SUM OF R IM RUHRPOTT

Posted in ontheroad on June 2nd, 2012 by D.K.

Sum Of R aus der Schweiz haben sich letzten Samstag auf dem Weg von Bern nach Bochum gemacht, um im Rahmen unseres Experimental Evenings als Headliner in der Christuskirche Bochum zu spielen. Kopf der Band ist Reto Mäder, den wir euch schon mit seinen anderen Projekten Ural Umbo und Pendulum Nisum vorgestellt haben. Zweite Hälfte des aktuellen Sum Of R Lineups ist die Gitarristin Julia Wolf.

reto mäder (sum of r) @ christuskiche bochum

Die beiden Musiker bauen ihr Set direkt vor dem Altarsockel auf, das aus einem kleinen Drumset, alten Amps, Effektgeräten und natürlich der Gitarre von Julia und dem Bass von Reto besteht. Die ersten Probetöne im Kirchenraum zeigen, wie druckvoll das neue Set ist, das sich komplett von den bisherigen Veröffentlichungen auf Utech und Hinterzimmer Records unterscheidet. Es ist warm draußen, es ist Pfingstferienzeit und im Fernsehen läuft der größte Gesangswettbewerb der Welt. In der Christuskirche Bochum eröffnet Clem Leek den Abend mit einem klassischen Set am Flügel, Simon Scott als zweiter Headliner des Abends legt eine Fläche aus Field Recordings und Drones im Kirchenraum aus und dann folgen Sum Of R.

julia wolf (sum of r) @ christuskiche bochum

Reto sitzt vor seinen Effekten, spielt ein Thema auf den hohen Saiten seines Basses ein, loopt das Ganze, steht auf und setzt sich an sein Drumset und die Magie von Sum Of R nimmt ihren Lauf. Reto und Julia bauen einen rhythmisch druckvollen Song auf Basis der Bassmelodie auf und tauchen den Kirchenraum in ihren hypnotischen Doomsound ein. Die Drums hallen im Raum nach, die Gitarre flirrt von der einen Seite des Raums auf die andere. Die Spielweise der Band gleicht live einem Ritual. Am Anfang ist immer der Bass, der die Grundlage legt und geloopt wird und dann mit Drums und energetischen Giatrrenklängen untermalt wird. Ein Ritual, das von den Gästen entweder mit rhythmischen Nicken oder voller Konzentration verfolgt wird. Zum Schluß wird es noisig laut und die Drums und die Gitarre preschen durch alle Ecken des Kirchenraums in die Hörgänge. Das Licht geht aus, es ist düster, es ist bedrohlich, man ist der Gewalt der Musik ausgestzt. Der Kirchenraum, die Geborgenheit der Kirche scheint verloren… dann verstummt die Musik, das Licht geht an, das Set ist vorbei, Sum Of R verbeugen sich. Wir sind zurück in der Realität.

sum of r @ fzw dortmund

Sonntag reisen Sum Of R in die Nachbarschaft nach Dortmund. Sie sind kurzfristig als Support für Wolves In The Throne Room gebucht worden. Aus der Kirche geht es also in den Club des FZW. WITTR ziehen allein wegen ihres finalen Albums eine Menge Leute nach Dortmund und so ist der Club gut gefüllt. Sum Of R haben sich mittig direkt am Bühnenrand aufgebaut. Ein ganz kleiner Kreis Interessierter bildet sich mit kleinem Abstand zur Bühne, als die beiden das Set beginnen. Der Bass bohrt sich durch die Bühne in den Raum, die Gitarre klingt rauh und leicht hallend verzerrt, wie es ja Black Metal Fans gefallen dürfte. Spätestens nachdem Reto den Regler seines Basses runtergedreht, den Ausschalter betätigt, seinen Bass abgestellt und sich an die Drums gesetzt hat, um dem Sound eine Wucht von Rhythmus zu verpassen, haben Sum Of R einige neue Freunde im Publikum. Der Kreis vor der Bühne wird immer größer und das Gequatsche im Hintergrund lässt nach, was aber auch egal ist, weil Sum Of R so laut spielen, dass kein anderer Sound Platz findet im Ohr. Je länger Reto und Julia spielen, desto gewaltiger klingt das, was auf der Bühne passiert. Mittlerweile haben sich auch vier Langhaarige vor der Bühne gefunden, die gemeinsam zum Sound of Sum Of R die Haare tanzen lassen. Sum Of R verbeugen sich…

Zwei überzeugende Abende mit Sum Of R, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und nur fürs Protokoll: das Set war an beiden Abenden identisch.

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LIVEBERICHT: DENOVALI LABEL EVENING III

Posted in ontheroad on May 6th, 2012 by D.K.

Teil III der Denovali Label Evening Reihe in der Christuskirche Bochum hat sich diesmal mit den Nordlichtern des europäischen und nordamerikanischen Kontinents beschäftigt und so trafen die Kanadier von Thisquietarmy und Aun auf die Norweger von The Samuel Jackson Five.

thisquietarmy @ denovali label evening 3

THISQUIETARMY
Eric Quach alias Thisquietarmy eröffnet den Abend mit einer geballten Ladung Dronesounds. Fast schon verloren sieht er aus, vor seinem Meer an Effektgeräten, die er um sich aufgebaut hat. Doch das, was er aus seiner Gitarre zaubert, klingt alles andere als verloren. Die Drones sind genauso brachial dronig wie melodiös und nehmen die Zuhörer schnell ein, die begleitenden elektronischen Drums drücken einen in die Kirchenbank. Dann nach fast einer halben Stunde eine Verschnauffphase, in der Quach die Effekte und Verzerrung zurückfährt um eine Ambientfläche aufzubauen, aus der er mit einem seiner griffigeren postrockigen Songs ausbricht und die Zuschauer nochmals davon überzeugt, dass er zur Topliga der kanadischen Experimental-Rocker gehört. Im Gespräch nach dem Konzert beschreibt Eric Quach, dass ihm bewusst ist, dass sich ruhigere Töne besser entfalten würden in der Kirche, er aber nach der langen Anreise so erschöpft war, dass er sich inmitten der lauteren noisigen Dronesounds wohler gefühlt habe.

aun @ denovali label evening 3

AUN
Das Dreigespann um Martin Dumais hat seinen eigenen Altar mit Rechnern und Effekten vor dem Kirchenaltar aufgebaut und präsentiert sich elektronisch ambientlastig. Aun mischen Vocals, Saiteninstrumente und Sounds aus der Konserve miteinander und erzeugen eine kaum greifbare Klanglandschaft. Die Songs verschmelzen ineinander und verwandeln sich live in fast schon andere Tracks, die mit improvisierten Einschüben ein großes Klanggebilde ergeben. Der Kirchenraum bietet sich hier als idealer Klangträger an und so gleiten die Aun-Sounds 45 Minuten lang durch die Christuskirche.

samuel jackson 5 @ denovali label evening 3

THE SAMUEL JACKSON FIVE
Die fünf Norweger von The Samuel Jackson Five haben soundtechnisch so rein gar nichts mit Drone und Ambient am Hut, sondern sind mehr im instrumentalen Rock mit Hang zum Post-Rock unterwegs und so holen sie schon im ersten Song die Zuhörer aus den sphärischen Gefilden ab und nehmen sie mit auf eine treibende Rock-Reise. Zum Glück konzentrieren sich The Samuel Jackson Five nicht rein auf Post-Rock-Rezepte, sondern fügen ihrem Sound verschieden Akzente ein. So heult das Theremin zwischendurch auf oder die Gitarren werden folkig gespielt oder Elektronik wird eingestreut. Die Band hat Spaß am Spielen und ist ständig in Bewegung. Der Drummer nimmt seine Drums auseinander und schmeißt Percussioninstrumente den Altarsockel runter, um damit Sounds zu erzeugen. Und gesungen wird auch noch zwischendurch. Und obwohl die Band nicht so laut spielt, wie sie eigentlich wollte, kommt der vollgepackte Sound der Norweger gut rüber, bei Band und Zuschauer. Eine Zugabe, zwei Zugaben, drei Zugaben…

Alle drei Bands haben derzeit aktuelle Platten auf Denovali Records veröffentlicht und zeigen mal wieder die große Bandbreite des Labels.

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COLARIS – RENEWAL

Posted in Release on March 22nd, 2012 by M.H.

Die Pirmasenser Brachialromantiker Colaris haben nachgelegt. Auf ihre 2011er EP “The Disclosure” folgte am 1. März mit “Renewal” ihre Premiere über die Langdistanz.

colaris_renewal_cover

Als erster Eindruck bleibt festzuhalten, dass sie ihrem Sound im Grundsatz treu geblieben sind. Wir hören instrumentalen Postrock, der positive Konnotationen zu den nationalen Genre-Koryphäen Long Distance Calling hervorruft. Gibt man “Renewal” jedoch Zeit, sich zu entfalten, offenbaren sich die Feinheiten. Am auffälligsten ist hierbei die dezente Verschiebung der Prioritäten. Weniger Brachialität, mehr Romantik, mehr Experimentalität. Die heftigeren Parts sind beileibe nicht gänzlich verschwunden, man merkt jedoch, dass diesmal das Augenmerk verstärkt auf Atmosphäre und Stimmungen gelegt wurde. Den ausgereiften Melodien und breitwandigen Soundscapes wird deutlich mehr Platz eingeräumt und manch ruhiger Part driftet gar in dezent-verhaltene Ambientgefilde. Abgerundet wird das Album durch eine glasklare Produktion, die dafür sorgt, dass dem aufmerksamen Hörer kein Detail entgeht.

colaris_band_live

Bestellen könnt ihr “Renewal” im CD-Format auf der Colaris Bandcamp Seite, bei Revolvermann Records oder als Digipack über den Dunk!Records Shop. Wer die Jungs mal live erleben möchte, sollte sich am 13. April in Zweibrücken einfinden oder sich über unsere ONTEROAD Seite über Folgetermine auf dem Laufenden halten.

 

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WHITE HILLS – FRYING ON THIS ROCK

Posted in Release on March 10th, 2012 by M.H.

white_hills

Die ausgeprägte Produktivität des New Yorker Spacerock-Duos White Hills beschert uns mit schöner Regelmäßigkeit amtliche Genre-Leckerbissen. So fügen Dave W., der Herr an der Gitarre, und Ego Sensation, die Dame am Bass, ihrem umfangreichen Backkatalog auch 2012 einen weiteren logischen Baustein hinzu. “Frying On This Rock” nennt sich das gute Stück und bereits die ersten Takte des eröffnenden “Pads Of Light” machen unmissverständlich klar, wer hier am Werk ist. Der markante Gitarrensound und die manisch-hypnotischen, eher gesprochenen als gesungenen Vocals, lassen keinen Zweifel aufkommen.

white_hills_frying

Auf den straighten Einstieg folgt mit “Robot Stomp” der erste schwere Brocken. Der Fast-12-Minüter kommt gänzlich ohne Gesang aus, basiert auf einem einzigen, simplen Riff, das sich gefühlt unendlich wiederholt, minimal variiert und mit allerlei psychedelischen Versatzstücken ausgeschmückt wird. Nach dieser ausufernden Space-Jam nimmt uns der eingängige, treibende, ohne Umschweife ins Ohr gehende Psych-Fuzz-Rocksong “You Dream You See” übergangslos in Empfang und gönnt uns eine kurze Verschnaufpause, bevor das knapp 9-minütige “Song Of Everything”, welches mit einem ruhigen Mittelteil überrascht, uns mitnimmt auf eine weitere Reise in ferne Sphären. Unversehens erwartet uns mit “I Write A Thousand Letters (Pulp On Bone)” bereits die finale Viertelstunde, in der die White Hills nochmals sämtliche Register ziehen und einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzen.

Die Simplizität, die rockende Spielfreude einerseits, sowie die experimentellen, psychedelischen Jam-Abfahrten als Gegenpol, machen die Besonderheit dieser Band aus. Obwohl die beiden diesmal, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, mit ausgearbeiteten Songs ins Studio gegangen sind, besticht “Frying On This Rock” vor allem durch seine Energie und Frische.

Die Platte erscheint am 20. März in edler Aufmachung als CD und LP auf Thrill Jockey. Eure Preorder könnt ihr hier platzieren. Ende März bietet sich zudem die Möglichkeit, die Band live in Augen- und Ohrenschein zu nehmen – die genauen Termine findet ihr ONTHEROAD.

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AIDAN BAKER WITH SPECIAL GUEST & A-SUN AMISSA LIVE IN DER CHRISTUSKIRCHE BOCHUM

Posted in ontheroad on January 31st, 2012 by D.K.

flyer

Auch im neuen Jahr soll experimentelle Musik live erlebt werden und daher präsentieren wir euch am 17. Februar einen Konzertabend in der Christuskirche Bochum mit Aidan Baker aus Kanada und A-Sun Amissa aus England.

Aidan Baker dürfte regelmäßigen Lesern unseres Magazins ein Begriff sein. Der Kanadier ist eine Hälfte des Doom-Drone-Duos Nadja und auch solo unterwegs, um mit seiner Gitarre, einem Koffer voller Effekte und einem Cellobogen die Räume, in denen er auftritt, in atmosphärische Klangkörper zu verwandeln. 2010 ist Aidan Baker erstmalig in der Christuskirche aufgetreten (siehe Review) und hat damals eine 45minütige Improvisation präsentiert. Diesmal wird Aidan Baker nicht alleine auf der Bühne stehen, sondern passend zur Veröffentlichung seines neuen Albums “The Spectrum Of Distraction”, auf dem 18 Drummer vertreten sind, zusammen mit dem Drummer von Kodiak auf der Bühne stehen. Nach einer gemeinsamen Split von Nadja & Kodiak stehen nun erst- und einmalig Aidan von Nadja und Maik von Kodiak auf der Bühne, um zusammen zu improvisieren.

Unser Interview zum neuen 18-Drummer-Album von Aidan Baker findet ihr hier…

Als Support sind A-Sun Amissa aus Leeds dabei. Dieses Duo ist bisher noch unbekannt und besteht aus Mitgliedern der britischen Avantgarde-Dream-Pop-Ambient Band Glissando. Die Grundbesetzung besteht aus Richard Knox (Gitarre), der auch das britische Indie-Label Gizeh Records betreibt, und Angela Chan (Viola). Was A-Sun Amissa mit ihren Instrumenten erzeugen, ist eine minimalistische Klangwelt, die sich zwischen Modern-Classic und Ambient bewegt und auch als Soundtrack für düstere bewegte Bilder dienen könnte.

In die Christuskirche Bochum kommen, hinsetzen, Augen schließen, der Musik lauschen und schauen, was vor dem inneren Auge alles passiert.

Datum : 17. Februar 2012
Uhrzeit : 20:00 Uhr
Ort : Christuskirche Bochum
VVK: hier

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ISIS LIVE I – VI BOXSET

Posted in Aktuell, Release on January 22nd, 2012 by D.K.

isis live

Das japanische Label Daymare Recordings, bekannt für seine speziellen Veröffentlichungen mit viel Bonusmaterial, bringt Ende März ein Boxset mit allen bisher veröffentlichten Live Platten von Isis raus.

Als kleinen Bonus gibt es neben den fünf bisher bekannten Livealben, die auch über Isis digital beziehbar sind, eine sechste bisher unveröffentlichte Liveplatte. Darauf enthalten sind Aufnahmen aus dem Jahr 2007.

Die Setlist von Isis Live VI:
1. Hive Destruction
2. So Did We
3. Not In Rivers, But In Drops
4. Gentle Time
5. In Fiction
6. Holy Tears
7. Weight
8. Red Sea
9. Carry

Über Inoxia ist bereits jetzt eine Vorbestellung möglich und da das etwas teure, aber feine Boxset auf 300 Stück limitiert ist, lohnt sich sicherlich eine frühe Investition.

isis live

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LIVE VIDEO: FABIO ORSI & N IM FKT BOCHUM

Posted in Video on December 18th, 2011 by M.H.

Wir haben noch ein paar finstere, (un-)bewegte Bilder unseres letzten Konzertabends aus dem FKT Bochum nachzureichen. Der Ausschnitt aus dem Impro-Set von Fabio Orsi & N liefert euch eine Ahnung eines beeindruckenden audiovisuellen Erlebnisses…aber schaut und hört einfach selbst!

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COLARIS

Posted in Release on December 12th, 2011 by M.H.

Die 2009 gegründeten Rheinland-Pfälzer Colaris haben sich dem instrumentalen Postrock verschrieben, scheuen jedoch auch zeitweise Ausflüge in heftigere sludgige Gefilde nicht, die für eine angenehme Portion Eigenständigkeit sorgen. Seine Spannung und Dynamik bezieht der Sound des Pirmasenser Trios überdies aus dem bewährten leise-laut-leise-Spiel, wobei die Band hier eine erfreulich erfrischende Variabilität an den Tag legt. Die relative Wuchtigkeit auf der einen und die melodiöse Fragilität auf der anderen Seite paaren sich mit einer dezenten Prise experimenteller Verspieltheit und führen im Ergebnis zur angestrebten “Brachialromantik” (O-Ton Colaris).

Seit Januar 2011 ist ihre aktuelle, selbst produzierte 4-Track-EP “The Disclosure” als CD, limitierte Tape-Edition und als Download erhältlich. Das Full-Length-Debut steht in Form von acht neuen Songs, die erneut im SU2 Studio Illingen aufgenommen wurden, ebenfalls bereits in den Startlöchern und wartet auf seine Veröffentlichung Anfang 2012. Solltet ihr im Raum Karlsruhe wohnen, guckt ihr euch die Jungs am besten direkt live am 16. Dezember im Jubez an.

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LIVEBERICHT: BARN OWL IN KÖLN

Posted in ontheroad on November 28th, 2011 by D.K.

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Montag vor einer Woche. Krass kalt. Köln. Irgendeine Seitenstraße am Ring. Hier steht die Christuskirche. Ein alter evangelischer Kirchenturm und ein unspektakulärer Neubau als Kirchenraum. Der äußere Eindruck bestätigt sich im Innenraum. Ein spartanischer Betonklotz, der eher einer Fabrikhalle ähnelt, als einem Kirchenraum. Ein großes Kreuz an der Wand gegenüber dem Eingang deutet den Altar an. Davor zwei Gitarrenverstärker, Effektgeräte, zwei in Koffer ruhende Gitarren. Das ist die Bühne für das bevorstehende Barn Owl Konzert. Um die angedeutete Bühne sind ein paar Stühle drapiert. Wir nehmen Platz. Krass kalt, immer noch.

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Jon Porras und Evan Caminiti betreten ganz in schwarz gekleidet die Bühne, greifen zu ihren Gitarren und beginnen ihr Set. Das Gitarrenspiel wird von diversen Videoprojektionen begleitet, die bis auf einen schwach leuchtenden blauen Strahler die einzige Lichtquelle sind. Die Kälte entschwindet aus dem Körper, denn was Barn Owl da aus ihren Gitarren zaubern klingt so warm, dass es einem ein warmes Gefühl vermittelt. Magisch. Das Set beginnt leise und bluesig-folkig und wird immer experimenteller, droniger und schwerfälliger. Earth und Sunn O))) Fans im Publikum dürften sich gleichermaßen gefreut haben. Besonders das laute Gedröhne entfaltet seine Wirkung in dem hohen klobigen Kirchenraum am besten. Das Publikum, das vor dem Konzert auffällig viel zu bequatschen hatte, schweigt nun bedächtig. Augen schließen und die Dronesounds in sich fließen lassen, oder Projektionen anschauen und die Gitarrensounds zu einem Soundtrack werden lassen. Egal wie man Barn Owl wahrnimmt, die Wirkung ist berauschend. Am Ende wird noch begeistert der Merchstand leergekauft.

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LIVE VIDEOS: DENOVALI LABEL EVENING II

Posted in Video on November 20th, 2011 by M.H.

Bevor am kommenden Samstag bereits das nächste von uns präsentierte Event ansteht (Fabio Orsi & N im FKT Bochum), wollen wir euch an dieser Stelle noch unsere persönlichen audiovisuellen Live-Höhepunkte vom zweiten Denovali Label Evening nachliefern.

Allen, die dabei waren, wünschen wir viel Vergnügen beim Erinnern. Bei allen anderen wecken wir mit diesem authentischen Eindruck der besonderen Atmosphäre in der Christuskirche Bochum hoffentlich ein wenig die Neugier.

Die übrigen Videos von diesem und den vorherigen Konzertabenden gibt’s bei vimeo und auf youtube.

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STEPHAN MATHIEU

Posted in ontheroad, Release on November 19th, 2011 by D.K.

stephan mathieu_live

Stephan Mathieu aus Saarbrücken ist Musiker, der Ambientsound erschafft, genauer gesagt Musikkünstler, der Audio-Installationen kreiert, denn er benutzt für seine Sounds alte Instrumente, die er unkonventionell spielt, oder alte Widergabegeräte wie das Grammofon, um damit Sounds zu verfremden.

stephan mathieu_grammofone

Letzteres hat Stephan Mathieu letzten Donnerstag live in der Aula der Kunsthochschule für Medien live vorgeführt. Stephan Mathieu umgeben von vier Grammofonen und einem Laptop sowie einem kleinen Mischpult. Was folgt klingt so surreal, wie es auch ausgesehen hat. Mathieu begibt sich in wohl überlegten langsamen Bewegungsabläufen zu den Grammofonen, legt dort alte 78RPM Platten aus den 1910er, 20ern und 30ern auf, dreht an der Kurbel und lässt die Sounds der Platten durch seinen Rechner laufen, wo sie mit Hilfe von Spektralanalyse und Konvolution transformiert werden. Und auch wenn man überhaupt keinen Schimmer davon hat, was er da mit den Sounds macht, zählt das Ergebnis und das sind warme, minimalistische Ambientflüsse. Anstatt eine kratzige Bluesplatte oder ein Klassikkonzert von Händel zu hören, ertönt sowas wie die Seele dieser Musik. Stephan Mathieu führt zwei Stücke auf, die Bewegungsabläufe sitzen, sein Gesicht strahlt Konzentration aus, die Aula ist still und als das Set zu Ende ist, ist sekundenlang nichts zu hören, bis die Zuhörer aus ihrer Traumwelt gleiten, um den Künstler mit Jubel einen Dank für dieses Erlebnis auszusprechen.

Auf Platte genauso berauschend wie in der Live Performance. Wer neugierig geworden ist, sollte sich unbedingt folgende Veröffentlichungen anschaffen:

stephan mathieu_a_static_place

“A Static Place” auf 12K Records und

stephan mathieu_remain

das Schwesterrelease “Remain” auf Line Records.

stephan mathieu_to_describe_georg_washinton_bridge

Sowie “To Describe George Washington Bridge” als 10inch Vinyl auf Dekorder Records.

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ZWEI EXKLUSIVE BARN OWL KONZERTE

Posted in Aktuell, ontheroad on November 17th, 2011 by D.K.

Barn_Owl Live Termine November 2011

Nächste Woche kommen Barn Owl für zwei Konzerte nach Deutschland. Offenbar hat es den beiden Gitarristen im Mai in der Christuskirche Bochum so gut gefallen, dass sie sich wieder eine Christuskirche ausgesucht haben, diesmal in Köln auf der Herwarthstrasse. Und wenn Barn Owl schon mal kommen, dann darf auch Berlin nicht fehlen, hier in der Kantine am Berghain.

Was einen bei einer Barn Owl Show erwartet, könnt ihr hier in unserem Livebericht zum Konzert in der Christuskirche Bochum nachlesen… wie die neue Platte “Lost In The Glare” klingt, könnt ihr hier lesen… und dann Tickets für die Shows kaufen!

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LIVETIPP: TAPE MEASURE KID

Posted in Aktuell, ontheroad on November 9th, 2011 by D.K.

tape measure kid

Neugierig…?

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MAYBESHEWILL – I WAS THERE FOR A MOMENT, THEN I WAS GONE

Posted in Release on September 11th, 2011 by M.H.

Die Briten Maybeshewill sind mit Album Nummer drei zurück. Nach einem Songwriting- und Aufnahmeprozess, der sich über 18 Monate hinzog, ist “I Was There For A Moment, Then I Was Gone” Ende Juni bei Function Records und Cargo Records erschienen.

Los geht’s mit einem zweiminütigen Intro, das den Hörer behutsam auf den ersten vehementen Ausbruch hymnisch rockender Gitarren zu Beginn von “Take This To Heart” vorbereitet. Diese Symbiose gegensätzlicher Stilelemente bildet auch im weiteren Verlauf des Albums das musikalische Gerüst. Treibende Gitarren paaren sich mit melodischen Synthies, wuchtige Härte trifft auf epische Breite. Es gibt getragene Pianoläufe ebenso, wie eingestreute Ambientmomente – mal behält die Elektronik die Oberhand, mal die klassischen Rock Instrumentarien. Auf den Punkt gebracht, trifft bei Maybeshewill klassischer Postrock auf die Offenheit und Experimentierfreude von Bands wie 65daysofstatic.

Bemerkenswert ist überdies das feine Gespür des Quartetts aus Leicester für einprägsame Melodien und die Tatsache, dass Gitarre, Synthesizer und Piano wie selbstverständlich gleichberechtigt als Instrumente der Melodieführung eingesetzt werden. Dass Gesang in diesem Kontext nach wie vor als überflüssig erachtet wird, sei dabei nur am Rande erwähnt – es gibt einfach Bands, denen es gelingt, Botschaften ohne den Einsatz großer Worte zu transportieren.

Das überzeugende Endergebnis ist sicherlich zu einem nicht unerheblichen Teil der kreativen Herangehensweise geschuldet. Die Band hat versucht, alles bisherige auszublenden und das neue Album wie ein Debüt anzugehen – den Kopf frei beim Schreiben der Songs, losgelöst von jeglichem Druck, sodass neue Ideen ganz natürlich Platz bekamen, sich zu entfalten. Eine empfehlenswerte Methode, wie “I Was There For A Moment, Then I Was Gone” eindrucksvoll belegt.

Ach so, aktuelle Livetermine gibt’s natürlich auch…und zwar genau hier!

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ROADBURN 2012: CURATED BY VOIVOD

Posted in Roadburn on August 24th, 2011 by M.H.

Noch verbleiben einige Monate bis zur 17. Ausgabe des Roadburn Festivals in Tilburg. Das erste kleine Geheimnis wurde jedoch bereits gelüftet: Die begehrte Rolle des Kurators wird 2012 den legendären kanadischen Thrash Avantgardisten Voivod zuteil. Scheinbar haben sie mit ihren beiden umjubelten Auftritten in diesem Jahr nicht nur das Publikum, sondern auch die Veranstalter überzeugt. Kurator sein bedeutet, dass im Rahmen eines speziellen Events am Roadburn Freitag, von ihnen persönlich auserwählte Bands spielen werden, wobei Voivod selbst ein besonderer Headliner Set vorbehalten sein wird. Die Auswahl der Bands verspricht somit auch in diesem Jahr wieder eine spannende Angelegenheit zu werden. Weitere Infos zum Festival findet ihr hier.

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