[BOLT] & PETRELS

Posted in Release on March 23rd, 2013 by D.K.

Im Mai 2012 trafen [BOLT] und Petrels zum ersten Mal aufeinander, als sie im Rahmen des Halfplugged Festivals zusammen aufgetreten sind. Irgendwo ab diesem Zeitpunkt müssen dann wohl auch die Pläne geschmiedet worden sein, eine gemeinsame Split zu veröffentlichen. Jetzt ist es soweit. Eine 10inch Split mit zwei rund 10minütigen Tracks steht zum Kauf bereit.

Seite A ziert “[10]” von [BOLT]. Der Song knüpft da an, wo das letztjährige Debüt aufgehört hat. Trocken und stoisch walzen sich die beiden Bässe durch den boltschen Soundkosmos. Zuerst ist Hall der Weggefährte, dann gesellen sich auch die Verzerrung und diverse andere Effekte hinzu, bis am Ende die Elektronik pulsierend einen Schlussstrich zieht. Genialerweise ist die Songstruktur sehr minimalistisch und wirkt nur auf Grund des Effekteinsatzes wie ein aufwendig arrangiertes Epos.

Seite B gehört dem sympathischen Briten, der auf den Namen Petrels hört. “Xolotl Singes The Carpet” ist ein hervorragend unterschwelliger Synthieteppich, der sich allmählich in eine elektronische Klanglandschaft verwandelt, in der Beats und Bässe nicht fehlen dürfen. Mal noisig, mal melodiös und gegen Ende eine Melange aus allem bis dahin Gehörten. Und auch hier ist das Ende eine Art pulsierender Beat.

Zwei vollkommen unterschiedliche Arten der elektronischen Experimentalmusik. Seite A doomig-dronig und handgemacht, Seite B ein Ausbruch von Sounds, die vor allem am Rechner entstanden sind.

 

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LIVEBERICHT: HALFPLUGGEDFESTIVAL – STATION ROTTSTR5 GALERIE

Posted in ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

Letzte Woche hat das Halfplugged Festival seinen Einstand in Bochum gefeiert. Rund um die neubelebte Rottstraße in Bochum, die in und um Bochum durch ihre Erotikmeile, ein altes gruseliges Hotel und diverse negative Mediennachrichten einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, fanden verschiedene Aktionen statt. Konzerte, DJ-Sets und ein Workshop haben an diversen neugenutzten Ortschaften auf der Rottstraße neue Akzente gesetzt.

Die Rottstraße 5 mit ihrer Galerie und dem Theater ist schon seit einiger Zeit kulturell aktiv und hat im Rahmen des Halfplugged Festivals die interessanteste Station geboten. [Bolt], N und Petrels auf einer Bühne. Die Räumlichkeiten bestehen aus Tonnengewölben, denn es handelt sich hier um eine aktiv genutzte Eisenbahnbrücke. Als wir ankommen spielt eine Band, die noch irgendwie ins Line-Up gerutscht ist. Irgend so ein komisches Zeug, während zwei Personen ihren Ausdruckstanz zum besten geben. Okay… wir warten draußen.

bolt @ halfplugged festival

[BOLT]

Dann ist es endlich soweit. [Bolt] betreten die Bühne. Zwei Musiker aus Bochum und Herne mit zwei Bässen, einem Haufen Effekten und ein bisschen Elektronik aus dem Rechner. Als die beiden ihr Set beginnen wird schnell klar, dass das Tonnengewölbe, das den Raum bildet, ein sehr intensiver Klangträger ist. Die Bässe drücken sich durch die Luft und der Sound wandert förmlich durch die Location. Sehr interessantes Soundgefühl. Das Duo ist live sehr viel intensiver als auf dem Demo, das bisher erschienen ist. Drone vom Feinsten.

Wer [Bolt] verpasst hat oder nochmal sehen möchte, kann dies am 26. Mai in der Christuskirche Bochum tun. Hier treten die beiden im Rahmen des Experimental Evening V auf.

N @ halfplugged festival

N

Hellmut Neidhardt alias N betritt die Bühne, arrangiert sich um seine Effektwiese herum und beginnt sein Set mit einem noisigen Drone. Was N hier aus seiner Gitarre zaubert ist Musik für die Seele, die dank der Architektur auch schnell den Weg in den Körper findet, denn die filigranen Sounds schleichen von allen Seiten des Tonnengwölbes durch Füße, Hände, Magen und sonst wo direkt in einen. Entscheidet man sich für einen Seite des Raums, anstatt in der Mitte zu stehen, wird man mit einer konzentrierten Ladung an Sounds beschallt. Unglaubliche Raumeffekte. Dass dann auch noch jede halbe Stunde Züge über unseren Köpfen brettern und zusätzlich Sounds liefern, ist ein netter passender Nebeneffekt. Das zweite Stück von N beginnt mit einem Arpeggio und verwandelt sich in den darauffolgenden 20 Minuten in ein Meer und Gewitter von dronig-noisigen Sounds. Am Ende ist ist die Hörerseele rein.

petrels @ halfplugged festival

PETRELS

Eigentlicher Headliner ist Petrels, der mit einem Elektronikset versuchen muss, den bisherigen Eindruck der beiden vorherigen Acts zu toppen. Petrels präsentiert Songs aus seinem Debütalbum, die er in einer einzigen Klangmasse präsentiert. Anfänglich noch als Noisewolke, dann immer filigraner. Petrels steht nicht still, sein Körper ist die ganze Zeit in Bewegung, er lebt seine Sounds auf der Bühne. Nach der Mitte des Sets wird der Sound experimenteller und erst als ein Beat einsetzt, ist im Publikum zu sehen, dass die Zuhörer genau auf sowas bei Petrels gewartet haben, etwas woran man sich festhalten kann, mitwippen oder mitstampfen kann. Bei den extrovertierteren Zuhören äußerst sich das Ganze in Ausdruckstanz. Womit sich der Kreis schließt.

Gelungener Abend, mit einem sehr überzeugenden Auftritt von N, der den Headliner etwas im Schatten stehen lässt.

Mehr Fotos vom Halfplugged Festival findet ihr hier…

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MOMENTAUFNAHMEN AUS BOCHUM

Posted in Aktuell, ontheroad on May 13th, 2012 by D.K.

petrels live @ halfplugged festival

Auf unserer PHOTOS Seite könnt ihr euch ein paar Impressionen vom Denovali Label Evening III und vom Halfplugged Festival anschauen. Mit dabei sind Thisquietarmy, Aun, The Samuel Jackson Five, Bolt, N und Petrels.

Viel Spass!

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PETRELS

Posted in Release on January 28th, 2012 by N UND D.K.

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Der Brite Oliver Barrett alias Petrels baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus. Wo andere durch Schichtung undurchdringliche Monolithen stapeln, die geradezu bedrohlich vor dem Hörer aufragen und tiefe Schatten werfen, sind die Schichten von „Haeligewielle“ eher fein gewebt; mit Luft zum Atmen dazwischen und Ausblick ins Dahinter. Und dem Wissen um Dynamik; wenn beispielsweise in „Canute“, eine gleissende Spitze erreicht wird. Und dem Wissen um überraschende Instrumentierung, wenn in „Concrete“, die ansonsten allgegenwärtigen Gewebe akustischer (oft auch Streicher) und elektrischer Instrumente durch einen Chor abgelöst werden, der dem Stück einen noch menschlicheren Charakter verleiht, noch wärmer und runder, noch organischer als bei den anderen sechs Songs. Wobei es nicht wundern würde, wenn sich herausstellen sollte, dass dieser Chor Oliver Barrett allein ist; ein gewisses (und gesundes) Maß an Versponnenheit schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch und lässt „Haeligewielle“ trotz aller Klangereignisse stellenweise auch ganz leicht wirken, jenseits von Soloautismus oder dem Eingepferchtsein in sein eigenes Konzeptkämmerlein…

petrels

Insofern ist „Haeligewielle“ einfach nur ein perfektes Beispiel, was immer wieder aufs neue möglich ist, wenn sich Leute von Vorgaben und Vorbildern lösen und ihr ganz eigenes Ding entwickeln; hier im Fall von Drone / Experiment / Ambient. Völlig klischee- und dabei alles andere als harmlos; Wolf im Schafspelz. Perfekt. (N)

Auf CD und Vinyl über Denovali Records erhältlich.

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Mit der neuen 2-Track EP „All Things In Common“ führt Petrels seinen Soundkosmos fort und setzt genau da an, wo er mit „Haeligewielle“ aufgehört hat. Ein noisiger Beat, Elektrogeflirre in „Thomas Muntzer“, alles verschmilzt allmählich, dann eine Noisewand, die ständig in den Song hereinbricht um sofort wieder zu entschwinden. Die Auflösung des Noiseknotens durch eine Art Mellotron-Cello-Klangfläche. Was Petrels hier wirklich als Instrumentierung vewendet hat, ist nicht wirklich klar. Klar ist, dass der Song unter die Haut geht… besser… fliesst. Die 10 Minuten Laufzeit kommen einem so kurz vor.
Die B Seite „Leonora Christine“ mit orchestralem Anfang, verloren im Hall, schwebend, nicht greifbar und deswegen so unheimlich schön. Dann überraschend der Bruch mit einem Elektroglockenspielbeat und einer filigranen Synthiemelodie. Cooler Beat oder besser gesagt Rhythmus mit Kopfnicktendenzen. Die Streichersounds vom Anfang kommen wieder… Großes Ohrenkino. (D.K.)

„All Things In Common“ gibt es als 10inch Vinyl und als kostenlosen Download. Natürlich auch über Denovali Records.

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QUARTETTKARTE: PETRELS

Posted in DENOVALI SWINGFEST 2011 QUARTETT, Serie on October 6th, 2011 by D.K.

DAS DENOVALI SWINGFEST QUARTETT 16/24

Quartett_petrels.jpg

Und weiter geht es mit den letzten Quartettkarten. Erste Karte nach dem Fest ist die von Petrels aus Großbritannien, denn Petrels hat uns ziemlich überzeugt. Petrels ist der Londoner Oliver Barret, der auf seinem Debüt “Haeligewielle” eine gelungene Mischung aus Drone und Ambient mit einem guten Riecher für subtile Beats und experimentelle Percussion präsentiert. Bisher auf Tartaruga Records erschienen, mit handgenähtem Artwork. Denovali Records lassen es sich natürlich nicht nehmen, die Platte bald auf Vinyl zu veröffentlichen und die CD Auflage dieses Debüts aufzustocken.

Ihr könnt euch die Platte hier anhören.

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