N (22) – GOOR

Posted in Release on February 16th, 2014 by D.K.

N, Idee Nummer 22, Titel Goor, vier Tracks auf jeweils einer Seite einer 12inch Vinyl, für 100 Musikliebhaber, Drones für die Ewigkeit. So ungefähr lässt sich das neue N Album kurz umschreiben. Aber dabei wollen wir es natürlich nicht belassen. N (22) – “Goor” ist, nach einer langen Durststrecke, das erste Soloalbum des Dronemusikers seit “Gager” und eine Art Dokumentation einer musikalischen Weiterentwicklung.

Goor

Das aus vier Songs bestehende Album tritt das Erbe des N Klassikers “Prora” an und beschäftigt sich mit den N Stücken, die die Grenzen von Noise, Ambient und Drone aufbrechen und alles miteinander vermengen und zu etwas umformen, was sonst niemand so hinbekommt.

Goor
Der Titeltrack, benannt nach einem Ort in den Niederlanden, der für N und manch einen Anderen für Freundschaft steht, beginnt mit nichts geringerem als einem massiven Drone. Keine Einführung, kein Herantasten. Stellt euch vor, ihr wollt in eine Kirche eintreten und macht das Tor auf, während in der Kirche zehn Orgeln den selben Ton spielen. So in etwa fühlt es sich an, wenn die Nadel Seite A ertönen lässt. 23 Minuten Gedröhne, fast, denn nach einer Viertelstunde überrascht N mit etwas sehr Seltenem. Hörbar angespielte Saiten.

Wehle
Der zweieiige Zwillingsbruder von Goor hält sich ebenfalls nicht zurück, was die Klanglandschaft angeht. Im Hintergrund baut sich hier überraschenderweise eine Art Black-Metal-Gitarrensoundflechte auf, die in Verbindung mit dem Hauptgedröhne des Tracks eine Leichtigkeit einbringt, die den Song schweben lässt.

Blauort
Blauort gibt dem Hörer die Möglichkeit, die Ohren vom vorherigen Rauschen zu entspannen. 10 Minuten glasklare Drones. Entspannen und von den Sounds treiben lassen.

Suedfall
Suedfall ist als Abschluss des Albums perfekt platziert. Denn hier arbeitet N mit melodischen Drones und vibrierenden Sounds, die von tiefem Gedröhne in ein lautes verzerrtes Getose münden, um dann zum Schluss seicht auszuklingen. Da wo N sonst an Wiedererkennungsmelodien spart, ist hier ein Sound zu hören, der nicht nur unter die Haut geht, in die Seele, sondern auch potentiellen Ohrwurmcharakter hat. Natürlich nicht im Sinne eines Popsongs. Einer der besten Tracks als Abschluss des vielleicht besten N Albums seit “Prora”.

Die Tracks sind allesamt aus dem bisherigen Liverepertoire von N und wurden am Stück ohne weitere Bearbeitung (außer dem Mastering von Fear Falls Burning) im Studio neu aufgenommen. “Goor” ist auf Doppelvinyl und digital via Denovali Records erhältlich. Wer vor dem Preis der Platte zurückschreckt, sollte bedenken, dass es sich hierbei um eine limitierte Auflage von 100 Stück handelt. Das Artwork ist wie bei allen anderen N Releases auf hochwertiger, dicker rauher Pappe gedruckt.

N ist übrigens im März zusammen mit [ B O L T ] auf Tour, um u.a. die gemeinsamen Tracks des Kollaborationsalbums live zu präsentieren, das im November auf Midira Records in einer 100er Auflage erschienen und fast ausverkauft ist.

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LIVETIPP VOR DEM MOVING NOISES FESTIVAL

Posted in Aktuell, ontheroad on November 7th, 2013 by D.K.

N Live 15 11 2013

Du wohnst in der Nähe der Niederlande und weisst nicht, was du am Tag vor dem Moving Noises Festival machen sollst?

Wir hätten da einen Tipp: N spielt am Freitag, den 15.11., ein exklusives Wohnzimmerkonzert im niederländischen Goor.

Es gibt nur sehr wenige Karten, weil das Wohnzimmer nur ein paar Leute inklusive N-Amps fasst.
Wer Interesse hat, möge sich doch bitte bei Hans, dem Wohnzimmerherren, melden.

Mehr Infos zum Wohnzimmerkonzert gibt es hier…

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LABEL: EMPIRIC RECORDS

Posted in Label on June 30th, 2013 by D.K.

Als Droehnhaus vor einiger Zeit Geschichte wurde, waren wir in der Redaktion schon etwas angeschlagen, denn es gab und gibt nicht so viele deutsche Label, die mit großer Passion experimentelle Musik auf Vinyl veröffentlichen.

empiric records

Nun hat sich Labelgründer Alwin Lorenz ein neues Label aufgebaut: Empiric Records tritt das Erbe von Droehnhaus an und macht genau da weiter, wo das alte Label aufgehört hat. Wie es sich in dieser modernen schnelllebigen Zeit gehört, sind die Vinylveröffentlichungen jetzt auch digital erhältlich.

Drei Releases gibt es mittlerweile, die sich allesamt lohnen, egal ob digital oder als echter Tonträger.

Die erste Veröffentlichung ist “Kindspechlechleber” von Aalfang mit Pferdekopf. Genauso verwirrend wie der Titel ist auch das, was auf den Rillen der Platte zu hören ist. Abstrakte Sounds treffen auf Field Recordings. Nervige Kinderstimmen, verstörende Sounds und abgefahrene Tracknamen versprühen hier ihren ganz eigenen Charme. Mirko Uhlig zeigt hier eindrucksvoll, wie verworren ein Soundkosmos sein kann. Extremst lohnenswert ist die beiliegende CD mit Neubearbeitungen der Vinyltracks. Mehr Ambient, mehr Drone, mehr Musik als auf der schwarzen Scheibe. Wer sich nicht traut, diese Reise entgeltlich zu belohnen, der kann zurzeit auch kostenlos digital reinschnuppern.

Zweites Release ist “Nr2” von EAU-DC. Das Duo hat sein Debüt über Droehnhaus veröffentlicht und damit einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nun legen die beiden nach und bieten auf der Nummer 2 eine Reise durch alle möglichen Variationen elektronischer Musik. Dabei bleibt nichts auf der Strecke: Dubstep, Ambient, Electronica, Jazz und wer weiß was sonst noch die beiden inspiriert hat. Wer auf experimentelle Musik mit ausgeklügelten Beats steht, ist hier genau richtig.

Die dritte Platte ist eine alte Bekannte. Im Juli erscheint die zweite Auflage von “Prora”, dem wohl rauhsten Album von N. Es ist die erste Neuauflage eines N Soloalbums, um so schöner, dass es genau dieses Album ist. Prora geht mit seinen beiden epischen Tracks unter die Haut wie kein anderes Dronealbum. Die Neuauflage kommt mit einem 12seitigen Booklet raus, das weitere Fotografien von Prora beinhaltet, dem Ort, der N zu diesem Album inspiriert hat. “Prora” ist auch das erste N Album, das digital erhältlich ist. Unser Tipp: Lasst die Finger von der digitalen Version und legt euch die Platte zu. Die Sounds entfalten ihren Geist nur analog auf dem Plattenspieler. Ihr habt keinen? Diese Platte ist ein Grund einen zu kaufen.

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EIN BUCHSTABE, EIN MANN, EINE GITARRE, EIN TRACK, DREI STÄDTE

Posted in ontheroad, Redaktion on December 23rd, 2012 by D.K.

Hellmut Neidhardt alias N hat auf seinen letzten Konzerten seinen neuen 40minütigen Mammuttrack “Oie Kirr” präsentiert. Es ist Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht. Ein Bericht über das, was man gesehen und gehört hat, und besonders über das, was man gefühlt hat, als man gesehen und gehört hat.

Die Premiere – Christuskirche Bochum

N spielt an diesem Abend mit Dirk Serries in der Christuskirche Bochum. N eröffnet den Abend. Die ersten Töne von “Oie Kirr” erklingen, sie erklingen wie eine Ansage, wie eine Warnung, eine Warnung vor einem Tsunami, eine Warnung, die zu spät kommt, denn es bricht eine gewaltig schallende Noisewand über einen ein und verschwindet sofort wieder um dann sofort wiederzukehren. Was folgt ist eine Flut an Sounds, die durch den ganzen Raum gleiten. Die Klänge kommen von oben, von unten und von den Seiten. Je nach Höhe der Töne. Augen schließen und den Alltag von der Musik ausspülen lassen.

Die Geduldsprobe – Emokeller in Essen

N Emokeller

Von der Kirche geht es in den Keller, denn der Emokeller ist wirklich einer. Niedrige Decken, kahle kalte Wände und ein Raum, der grad mal 20 Quadratmeter Platz bietet für Musiker, Gäste und natürlich die Musik selbst. N spielt an diesem Abend mit O. Zwei Knappe Bandnamen, die besonders auf dem Konzertplakat fein ausschauen. Das Set selbst zeigt, dass der N-Sound in diesem Keller keine Chance hat sich zu entfalten. Ist N zu laut oder zu leise, keine Ahnung, aber der Raum macht mit dem Sound was Tischtennisprofis mit PingPong-Bällen machen. So wird “Oie Kirr” an diesem Abend auch nur halb so lang, wie eigentlich angedacht.

Die dunkle Macht – Kino im Dortmunder U

N Dortmunder U

Aus dem Keller ins Kino. Seitdem das Dortmunder U zu einer Kultur- und Kunststätte mutiert ist, gibt es dort auch ein Kino, ein Kino mit roten Wänden und schwarzen Sitzen. N ist an diesem Abend Teil eines Festivals und steht mit Svarte Greiner und Marsen Jules auf der Bühne, beziehungsweise eröffnet den Abend. Das Kino ist komplett abgedunkelt, nur die Leuchtröhren von N lassen erahnen was auf der Bühne passiert. Eigentlich muss man hier auch nichts sehen. “Oie Kirr” fühlt sich im Kino sehr sehr gut an. Alle einzelnen Sounds sind klar hör- und spürbar, die massiven wellenartigen Sounds wirken genau wie in der Christuskirche Bochum, hören sich aber vollkommen anders an. Hier hat wohl der Kinoarchitekt sehr gut mitgedacht.

“Oie Kirr” ist ein lebendiger Song, der nicht nur verschiedene Variationen durchlebt, weil N ihn immer verschieden spielt, sondern weil er sich Klangräume zu eigen macht und dank seiner epischen Länge viel Zeit hat sich im Raum und im Geist des Hörers zu entfalten.

Und weil das ganze Gequatsche nur halb so schön ist, ohne das Stück gehört zu haben, könnt ihr hier exklusiv den ersten Teil des Tracks aus der Christuskirche Bochum Sesssion im Stream hören. Viel Spass!

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LIVETIPP: SCOTT KELLY & N

Posted in Aktuell, ontheroad on December 9th, 2012 by D.K.

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Für alle, die es auf unserer ONTHEROAD-Seite übersehen haben könnten:

Am Dienstag ist es soweit. Scott Kelly ist endlich wieder zu Besuch in der Dortmunder Pauluskirche. Wer die letzten beiden Male dabei war, muss hier sicherlich nicht überzeugt werden. Alle anderen sollten eigentlich auch nicht überzeugt werden müssen… Der Abend wird von N eröffnet. Es wartet also ein Abend mit massiven Gitarrendrones und massiven Vocals auf euch.

Dienstag zeitig Feierabend machen und ab nach Dortmund, geht früh los.

Tickets gibt es auch im Vorverkauf und zwar genau hier…

scott kelly in der pauluskirche dortmund

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EXPERIMENTAL EVENING VII: THE SLEEP OF REASON & N

Posted in Aktuell, ontheroad on October 1st, 2012 by D.K.

the sleep of reason & N

ACHTUNG!!! WICHTIGE SET-ÄNDERUNG:

Soeben (02.11., 11 Uhr) musste Jon Attwood aus familiären Gründen seine Teilnahme für den 3.11. absagen und ist nach England zurückgereist. Aufgrund dieser kurzfristigen Änderung wird Dirk Serries ein exklusives und einmaliges Solo Set spielen, das unabhängig von seinen Projekten The Sleep Of Reason,  Fear Falls Burning und Microphonics zu betrachten ist. Wir hoffen diese einzigartige Alternative sagt euch zu.

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Am Samstag, den 3. November, stehen drei Musiker auf der Bühne, beziehungsweise vor dem Altar der Christuskirche Bochum, die eines gemeinsam haben: Alle drei erzeugen Ihre Sounds allein mit einer Gitarre und einer Reihe von Effektgeräten.

N

Den Abend eröffnet N mit einem Drone-Noise-Set. Seine Gitarrensounds ähneln in vielen Momenten den Sounds einer Kirchenorgel, sie legen sich übereinander, der Kirchenraum trägt die Töne, lässt sie hallen, verstärkt sie… wer sich in die Kirche setzt und die Sounds auf sich wirken lässt, ist nach wenigen Sekunden dem Sog von N ausgesetzt.

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Änderung: Aufgrund der Absage von Jon Attwood (siehe oben) wird Dirk Serries ein exklusives Solo Set spielen.

Die anderen beiden angesprochenen Musiker sind Jon Attwood und Dirk Serries, die sich zum gemeinsamen Projekt The Sleep Of Reason zusammengetan haben. Zur Veröffentlichung ihrer auf 200 Stück limitierten 3LP Albumsammlung auf Tonefloat Records, sind sie Ende Oktober und November auf Europatour. Dirk Serries hat mit seinem Projekt Fear Falls Burning bleibende Akzente in der Droneszene gesetzt. Jon Attwood ist seit vielen Jahren solo unterwegs und hat schon unzählige Alben veröffentlicht, auf denen er mal experimenteller, mal konventioneller mit seiner Gitarre musiziert. Das gemeinsame Projekt The Sleep Of Reason ist eine auf Platte(n) festgehaltene Dokumentation des gemeinsamen Gitarrenspiels der beiden Musiker. Wer sich durch die Platten durchhört wird Zeuge davon, wie die Sounds der beiden Gitarristen von Mal zu Mal besser aufeinander abgestimmt sind und am Ende eine perfekte Fusion aus bluesigen und experiementellen Sounds ergeben.

Wo:
Christuskirche Bochum, An der Christuskirche 1, 44787 Bochum
Wann:
3. November 2012, 20:00 Uhr Beginn, 19:30 Uhr Einlass
Tickets:
Gibt es hier… und an der Abendkasse

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LIVE STREAM KONZERT MIT N

Posted in Aktuell, Video on September 16th, 2012 by D.K.

Anlässlich der Split Veröffentlichung von “Nadja & N(23) – Vomos” über Midira Records, der ersten Liveplatte von N, präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit FF-Livecast ein exklusives Live Stream Konzert mit N:

 

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NADJA & N – LIVE VEREINT AUF EINER PLATTE

Posted in Release on August 4th, 2012 by D.K.

Als im November 2010 Aidan Baker zum ersten Mal die Christuskirche Bochum besucht hat, dort allein mit einer Fender-Bass-Combo ein Soloset spielte und schon beim Soundcheck mit einem gelassenen Blick durch die Kirche wanderte, um die Klangqualität zu bestaunen, da war klar, es war eine Freundschaft zwischen einem Raum und einem Musiker entstanden. Und so ließ er sich auch nicht lange Zeit und spielte im März 2011 zusammen mit Leah Buckareff ein sehr intensives Nadja Set. Den Abend eröffnete N mit einem rauhen Droneset, das im Kirchenraum wie eine verzerrte Kirchenorgel ertönte. Zum Glück ist dieser Abend, zumindest fürs Ohr, festgehalten und verewigt worden.

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Teile dieses Abends sind nun auf “Vomos” gepresst worden, der ersten gemeinsamen Split von Nadja & N (23).
Seite A umfasst das epische “The Bungled & The Botched” in einer speziellen Version, in der die Spannungsbögen vertauscht sind. Im Gegensatz zum Original fängt diese Fassung mit bombastischen Bassdrones und noisigen Gitarrensounds an und wandelt sich dann allmählich in ein minimalistisches Klangexperiment zwischen Sound- und Kirchenraumeffekten. Seite B widmet sich dem N Set. Das erstmalig an diesem Abend in Bochum gespielte Stück “Baukum” gleitet zwischen Harmonie und Disharmonie und zwischen Klarheit und Verzerrtheit. Als Abschluss gibt es “Prora Stadt” in einer sehr noisig-dronigen Version, die auch an dem Konzertabend selbst alle Zweifler überzeugen konnte. Als Zugabe gibt es noch einen Nadja-Remix von “Baukum”, der als Download der Platte beiliegt. Hier haben sich Nadja Teile von “Baukum” vorgenommen und mit ergänzenden Basssounds und Drums einen komplett neuen Doom Track erschaffen.

N (23)

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“Vomos” erscheint in limitierter Auflage von 100 Stück auf schwarzem Vinyl in schwarzen Hüllen mit handgefertigten Siebdruckcovern (schwarz oder weiß) auf dicker grauer Pappe. Der beiliegende Downloadcode beinhaltet neben den Vinyl-Tracks, zusätzlich noch den oben beschriebenen Nadja-Remix von N.

Erscheinen wird die Platte über das mit uns verwandte, neue Label Midira Records. Die Preorder hat bereits begonnen…

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LIVEBERICHT: HALFPLUGGEDFESTIVAL – STATION ROTTSTR5 GALERIE

Posted in ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

Letzte Woche hat das Halfplugged Festival seinen Einstand in Bochum gefeiert. Rund um die neubelebte Rottstraße in Bochum, die in und um Bochum durch ihre Erotikmeile, ein altes gruseliges Hotel und diverse negative Mediennachrichten einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, fanden verschiedene Aktionen statt. Konzerte, DJ-Sets und ein Workshop haben an diversen neugenutzten Ortschaften auf der Rottstraße neue Akzente gesetzt.

Die Rottstraße 5 mit ihrer Galerie und dem Theater ist schon seit einiger Zeit kulturell aktiv und hat im Rahmen des Halfplugged Festivals die interessanteste Station geboten. [Bolt], N und Petrels auf einer Bühne. Die Räumlichkeiten bestehen aus Tonnengewölben, denn es handelt sich hier um eine aktiv genutzte Eisenbahnbrücke. Als wir ankommen spielt eine Band, die noch irgendwie ins Line-Up gerutscht ist. Irgend so ein komisches Zeug, während zwei Personen ihren Ausdruckstanz zum besten geben. Okay… wir warten draußen.

bolt @ halfplugged festival

[BOLT]

Dann ist es endlich soweit. [Bolt] betreten die Bühne. Zwei Musiker aus Bochum und Herne mit zwei Bässen, einem Haufen Effekten und ein bisschen Elektronik aus dem Rechner. Als die beiden ihr Set beginnen wird schnell klar, dass das Tonnengewölbe, das den Raum bildet, ein sehr intensiver Klangträger ist. Die Bässe drücken sich durch die Luft und der Sound wandert förmlich durch die Location. Sehr interessantes Soundgefühl. Das Duo ist live sehr viel intensiver als auf dem Demo, das bisher erschienen ist. Drone vom Feinsten.

Wer [Bolt] verpasst hat oder nochmal sehen möchte, kann dies am 26. Mai in der Christuskirche Bochum tun. Hier treten die beiden im Rahmen des Experimental Evening V auf.

N @ halfplugged festival

N

Hellmut Neidhardt alias N betritt die Bühne, arrangiert sich um seine Effektwiese herum und beginnt sein Set mit einem noisigen Drone. Was N hier aus seiner Gitarre zaubert ist Musik für die Seele, die dank der Architektur auch schnell den Weg in den Körper findet, denn die filigranen Sounds schleichen von allen Seiten des Tonnengwölbes durch Füße, Hände, Magen und sonst wo direkt in einen. Entscheidet man sich für einen Seite des Raums, anstatt in der Mitte zu stehen, wird man mit einer konzentrierten Ladung an Sounds beschallt. Unglaubliche Raumeffekte. Dass dann auch noch jede halbe Stunde Züge über unseren Köpfen brettern und zusätzlich Sounds liefern, ist ein netter passender Nebeneffekt. Das zweite Stück von N beginnt mit einem Arpeggio und verwandelt sich in den darauffolgenden 20 Minuten in ein Meer und Gewitter von dronig-noisigen Sounds. Am Ende ist ist die Hörerseele rein.

petrels @ halfplugged festival

PETRELS

Eigentlicher Headliner ist Petrels, der mit einem Elektronikset versuchen muss, den bisherigen Eindruck der beiden vorherigen Acts zu toppen. Petrels präsentiert Songs aus seinem Debütalbum, die er in einer einzigen Klangmasse präsentiert. Anfänglich noch als Noisewolke, dann immer filigraner. Petrels steht nicht still, sein Körper ist die ganze Zeit in Bewegung, er lebt seine Sounds auf der Bühne. Nach der Mitte des Sets wird der Sound experimenteller und erst als ein Beat einsetzt, ist im Publikum zu sehen, dass die Zuhörer genau auf sowas bei Petrels gewartet haben, etwas woran man sich festhalten kann, mitwippen oder mitstampfen kann. Bei den extrovertierteren Zuhören äußerst sich das Ganze in Ausdruckstanz. Womit sich der Kreis schließt.

Gelungener Abend, mit einem sehr überzeugenden Auftritt von N, der den Headliner etwas im Schatten stehen lässt.

Mehr Fotos vom Halfplugged Festival findet ihr hier…

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MOMENTAUFNAHMEN AUS BOCHUM

Posted in Aktuell, ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

petrels live @ halfplugged festival

Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Impressionen vom Denovali Label Evening III und vom Halfplugged Festival anschauen. Mit dabei sind Thisquietarmy, Aun, The Samuel Jackson Five, Bolt, N und Petrels.

Viel Spass!

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N (20) – 59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W SULA SGEIR

Posted in Release, Tapes on May 7th, 2012 by D.K.

 

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Ein Novum für N. Hellmut Neidhardts Soundego geht neue Wege und zwar auf Tape. Nicht irgendeinem Tape, sondern dem zweiten Release der Querschalltapes Serie auf Inselkind Schallträger. In einer Auflage von 67 Stück, jedes Tape umgeben von 2 Kilo Stahl mit eingraviertem Artwork.

Mit “59°5\’24\’\’N 6°9\’0\’\’W – Sula Sgeir” wählt N mal wieder einen Ort als Releasenamen. Benannt nach einer kleinen abgelegenen und unbewohnten britischen Insel, die nicht mal einen Kilometer lang ist und aus Gneis besteht. Stellt euch vor es tobt ein Unwetter und riesge Wellen überschlagen sich auf der kleinen Insel und werden dabei durch ein Distortioneffektgerät gejagt. Genau so klingt diese Veröffentlichung. Verzerrte Soundwellen türmen sich auf und lösen sich auf, nur um im nächsten Moment zurückzukehren. Auch das ein Novum im Soundkosmos von N, der sonst Soundwände aufbaut, die ineinander übergehen. Hier entsteht durch das Ebbe und Flut Prinzip ein ganz eigener Rhytmus im Song, der ewig laufen kann, der ewig laufen sollte, denn dieser Sound ist gewaltig…

Dass das Tape nur 45 Sekunden dauert und eigentlich ein Tape ist, das ursprünglich für sich wiederholende Ansagetexte gedacht war, ist hier nur nebensächlich.

Das Tape ist direkt über Inselkind Schallträger erhältlich und seinen hohen Preis wert. Denn wie auch das erste Tape von Aidan Baker, ist auch dieses Tape von vier Stahlplatten umschlossen, die an den vier Enden miteinander verschraubt sind.

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Mehr zu N…

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LIVE VIDEO: FABIO ORSI & N IM FKT BOCHUM

Posted in Video on December 18th, 2011 by M.H.

Wir haben noch ein paar finstere, (un-)bewegte Bilder unseres letzten Konzertabends aus dem FKT Bochum nachzureichen. Der Ausschnitt aus dem Impro-Set von Fabio Orsi & N liefert euch eine Ahnung eines beeindruckenden audiovisuellen Erlebnisses…aber schaut und hört einfach selbst!

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LIVEBERICHT: FABIO ORSI & N

Posted in ontheroad on December 3rd, 2011 by D.K.

Letzten Samstag hat der November nochmal seine letzten Kräfte mobilisiert und einen fiesen kalten Wind durch das Ruhrgebiet gejagt. Genau die richtige Zeit, ein paar warme Drones und Ambientsounds auf die Hörerschaft loszulassen.

N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach Thisquietarmy und Aidan Baker im Mai durften jetzt Fabio Orsi und N die Räumlichkeiten des FKT in Bochum beschallen. N beginnt den Abend mit einem 25minütigen Gitarren-Monolithen, der mit einem Arpeggio anfängt, das mit langen Pausen voller Stille wiederholt wird, bevor sich eine kleine Melodie und schallende Drones dazugesellen, die das Stück atmosphärisch erweitern. Doch das ist nicht die letzte Steigerung und so entwickelt das Stück zum Ende hin einen fast doomigen Sound, der scheinbar unaufhaltsam durch die Marshallröhre dröhnt. Die Melodien treten in den Hintergrund, verschwinden und was bleibt sind verzerrte Dronewellen. Laut und genial betörend klingt es und als man denkt, man könne diesem Sound ewig zuhören, legt N die Gitarre beiseite, kniet sich zu seinen Effekten und lässt das Stück ausfaden.

Fabio Orsi @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Nach einer kleinen Pause setzt Fabio Orsi die Reise fort, die N begonnen hat. Während N seine Sounds an der Gitarre mit Hilfe von Effekten aufbaut, benutzt Fabio Orsi fünf vorgefertigte Loops, die er durch zwei Rechner jagt und mit Hilfe von Effektgeräten live zusammenführt und verfremdet. Das Ergebnis ist ein elektronisches Ambientgewitter, das aufgrund bestimmter Soundabfolgen eine Art Beat entwickelt, der sich immer weiter steigert. Die Sounds gehen unter die Haut und mit jeder Steigerung und Erweiterung des Songs gerät man tiefer in die Soundwelt von Fabio Orsi. Die Gäste haben entweder die Augen geschlossen oder sitzen grinsend auf ihren Stühlen und lassen sich von den lauten Tönen tragen. Auch Fabio spielt etwas über 25 Minuten bevor das Stück wieder an Dichte abnimmt und in Field Recordings endet. Was die Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: der Abend geht weiter.

Fabio Orsi & N @ FKT (all rights reserved Cristobal Marquez)

Vor der Show haben beide Musiker das Angebot, eine gemeinsame Improvisation zu spielen, mit großem Interesse angenommen. Nach einer weiteren Pause gehen beide auf die Bühne, flüstern sich was zu und beginnen ein gemeinsames Set, basierend auf einer Harmonie aus Field Recordings von Fabio und Ambientsounds aus der Gitarre von N. Das Stück verdichtet sich und die gemeinsam eingebrachten Sounds, die geloopt werden, vereinen sich zu einem fließenden Ambientsound. Nach circa 15 Minuten setzt Fabio an, den Song wieder ausklingen zu lassen, N dagegen steigert seine Gitarrenparts und nachdem Fabio alles ausklingen lässt und N sich wieder in eine Art Soundgeflecht verwoben hat, entscheidet sich Fabio das zu tun, was alle anderen im Raum auch machen: N zuhören. N wird zum Ende hin noch lauter und noisiger als in seinem Soloset, bevor die ehemaligen Büroräumlichkeiten, in denen das FKT wohnt, wieder ihre Ruhe finden.

Ein Abend, drei beeindruckende Sets.

Die Fotos sind von FKT-Mitglied und Profifotograf Cristobal Marquez. Mehr zu seiner Arbeit auf tobalo.de

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FABIO ORSI & N LIVE IM FKT BOCHUM

Posted in Aktuell on November 1st, 2011 by D.K.

fabio_orsi und N

Am 26. November werden Fabio Orsi und N die Räumlichkeiten vom FKT Bochum in ihre Ambient und Drone Sounds hüllen.

Fabio Orsi kommt aus Italien und ist zurzeit in Berlin ansässig, seine Songs entstehen entweder auf der Gitarre oder durch kreatives abmischen von Field Recordings am Rechner. Dabei legt sich Orsi nicht auf einen bestimmten Sound fest, so dass sein Oeuvre zwar in der Gesamtheit mit Drone und Ambient beschrieben werden kann, er sich aber auch teils in minimalistischen Elektronikgefilden oder auch in treibenden Postrocksounds wiederfindet. Freunde experimenteller Instrumentalsounds kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Zweiter im Bunde ist N alias Hellmut Neidhardt, der regelmässigen Lesern dieses Magazins als Musiker und Schreiberling bekannt sein dürfte. N eröffnet den Abend mit seinen Gitarrendrones, die wie aus dem Nichts durch seine Marshallboxen hallen und sich zu Dronelandschaften, Dronegebirgen auftürmen. Mal ruhiger, mal lauter nehmen die N-Sounds den Hörer wie eine Nebelschwade ein.

Und wer weiß, vielleicht spielen die beiden auch ein gemeinsam improvisiertes Set. Geht hin und findet es raus…

26. November 2011
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Ort: Freies Kunst Territorium Bochum

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N & TZESNE

Posted in Release on October 22nd, 2011 by D.K.

Nachdem Denovali Records bereits die Kollaboration von N und Mirko Uhlig Anfang des Jahres veröffentlicht haben, folgt nun die nächste Zusammenarbeit. Diesmal haben N (oder bessser gesagt N[18]) und Tzesne zusammengefunden und das Album Carrissals zusammen eingespielt. Der baskische Soundtüftler Txesus Garate alias Tzesne hat sich mit Hellmut Neidhardt alias N ausgetauscht, oder besser gesagt: die beiden haben ihre Sounds untereinander ausgetauscht, um das Album zusammenzustellen. Das Ergebnis ist ein fulminantes Experimentalalbum bestehend aus acht Stücken, die einerseits dronig sind und den typischen Gitarrensound von N durchschimmern lassen, andererseits viel Raum für Field Recordings und Ambientklänge aus der Feder von Tzesne bieten.

n & tzesne

Freunde intensiver minimalistischer Musik werden an Carrissals Gefallen finden, denn dieses Album nimmt sich genau dafür Zeit. Die erste Platte des Doppelvinylsets setzt mehr auf die Wirkung von Gitarrendrones, die von diversen Soundideen oder Soundcollagen von Tzesne untermalt werden. Nachdem der Hörer dann erstmal eingestimmt und sensibilisiert ist, setzt die zweite Hälfte des Albums auf die Wirkung von Field Recordings, denen sich N mit seinen Gitarrentönen untergliedert.

Ein Soundtrack zu einem Spaziergang durch eine Landschaft, aus der das Foto des Artworks auch stammen könnte. Niemand spricht, man lässt die Natur auf sich wirken, nimmt die Geräusche der Umgebung wahr und stellt sich im Sinn den Score zum gerade Erlebten vor.

Streng limitiert auf 100 Exemplare erscheint Carrissals als transparentes 180g Doppelvinyl und als MP3-Album zum Download über Denovali Records. Wer ein N Konzert besucht, hat eventuell auch die Möglichkeit, eine der limitierten Tour-CDr-Versionen des Albums zu ergattern.

Hier geht es zur N & Mirko Uhlig Rezension…
Hier gibt es mehr Infos zu N und den Zahlen in den Klammern…

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