MICROPHONICS XXI – XXV

Posted in Release on November 24th, 2012 by N

dirk serries

2008 erscheint „Microphonics I-V“; ziemlich unerwartet, mitten in einer Reihe von Fear Falls Burning Releases und Kollaborationen. Und erst nach und nach schält sich heraus, besonders durch Äußerungen von Dirk Serries selbst, dass dieses Projekt, dessen erstes Release sich gegenüber Serries damaligen Hauptprojekt und Nachfolger von vidnaObmana, Fear Falls Burning, durch seinen musikalisch und soundlich minimalistischeren Ansatz sofort unterschieden hat, künftig sein Hauptprojekt sein wird. Musikalisch, trotz nur im Detail unterschiedlichen Instrumentarium, gegenüber Fear Falls Burning daher wie eine Fokussierung, auch mit Blick auf die Tatsache, dass FFB mittlerweile Erweiterungen durch Kollaborationen und zu einer Art (Proto Heavy) Band geworden war. Serries kommentierte diese Entwicklung selbst einmal in der Art, dass FFB eine Art Eigenleben bekommen hat, das sich der vollständigen Kontrolle durch ihn selbst entzieht. Microphonics war daher zu diesem Zeitpunkt möglicherweise genau die Reißleine, die es für ihn zu ziehen galt, um innerhalb seines musikalischen Spielfeldes seine Solo-Identität neu zu definieren. Nur konsequenterweise in diesem Zusammenhang das weitere Statement, dass Microphonics stets Soloprojekt bleiben würde und dann natürlich die spannende Erwartung, wie sich die nächste Platte anhören würde. Statt dessen begibt sich Dirk Serries mit Microphonics auf eine intensive Live-Erprobung, wie um die Tragfähigkeit in der Live-Situation zu testen; aber auch als eine Art Forschungsaufgabe, welche Elemente zum Projekt passen mögen. Und tatsächlich folgen Erweiterungen: die Integration von Arpeggios und soundliche Varianten, die die enge Fokussierung des Debüts Zug um Zug, jedoch immer organisch gewachsen erweitern. Erstaunlich auch, dass die im Zuge dieser umfangreichen Live-Aktivitäten erscheinenden Live-EPs bei all diesen Erweiterungen des Konzepts fast stringent ruhiger werden, meditativ in sich versunken. Auch der Sound sehr intim, rund; fast still. In der Zwischenzeit dann die offizielle Beendigung von FFB mit „Disorder Of Roots“ und die Ankündigung des zweiten Studioalbums von Microphonics für Anfang 2013 via Tonefloat Records.

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„Microphonics XXI-XXV: Mounting Among The Waves, There’s A Light In Vein. The Burden Of Hope Across Thousands Of Rivers“ ist genauso organische Weiterführung wie radikale Neudefinition. Es ist ein Album, das neben der angekündigten luxuriösen Verpackung (2x 10“ + Buch „Cities In Grey“ mit Fotografien von Martina Verhoeven, die mit ihren SW-Aufnahmen die Cover von „Microphonics“ und FFB geprägt hat) vor allem musikalisch, d.h. kompositorisch und soundlich punktet. War das erste Album ein Gespinst flötenhafter Sounds so explodiert „Microphonics XXI-XXV“ geradezu vor den Hörern als ein durch unüberschaubar viele Schichten zusammengesetztes Monster von Album, mit einer durch Lautstärke und Hall perfekt ausbalancierten Tiefenstaffelung. Mit klar erfassbaren ersten Motiven, die im Laufe der Stücke ebenbürtige Partner bekommen, die sich, und auch das ist neu im Hause Microphonics, soundlich deutlich absetzen. Im Gegensatz zu den als intuitiv mit der Gitarre gespielt erkennbaren Motiven stehen damit erstmals auch solche, die wie vielgestaltige Texturen unbekannter Provenienz erscheinen; fast nur noch für Eingeweihte als gitarrenbasiert erkennbar. Und genau die Einführung dieser Texturen und ein völlig ungewohnter Focus auf osszilierende Sounds, Distortion und Fuzz, sowohl in den tragenden Motiven als auch innerhalb dieser Texturen lässt diese Veröffentlichung als ein deutlicherer Schritt in eine neue Richtung erscheinen, als das bei allen Gtarrenprojekten von Serries bisher möglicherweise der Fall war. Der große Zusammenhalt zum bisherigen Werk entsteht dabei weiterhin über das harmonische Verständnis, seine Art Melodien zu entwickeln und gegeneinander zu spielen, harmonische und disharmonischere Wendungen aufeinander treffen zu lassen. Aber auch diese kompositorische Komponente wird mit dem neuen Album erweitert, besitzen die benannten Texturen doch eine harmonische Gradlinigkeit, die besonders im Kontrast zu ruhigeren Motiven des Spiels eine ungeheure Schubkraft entwickelt, ab einem bestimmten Punkt quasi die Kontrolle über die Stücke übernimmt, diese anfängt zu tragen und mit Macht nach vorn zu treiben. Zum Teil entwickeln sich so harmonische Umschlingungen, die die Melodien höher und höher steigen lassen und paradoxerweise trotzdem nie die Grenze des spielbar Möglichen erreichen.

Der Mut, einen neuen Weg zu beschreiten ohne die eigenen Wurzeln und das bisher Erreichte zu ignorieren lässt eine Platte entstehen, die in dieser Form nicht erwartet wurde. Auf eine völlig unerwartete Weise verlässt „Microphonics XXI-XXV“ auf diese Weise die Grenzen der Intimität und öffnet sich hin zu einem gleißenden Himmel neuer Möglichkeiten. Ein Album für 2013, das in seinem Genre schwer zu toppen sein wird. Sehr empfohlen.

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FEAR FALLS BURNING UND DAS CHAOS DES URSPRUNGS

Posted in Release on April 11th, 2012 by D.K.

Mit “Disorder Of Roots” schließt sich der Kreis für Fear Falls Burning. Nach sieben Jahren des Schaffens beendet Dirk Serries sein Alter Ego und lässt die Angst sprichwörtlich brennend fallen, denn mit diesem Album setzt Serries ein letztes helles Zeichen unter sein Dronesynonym. Dabei hat er sich in den letzten zwei Jahren die Hilfe diverser Musiker ins Studio geholt, um vier Monumente für das Album zu kreieren.

fear falls burning - disorder of roots - artwork

THE ROOTS REBELLION
Der Titel sagt es schon, denn das Album beginnt so, wie Fear Falls Burning begonnen hat, als Dronegewitter aus der Gitarre. Ein Sound legt sich über den nächsten, im Hintergrund entsteht ein vibrierender Sound, der als eine Art Rhythmus den Song trägt. Dann ein Bruch. Die Drums von Phil Petrocelli und der Bass von Frank Kimenai gesellen sich zur Gitarre von Dirk Serries und wandeln den Song komplett um. Das Ende hat begonnen.

VIRTUE OF THE VICIOUS
Drums von Tim Bertilsson setzen ein, die Gitarre baut eine hallende Atmosphäre auf und der Bass von Frank Kimenai fügt sich episodenhaft ein. Der Song wiegt sich ein, indem die Drums und der Bass immer wieder aussetzen und somit einen ganz eigenen Rhythmus erzeugen. Währenddessen fügt sich der Bluesdrone von Serries immer weiter in den Sound ein. Ein fast schon zugängliches Stück Fear Falls Burning.

CHORUS OF DISSOLUTION
Dieser 20-Minüter lässt sich eindeutig Zeit, Zeit, die es braucht um diese Droneoper zu erzählen, die hier vorgetragen wird. An den Drums sitzt diesmal Magnus Lindberg, der hier druckvoll und akzentuiert spielt. Frank Kimenai am Bass fügt sich vorsichtig dem Sound bei, während Dirk Serries seiner Gitarre wieder die feinsten bluesigen Drones und Orgeltöne (oh ja, wie ich diesen Sound liebe, wenn die Gitarre wie eine alte Hammond Orgel röhrt) entlockt, die sich zum Ende hin in eine Ambientlandschaft wandeln und ohne Drums und Bass vor sich hin fließen. Das Ende naht.

I PROVOKE DISORDER
“Ich verursache das Chaos” gesteht uns der Titel des letzten Tracks. Alles fängt mit dem Trio Serries/Bertilsson/Kimenai an. Noch zurückhaltender im Rhythmus und in der Gestaltung von Klanglandschaften. Serries baut keine Loops auf, sondern konzentriert sich auf minimalistische Bluesdrones, die stark an sein anderes Alter Ego Microphonics erinnern. Die Stimmung ist düster und bedrückt, aus dem Hintergrund heraus nähern sich dann endlich die vermissten Droneflächen und nach fünf Minuten setzten überraschend die Vocals von Michiel Eikenaar ein. Die ersten und letzten Vocals in einem Fear Falls Burning Song. Stellt euch ein Biest vor den Toren zur Hölle vor, das in Ketten liegt. Die dickste Kette schnürrt ihm die Kehle zu, aber das Biest will nicht aufhören von sinkenden Schiffen, zerstörerischen Feuern, Gräbern und Tod zu erzählen. Grässlich schön, so klingen die Vocals. Die Dronelandschaften nehmen Überhand und legen sich über den restlichen Sound, um zu Ende hin zu verebben. Das wars. Alles ist gesagt, alles liegt in Flammen, alles zerfällt zu Asche.

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Fear Falls Burning ist tot, lang lebe Microphonics (so suggeriert zumindest der kleine Beisatz im Kleingedruckten des Artworks).

“Disorder Of Roots” ist über Tonefloat Records erschienen und auf Doppel-10-Inch und CD erhältlich.

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DIRK SERRIES – MICROPHONICS XIX

Posted in Release on July 9th, 2011 by D.K.

Live-Alben werden entweder gemocht und gesammelt oder ignoriert und für überflüssig gehalten. Ersteres trifft bei mir zu. Wenn dann auch noch ein Konzert auf Platte gepresst wird, bei dem man selbst dabei war, ist die Freude natürlich um so größer. So geschehen im Fall des Dortmunder Konzerts von Dirk Serries, das jetzt auf Tonefloat erschienen ist.

dirk_serries___microphonics_XIX

Tonefloat veröffentlichen schon seit einiger Zeit ausgewählte Live-Sets von Dirk Serries und liefern jetzt mit “Microphonics XIX” das Set, das Serries am 11. Dezember 2010 im Künstlerhaus Dortmund gespielt hat. Dirk Serries ist dort im Rahmen des Mex-Festivals zusammen mit N im Keller des Gebäudes aufgetreten. Vor den beiden ist die kolumbianische Künstlerin Claudia Robles aufgetreten, die mit Hilfe ihrer Gehirnaktivitäten Sounds erzeugt hat (klingt nicht nur gelesen merkwürdig), und der argentinische Saxophonist Lucio Capece hat im Anschluss sehr experimentelle Sounds mit Hilfe seines Blasinstruments dargeboten. Mit diesen eher merkwürdigen Soundeindrücken als Grundlage, durfte man dann Dirk Serries und N lauschen, die ja im Vergleich zu den beiden anderen einfach nur Gitarre spielen.

Dirk Serries setzte mit den ersten Tönen ein und das vorher erlebte war sofort ausgeblendet (in den Tiefen des Langzeitgedächtnisses vergraben). Genau dieser Teil des Abends ist auf Platte verewigt. “Microphonics XIX” beginnt leise, mit E-Bow getragenen Sounds, dann setzen dezente Pickings ein und die Soundwand wächst langsam an. Die Aufnahmen von Serries geben den Sound des Abends gut wieder. Der notdürftig verputzet Kellerraum mit seinen mächtigen Rohren unter der Decke hat den Sound der Gitarre warm klingend und druckvoll weitergeleitet. Nach wenigen Minuten baut Serries eine geloopte Disharmonie in seinen Sound ein, die das sphärisch schwebende Soundgerüst immer wieder auf den Boden zurückholt, wie bei einem Flieger, der kurz vor dem Abflug den Schub zurücknimmt. Leider ist nach knapp 24 Minuten das Set zu Ende. Doch zum Glück bleibt nicht nur die Erinnerung, sondern auch “Microphonics XIX” auf Vinyl.

Die einseitig bespielte 12inch Platte ist in drei verschiedenen Farben direkt über den Tonefloat Shop erhältlich und genau wie alle anderen Microphonics Vinyl-Live-Sets auf 300 Exemplare limitiert. Und nicht nur für Live-Platten-Fans lohnenswert!

dirk_serries_live_11_12_2010

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LIVEBERICHT: MICROPHONICS

Posted in ontheroad on June 4th, 2011 by D.K.

Letzter Montag im Mai. Dieser Tag soll nicht nur wegen seinen 35 Grad im Schatten in Erinnerung bleiben. Im Oberhausener Druckluft steht das Konzert von Microphonics und den japanischen Kultpostrockern Mono an.

Die Bühne ist klein und dementsprechend vollgestellt. Auf der rechten Seite hat Dirk Serries, der Mann hinter Microphonics, sein Set aufgebaut. Ein Koffer mit Effektgeräten, ein Notenheft (in dem eher Texte als Noten stehen), eine schwarze Les Paul und zwei Fender Combos. Diese stehen dem Publikum abgewandt und schnell wird klar, dass das heutige Microphonics Set wohl über die PA erschallen wird. Doch zunächst ist Warten angesagt, das einzige Fenster in der Halle erhellt den Raum noch… dann fängt es an zu dämmern.

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Dirk Serries betritt die Bühne. Sein Blick ist konzentriert und sein Gesicht angespannt, er nimmt Platz auf einem Hocker und greift zur Gitarre. Die grausame Hintergrundmusik verstummt, es ist leise. Dirk Serries fängt an und die Vermutung bewahrheitet sich; der Sound erschallt aus der PA. Ungewöhnlich direkt, laut und dementsprechend präsent beginnt Serries sein Microphonics Set. Wo er sonst ohne PA erst bedächtig leise anfängt und den Hörer in seine Welt einführt, überrascht er an diesem Abend mit einer Gitarrensoundwand, die den Hörer sofort überwältigt. Diese Direktheit ist ungewohnt, steht Microphonics aber recht gut und ist in der Funktion als Monosupport passend. Dirk Serries baut seinen Sound mit Loops auf. Er konzentriert sich an diesem Abend mehr auf das klassische Anspielen der Saiten und setzt nur gelegentlich Akzente mit einem Ebow. Sein Gesicht und sein Blick haben sich mittlerweile entspannt und ihm ist anzusehen, dass er sich inmitten seiner Soundkreation wohlfühlt. Das Publikum wohl auch, denn keiner redet in den ersten Reihen. Ein gutes Zeichen. Kein ruhiger Moment in der Musik, der Sound schreitet voran und die Klangwand baut sich immer weiter auf. Wie lange wird er wohl spielen (?) … geht einem durch den Kopf. Nach einer guten halben Stunde entspannt sich die Soundwand und die Loops werden allmählich zurückgenommen. Genau in dem Moment, in dem man glaubt, es sei gleich vorbei, greift Serries zu seinem Ebow, setzt es auf der tiefsten Seite auf und baut einen tiefen durchdringenden orgelähnlichen Sound auf, der immer lauter und einnehmender wird. Hier ist wahrhaftig Druck in der Luft. Dann plötzlich Stille. Ergreifend.

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Nach dem Set merken wir, dass Dirk Serries seinen langjährigen Tonmann, Ronald Marien, als Unterstützung am Mischpult mit dabei hatte. Gute Arbeit, kann man da nur sagen.

Was folgt sind Mono, eine der besten Postrockbands, die es derzeit gibt. Aber das spielt grad keine Rolle…

Mehr Fotos vom Abend findet ihr hier.

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LIVETAGEBUCH: MICROPHONICS & N

Posted in ontheroad on November 8th, 2010 by D.K.

N_slowboy

Unser erster Versuch Microphonics (Dirk Serries) und N (Hellmut Neidhardt) in Düsseldorf im Slowboy zu sehen, wurde leider durch einen fiesen Stau und eine noch fiesere Parksituation vor Ort fast zu Grabe getragen. Beim Parkplatzsuchen haben wir Dirk spielen sehen, denn das Slowboy – Plattenladen, Druckerei und Kunstgallerie in Einem – hat zur Straße hin ein großes Schaufenster. Wirklich mitbekommen haben wir dann aber nur das Ende vom N Auftritt. Für uns war klar, dass wir Microphonics und N in Duisburg „nochmal“ sehen müssen. Gestern war es soweit, Tourabschluss im Djäzz. Pünktlich sind wir diesmal, überpünktlich. Dirk Serries und Hellmut Neidhardt legen grad letzte Hand an, die Instrumente und Verstärker stehen mitten im Raum, davor und dahinter gibt’s Sitzgelegenheiten. Nach einer Weile wird klar, dass heute nicht mehr als zehn Leute zu Gast sein werden.

dirk serries microphonics @ djaezz duisburg

Um kurz nach neun beginnt Dirk Serries mit seinem Microphonics Set. Alle sind leise, die ersten Töne erklingen, Serries legt mit seiner Les Paul einen Sound über den nächsten, baut mit Ebow-Einsatz Soundlandschaften, legt klassisch gespielte Melodien darüber, die den atmosphärischen Songs eine dezente Struktur verleihen. So langsam verschwindet der Alltag aus den Gedanken und die Fantasie formt Bilder von Landschaften aus der Vogelperspektive. Leise schleicht sich nach gut 25 Minuten N auf die Bühne und greift sich seine Gitarre. Serries blendet die letzten Töne langsam aus, N fängt leise an. Hier entstehen die Dronesounds aus einer Delay-Loop-Laut-Leise-Fusion. Wie eine Hammond B3 Orgel in Zeitlupe klingen die bedrohlich walzenden Sounds, die N mit seiner speziellen Volume-Pedal Spielweise erzeugt. Die Fantasien, die hier im Kopf entstehen sind, eindeutig düsterer als bei Microphonics.

microphonics + N @ djaezz duisburg

Kennt jemand das Gefühl, das man in dem kurzen Moment hat, wenn man im Traum fällt und dabei aufwacht? So fühlt es sich auch teilweise während des Konzertes im wachen Zustand an. Unglaubliches Gefühl.

N spielt ähnlich lang wie Dirk Serries, es folgt eine kleine Pause und der zweite Teil, den diesmal N beginnt. Die Sinne sind nach einer knappen Stunde Droneklänge sensibilisiert und so geht der leise eingeleitete Song, der zu einem lauten Soundberg mutiert, direkt unter die Haut. Ein Marshall Verstärker von N trägt nur noch den Schriftzug „shall“, was, wenn es Zufall ist, sehr passend ist. N hat das Djäzz mit seiner passend lauten Beschallung fest im Griff, bis er nach mehreren Minuten den Sound seiner Gitarre immer leiser werdend ausklingen lässt und Dirk Serries die Bühne überlässt. Die Sinnesreise geht weiter mit einem weiteren Microphonics Stück, bei dem Serries bildlich anzusehen ist, dass er seine Musik lebt. Sein Oberkörper windet sich um die Gitarre, er wendet sich dem Verstärker zu, wendet sich wieder ab und verändert dabei den Sound seiner Drones. Es ist ein einzigartiges Wechselspiel von Instrument, Musiker und dem restlichem Equipment. Es ist kurz nach elf, die letzten Sounds verhallen im Raum. Erstmal sitzen bleiben und alles gerade erlebte wirken lassen.

N_djaezz

Schön zu sehen, dass es Musiker gibt, die ihre Musik so leben wie Hellmut Neidhardt und Dirk Serries.

Wir machen die Tür auf, verlassen das Djäzz und sind zurück im Alltag, aber wir nehmen eine musikalische Erinnerung mit, die uns niemand mehr nehmen kann.

Die restlichen Bilder aus Düsseldorf und Duisburg findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

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DIRK SERRIES MICROPHONICS

Posted in ontheroad, Release on October 30th, 2010 by D.K.

microphonics

Microphonics ist ein fortlaufendes Projekt des belgischen Gitarristen Dirk Serries, der besser bekannt sein dürfte als Fear Falls Burning oder Vidna Obmana. Unter seinem echten Namen legt Serries nicht nur die Maske des Künstlernamens ab, sondern zeigt sich auch musikalisch von seiner intimsten und fragilsten Seite. Hinter Microphonics verbergen sich live eingespielte Gitarrensessions, bei denen Serries mit seiner Les Paul allein durch Beihilfe von Fuß- und Ebow-Effekten Ambient-Drone-Monumente erschafft. Es ist die Anziehungskraft von subtilen und simplen Gitarrentönen, die hier beim Hörer gewaltige Wirkung erzeugt.

dirk serries

Einige Sessions sind dank Tonefloat Records auf LP verewigt worden und in limitierter Auflage erhältlich. Auf der Sammlung “Microphonics I – V”, die auch auf CD erhältlich ist, sind die ersten Teile der Serie zu hören. Hier hat Dirk Serries 2008 in Tilburg zum ersten Mal einen Einblick in sein Droneuniversum gewährt.

Seit Anfang Oktober ist mittlerweile “Microphonics XIV” über Tonefloat Records erhältlich. Auf der 12inch LP ist der Auftritt von Dirk Serries vom 4. Juli 2010 im Kinky Club in Gent festgehalten. Wie bei allen Sessions spielt hier der Raum, in dem Serries auftritt, eine wichtige Rolle, denn der Livesound erklingt nicht durch die Soundanlagen der Clubs, sondern nur durch den Fender Verstärker von Serries und wird dort direkt aufgenommen und nicht durch das Soundboard gejagt. Somit nehmen die Aufnahmen auch die Atmosphäre des jeweiligen Raumes auf. In Gent ist Serries beispielsweise vom Holzboden der Bühne begeistert gewesen, weil dieser die tiefen Basstöne seiner Gitarre verstärkt hat. Die Rohfassung des Auftrittes könnt ihr euch auf  Fluid Radio im Stream anhören.

Aktuell ist Dirk Serries mit seiner Microphonics Serie auf Tour und spielt zusammen mit N in diversen deutschen Städten. Wer “Microphonics XIX” live miterleben möchte, sollte unbedingt eines der unten aufgeführten Konzerte besuchen.

microphonics n tour 2010


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LIVE: DIRK SERRIES, AIDAN BAKER & STEVE VON TILL

Posted in ontheroad on July 18th, 2010 by D.K.

Ein gemeinsamer Auftritt der drei Drone, Noise und Shoegaze Gitarrenkünstler Dirk Serries, Aidan Baker und Steve Von Till ist für uns Anlass genug vom Ruhrgebiet aus mal eben nach Tilburg rüberzufahren. Freitag Abend ist es soweit, die Batcave des 013 Popcentrum öffnet um kurz vor 21 Uhr ihre Pforten. Trotz der Riesenkirmes im Ort füllt sich der kleine Club ziemlich schnell. Während Dirk Serries sich pünktlich um neun auf seinen Auftritt vorbereitet, sitzen Leah Buckareff und Aidan Baker an der Bar und Steve Von Till läuft im hinteren Teil des Clubs umher.

dirk serries

Dirk Serries eröffnet den musikalischen Abend mit dem fünfzehnten Teil seiner Microphonics Reihe, den er an diesem Abend zum ersten Mal spielt. Obwohl es zuvor ziemlich laut war, verstummt das Publikum sehr schnell und lauscht den Tönen seiner Les Paul. Nachdem Serries einen Klangteppich mit einem Ebow erzeugt und diesen durch Loops weiter verflechtet, bringt er immer wieder neue Variationen ein und baut innerhalb einer halben Stunde eine fragile Spannung auf, die die Hörer aufmerksam mitverfolgen. Ungewohnt ist, dass der Gitarrensound nicht wie bei seinen anderen Auftritten durch den Verstärker sondern durch die Soundanlage der Batcave kommt. Trotzdem ein ergreifender Einstieg.

aidan baker

Der Umbau findet rasch statt und Aidan Baker baut seine Effekt auf einem kleinen Holztisch auf. Im Gegensatz zu Serries, der bei seiner Performance auf einem Hocker sitzt, steht Baker mit seiner Kramer Gitarre hinter seinem Effekttisch. Aidan Baker spielt filigran und abwechslungsreich und setzt neben diversen elektronischen Effekten auch ein Bottleneck und einen Cellobogen ein. Bakers Songs erzeugen eine Raum füllende Atmosphäre und sind trotz ihrer fragil wirkenden Struktur sehr präsent. Beim letzten Song seines Sets erzeugt er mit Hilfe des Cellobogens eine gewaltige Klangwand, die er mit Einsatz von weiteren Effekten immer weiter aufbauscht bis sie in der Batcave verhallt und die Zuhörer ins Staunen versetzt.

steve von till & harvestman

Nachdem die beiden gespielt haben, baut Steve von Till seine Effektboards auf der Bühne auf. Im Vergleich zu Serries und Baker hat Von Till wirklich viel Equipment zu verstauen und zu arrangieren. So dauert es auch etwas länger, bis alles bereit ist. Um kurz vor elf ist es dann soweit und Steve von Till lädt die Zuhörer auf eine 90minütige Reise im “Spaceship” von Harvestman und Steve Von Till ein. Das Set beginnt sehr Harvestman-lastig und Von Till zeigt sich von seiner experimentierfreudigen Seite. Ein Effekt nach dem anderen wird geloopt, zwischendurch setzt der Neurosis Frontmann einen Ebow ein, den er lässig an einer Kette hängend am Gitarrengurt befestigt hat. Was folgt ist eine gelungene Mischung aus folkigen Steve Von Till Songs und experimentellen Dronestücken seines Harvestman Alteregos. Nach einer Stunde sitzen die ersten drei Reihen vor der Bühne und hören Steve Von Tills Gesangs- und Gitarrendarbietungen zu. Die einen wackeln mit dem Kopf, andere haben die Augen geschlossen und machen gar nichts. Sicher ist, dass es allen gefällt.

Was für ein Abend.

UPDATE: Weitere Bilder findet ihr auf unserer PHOTOS Seite und auf Flickr.

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LIVE: DIRK SERRIES

Posted in ontheroad on April 28th, 2010 by D.K.

dirk serries microphonics live

Gestern hat Dirk Serries sein vorletztes Konzert der aktuellen Microphonics 2010 Tour in Krefeld gespielt. Stattgefunden hat das Ganze im Kulturhafen und den zu finden war ein kleines Abenteuer. Mit selbstgemalter Wegbeschreibung haben wir uns aus dem Ruhrgebiet ins Rheinland begeben. Bis Krefeld war der Weg auch einfach, doch im alten Industriehafengebiet angekommen sind wir etwas ins Schwitzen gekommen. Umgeben von alten Fabrikgebäuden aus der Vorkriegszeit waren wir zunächst etwas ratlos bis wir an einer Backsteinfassade das Tourposter von Dirk Serries entdeckten. Über einen Schotterweg ging es dann auf einen Hinterhof, wo eine Tür aufstand. Eine alte Treppe führte hoch zu einem kleinen Saal, in dem uns der Merchstand mit einer fast kompletten Dirk Serries Diskografie erwartete. Wir waren also richtig.

Nach einer Weile wird klar, dass wir nur fünf Gäste sind und kein weiterer sich zu uns gesellen wird. Wir betreten einen weiteren Saal, in dem vor einem großen alten Fabrikfenster die Bühne aufgebaut ist. Ein Verstärker, eine schwarze Les Paul und eine ganze Reihe an Loops, Delays und sonstigen Effekten stehen bereit. Dirk Serries begibt sich auf die Bühne und begrüßt die handvoll Gäste herzlichst. Was folgt ist eine Reise durch Ambientlandschaften, die Serries mit seiner Gitarre erzeugt. Vertieft ins Gitarrenspiel legt er einen Loop auf den anderen, lässt einen Ebow über die Saiten schwingen und setzt die vorhandenen Geräte genauso minimalistisch wie effektvoll ein. Durch das eher undichte Fenster dringen die Geräusche von außen ein und verschmelzen mit der Musik. So klingen die vorbeifahrenden Züge wie leicht verzerrte Dronegitarren und die Autos wie das Rauschen von Wellen. Sogar das Zwitschern eines Vogels ist zu hören. Nach einer guten Stunde nimmt die Dämmerung dem Konzertsaal das letzte Tageslicht, Dirk Serries spielt die letzte Töne, stellt seine Gitarre beiseite und verlässt die Bühne während die letzten Loops minutenlang im hellhörigen Saal verhallen. Dirk Serries hat an diesem Abend fünf Seelen gerettet.

Mehr Fotos findet ihr auf unserer PHOTOS Seite.

Ein ausführliches Tourtagebuch findet ihr auf Dirk Serries Blog.

dirk serries microphonics set

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DIRK SERRIES

Posted in ontheroad, Release on January 22nd, 2010 by D.K.

microphonics tour 2010 flyer

Der Belgier Dirk Serries, besser bekannt als Fear Falls Burning, geht mit seiner Microphonics Serie im April auf Tour und hat auch gleich zwei neue Veröffentlichungen im Gepäck. Microphonics ist ein Projekt, das die ruhigere Seite von Dirk Serries Gitarrenspiel wiedergibt. Während er sich bei Fear Falls Burning auf Drone-Melodien konzentriert, steht bei Microphonics das Einfangen von atmosphärischen Ambientklängen im Vordergrund.

Das niederländische Label Tonefloat Records veröffentlicht im Februar das Debüt “Microphonics I-V” zum ersten Mal auf CD. Die neueste LP “Microphonics XII” erscheint zum Start der Tour am 10. April und ist zunächst nur während der Tour erhältlich.

Die genauen Termine bei uns im Lande findet ihr auf unserer ONTHEROAD Seite.

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