LIVEBERICHT: N, BERSARIN QUARTETT & DALE COOPER QUARTET

Posted in ontheroad on June 14th, 2011 by D.K.

Letzten Freitag hat der erste Denovali Label Evening in der Christuskirche Bochum stattgefunden und zum einen die Zeit bis zum diesjährigen Denovali Swingfest verkürzt und zum anderen eindrucksvoll bewiesen, was im Herbst erwartet werden kann.

“Diese Soundwand hat mich live umgehauen” (Zitat Gast zu N)

N eröffnet den Abend um kurz nach Acht mit seinem Drone-Ambient-Set. N hat sich am rechten Bühnenrand vor dem Altarsockel platziert und fängt an, die Hörer mit leisen, lang anhaltenden Tönen in seine Welt zu entführen. Der Sound wird lauter und allmählich wächst der Sound durch Loops und andere Effekte. Die Herangehensweise von N wirkt an diesem Abend sehr orchestral. Der Sound wächst immer weiter an und nach einer Viertelstunde brechen erst die Dronesounds über die Kirche herein, die man schon die ganze Zeit erwartet. Auch hier wächst die Soundwand weiter an, in deren Hintergrund immer wieder eine Art Melodie durchschimmert. Dann endet nach 23 Minuten der erste Song mit einem leisen Dröhnen, was direkt zum zweiten Stück führt, das von der aktuellen Denovali Platte “Gager” stammt. Auch hier wieder das Anwachsen des Sounds zu einem den ganzen Kirchenraum einnehmenden Gedröhne. Der perfekte Einstieg für diesen Abend.
N

“Das sind ja nur drei” (Zitat mehrerer Gäste zum Bersarin Quartett)

Um kurz nach Neun kommen dann Bersarin Quartett auf die Bühne. Heute nicht nur als Soloprojekt von Thomas Bücker, sondern erstmalig als dreiköpfige Band mit Drummer und Bassist von der Münsteraner Band Racquets. Die Drei sind auf dem Altarsockel platziert und gut sichtbar, hörbar sind sie auf alle Fälle. Denn der fette Bass, das noch fettere Drumset und die Elektronikabteilung von Bücker verstehen sich gut mit der Akustik der Kirche. Leider ist der Anteil der echten Instrumente im Vergleich zur Elektronik geringer, dafür wirken die Momente, in denen die Drums voll zum Einsatz kommen oder der Bass den Rhythmus angibt, um so eindrucksvoller. Im großen Ganzen überzeugt das Bersarin Quartett bei seiner Livepremiere als Band vollkommen. Standing Ovations und lauter Jubel sprechen da ganz für sich.

bersarin quartett

“Wer von denen ist denn Dale Cooper ?” (Zitat Gast zum Dale Cooper Quartet)

Es ist schon kurz vor Elf. Das Licht in der Kirche wird gedimmt. Nur ein warmes gelbes Licht erhellt die Fläche vor dem Altarsockel, wo sich die vier Franzosen von Dale Cooper Quartet & The Dictaphones platziert haben. Zwei Gitarristen, ein Cellist und ein Mann an der Elektronik. Das Cello setzt ein, aus der Elektronikecke knallt ein subtiler, aber sehr eindringlicher Bassloop in die Kirche und sofort ist klar, dass hier was Besonderes folgt. Nichts mit stimmungsvoller Melancholie wie bei Bersarin, sondern düstere Soundtrackatmosphäre à la Film Noir. Die Gitarren untermalen den bassigen Sound, die eine eher klassisch bluesig gespielt, die andere experimentell-freestylig, teils mit Schraubenzieher und Cellobogen. Zwischen den Songs werden Cheap Radio Sounds im 60er Jahre Stil eingebaut. Die Franzosen überzeugen durch ein Set, das sich vollkommen von den Studioaufnahmen unterscheidet, viel düsterer und weniger jazzig ist und vom improvisierten Gitarrenspiel in Verbindung mit den vorgegebenen Elektroniksounds lebt. Behutsam bauen Dale Cooper Spannungsbögen auf, die erst kurz vor Schluss aufgelöst werden, und um Mitternacht mit einer erneuten 60er Radio Einlage enden. Nicht alle Gäste haben durchgehalten, aber die, die geblieben sind, sehen zufrieden aus.

dale cooper quartet and the dictaphones

Update: Mehr Denovali Label Evening Fotos von tobalo.de und constantly-consuming.com findet ihr in unserer PHOTOS Rubrik.

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LIVEBERICHT: BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA

Posted in ontheroad on June 4th, 2011 by D.K.

Wieder ein Tag, an dem die Christuskirche Bochum ihre Pforten für Freunde experimenteller Gitarrenmusik geöffnet hat. Diesmal standen die Auftritte von Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma an.

barn owl jefre cantu-ledesma

Als die Musiker zum Aufbau und Soundcheck die Kirche betreten, strahlen die Augen von Allen auf. Nachdem sich der Boden vor dem Altar in ein Meer aus Effektgeräten (passender Weise auch eins namens “Cathedral” dabei) verwandelt hat, inspizieren Jon Porras, Evan Caminiti und Jefre Cantu-Ledesma die Kirche und entdecken neben einem Flügel auch die Kirchenorgel für sich. Schnell ist geklärt, ob die beiden Instrumente benutzt werden dürfen und Barn Owl entscheiden sich spontan, die Orgel und den Flügel in ihr Set einzubauen. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Soundcheck etwas wirr abläuft und Orgelgedröhne auf Elektronik von der Bühne trfft… am besten alles gleichzeitig ausprobieren… sehr sympathisch, diese musikalische und räumliche Begeisterung.

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Dann ist es endlich soweit und Jefre Cantu-Ledesma eröffnet zusammnen mit Lisa McGee, als sphärisch wortlose Vocalunterstützerin, den Abend. Die beiden sind in ganz schwaches rotes Licht gehüllt, wollen nicht gesehen, sondern gehört und gespürt werden. Das geschieht auch zweifelsfrei. Jefre legt einen Teppich aus Elektronik, der sich durch die ganze Kirche schleicht. Mit dezenten Gitarrensounds untermalt er das Elektronikonstrukt und Lisa, auf dem Boden hockend, mit dem Gesicht im Mikro versunken, legt ihre Vocals über den Sound. Es hallt, es dröhnt, es quietscht und leider ist nach nicht mal einer halben Stunde schon alles wieder vorbei.

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Nach einer kleinen Pause geht es weiter mit dem Barn Owl Set. Jefre steigt auf die Empore und nimmt Platz an der riesigen Orgel und das Gedröhne der Register beginnt. Das Publikum verstummt, Jon und Evan verharren auf der Bühne und nach gut fünf Minuten Orgeldrones brechen die Gitarren über dem Orgelsound ein und lösen den entstandenen Spannungsbogen auf. Jefre kommt auf die Bühne, setzt sich an den Flügel und unterstützt die Beiden mit improvisierten Tasteneinlagen. Über dem Altar sind die Projektionen von Super 8 Filmaufnahmen des Künstlers John Davis zu sehen, der anlässlich der Barn Owl Tour Videomaterial zusammengestellt hat. Die Projektionen sind der Band so wichtig, dass Robert (der Tourmann im Hintergrund) kurz vor dem Konzert noch losmarschiert, um ein fehlendes Kabel für den Beamer zu kaufen. Das ist Einsatz für die Kunst…

barn owl

Aber zurück zur Musik. Barn Owl präsentieren dem Hörer ein zusammenhängendes Set, das sich zwischen Ambient, Drone und Dark Americana bewegt. Schwierig einzelne Songs hervorzuheben, aber das ist wohl Absicht. Es fühlt sich auf jeden Fall sehr erhaben an, in der Kirche zu sitzen und die vielschichtigen Gitarrenwände auf sich einwirken zu lassen. Evan Caminiti steht entweder in feinsten Rockerposen (die bei ihm – im Kontext des Abends – wirklich cool aussehen) oder kniet vor seinen Effektgeräten. Jon Porras sitzt die ganze Zeit, rockt aber auch im Sitzen genau so cool wie Evan im Stehen. Jefre Cantu-Ledesma verschwindet zwischenzeitlich von der Bühne und taucht wieder mit kleinen schellenden Glocken zwischen den Kirchenbänken auf und schreitet, wie ein orthodoxer Pope beim Gottesdienst, zum Altar. Der Kirchenraum wird an diesem Abend voll ausgenutzt. Knapp eine Stunde spielen Barn Owl und verlassen zufrieden grinsend die Bühne. Die wenigen Leute, die an dem Abend gekommen sind, machen aber genug Lärm, um die beiden von einer Zugabe zu überzeugen. Es folgen zwei weitere Songs, bei denen Jefre sich wieder ans Klavier setzt und Elektronik aus seinem Effekte-Repertoire einbaut. Dann wieder Applaus… dann verstummt die Kirche… und dann… ein unvergessenes Erlebnis mehr für das Langzeitgedächtnis.

Mehr Fotos vom Abend in der Christuskirche Bochum gibt es hier.

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LIVEBERICHT: MICROPHONICS

Posted in ontheroad on June 4th, 2011 by D.K.

Letzter Montag im Mai. Dieser Tag soll nicht nur wegen seinen 35 Grad im Schatten in Erinnerung bleiben. Im Oberhausener Druckluft steht das Konzert von Microphonics und den japanischen Kultpostrockern Mono an.

Die Bühne ist klein und dementsprechend vollgestellt. Auf der rechten Seite hat Dirk Serries, der Mann hinter Microphonics, sein Set aufgebaut. Ein Koffer mit Effektgeräten, ein Notenheft (in dem eher Texte als Noten stehen), eine schwarze Les Paul und zwei Fender Combos. Diese stehen dem Publikum abgewandt und schnell wird klar, dass das heutige Microphonics Set wohl über die PA erschallen wird. Doch zunächst ist Warten angesagt, das einzige Fenster in der Halle erhellt den Raum noch… dann fängt es an zu dämmern.

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Dirk Serries betritt die Bühne. Sein Blick ist konzentriert und sein Gesicht angespannt, er nimmt Platz auf einem Hocker und greift zur Gitarre. Die grausame Hintergrundmusik verstummt, es ist leise. Dirk Serries fängt an und die Vermutung bewahrheitet sich; der Sound erschallt aus der PA. Ungewöhnlich direkt, laut und dementsprechend präsent beginnt Serries sein Microphonics Set. Wo er sonst ohne PA erst bedächtig leise anfängt und den Hörer in seine Welt einführt, überrascht er an diesem Abend mit einer Gitarrensoundwand, die den Hörer sofort überwältigt. Diese Direktheit ist ungewohnt, steht Microphonics aber recht gut und ist in der Funktion als Monosupport passend. Dirk Serries baut seinen Sound mit Loops auf. Er konzentriert sich an diesem Abend mehr auf das klassische Anspielen der Saiten und setzt nur gelegentlich Akzente mit einem Ebow. Sein Gesicht und sein Blick haben sich mittlerweile entspannt und ihm ist anzusehen, dass er sich inmitten seiner Soundkreation wohlfühlt. Das Publikum wohl auch, denn keiner redet in den ersten Reihen. Ein gutes Zeichen. Kein ruhiger Moment in der Musik, der Sound schreitet voran und die Klangwand baut sich immer weiter auf. Wie lange wird er wohl spielen (?) … geht einem durch den Kopf. Nach einer guten halben Stunde entspannt sich die Soundwand und die Loops werden allmählich zurückgenommen. Genau in dem Moment, in dem man glaubt, es sei gleich vorbei, greift Serries zu seinem Ebow, setzt es auf der tiefsten Seite auf und baut einen tiefen durchdringenden orgelähnlichen Sound auf, der immer lauter und einnehmender wird. Hier ist wahrhaftig Druck in der Luft. Dann plötzlich Stille. Ergreifend.

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Nach dem Set merken wir, dass Dirk Serries seinen langjährigen Tonmann, Ronald Marien, als Unterstützung am Mischpult mit dabei hatte. Gute Arbeit, kann man da nur sagen.

Was folgt sind Mono, eine der besten Postrockbands, die es derzeit gibt. Aber das spielt grad keine Rolle…

Mehr Fotos vom Abend findet ihr hier.

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LIVE: KODIAK & N

Posted in ontheroad on May 30th, 2011 by D.K.

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Es ist schon was länger her, genauer gesagt war es Ostermontag, als Kodiak & N direkt nach Abschluss der gemeinsamen Aufnahmen in der Tonmeisterei Oldenburg ins Ruhrgebiet zurückgekommen sind, um das gemeinsame Material live im AZ Mühlheim zu präsentieren. Aber auch wenn es so lange her ist, sind die Erinnerungen an den Abend noch vor dem inneren Auge und Ohr ungetrübt.

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Die Bühne bestand nur aus Verstärkerbergen, hinter denen die einzige Lichtquelle schimmerte, davor haben sich die vier Musiker in der Dunkelheit platziert. Die perfekten räumlichen Begebenheiten für das was kommen sollte. Kodiak & N beginnen subtil und bauen ihren Sound langsam und bedächtig auf. Wenn Pink Floyd eine Doomband wären, dann würden sie so klingen… N übernimmt die Rolle des Leadgitarristen (wenn man das so sagen kann, ohne gleich an Slash zu denken), Seppo und Thommy untermalen den N-Sound mit ihren Saiteninstrumenten und Maik, mittig platziert, setzt Drumakzente. Dann irgendwann der Ausbruch des typischen Kodiak-Doom-Sounds. Alle spielen sich die Seele aus dem Leib. N steht Kodiak gut, das ist sowas von klar. Dann der zweite Song, ungewöhnlich riffig und melodiös, aber auch aggressiv. Hier dann wieder eher der Doom der 70er als Vorbild. Obwohl der Song von Anfang an sehr direkt ist, schafft es die Band auch hier innerhalb von 20 Minuten eine atemberaubende Spannung aufzubauen. Der Sound ist zwar nicht durchgehend optimal an diesem Abend, aber trotzdem kann das Vierergespann überzeugen. Krasser Abschluss eines Osterwochenendes.Wir warten gespannt auf die Veröffentlichung des Albums, das bei Denovali Records erscheinen wird.

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Im Herbst folgt dann die erste gemeinsame Tour von Kodiak & N.

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AIDAN BAKER & THISQUIETARMY – ORANGE

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

Vor knapp fünf Jahren haben sich zwei Freunde entschieden, ein gemeinsames Album aufzunehmen und haben daraufhin angefangen, sich verschiedene Soundideen zuzuschicken, denn der eine lebte in Toronto und der andere in Montreal… Die Sprache ist von Aidan Baker und Eric Quach alias Thisquietarmy, die 2006 über TQA Records eine limitierte halbstündige CD-R EP Namens “Orange” veröffentlicht haben. Fünf Jahre später haben sich die beiden Musiker entschieden, die Aufnahmen nochmal zu sichten und “Orange” in einer Extended Version neu zu veröffentlichen. Aidan Baker und Thisquietarmy haben die alten Aufnahmen überarbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Orange” ist durch vier weitere Songs ergänzt worden und hat mittlerweile klassische Albumlänge erreicht.
orange_lp version orange milk records

“Orange” ist ein Drone-Shoegaze-Noise-Statement der beiden wohl bekanntesten experimentellen Gitarrenkünstler Kanadas. Zwar ist die Herangehensweise von Aidan Baker und Thisquietarmy die gleiche, denn beide erschaffen ihre Sounds allein durch Beihilfe von Gitarre und Effektgerätschaften, aber das Ergebnis kann unterschiedlicher nicht sein und passt trotzdem zusammen. So treffen schwellende Ambientteppiche auf befremdliches Gequietsche oder Melodien auf Gedröhne. Die acht Songs der Platte sind sowohl als Einzeltracks anspielbar als auch als ein zusammenhängender Song. Hier passiert ständig was Neues, der Hörer wird hier gefordert. Zwischendurch driften die Sounds in Synthiegefilde, was “Orange” sehr gut steht.

Neben der Musik ist das witzige Wortspiel zwischen Albumtitel und Songtitel lobenswert. So trifft “Orange” beispielsweise auf “Agent” und “Clockwork” und ehrt damit zwei großartige Filme, oder “Crush” mit seinen eingängigen Gitarrenmelodien, passenderweise in Erinnerung an die glorreichen Zeiten einer amerikanischen Alternativband mit glatzköpfigem Sänger.

orange_cd version lunasylum records

Alles in allem kann man nur sagen, dass es wirklich mal Zeit wurde, dass dieses Album endlich auf echter langhaltender CD und auf noch länger haltendem Vinyl erscheint. “Orange” ist auf CD über das neugegründete Sublabel von Consouling Sounds – Lunasylum – erschienen. Die Vinyl Version, mit anderem Artwork,  ist über Orange Milk Records (wo sonst!) erhältlich.

Aidan Baker und Thisquietarmy gehen anlässlich der Neuveröffentlichung von “Orange” auf Europatour und wir präsentieren euch in Zusammenarbeit mit dem FKT das erste Konzert der Tour in Bochum (bei gutem Wetter Open Air).

aidan baker & thisquietarmy live in bochum 27.05.

Mehr Infos zum Konzert gibt es hier.

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EVAN CAMINITI & JON PORRAS

Posted in ontheroad, Release on May 13th, 2011 by D.K.

Evan Caminiti und Jon Porras sind zusammen Barn Owl und veröffentlichen schon seit den Anfängen ihrer Band immer wieder Soloplatten, die den Barn Owl Soundkosmos immer weiter ergänzen.

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Mit “When California Falls Into The Sea” liefert Evan Caminiti seine fünfte Soloveröffentlichung und zeigt sich diesmal von einer neuen Seite. Während er auf seinen bisherigen Soloplatten und mit Barn Owl das Epische zelebriert hat, konzentriert er sich auf der neuen Platte auf die Aura von Gitarrenmelodien. Hier geht es nicht um das Halten von Tönen und um brodelnde Drones, sondern um die Wirkung von hallenden Akkorden und Melodien. Schon der Einstieg mit “Heavy Whisper” zeigt die Richtung an. Zuerst eine Gitarre, dann legt sich eine zweite über den Sound der ersten. Es hallt, die Gitarren wirken weit weg, schaffen imaginären Raum. Wie eine Parallelwelt im morriconischen Universum. Wir lauschen dem Rockjenseits. Wie schon der Titel des Albums andeutet, baut Caminiti hier keine Feierstimmung auf, sondern taucht den Hörer in seine bedrohlich wirkende Welt. Doch der Sound klingt wie in “Rising” oder “Woven Into The Moon” nicht verzweifelt und hoffnungslos, sondern hält eine spannende Stimmung, die die Aufmerksamkeit des Hörers immer wieder einfordert. Mit “Burning A Hole In The Sky” setzt Caminiti Akzente und lässt seine Gitarre in den Hall reinheulen und reindröhnen, um als Abschluß mit “Fog As My Blanket” den Hörer in die Stille zu entlassen.

“When California Falls Into The Sea” ist über Handmade Birds, dem Label von Pyramids Frontmann R. Loren, erschienen. Die LP ist auf 500 Exemplare limitiert und von James Plotkin gemastert.

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Jon Porras war bisher Solo unter seinem Alter Ego Elm unterwegs. Auf “Undercurrent” präsentiert sich Jon Porras auch von einer anderen Seite. Während die Elm-Platten sich auf eine Mischung aus Dark Folk und Drone konzentrieren, widmet sich “Undercurrent” vor Allem der Vielfältigkeit des Sounds einer verzerrten Gitarre. “Grey Dunes” als epischer 10minütiger Einstieg ins Album setzt Maßstäbe. Der Gitarrensound wächst von Minute zu Minute und bohrt sich durch die Ohren ins Langzeitgedächtnis.”Seascape” gleitet auf einem Teppich aus extrem kurzen Delays, die wie ein minimalistischer Rhythmus fungieren. “For ARH” erinnert mit seiner hallenden Räumlichkeit an die Atmosphäre von Evan Caminitis Platte. Einen Überraschungsmoment bietet “Calm” … so vielseitig, so melodiös, so gitarrenuntypisch und so kurz … da möchte man direkt nochmal die Nadel zurücksetzen, um rauszuhören, was Porras da mit seinem Instrument gezaubert hat. “Peering” ist mit seinen hellen dröhnenden Sounds der optimistischste Song der Platte und schärft nochmal die Aufmerksamkeit. “Gaze” endet überraschend mit einer unverzerrt gespielten Gitarre und lässt das Album ausklingen, als ob zuvor kein Droneinferno über den Hörer eingebrochen wäre.

“Undercurrent” ist über Root Strata erschienen, dem Label von Jefre Cantu-Ledesma, und in einer Auflage von 500 LPs erhältlich.

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LIVE IM FKT BOCHUM: AIDAN BAKER & THISQUIETARMY

Posted in ontheroad on April 26th, 2011 by D.K.

Konzertflyer

In Zusammenarbeit mit dem Freies Kunst Territorium (FKT) in Bochum präsentieren wir euch am Freitag den 27.05. einen Ambient-Shoegazer-Drone-Abend mit Aidan Baker und Thisquietarmy.

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Aidan Baker und sein kanadischer Landsmann Eric Quach alias Thisquietarmy starten in Bochum ihre Europatour. Anlass der Tour ist die Reissue des ersten gemeinsamen Albums “Orange”, das im Mai bei Lunasylum Records auf CD und bei Orange Milk Records auf LP als Extended Version wiederveröffentlicht wird.

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Beide Musiker erzeugen allein durch Einsatz ihrer Gitarren und einer Reihe an Effektgeräten und diverser anderer Hilfsmittel Ambient- und Dronelandschaften, die durch Aufschichten von Loops zu Soundgebirgen anwachsen, um dann wieder im Nichts zu verklingen. Das Ganze präsentieren Aidan Baker und Thisquietarmy im FKT in Bochum.

Das Konzert sollte ursprünglich in der K.Gallery stattfinden.

Ort: Freies Kunst Territorium, Bessemerstr. 30, 44793 Bochum (altes Versicherungsgebäude neben der Feuerwehr)
Datum: 27.05.2011
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr

Bei gutem Wetter findet das Ganze Open Air statt.

Wer mehr Infos braucht, kann uns gerne anschreiben.

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BARN OWL & JEFRE CANTU-LEDESMA – IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on April 11th, 2011 by D.K.

In Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum präsentieren wir euch drei Gäste aus San Francisco. Barn Owl und Jefre Cantu-Ledesma kommen am 17.05. nach Bochum um ihre Sounds im Kirchenraum zu präsentieren.

Barn Owl

Was wir zu Barn Owl zu sagen haben, findet ihr hier.

Was andere zu Barn Owl sagen:

“Opulente Drone- und Ambientfresken” Vice Magazin

“Eine Stimmung zwischen Black-Metal-Ruhe vor dem Sturm und Shoegaze im Stillstand” Visions

“Barn Owl […] streifen die Klangsphären von Brian Eno und Caspar Brötzmann” Westzeit

“Entrückt dröhnende [] Instrumental-Kompositionen” Classic Rock

“Barn Owl verbinden Drone […] mit psychedelischem Kriechgang und weichen Soundteppichen” Rockhard

“Ihre Musik ist einfach da, wie die Eule stundenlang wartet, sie bewegt sich kaum, atmet aber doch, und strahlt dabei etwas Majestätisches aus” Ox-Fanzine

jefre cantu-ledesma

Jefre Cantu-Ledesma kommt nicht nur aus der gleichen Stadt wie Barn Owl, er stammt auch aus der gleichen musikalischen Ecke und ist auch der Mann hinter dem Label Root Strata, über das Barn Owl bereits zwei Platten veröffentlicht haben. Die Soloarbeiten von Cantu-Ledesma bewegen sich zwischen minimalistischen Gitarrendrones bis hin zu noisigen Shoegazeausbrüchen. Der optimale Support für Barn Owl. Mehr Infos zu Jefre Cantu-Ledesma findet ihr hier.

Wer sich vom Livesound der drei Musiker in der Christuskirche Bochum überzeugen möchte, sollte sich folgenden Termin nicht entgehen lassen:

Dienstag 17.05.2011
Beginn: 20 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Tickets: nrw-ticket.de und andere Vorverkaufsstellen

Last.FM Event Seite.

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NADJA & N – LIVE IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on December 23rd, 2010 by D.K.

Das Jahr geht im Schnee und in der Kälte unter, da wollen wir euch noch ein Konzert fürs neue Jahr ans Herz legen.

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In Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum präsentieren wir euch einen Drone-Doom-Abend mit Nadja und N am Freitag, den 04.03.2011 in der Christuskirche Bochum.

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Das doomige Duo Nadja, bestehend aus Leah Buckareff am Bass und Aidan Baker an der Gitarre, stammt ursprünglich aus Toronto und ist zurzeit in der Wahlheimat Berlin sesshaft. Mit Bass und Gitarre und gelegentlichen Einschüben von Vocals und Drums aus dem Drumcomputer, erschaffen die beiden Sounds, die sich entweder laut und verzerrt in Doomgefilden rumtreiben oder leiser im Drone- und Ambientbereich anzusiedeln sind. Was die Songs alle gemeinsam haben, ist die langsame, sehr oft minimalistische Spielweise, die im Kirchenraum ihre warme Atmosphäre sicherlich eindrucksvoll entfalten wird.

N

N ist Hellmut Neidhardt aus Dortmund, der mit seiner Gitarre, einer Reihe von Effektgeräten und einem seiner wichtigsten Hilfsmittel, dem Volumepedal, Soundgebirge und Tonflächen erzeugt. N schafft Musik nicht durch das Spielen der Gitarre, sondern durch die Sounds, die nach dem Spielen entstehen. Mit seinem Fuß auf dem Lautstärkepedal und den Fingern an den Loop- und Delay-Gerätschaften erschafft N Tonzusammenkünfte vom Feinsten. Der Kirchenraum ist hierfür natürlich ein perfekter Klangträger.

Wer sich Nadja und N nicht entgehen lassen möchte, sollte sich den ersten Freitagabend im März im Terminkalender freihalten.

Ort: Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Tickets: Vorverkauf über NRW-Ticket und natürlich an der Abendkasse
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr

Hier geht es zur Last.fm Event Seite.

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AIDAN BAKER, NOVELLER & UNFACT IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on August 11th, 2010 by D.K.

In Zusammenarbeit mit der Christuskirche Bochum und Denovali Records freuen wir uns euch einen besonderen Abend präsentieren zu dürfen: Aidan Baker, Noveller und unFact treten am 15. November in der Christuskirche Bochum auf und füllen den Kirchenraum für einen Abend mit ihren atmosphärischen Gitarren- und Bass-Soundlandschaften aus.

Aidan Baker ist eine Hälfte des Drone-Doom-Duos Nadja aus Kanada und hat Solo mehrere Alben veröffentlicht, die mal experimenteller, mal zugänglicher sind und sich zwischen Ambient und Drone bewegen aber auch Singer-Songwriter Qualitäten aufweisen. Hauptinstrument ist Aidans Gitarre, der er die verschiedensten Sounds entlockt. Ob mit Kontrabassbogen gespielt oder durch diverse elektronische Effekte verfremdet klingt seine Gitarre vor allem live wie eine mehrköpfige Band.

Noveller ist die Musikerin und Künstlerin Sarah Lipstate aus Brooklyn. Unter dem Namen Noveller hat sie zwei Alben und mehrere EPs sowie eine Split mit Aidan Baker veröffentlicht. Auch sie entlockt die Sounds auf ihren Platten hauptsächlich ihrer Gitarre. Anfangs noch sehr noisig hat sich der Sound Novellers auf dem aktuelllen Album “Desert Fires” in eine strukturiertere melodische Richtung mit dezent verspielten Momenten entwickelt.

David Wm. Sims ist der Bassist der Kultband The Jesus Lizard und unter dem Pseudonym unFact neuerdings auch Solo unterwegs. Mit “Dead Wasp” hat unFact diese Woche seine erste Single veröffentlicht auf der er zwei Songs präsentiert, die er auf seinen beiden Bässen geschrieben hat. Gepaart mit Effekten erzeugen die Bässe melodische und kraftvolle Sounds, die nicht immer als Bassklänge erkennbar sind und das Hörerlebnis umso überraschender machen.

Die Christuskirche Bochum ist eine evangelische Kirche, die 1879 eingeweiht und im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde. Der Kirchenturm im frühgotischen Stil blieb erhalten, das Kirchenschiff wurde nach der Zerstörung 1959 im zeitgenössischen Baustil neu errichtet. Bei Architekten und Kunstkritikern gilt die Kirche seither als einer der 100 bedeutensten Sakralbauten Europas.

Also wenn diese Kombination aus Musik und Architektur nicht der perfekte Ausklang für einen kalten Montagabend im November ist…

Einlass: 19:30 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Tickets: online über NRW-Ticket

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CULT OF LUNA RADIO SHOW

Posted in KURZ GESAGT on February 22nd, 2010 by M.H.

Der schwedische Radiosender P3 überträgt am 24. Februar um 20:30 Uhr ein Cult of Luna Konzert, das speziell für diesen Anlass im Sommer 2009 aufgenommen wurde. Über diesen Link könnt ihr euch in den Live Stream einklinken.

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CASPIAN ZUSATZKONZERT

Posted in ontheroad on September 23rd, 2009 by D.K.

Caspian schließen ihre Europa Tour mit einem weiteren Deutschland Konzert in Bochum ab. Am 24. Oktober habt ihr nochmal die Chance euch vom Livesound der Band zu überzeugen, denn ihre eher zugänlicheren Studioaufnahmen entwickeln live eine ganz eigene Atmosphäre. Muss man mal erlebt haben!

caspian

Alle noch anstehenden Termine findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite.

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