KRENG – NACH DEM TRÄUMEN

Posted in Release on September 7th, 2013 by D.K.

Man steht morgens auf, hat gerade noch etwas geträumt, die Erinnerung an den Traum ist noch da. Die meisten von uns gehen wahrscheinlich Duschen, lassen den Alltag auf sich zukommen und vergessen die Träume. Manche Leute aber erinnern sich an diese Träume und verewigen das Geträumte in der ein oder anderen Weise. Kreng hat Songs geschrieben und dafür sind wir sehr dankbar.

Im Rahmen der siebenteiligen 7inch Serie von Sonic Pieces ist nun Teil 4 erschienen. Auf “…And Then In The Morning” verarbeitet Kreng auf drei Stücken seine Träume. Der Titeltrack geht sofort unter die Haut. Klavier und ein O-Ton aus einem Film. Eine Frau berichtet von einem Alptraum, sie spricht langsam, bedacht und setzt Intonationen, dort wo sie nicht erwartet werden. Das Klavier nimmt die Stimmung auf und lässt den Hörer erstarren. Dann der Bruch mit “Introduccion”, ein Horror-Flamenco mit Vollblutbeat. Verstörend schön. Dann eine weitere Wende. Eine Ambientdronewand durchwandert die Gehörgänge und ein weiteres Mal gibt eine Dame ihre Erlebnisse wieder.

Am besten mehrfach hintereinander hören, das macht das Klangerlebnis noch viel unheimlicher.

Die 7inch ist auf jeden Fall jeden Euro wert, denn nicht nur die Musik, sondern auch die Verpackung ist düster-hochwertig. Empfehlung: Sofort kaufen.

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KRENG – GRIMOIRE

Posted in Label, Release on July 7th, 2011 by D.K.

Kreng ist der belgische Musiker Pepijn Caudron, der mit “Grimoire” sein zweites Album über Miasmah Records liefert, das sich am besten als experimentelle, moderne Horror-Klassik Platte zusammenfassen lässt.

kreng grimoire

Weder das Cover noch der Klang des Band- und Albumnamens vermögen hier Freundliches zu verheißen und das ist gut so. “Grimoire” mag die Dunkelheit. Diese Musik bleibt am besten in Erinnerung, wenn man sie nach Sonnenuntergang bei Kerzenlicht hört. Das Album beginnt mit dem subtilen “Karcist” und seinen brodelnden Basstönen, aus deren Gewaber Cellosaiten und Field Recordings herausblinzeln. Ein O-Ton aus einem Film bricht die Soundwand “You don´t belong here… look towards the light” als letzte Warnung für den Hörer, der sich hier in der Dunkelheit verirrt haben mag. Dann nimmt die Soundreise durch Ambient, moderne Klassik, Improvisation, Jazz und Filmmusik ihren Lauf. “Opkropper” mit Percussion (oder zumindest etwas nicht definierbarem, was Beats erzeugt), Cello und Klavier in düsterem Einklang. “Petit Grimoire” anfangs harmonisch, später kakophonisch. Überhaupt scheint bei Kreng das Motto zu gelten: gerne Harmonien, doch nur um sie zu stören und das ein oder andere Mal zu zerstören. “Ballet van de Bloedhoeren” als Highlight an sechster Stelle. Klassisches Cellospiel, das zwischendurch sekundenlang verstummt, und dann zu Ende hin ein Sog aus zähem, in Zeitlupe rückwärts laufendem Cellosound. Gänsehaut fördernd. “Satyriasis” gibt in sieben Minuten ein imaginäre Filmszene wieder, mit Spannungsbögen, die fast alle 20 Sekunden den Atem rauben, bis nach fünf Minuten ein freejazziges Cello, Drums und Field Recordings Poltern ausbricht. Dann das Schweigen in “Konker”, das sich allmählich in Streichersounds auflöst. “Watch the light, keep watching it”, sagt der O-Ton, und das Album endet in einem sekundenlangen immer lauter werdenden Sog aus Rückwärtssounds. Ist am Ende das Licht die Gefahr und der, der schon am Anfang das Album ausgeschaltet hat und nicht in der Dunkelheit geblieben ist, der Irrende? Ganz sicher.

Erik K. Skodvins (Deaf Center) Label Miasmah Recordings ist das perfekte Heim für Krengs Soundkosmos. Dort ist “Grimoire” auf CD und auf Vinyl erhältlich. Letzteres Format auf 400 Stück limitiert und in schwarzer Hülle mit silbernem Cover-Aufdruck.

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