N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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