SUMMER OF DRONES

Posted in Label, Release on July 21st, 2012 by D.K.

Eric Quach, diesmal in der Thisquietarmy Inkarnation als Label, hat die drei Veröffentlichungen seiner Briefumschlagserie unter dem Motto “Summer Of Drones” zusammengefasst und liefert drei Alben für diesen verregneten Sommer.

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Aidan Baker & Leah Buckareff

Das erste Release kommt von Aidan Baker und Leah Buckareff, zusammen als Nadja unterwegs, hier mal als sie selbst und auf experimentellen Pfaden unterwegs. Auf “Breathing Heavy Breathing” widmet sich Aidan Baker den Sounds von Drums und zerstückelt in noisiger Art das, was eigentlich Rhythmus sein sollte, und kreiert mit “Heavy Breathing” ein schillerndes Klangfeld. Leah Buckareff greift auf “Breathing Heavy” nicht zum Bass, sondern zum Akkordion und entlockt diesem minimalistische Dronesounds. Zwei Songs, die sich mit jeweils 20 Minuten Zeit lassen, Zeit brauchen, Zeit genießen und dann als Abschluss zum dritten Song “Breathing Heavy Breathing” verschmelzen.

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Northumbria

Northumbria sind die beiden kanadischen Musiker Jim Field und Dorian Williamson. Auf ihrem ersten Album präsentieren sich die beiden mit gewaltigen verzerrten Soundwänden. Die Aufnahmen zum Album sind in Northumberland im Chorraum einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert entstanden. Die Aufnahmen sind alle live entstanden und nur durch den Masterfeinschliff von James Plotkin optimiert worden. Das Ergebnis sind fünf eindringliche Dronesongs. Bass, Gitarre und der Hall des Kirchenraums gehen hier eine Hochzeit ein, der man unbedingt beiwohnen sollte, auch wenn’s nur zu Hause vor der heimischen Soundanlage ist. Ein Debüt, das jedem Ambient, Drone, Doom und Post-Rock Fan gefallen dürfte.

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loveliescrushing

Und noch ein Duo. Scott Cortez und Melissa Arpin-Duimstra alias loveliescrushing sind mittlerweile seit fast zwei Jahrzenten in der experimentellen Musikszene aktiv und sicherlich auch ein Grund, warum die vier oben genannten Musiker solche Musik machen, wie sie oben beschrieben ist. Nachdem dieses Jahr schon eine Platte mit alten Aufnahmen erschienen ist, haben Thisquietarmy Records die Ehre, nach fast fünf Jahren ein neues loveliescrushing Album zu veröffentlichen. “Pt. I – Broken Aureate Echo” eröffnet das Album mit hallenden Ambientfeldern. Der Raum, in dem die Musik sich entfaltet, fühlt sich weitläufig an und man hat das Gefühl sich fallen lassen zu können. “Pt. II – She Is Above The Clouds” und “Pt. III – A Bird Flew To The Sun” setzt auf die Magie von Melissas Stimme, die genau wie die Gitarrensounds hallend durch den Raum gleitet und eine Fusion eingeht mit dem Instrumentensound. Die Vocals brauchen keine Worte um sich auszudrücken, der Klang der Stimme reicht hier vollkommen aus.

Also, wer seinen Sommer in Drone und Ambientsounds tauchen möchte, sollte sich unbedingt diese drei Alben anschaffen. Neben der Musik gibt es auch sehr liebevoll gestaltete Artworks und hochwertige Fotografien.

Reinhören und kaufen könnt ihr an dieser Stelle.

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QUARTETTKARTE: NADJA

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT, Serie on October 7th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFEST QUARTETT 19/24

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Ursprünglich als Alter-Ego für die doomige Seite der Aidan Baker Kompositionen gedacht, ist Nadja schnell zu einem Duo angewachsen, als Leah Buckareff am Bass dazukam. Mittlerweile sind Nadja jedem ein Begriff, der sich für Stile wie Ambient, Drone, Doom und experimentellen Metal interessiert. Zwei Drittel aller Swingfest Besucher, die wir nach dem Fest gefragt haben, hat sich eindeutig für Nadja als Highlight entschieden. Da müssen wir nichts weiter hinzufügen.

Einfach mal “Nadja” rechts in den “Durchsuchen-Kasten” eingeben, gibt reichlich zum nachlesen…

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LIVE: DIRK SERRIES, AIDAN BAKER & STEVE VON TILL

Posted in ontheroad on July 18th, 2010 by D.K.

Ein gemeinsamer Auftritt der drei Drone, Noise und Shoegaze Gitarrenkünstler Dirk Serries, Aidan Baker und Steve Von Till ist für uns Anlass genug vom Ruhrgebiet aus mal eben nach Tilburg rüberzufahren. Freitag Abend ist es soweit, die Batcave des 013 Popcentrum öffnet um kurz vor 21 Uhr ihre Pforten. Trotz der Riesenkirmes im Ort füllt sich der kleine Club ziemlich schnell. Während Dirk Serries sich pünktlich um neun auf seinen Auftritt vorbereitet, sitzen Leah Buckareff und Aidan Baker an der Bar und Steve Von Till läuft im hinteren Teil des Clubs umher.

dirk serries

Dirk Serries eröffnet den musikalischen Abend mit dem fünfzehnten Teil seiner Microphonics Reihe, den er an diesem Abend zum ersten Mal spielt. Obwohl es zuvor ziemlich laut war, verstummt das Publikum sehr schnell und lauscht den Tönen seiner Les Paul. Nachdem Serries einen Klangteppich mit einem Ebow erzeugt und diesen durch Loops weiter verflechtet, bringt er immer wieder neue Variationen ein und baut innerhalb einer halben Stunde eine fragile Spannung auf, die die Hörer aufmerksam mitverfolgen. Ungewohnt ist, dass der Gitarrensound nicht wie bei seinen anderen Auftritten durch den Verstärker sondern durch die Soundanlage der Batcave kommt. Trotzdem ein ergreifender Einstieg.

aidan baker

Der Umbau findet rasch statt und Aidan Baker baut seine Effekt auf einem kleinen Holztisch auf. Im Gegensatz zu Serries, der bei seiner Performance auf einem Hocker sitzt, steht Baker mit seiner Kramer Gitarre hinter seinem Effekttisch. Aidan Baker spielt filigran und abwechslungsreich und setzt neben diversen elektronischen Effekten auch ein Bottleneck und einen Cellobogen ein. Bakers Songs erzeugen eine Raum füllende Atmosphäre und sind trotz ihrer fragil wirkenden Struktur sehr präsent. Beim letzten Song seines Sets erzeugt er mit Hilfe des Cellobogens eine gewaltige Klangwand, die er mit Einsatz von weiteren Effekten immer weiter aufbauscht bis sie in der Batcave verhallt und die Zuhörer ins Staunen versetzt.

steve von till & harvestman

Nachdem die beiden gespielt haben, baut Steve von Till seine Effektboards auf der Bühne auf. Im Vergleich zu Serries und Baker hat Von Till wirklich viel Equipment zu verstauen und zu arrangieren. So dauert es auch etwas länger, bis alles bereit ist. Um kurz vor elf ist es dann soweit und Steve von Till lädt die Zuhörer auf eine 90minütige Reise im “Spaceship” von Harvestman und Steve Von Till ein. Das Set beginnt sehr Harvestman-lastig und Von Till zeigt sich von seiner experimentierfreudigen Seite. Ein Effekt nach dem anderen wird geloopt, zwischendurch setzt der Neurosis Frontmann einen Ebow ein, den er lässig an einer Kette hängend am Gitarrengurt befestigt hat. Was folgt ist eine gelungene Mischung aus folkigen Steve Von Till Songs und experimentellen Dronestücken seines Harvestman Alteregos. Nach einer Stunde sitzen die ersten drei Reihen vor der Bühne und hören Steve Von Tills Gesangs- und Gitarrendarbietungen zu. Die einen wackeln mit dem Kopf, andere haben die Augen geschlossen und machen gar nichts. Sicher ist, dass es allen gefällt.

Was für ein Abend.

UPDATE: Weitere Bilder findet ihr auf unserer PHOTOS Seite und auf Flickr.

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LEAHS WUNDERKABINET

Posted in Aktuell, Kunst on July 12th, 2010 by D.K.

leah buckareff

Leah Buckareff ist nicht nur als Bassistin des kanadischen Drone-Doom-Duos Nadja kreativ unterwegs sondern hat einige weitere Projekte, in denen sie sich handwerklich und künstlerisch verwirklichen kann. Neben ihrer Arbeit als Buchbinderin in der Heimatstadt Toronto, hat Leah die kuratorische Leitung eines Projektes in ihrer derzeitigen Wahlheimat Berlin übernommen.

the wunderkabinet

“The Wunderkabinet” nennt sich Leah Buckareffs Gemeinschaftsprojekt mit der Berliner Kunstwerkstatt “La Bastellerie”. In der Bastel-Lounge der Kreuzberger Werkstatt startet am 28. August 2010 eine Ausstellung mit handwerklichen Gegenständen und Kunstwerken. Teilnehmen kann jeder, dessen Ausstellungsobjekte gewisse Vorraussetzungen erfüllen. Die Teilnahmebedingungen und alle weiteren Details findet ihr hier. Anmeldeschluß für die erste Ausstellung ist der 23. Juli 2010.

Ach und übrigens, wer sich morgen zwischen 14:30 und 17:30 Uhr in Berlin-Kreuzberg befindet und nichts vorhaben sollte, hat die Möglichkeit an einem Buchbinde-Workshop mit Leah Buckareff teilzunehmen. Mehr Infos gibt es hier.

Buchbindebeispiel von Leah Buckareff

Seit zwei Wochen gibt es außerdem einen offiziellen Nadja Shop Namens Broken Spine, der auch als bandeigenes Label fungiert. Die erste Veröffentlichung auf Broken Spine ist die CD-Version von Nadjas Kollaboration mit OVO “The Life And Death Of A Wasp”.

Mehr zu Nadja…

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NADJA BESINGEN DAS UNBEKANNTE

Posted in Label, Release on May 28th, 2010 by D.K.

NADJA ruins of morning

Im Rahmen der Substantia Innominata Serie des deutschen Labels Drone Records hat das kanadische Drone-Doom-Duo Nadja mit “Ruins of Morning” seine erste 10inch Platte veröffentlicht. Seit Ende 2005 werden Künstler eingeladen im Rahmen der Serie, die sich mit dem Unbekannten in jeglicher Form beschäftigt, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Ergebnisse werden auf 10inch Platten in 500er Auflagen festgehalten. Nadjas “Ruins of Morning” ist die bisher 13. Veröffentlichung. Die Aufnahmen zu “Ruins of Morning” stammen von einer Berliner Session aus dem letzten Jahr.

Nadja zelebrieren hier die Thematik des Unbekannten auf jeweils 20 Minuten. Teil I von “Ruins of Morning” beginnt mit unverzerrter Gitarre und Bass. Nach drei Minuten setzt Aidan Baker mit den Worten “we wake to the ruins of morning…” ein. Was folgt ist eine finstere Reise durch die fragilen Soundlandschaften von Nadja, die während der gesamten Spielzeit von einer düster getragenen Melodie miteinander verbunden werden. Neben den üblichen Instrumenten des Duos überrascht der dezente, äußerst passende Einsatz von Akkordeontönen. Teil II der 10inch bricht dann mit einer Wand von verzerrten Gitarrensounds und treibendem Bass aus, um am Ende wieder mit ruhigen Klängen zu verstummen. Beeindruckende 40 Minuten.

NADJA & TROUM dominium visurgis

Neben “Ruins of Morning” ist auch die Zusammenarbeit von Nadja und dem Bremer Ambient-Drone-Duo Troum unter dem Titel “Dominium Visurgis” veröffentlicht worden. Die CD ist über das Label Transgredient Records erschienen und wird ebenfalls über Drone Records vertrieben. Die nahezu live eingespielten und unüberarbeiteten Aufnahmen auf “Dominium Visurgis” stammen von einer gemeinsamen Studiosession in Bremen aus dem Jahr 2008. Die drei äußerst düsteren, minimalistischen Songs des Albums sind das Resultat einer spontanen und improvisierten Zusammenkunft und zeigen, wie zwei Bands ihre individuellen Sounds effektvoll miteinander verbinden können.

Das Artwork von “Ruins of Morning” und “Dominium Visurgis” stammt vom polnischen Künstler Marcin Lojek und unterstützt die düsteren Eindrücke, die die Musik hinterlässt. Ihr könnt beide Veröffentlichungen direkt über das von Stefan Knappe (Troum) betriebene Label Drone Records beziehen.

nadja

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