OLD MAN GLOOM STIFTEN UNRUHE

Posted in Release on December 14th, 2014 by D.K.

Ja, das tun die Herrschaften. Old Man Gloom und ihr “The Ape Of God” Album sind in aller Munde und selbst die großen Magazine listen diese Veröffentlichung ganz hoch.

Schön zu sehen, dass die alten Promotionstricks in dieser modernen schnelllebigen Promowelt immer noch funktionieren. Denn die Band hat dieses Album gleich in mehrfacher Ausführung auf die Menschheit losgelassen. Promoversion nicht gleich Albumversion nicht gleich Albumversion. Schön irritierend.

Abgesehen vom Affengetrubel um diese Promoaktion, haben Old Man Gloom mal wieder Songs geschrieben, die sich vieler Stile bedienen. Noise, Ambient, Sludge, Doom, Punk und weiß Affengott was noch, sind hier vermengt zu einem Album (ehm… zu zwei Alben) das sich hören lassen kann.

Natürlich macht die eine Version ohne die Andere keinen Sinn. Version 1 (8 Tracks) konzentriert sich mehr auf die kürzeren Stücke, Version 2 (4 Tracks) glänzt vor allem wegen dem epischen “Arrows To Our Hearts”. Mehr Worte bedarf es zu dieser Platte nicht. Hört sie euch einfach an und entscheidet selbst.

Profound Lore und Sige Records haben sich für diese Veröffentlichung zusammengetan. Wer das Artwork von Aaron Turner richtig wirken lassen möchte, muss sich unbedingt die Vinylversion zulegen.

 

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OLD MAN GLOOM

Posted in Release on June 8th, 2012 by D.K.

Old Man Gloom geistern schon seit mehr als einem Jahrzent als heimliches Alter Ego der beteiligten Musiker durch die Musikgeschichte. Zwischenzeitlich wurde es sehr still um sie, Jahre lang, dann standen wieder Liveshows an und kurz darauf taten sich Aaron Turner (Mamiffer, House Of Low Culture, Isis), Caleb Scofield (Cave In, Zozobra), Santos Montanos (Zozobra) und Nate Newton (Doomriders, Converge) wieder zusammen, um ein Album einzuspielen. Das Ergebnis ist „No“.

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Auf „No“ präsentiert sich die Band genau so wie man es von ihren letzten Veröffentlichungen gewohnt ist. Losgelöst von einem bestimmten Genre, vielmehr wie ein Wanderer durch verschiedene Stile. Die Spanne reicht von Metalcore über Ambient bis hin zu psychedelischen Sludge-Epen. Das Ganze von Kurt Ballou (Converge) gemixt und von James Plotkin gemastert, ergibt ein Hörerlebnis, wie es nur selten von einer Nadel in die Lautsprecher übertragen wird.

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Das dronige „Grand Inversion“ wühlt sich aus den hintersten Ecken in den Vordergrund und bereitet „Common Species“ den Weg. Wie eine Walze rollt sich der Sound von Gitarren und Vocals schwerfällig aus. Der Sound ist rauh und irgendwie schwammig und differenziert zugleich. Turner und Scofield streuen ihre Vocals ein und anstatt durchzumarschieren nimmt der Song das Tempo zurück und marschiert dann mit stoischer Gelassenheit weiter durch die Metal und Noise Landschaft. “Regain/Rejoin” dagegen ist kurz und kommt a la Cave In kraftvoll melodisch und hart rüber. Klatschen löst zeitweise die Drums ab, ohne nach Party zu klingen. “To Carry the Flame” und “The Forking Path” drücken einfach weiter aufs Gas und Caleb Scofields Vocals legen sich wie ein weiteres Instrument über die verzerrte Soundfläche. Metalcore, Hardcore… was auch immer, es klingt wütend gut. Wer Old Man Gloom kennt, der weiß, dass das nur eine Seite der Medaille ist. “Shadowed Hand” eröffnet das nächste Kapitel der Platte mit Rückwärtssounds, noisigem Gefiepe, mechanischen Sounds und bedrohlich klingenden Field Recordings. Nach fünf Minuten ein erlösender Gitarrenakkord und dann nach sieben Minuten Spannungsbogen der Ausbruch mit Schreigesang und vollem Instrumenteneinsatz. “Rats” rumort vor sich hin wie ein Lustmord Song. Gespenstische Vocals legen sich über die Drones. Ausbruch mit noisigen Gitarren und marschierenden Vocals. “Crescent” überrascht mit akustischer Gitarre und Vocals, die nicht aus dem Körper gepresst werden. Am Ende des Albums findet sich das viertelstündige “Shuddering Earth”. Der Hörer wird von Aaron Turners Acapellageschrei begrüßt und dann auf eine Reise mitgenommen. Zwei Minuten Hardcore-Punk-Fusion, dann eine Art Sludge-Blues, geprägt durch eine rauh wummernde Gitarre und die klagenden Vocals von Turner. Dann setzt nach fünf Minuten die Band ein und verwandelt den Song in einen doomigen Track. Das währt nicht lange, denn nach weiteren zwei Minuten findet sich der Hörer in einer Noisewolke wieder, die sich allmählich auflöst oder besser gesagt in eine melodische Soundwolke verwandelt. Episch brutal schön.

“No” erscheint Ende Juni über Hydra Head Records.

 

 

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