O (KREIS) UND DIE VERSTEINERTEN PFLANZEN

Posted in Release on June 10th, 2014 by D.K.

O haben nach einem sehr überzeugendem Demo vor einiger Zeit ihr Debüt “Black See Of Trees” veröffentlicht, das sich sehr an gängigen Post Rock Schemata orientiert hat. Jetzt steht der Nachfolger “When Plants Turn Into Stones” in den Plattenregalen und ist ganz anders als erwartet.

Der Opener “Entstanden im Schatten wie Wasser” ist ein sehr minimalistisches Stück. Mehr Ambient als alles andere was man bisher von O kannte. Es geht zurückgenommen weiter, im zweiten Stück kommen mehr greifbare Sounds hinzu, leider auch ein O-Ton von einem ständig schwatzenden Kind (muss man mögen, ich mag es nicht). “Lack Of Interest In Things They Used To Do” an dritter Stelle, ist der erste Song, der auch nach Band klingt, aber auch hier hält sich die Band diszipliniert zurück. Auch in “When Plants Turn Into Stones” und “Sometimes I Forget To Breathe” spielt die Band introvertiert und akzentuiert. Stilistisch entfernen sich O vom Post Rock, hin zu soundtrackähnlichen Kompositionen. “I Offer My Hands To The Shades” als Abschluss ist monumentaler und präsenter als alle anderen Tracks des Albums, bleibt aber dem Stil der Platte treu und nimmt sich genau an den Stellen zurück, an denen man einen noisigen Ausbruch erwarten würde.

Ein Album auf dem ein riesiges Aufgebot an Intstrumenten verwendet wird, das so minimalistisch klingt wie auf “When Plants Turn Into Stones”, ist ein Pflichtkauf für jeden der sich gerne Zeit nimmt fürs Musikhören.

Einkaufen könnt ihr bei Golden Antenna Records.

O live erleben ist übrigens auch eine feine Sache. Termin findet ihr hier…

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LIVEBERICHT: O & CHELSEA WOLFE IN AACHEN

Posted in ontheroad on May 9th, 2013 by D.K.

Es ist der erste Sonntag in diesem Jahr, den man als warm und sommerlich bezeichnen kann. Wir sind auf dem Weg nach Aachen. Chelsea Wolfe hat ihre aktuelle Europatour angetreten und tritt an diesem Abend zusammen mit O im Musikbunker Aachen auf.

Der Musikbunker ist wie ein Fremdkörper in dieser sehr alten Stadt, die auf Denkmalpflege und ein schönes Auftreten achtet. Irgendwo zwischen Alt- und Neubauten und einem Sportplatz steht dieser lange hässliche Betonbunker, der netterweise auch als Musikstätte benutzt werden darf. Einmal eingetreten verlässt man den Sommertag und tritt ein in eine Betongruft, keine Fenster, wenig Licht. Es geht zunächst einmal nach unten und dann um zig Ecken zur Venue. Auf dem Weg dorthin kommt einem schon der Rauch der Nebelmaschine entgegen.

O eröffnen den Abend mit ihrem Doom-Post-Rock. Die kleine Bühne ist vollgestellt mit Effekten und Musikern und der Raum füllt sich schnell mit den Klängen der Band, die teilweise aus Aachen stammt. Das Set beginnt leise, Bögen werden über Gitarren- und Basssaiten gestrichen, die Drums werden mit Paukenschlegeln gespielt und allmählich baut sich eine Atmosphäre auf, die typisch ist für diese Band. O funktionieren Live viel besser als auf Platte, denn die Aura des O-Sounds ist nur live greif- und fühlbar. Gegen Ende des Sets werden die Laut-Leise-Passagen etwas zu stark ausgereizt, aber das Gesamtbild hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Der Umbau läuft sehr schnell ab. Das neue Bühnenbild ist spartanischer als bei O. Es stehen Kerzen an den Rändern. Vor den Drums stehen die beiden Gitarren von Chelsea Wolfe. Eine dunkelbraune Westerngitarre von Gibson und eine fast schwarze Jaguar E-Gitarre von Fender. Wolfe trägt ein schwarzes Kleid, über ihren Schultern liegt ein schwarzer Schleier, die Haare sind hochgesteckt und die Augen tiefschwarz geschminkt. Gespenstisch attraktiv. Das Set beginnt akustisch mit Chelsea, ihrer Violinistin und dem Keyboarder. Nur Gitarre, Violine, dezente Synthiesounds und die mit Hall versetzte Stimme von Chelsea Wolfe. Sehr intim und emotional.

Dann geht die Violinisten und die restliche Band kommt auf die Bühne. Gitarrist, Drummer und Bassist/Keyboarder positionieren sich, Chelsea greift zur E-Gitarre und das Folk-Doom-Gewitter nimmt seinen Lauf. Die Mischung aus verzerrten Gitarren, treibenden Drums, dezenter Elektronik und der filigranen und zugleich kraftvollen Stimme von Chelsea Wolfe ist einzigartig. Wolfe singt meist mit geschlossenen Augen, öffnet sie diese scheinen ihre Blicke unheimlich verträumt und gleichermaßen fokussiert. Die Songauswahl konzentriert sich vor Allem auf das Überalbum “Apokalypsis”. Zum Ende hin wird das Set immer lauter und man verfällt immer mehr dieser dunklen Sirene auf der Bühne. Nach einer Stunde ist das Set vorbei, nein, eine Zugabe, laut mit dröhnenden tiefen Gitarrensounds und dann ist wirklich Schluß. Schade.

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O

Posted in Release on May 21st, 2011 by D.K.

O

Einfach nur O nennt sich eine junge Band aus Aachen und Umgebung und lässt den Hörer über die Bedeutung dieses Buchstabens grübeln. O machen Postrock und zwar intelligenten Postrock (mit Screamo/Hardcorewurzeln), der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. O nehmen sich Zeit für ihre Songs, lassen die Musik atmen, geben dem Sound, nicht nur durch die Produktion mit viel Hall, Raum zum Sein. Sowas können nicht viele Bands dieser Stilrichtung. Vielleicht steht das O für einen Zyklus, in dem sich die Musik zwischen bedrohlicher Stille und erlösenden Ausbrüchen immer wieder bewegt?

Überzeugt euch einfach selbst von O und hört euch zwei der Songs vom “The Sea Of Trees” Demo Tape hier an. Wer sich das Tape zulegen möchte, kann dies hier im Ghost Bag Records Shop tun. Wir sind gespannt auf das erste Album.
O tape

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