen endlich wieder ein Konzertabend. Klein, verschachtelt und niedrig ist der Keller im EMO Freizeitzentrum der evangelischen Kirche, das schon seit 1914 besteht, aber trotzdem von Grund auf sympathisch.

Es steht ein Abend mit vier Bands an. Den Anfang machen Kokomo aus dem Ruhrgebiet, die mit ihrem pumpenden Postrocksound schnell die Köpfe der Gäste in Bewegung bringen. Leider ist der Sound viel zu laut für den kleinen Raum und führt dazu, dass nur noch ein Soundbrei die Ohren erreicht. Schade. Die zweite Band, ebenfalls aus dem Revier, ist Sundowning, die mit ihrem kreativen Hardcore die Gäste auch mit fettem Gesang beschallt. Viele Fans haben die Vier dabei, sogar welche, die die Songs mitsingen können. Das Set wird immer aggressiver und nur an einer Stelle humoristisch untermalt, als aus dem Laptop, aus dem Samples erklingen sollten, das typische Windowsgebimmel ertönt.

arktika @ emokeller essen

Nach zwei Ruhrgebietsbands kommen die Kölner von Arktika auf die Bühne. Also mit Bühne ist gemeint, dass es einen kleinen Sockel gibt auf dem das Drumset Platz findet, die beiden Gitarristen, der Bassist und der Sänger stehen sozusagen mitten im Publikum. Was eine wirklich beeindruckende Wirkung hat, wenn die Musiker in rotem Licht direkt vor einem stehen und einem ins Gesicht schreien oder millimetergenau mit dem Gitarrenhals an einem vorbeischwingen. Was noch beeindruckender ist, ist der Sound von Arktika. Trotz des kleinen Raums kommen die langen Songs, mit einer gelungenen Mischung aus epischen Instrumentalparts und treibendem Post-Hardcore mit kraftvollem Screamogesang, überzeugend an.

khuda @ emokeller essen

Mittlerweile ist es schon sehr spät für einen Mittwochabend und das merkt man am immer leerer werdenden Emokeller. Als letzte sind die Gäste aus dem englischen Leeds dran. Das Drum- und Gitarren-Duo Khuda baut zunächst die Bühne in einen Verstärkertotem um und platziert sich direkt davor. Eine Hand voll Gäste und die Bands und Crew sind noch da und die werden fürs Warten auch belohnt. Khuda rocken, irgendwo zwischen Prog-, Psychedelic- und Post-Rock, mit einer frechen eigenständigen Note. Der Drummer haut sich die Seele aus dem Leib, was er wohl nicht zum ersten Mal macht, denn das Drumset ist sichtlich lädiert. Der Gitarrist baut mit Hilfe von Loops Melodien und Rhythmen auf, die er dann immer weiter ausbaut, bis die Songs mit einer Wand aus verschiedenen Gitarrensounds ihr Ende finden. Auch die Unterbrechung des Sets wegen eines defekten Effektgerätes schmälert den positiven Eindruck der Band nicht. Während des letzten Songs trete ich die Heimreise an, es ist kurz vor Eins, es ist kalt, der Schnee knirscht, es ist leise, nur im Hintergrund sind Khuda noch zu hören. Cooler Abend.

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