LOCRIAN UND SICH UNENDLICH AUFLÖSENDE SOUNDS

Posted in Release on July 24th, 2015 by D.K.

Locrian sind zurück. “Infinite Dissolution” heisst das Werk, das heute erschienen ist. Als vor einigen Wochen das Cover veröffentlicht wurde, hatte ich zunächst Bedenken, denn stilistisch passt das kalte, extrem grafische Kunstwerk von David Altmejd nicht so richtig in die bisherige Diskografie. Der Verdacht lag nah, dass auch die Musik irgendwie in eine andere, nicht so gute Richtung abschweifen könnte. Dann kamen die Hörproben und eine ganzkörperliche Entspannung breitete sich in mir aus, als ich mir die Tracks anhörte.

Natürlich stehen Locrian stilistisch nicht still und packen auch diemal wieder eine Schippe drauf. Was genau den Unterschied zu den Vorgängeralben ausmacht, kann man aber trotzdem nicht genau sagen. Der Sound ist weiterhin ein Monster aus Black-Metal, Synthie, Noise, Power-Electronics und Rock-n-Roll in seiner abstraktesten Art. Allein die Zutatenliste von Soundtüftler Terence Hannum ist beeindruckend: Moog Little Phatty, Moog Minitaur, Moog Source, MicroKorg, Arp Avatar, EDP Wasp und Mellotron M400, um mal das zu benennen, was namentlich benannt werden kann. Hinzu kommen noch diverse Samples und Vocals. Gitarrist Andre Foisy spielt sich mal wieder die Finger wund und springt zwischen Geschrammel und Fingertapping hin und her. Steven Hess ist an den Drums unberechenbar und unnachahmbar, wie eh und je.

Gäste gibt es diesmal auch. Dana Schechter bringt etwas Lap Steel auf “Arc of Extinction” und  “An Index of Air” mit ein und Frau Hannum ergänzt auf dem selben Track und auf “The Great Dying” das Geschrei des Gatten mit harmonischen Vocals. Eine neue “Elegy” Folge gibt es auf dieser Platte leider nicht, dafür gibt es das dreiteilige “KXL I – III”, das über das ganze Album verstreut ist. Die größte Überraschung ist “Heavy Water”, das für Locrian Verhältnisse als Ballade durchgehen kann und synthielastig stark in Richtung der Soloplatten von Hannum geht.

Also hier gibt es nichts zu überlegen. Kaufen und zwar auf Vinyl!

 

 

 

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LOCRIAN KEHREN ZURÜCK UM ZU ZERSTÖREN

Posted in Release on June 23rd, 2013 by D.K.

Locrian melden sich mit “Return to Anihilation” zurück, dem ersten Album, das das Trio für Relapse Records aufgenommen hat. Wie erwartet gleicht hier fast Nichts dem zuvor veröffentlichten Material. Der Klangkosmos dieser Ausnahmeband wird hier ein weiteres Mal erweitert und die drei Musiker trauen sich sogar in musikalische Ecken, in denen sie sich bisher nicht getummelt haben.

Eternal Return
Der Opener ist eine wahrhafte Überraschung, denn Locrian gehen hier erstaunlich forsch und direkt vor. Fast schon rockig mit einer starken Prise 80er Synthiewavesounds. Zweieinhalb Minuten pure Energie und Spielfreude. Betörend.

A Visitation From the Wrath of Heaven
Das erste Epos des Albums baut sich auf einem Synthiegepoche auf. Gitarren legen Landschaften in den Hintergrund, die Drums tun selbiges. Dann irgendwann kreischt Terence Hannum wie aus dem Nichts und leitet damit das große Finale des Tracks ein. Massiv.

Two Moons
Akustikgitarre und ein allgegenwärtiger Synthiedrone sind hier klanggebend. Steve Hess untermalt das Ganze mit filigranen Drumsounds. Einnehmend.

Return to Annihilation
Der Anfang des Tracks könnte auch als Metal-Folk durchgehen. Der Track treibt zunächst stetig voran, die Vocals sind clean und alles scheint harmlos. Doch dies geschieht, um dann in einer Art alles fressende Masse aus Noise und Dronesounds überzugehen, die sich zum Ende hin in eine Art Black-Metal-Rock-Finale wandelt. Zerstörerisch.

Exiting the Hall of Vapor and Light
Drei Musiker, eine Idee und der Rest ist Locrian-Magie. Dieses fast schon balladesk anmutende Stück geht mit seiner nie kommenden Steigerung unter die Haut und dank des nicht stattfindenden Ausbruchs bleibt dem Hörer nichts weiter als diese beklemmende Spannung. Unheimlich.

Panorama of Mirrors
Geniale Black Metal Tracks müssen nicht immer nur aus Schrammelgitarren und schnellen Drums bestehen. Das beweist dieses Stück. Hess baut hier seinen ganz eigenen Rhythmus auf, der im Prinzip aus Pausen entsteht. Foisys Gitarre setzt Hallwände auf und Hannum schreit und klimpert was das Zeug hält. Düster.

Obsolete Elegies
Das zweite Epos der Platte birgt eine kleine Überraschung in sich, denn die Gitarrensounds, die hier ertönen, sollten jedem Locrian Fan bekannt vorkommen. “Obsolete Elegies” ist der dritte Teil der beiden Elegy-Tracks vom 2009er Album “Drenched Lands”. Nachdem der bekannte Teil sich im Ohr verankert hat mutiert der Track aus einer Seventies-Synthie-Klangfläche zu einer unheimlichen Klangwand, die sowohl durch eingängige Gitarrenarpeggios als auch durch Noiseschwaden besticht. Langsam verhallen die Sounds und Streichersounds beruhigen die Gemüter. Aber auch nur um dem finalen Part des Tracks eine Bühne zu bieten. Gitarrentapping, knallharte Drums, Geschrei und alles was dazu gehört um dem Hörer ein letztes Mal zu beweisen, dass dieses Album, dass diese Band in Erinnerung bleiben sollte. Erhaben.

 

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KWAIDAN

Posted in Release on June 2nd, 2013 by D.K.

Ende des Monats erscheint das neue Album von Locrian. Bis dahin könnt ihr euch mit einer weiteren Platte aus der Feder von André Foisy vergnügen. Denn am Dienstag erscheint das Debüt Album von Kwaidan, dem neuen Trio bestehend aus André Foisy von Locrian, Mike Weis von Zelienople und Neil Jendon (solo und zeitweise bei Zelienople unterwegs).

Nachdem fast unbeachtet vor einiger Zeit ein Kwaidan Tape mit einem Live-Set erschienen ist, steht nun mit “Make All The Hell Of Dark Metal Bright” das erste Album in den Startlöchern. Bathetic Records hat das Werk auf Vinyl gepresst und bietet dem Hörer somit ein perfektes Hörerlebnis.

Seite A beinhaltet das dreigeteilte “Three Empty Rooms Of Light And Space”. Der erste Teil “Evening Bell” ist ein pulsierendes Ungetüm aus Synthie- und Moogsounds und Drums. Eine Masse an Sounds, auf der Suche nach Ordnung, die es eigentlich nicht braucht. Der zweite Teil “Gateless Gate” bringt dann die Ordnung in Form von E-Bow-Melodien. Die Drums werden mit Paukenschlägeln gespielt und bauen somit nicht nur den Rhythmus auf, sondern geben den Tracks eine unheimliche Bassaura, die sich im Hintergrund aufbaut. Dies kommt besonders im dritten Teil “Ostension” zur vollen Geltung. Hier nehmen sich die Synthiesounds zunächst zurück und es wird eine Spannung gehalten, die unter die Haut geht. Was passiert gleich? Kommt noch eine Soundwende?

Seite B beginnt mit “The Iceberg And Its Shadow”. Synthiedrones gepaart mit Klavier. Hier fühlt man sich zum ersten Mal an den Locrian-Klang-Kosmos erinnert. Kwaidan lassen sich Zeit, schön dass der nächste Song dann auch “Space As Support” heißt. Hier werden die Paukenschlägel zur Seite gelegt und die Drums treten weiter in den Vordergrund. Die Gitarre spielt wiederkehrende Melodien und so wird der Track das erste greifbare Konstrukt auf dieser Platte und bereitet “The Sound Of This Bell” den Weg. Denn der Abschlusssong ist ein Übertrack vom Feinsten. Hier beweisen Kwaidan, dass man die Schönheit von experimenteller Musik sehr gut mit eingängigen Strukturen paaren kann. Oh lieber Plattenspieler, lass diesen Song nicht enden…

Aufgenommen wurde das Album von Greg Norman, gemastert von Jason Ward und natürlich alles in Chicago, wie man es aus der Locrian Familie gewohnt ist.

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LOCRIAN & CHRISTOPH HEEMANN

Posted in Release on August 20th, 2012 by D.K.

Nach Mamiffer & Locrian folgt nun die nächste Kollaboration, die nicht verpasst werden darf. Diesmal haben sich Locrian mit dem deutschen Experimentalmusiker Christoph Heemann zusammengetan, der bereits in den 80er Jahren mit noisigen Sounds gearbeitet hat und in den letzen Jahren durch Zusammenarbeiten mit Andrew Chalk oder Jim O`Rourke in Erscheinung trat.

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Mit Christoph Heemann an der Elektronik und dem Synthesizer, Terence Hannum am selbigen und am Piano und Mikro, Steven Hess an allem worauf rhythmisch gehauen werden kann und Àndre Foisy an der Akustik- und E-Gitarre und den Effekten, sind vier epische Songs in Chicago und Berlin entstanden.

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Seite A

“Hecatomb” beginnt mit einer Art Fusion aus 70er Jahre Soundtrack mit posaunenähnlichen Sounds und Akustikgitarrensounds. Aus diesem Soundgebilde entwickelt sich dann langsam eine Art zähfliessende Soundwelle aus Percussion, Elektronik, Piano und Synthiesounds, um dann in einem Piano-Percussion-Moment zu münden. Es kommt einem alles sehr kurz vor und man hat das Gefühl, dass noch eine Ausbruch folgen muss, doch nach 12 Minuten entgleiten die Sounds einfach ins Nichts. Eine fulminante bedrohliche Soundwelle.

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“Loathe The Light” ist ebenfalls bedrohlich beängstigend und geht mit seinen Percussiondronesounds ganz tief in die Magengrube. Improvisierte noisige Sounds gesellen sich dazu. Hannums krächzend dämonische Stimme windet sich durch den Hintergrund und obwohl alle Elemente des Songs nach Freistil klingen, ist eine Ordnung vorhanden, die dem Track eine ganz eigenen Note verleiht.

Seite B

“Edgeless City” beginnt mit tiefen dumpfen Sounds, die genau wie der Beginn von Seite A an die 70er erinnern. Die tiefe Soundwolke entwickelt sich allmählich. Es kommen bassige Sounds hinzu, die eine Art Takt vermitteln. Höhere Töne erhallen und es entwickelt sich eine unterschwellige Dynamik. Alles scheint nicht greifbar, ist aber direkt vor einem. Nach 12 Minuten durchkreuzen rauhe Synthiesounds die Soundmasse. In den nächsten drei Minuten beruhigt sich die Masse und kommt dann nach einer Viertelstunde zum Stillstand.

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“The Drowned Forest” beginnt mit einem mönchsähnlichen “Aaaahhh-Gesang”. Immer und immer wieder. Es gesellt sich ein “Ooohhh-Gesang” hinzu. Die Vocals hallen und entwickeln in der stetigen Wiederholung eine eigene Ambientsoundfläche. Aus dem tiefsten Hintergrund gesellt sich ein subtiler Drone hinzu. Erst nach sechs Minuten ist eine offensichtliche Instrumentierung zu hören. Es brodelt, der Song ist bereit für die nächste Phase. Die Vocals steigern sich, die Gitarrenelektronikwand tut selbiges. Eine perfekte Vermengung. Dann kommt noch eine unter die Haut gehende Basssequenz hinzu, die den Song bildlich abheben lässt. Nach zwölfeinhalb Minuten bleibt nur noch leises Dröhnen. Ein Song für die Ewigkeit.

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Hörbeispiele gibt es diesmal nicht, denn es gibt keinen Grund, dieses Album nicht zu kaufen. Das Hörerlebnis muss direkt von der Platte in euren eigenen vier Wänden stattfinden.

Das selbstbetitelte Album erscheint über Handmade Birds in einer 500er Auflage. 250 Stück auf schwarzem 180er Vinyl und 250 Stück in der Farbe, die mit “classic black in transparent ocean trash vortex microplastic blue” beschrieben wird.

Übrigens, das von uns sehr geschätzte “The Clearing” Album von Locrian erscheint diesen Monat erstmalig in der CD Version. Mit dabei ist “Final Epoch”, ein zweites Album, das beiliegt und bisher nur auf Vinyl veröffentlichte Songs beinhaltet.

Mehr zu Locrian…

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LOCRIAN & MAMIFFER

Posted in Release on March 11th, 2012 by D.K.

Locrian & Mamiffer - Bless Them That Curse You

Ein großer tibetischer Tempel, in der Mitte sitzen ein paar betende Mönche. Ihr Gebetsgesang legt sich hallend in den Raum, als sich plötzlich aus allen Ecken des Tempels dämonenhaftes Geschrei dazugesellt… So könnte man die ersten zwei Minuten des gemeinsamen Albums von Locrian & Mamiffer am besten beschreiben.

“Bless Them That Curse You” beginnt also schon passend zum Titel mit der Gegenüberstellung von Segen und Fluch, zumindest im Kopfkino zu “In Fulminic Blaze”, das im weiteren Verlauf mit akustischer Gitarre, Piano, diversen Soundflächen und kraftvollen Drums weiter überzeugen kann und genau im Moment als man denkt, der Song hätte seinen Höhepunkt erreicht, legen die sieben Musiker noch eine Schippe drauf.

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Im Anschluss folgt der Titeltrack “Bless Them That Curse You”, der überraschender Weise sehr zurückhaltend minimalistisch ausfällt. Was ihn um so interessanter macht, denn im Noise-Drone-Geflecht, das Locrian & Mamiffer aufbauen, sind so viele einzelne Sounds integriert, dass besonders das Hören über Kopfhörer hier Entdeckungspotenzial en masse birgt. “Corpus Luteum” setzt den Fokus auf die Gegenüberstellung von Klavier und Soundflächen, also Klassik und Moderne oder besser Segen und Fluch. “Second Burial” ist das experimentellste Stück der Platte und bietet dem Hörer eine spannende Gegenüberstellung von Freigeist und Konzept. Improvisation und Komposition in einem Song vereint. “Lechatelierite” nimmt wieder jegliche entstandene Spannung raus und lässt den Hörer mit dem Klavier alleine, fast zumindest, denn im Hintergrund treiben Field Recordings ihr Unwesen. Das 19minütige “Metis – Amaranthine – The Emperor” greift die Stimmung von “Lechatelierite” auf und setzt mit langsamen druckvollen Tastentönen ein. Das Klavier legt eine melancholische Note und Faith Collocia setzt mit den Vocals ein. Der Gesang ist so langsam und filigran vorgetragen, dass er direkt unter die Haut geht. Allmählich gesellen sich auch weitere Sounds zum Gesang und dem Klavier. Verzerrter wortloser Gesang im Hintergrund, Gitarren und Drums (die seit dem Opener verstummt waren) stimmen sich ein, bis nach neun Minuten ein Noisegewitter ausbricht und wohl den zweiten Part “Amaranthine” vom ersten trennt. Basslastige Elektronik und Feedbackgitarren nehmen den Song ein. Der letzte Teil “The Emperor” wird von Aaron Turners Gewaltvocals und Steven Hess Drums eingeleitet. Aaron schreit sich die Seele aus dem Leib, Steven beweist mal wieder, dass er ein Größe im improvisierten Trommelspiel ist, und Locrian & Mamiffer setzen sich selbst ein Denkmal.

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Kommen wir zu den personellen und technischen Details, um allen denen, die bis zu diesem Zeitpunkt Zweifel haben, ob sich eine Investition in Locrian & Mamiffer lohnt, diese Zweifel endgültig zu nehmen. Locrian sind in der altbekannten Studiobesetzung der letzen eigenen Platten mit Terence Hannum, Andre Foisy und Steven Hess und Mamiffer als Viergespann Faith Coloccia, Aaron Turner, Travis Rommereim, Alex Barnett vertreten. Das Werk dieses siebenköpfigen Ungetüms hat Greg Norman festgehalten und Randall Dunn hat sich mal wieder eindrucksvoll um den letzten Mix gekümmert. “Bless Them That Curse You” ist in Kooperation von Sige Records mit Profound Lore, Land of Decay und Utech Records auf allen Formaten, die der Hörer braucht, erschienen. Wer jetzt noch nicht auf der Suche nach seiner Tape-, CD- oder Vinyl-Kopie von “Bless Them That Curse You” ist, ist selbst Schuld.

Die Portraits stammen alle von Rik Garrett.

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LOCRIAN – THE CLEARING

Posted in Release on December 14th, 2011 by T.H.

Was mich an Locrian fesselt, ist leidlich zu beschreiben. Man kann ihnen eigentlich nur Unrecht bereiten, sobald man versucht, das kurz zuvor Erlebte in eigene Worte zu fassen. Entdeckt habe ich sie mit “The Crystal World” und dort war es sicherlich die perfekte Vertonung eines von Intensität und steigender Spannung geprägten Aufbegehrens gegen etwas Unbestimmtes, etwas alles Verschlingendes. Etwas, das schließlich doch gewinnt und jeglichen Widerstand in einem wunderschönen, gewaltlosen Akt erstickt und ewigem Stillstand beendet.

locrian the clearing

“The Clearing” von Locrian ist wie ein Echo dieses letzten Moments und des vorangegangenen Kampfes. Ein Gefühl aus vergangenen Tagen, verzerrt und idealisiert, doch hinter diesem Schleier von abgrundtiefer Gleichgültigkeit geprägt. Etwas, das einem erst zum Ende der Reise wieder bewusst wird und gedankenlos zurücklässt. Das große Finale des Vorgängers fehlt, die Vocals unterstützen subtiler und die erhabenen, sich über den Drone erhebenden Momente wirken vorhersehbarer gestreut. Choraler Gesang übertönt die zunächst ruhigen Passagen, während das erschütternde Gekreische immer noch bedrohlich und aus einer völlig anderen Dimension zu kommen scheint.
Doch dieses Mal ist es anders, denn man ist bereits verloren. Es existiert nur die Suggestion, dass die alte Welt noch zu greifen, ein Aufbegehren noch von Nutzen sei. Die Hoffnung, ein letztes Mal alles zum Guten wenden oder stattdessen mit sich in den Abgrund reissen zu können. Und dann wartet man 17 unendliche Minuten auf den herbeigesehnten Moment, bis dieser niemals eintrifft.

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Währenddessen alternativ von meinem zweiten, inneren Auge aus betrachtet:
Vor mir am Lagerfeuer sitzt ein in sich gekehrter Mönch mit mongolischem Antlitz (ohne Kapuze), der mir bei leisem Kehlgesang versucht unmissverständlich zu versichern, dass ich weder im Himmel noch in der Hölle bin. Zunächst stelle ich mir selbst noch die unbestimmte Frage, weshalb ich hierhin geführt wurde, bis ich plötzlich anfange mich schemenhaft zu erinnern und dabei merke, wie meine Zunge schwerer und meine Hände und Beine immer tauber werden. In dem Moment, als ich ein letztes Mal den Kopf anhebe, um mein Gegenüber fragend anzublicken und dabei in seine klaren, leblosen Augen schaue, erstarre ich krächzend und mit offenem Mund, während er nur weiter singt und singt und singt…

“The Clearing” ist als Vinyl inklusive Download über Fan Death Records erschienen und direkt über Locrians Shop erhältlich.

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NEUES LOCRIAN ALBUM KOMMT

Posted in Aktuell, Release on October 7th, 2011 by D.K.

locrian the clearing artwork

Fan Death Records veröffentlichen am ersten November das vierte Album von Locrian, das den bedrohlichen Titel “The Clearing” trägt. Dazu passend das Artwork, das ein altes Schwimmbad (?) zeigt, mit seiner skurrilen antiken Architektur und dem Becken, in dem neben einem Haufen Schrott auch pissgelbes Wasser vor sich her dümpelt.

locrian "prepared piano" recording session

Das Album erscheint ausschließlich auf Vinyl mit beiliegendem Downloadcode und ist hier vorbestellbar. Seite A vereint drei Songs und Seite B gehört dem 18minütigen Titeltrack. Locrian haben ihren Sound weiter ausgepfeilt und verschmelzen Black Metal und Post-Irgendwas so gut miteinander, dass die Stile immer weiter ineinander übergehen. Neben Gitarre, Drums und Elektronik hat das Duo auch die Sounds eines “Prepared Piano” für die Albumaufnahmen benutzt. Hört euch den Opener “Chalk Point” mal an.

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LOCRIAN UND DER KRAUTROCK

Posted in Release on August 13th, 2011 by D.K.

locrian_fss single cover

Das wir Locrian aus Chicago gut finden, könnt ihr hier nachlesen. Jetzt legen Terence Hannun und André Foisy nach und veröffentlichen im September eine 7inch über Flingco Sound System, ebenfalls aus Chicago. Auf der A-Seite befindet sich “Dort ist der Weg”, ein Cover der deutschen Krautrockband Popol Vuh, die diesen Song 1976 auf “Letzte Tage, Letzte Nacht” veröffentlicht haben. Locrian legen dem Song ihren eigenen Sound auf, verändern die Struktur dabei kaum und erschaffen damit einen Ohrwurm vom feinsten. Rauhe Gitarrensounds treffen auf filigranes Synthiesurren und kraftvolle Drums. Der weibliche Gesang ist genau wie beim Original befremdlich schön. Zum Ende hin wird der Song immer wütender und der typische Locriansound schließt den Song ab.

Die B-Seite “Frozen in Ash” nimmt die entstandene Stimmung auf und legt mit einem Black-Metal-Gitarrengewitter vor, das mit hallendem Höllengeschrei und fieser Elektronik einem die letzte gute Laune raubt. Dann kurz vor Ende setzt eine Akustikgitarre ein, die untermalt mit Keyboard und Drums wieder Hoffnung gibt. Geile Gemütsreise. Das Artwork mit dem für Locrian zum Markenzeichen gewordenen Fünfeck als 70er Tapete in schwarzweiß greift passend alle Aspekte der Musik auf.

Die Single erscheint Anfang September und ist hier vorbestellbar.

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LOCRIAN IN DER KRISTALLWELT

Posted in Release on December 16th, 2010 by D.K.

locrian crystal world

Locrian aus Chicago haben mit “The Crystal World” nicht mal ein Jahr nach ihrem Zweitlingswerk “Territories” ihr drittes Album veröffentlicht.

Angetrieben vom Roman “The Crystal World” von J.G. Ballard, welcher von einem Leprawissenschaftler erzählt, der einen afrikanischen Urwald erkundet, in dem sich alles in Kristalle verwandelt. Die Anziehungskraft von Tod und Unglück und der Untergang der Gesellschaft stehen bei Ballard im Vordergrund. Genau da setzen Locrian mit ihrer Musik an. Das Album fängt zurückhaltend düster an und steigert sich immer weiter und überrascht durch seine eingängige Fusion aus Noise, Elektro und Dronemetal. Während bei “Territories” die Black Metal Einflüße stark im Vordergrund stehen, schlägt “The Crystal World” einen zugänglicheren Weg ein. Locrian spielen mit der Wirkung von Gegensätzen. Mönchsähnlicher Gesang, wie aus einem byzantinischen Bergkloster, trifft auf Schreigesang, der so klingt als entstamme er einem tiefen hallendem Verließ. Düstere Droneflächen treffen auf klare Gitarrenmelodien und alles ist theatralisch perfekt inszeniert.

Die beiden Bandmitglieder Terence Hannun und André Foisy haben sich für die Aufnahmen des Albums den Percussionisten Steven Hess (Ural Umbo) und zwei Gastvocalistinnen ins Studio geholt. Das Mastering hat James Plotkin übernommen. Für das Artwork wurde Vberkvlt verpflichtet.

Die Doppel-CD ist bereits über Utech Records erhältlich, wer die Vinyl Version bevorzugt muss sich noch etwas gedulden.

locrian artwork

Mehr zu Locrian…

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LOCRIAN

Posted in Release on May 1st, 2010 by D.K.

L O C R I A N

Locrian ist ein Experimental-Drone-Duo aus Chicago und besteht aus den beiden Multitalenten André Foisy und Terence Hannum. In ihrer Heimat ist die Band bereits der Geheimtipp überhaupt, wenn es um experimentelle Undergroundmusik geht. Mit ihrer gelungenen Mischung aus Noise, Doom, Drone, Power Electronics und Black Metal spricht die Band die Fans verschiedenster Genres an und ist mit ihrem neuen Album “Territories” auf dem Weg, ihre Fanbase erheblich auszubauen.

“Territories” ist das zweite Studioalbum von Locrian und bietet neben einer abwechslungsreichen Soundmischung auch eine Reihe an Gastauftritten. So haben sich Blake Judd (Nachtmystium, Twilight), Bruce Lamont (Yakuza), Andrew Scherer (Velnias), and Mark Solotroff (Anatomy of Habit, BLOODYMINDED) auf “Territories” verewigt und erweitern die Bandbreite Locrians um ein Weiteres. Das Album ist als Co-Release der Labels At War With False Noise, BloodLust, Small Doses und Basses Frequences auf LP erschienen.

locrian territories drenched lands artwork

Die Diskografie der Band umfasst eine Reihe an selbst veröffentlichten Cassetten und CD-R, einige EPs und Splits und das unumgängliche erste Studio-Album “Drenched Lands”, das in mehreren Formaten erschienen ist. Utech Records haben das Album dieses Jahr sogar auf 8-Track Tonbändern (in einer 13 Stück Auflage) wiederveröffentlicht.

Die beiden Bandmitglieder sind desweiteren in der Dark-Folk Band Unlucky Atlas aktiv, die zuletzt über Land Of Decay eine Cassette veröffentlicht hat. Die Songs dieser Veröffentlichung sind interessanter Weise zweigeteilt und fangen als Folksongs an und enden in Dronegewittern. Terence Hannum ist neben seiner musikalischen Aktivität auch in der Malerei, Videokunst und im Grafikdesign tätig. Vor allem in der Malerei finden sich Locrian Motive wieder, die das Artwork und die Musik der Band ergänzen.

terence hannum - death´s head I terence hannum - death´s head II

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