DEAF CENTER

Posted in Release on February 24th, 2011 by D.K.

Deaf Center sind die beiden Norweger Otto A. Totland (Miasmah Quartet) und Erik K. Skodvin (Svarte Greiner). Totland zuständig für Field Recordings und Klavier und Skodvin am Cello und anderen Saiteninstrumenten, das ist die gelungene Kombination, die das dritte Album „Owl Splinters“ zu dem macht, was es ist; Ein eindrucksvolles Drone-Ambient-Klassik-Statement.

deaf center

Die Norweger von Deaf Center sind mit ganz vielen Ideen, aber ohne Plan ins Studio von Nils Frahm nach Berlin gekommen und haben in enger Zusammenarbeit innerhalb von drei Tagen die acht Songs von „Owl Splinters“ eingespielt. Diese Spontanität ist dem energiegeladenen Album anzuhören. „Divided“ bricht mit Cellodrones über den Hörer ein wie eine Wand aus wütenden Hummeln, dann der Kontrast in „Time Spent“ mit ruhigen hohen Klaviertönen. Das aber auch nur, um “New Bginning (Tidal Darkness)” eine noch gewaltigere Vorlage zu bieten. Tiefe Cellotöne gepaart mit tiefen Klavierklängen rollen ohne Vorwarnung laut und basslastig durch die Gehörgänge. Dieses Klanguniversum nimmt einen sofort ein. Schon allein die tiefen Töne der Cellosaiten, dieses erhaben wirkende Gebrumme, wie der Urgroßvater des Drone-Tons an sich. Diese Platte geht unter die Haut.
Das Album fordert den Hörer mit seinen verschiedenen Stimmungen zwischen melancholisch und wütend, wie im Cellostück „Animal Sacrifice“, wo die groben Streichgeräusche des Cellobogens, neben den Tönen selbst, Hauptbestandteil sind und eine Art treibenden Rhythmus in den Hintergrund legen. Gerade hier fällt auf, dass das Album fast live eingespielt wurde. Wer genau hinhört kann jemanden husten hören. Bei den Sessions in Berlin muss wohl die ganze Zeit das Aufnahmegerät mitgelaufen sein. Das Album endet versöhnlich mit Klavierklängen in “Hunted Twice”. Egal, Platte drehen und Nadel wieder auf den äußeren Rand setzen…

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Mit „Twin“ liegt der limitierten Vinyl-Auflage von „Owl Splinters“ ein Zusatzsilberling bei. Hier gibt Erik K. Skodvin, unter seinem Pseudonym Svarte Greiner, einen 45minütigen Drone-Ambient-Monolithen zum Besten. Eine Dreiviertelstunde Cellogedröhne als eine Art Reprise des Deaf Center Albums, mit dem Unterschied, dass die Atmosphäre hier durchgehend bedrohlich wirkt. Der Evil Twin von “Owl Splinters” sozusagen.

“Owl Splinters” ist genau wie alle anderen Deaf Center Platten bei Type erschienen.

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