LOCRIAN UND SICH UNENDLICH AUFLÖSENDE SOUNDS

Posted in Release on July 24th, 2015 by D.K.

Locrian sind zurück. “Infinite Dissolution” heisst das Werk, das heute erschienen ist. Als vor einigen Wochen das Cover veröffentlicht wurde, hatte ich zunächst Bedenken, denn stilistisch passt das kalte, extrem grafische Kunstwerk von David Altmejd nicht so richtig in die bisherige Diskografie. Der Verdacht lag nah, dass auch die Musik irgendwie in eine andere, nicht so gute Richtung abschweifen könnte. Dann kamen die Hörproben und eine ganzkörperliche Entspannung breitete sich in mir aus, als ich mir die Tracks anhörte.

Natürlich stehen Locrian stilistisch nicht still und packen auch diemal wieder eine Schippe drauf. Was genau den Unterschied zu den Vorgängeralben ausmacht, kann man aber trotzdem nicht genau sagen. Der Sound ist weiterhin ein Monster aus Black-Metal, Synthie, Noise, Power-Electronics und Rock-n-Roll in seiner abstraktesten Art. Allein die Zutatenliste von Soundtüftler Terence Hannum ist beeindruckend: Moog Little Phatty, Moog Minitaur, Moog Source, MicroKorg, Arp Avatar, EDP Wasp und Mellotron M400, um mal das zu benennen, was namentlich benannt werden kann. Hinzu kommen noch diverse Samples und Vocals. Gitarrist Andre Foisy spielt sich mal wieder die Finger wund und springt zwischen Geschrammel und Fingertapping hin und her. Steven Hess ist an den Drums unberechenbar und unnachahmbar, wie eh und je.

Gäste gibt es diesmal auch. Dana Schechter bringt etwas Lap Steel auf “Arc of Extinction” und  “An Index of Air” mit ein und Frau Hannum ergänzt auf dem selben Track und auf “The Great Dying” das Geschrei des Gatten mit harmonischen Vocals. Eine neue “Elegy” Folge gibt es auf dieser Platte leider nicht, dafür gibt es das dreiteilige “KXL I – III”, das über das ganze Album verstreut ist. Die größte Überraschung ist “Heavy Water”, das für Locrian Verhältnisse als Ballade durchgehen kann und synthielastig stark in Richtung der Soloplatten von Hannum geht.

Also hier gibt es nichts zu überlegen. Kaufen und zwar auf Vinyl!

 

 

 

Tags: , , , ,

DAS DREIKÖPFIGE PFERDEBIEST

Posted in Release on September 15th, 2013 by D.K.

Es waren einmal und sind nicht mehr ein paar sehr limitierte 7inch, Tape und CD-R Releases… So könnte man die Geschichte um die 3CD Veröffenlichung “A Plague Of Knowing” von Horseback anfangen.

Seit Horseback bei Relapse unter Vertrag sind, sind einige ältere Veröffentlichungen neu aufgelegt worden, um auch mal ein größeres Publikum zu erreichen. “A Plague Of Knowing” reiht sich genau da ein und vereint auf drei CDs so gut wie alles, was auf 7inch Singles, Tapes und CD-Rs veröffentlicht und nicht schon vorher von Relapse als Reissue herausgebracht wurde.

CD 1 umfasst Singles, Splits und bisher unveröffentlichte Raritäten und ist auch das Schmuckstück dieser Veröffentlichung. Die Songs stammen alle aus dem Zeitraum von 2009 bis 2012 und gehören zu den Perlen der Diskografie. Meist einfache Black-Metal-Drones untermalt mit dem Gollum-Gesang von Jenks Miller, die sich wie Horror-Ohrwürmer ins Gedächtnis einbrennen. Ein wenig unpassend und die entstandene Atmosphäre brechend kommt dann das Stooges Cover “T.V. Eye” daher.

Auf CD 2 ist das letztjährige “Stolen Fire” Tape in der Expanded Version verewigt. Hier gibt es Horseback in einer Form zu hören, wie die meisten die Band wahrscheinlich nicht kennen. Nicht nur, dass hier fast tanzbare Rhythmen und Akustikgitarren auftauchen, nein auch klarer Gesang überrascht den, der das erwartet was auf CD 1 zu hören ist. Hier geht es mehr in Richtung Psychedelic Western.

CD 3 umfasst “nur” zwei Stücke. Den Anfang macht “Impale Golden Live”. Ein fast 20minütiger Livetrack, der eine Art kleiner Bruder des Albums “Impale Golden Horn” darstellt, das 2007 auch über das kleine Label Holidays for Quince veröffentlicht wurde und mittlerweile auch über Relapse eine Wiedergeburt erlebt hat. Tja, und dann kommt der Titeltrack der 3CD Sammlung. Ein 40minütiges Monster-Mantra, das nicht durch Vielfältigkeit, sondern durch seinen Black-Metal-in-Ambientmanier-Minimalismus überzeugt.

Für ein einheitliches Hörerlebnis sorgt übrigens das Mastering von James Plotkin.

Das Prachtwerk kommt in einem matten Digipack mit einem Artwork, in dem sicherlich jeder Betrachter etwas anderes zu entdecken vermag. Kleiner Tipp: Der dünne Papprücken des Digipacks macht nicht alles mit und gibt bei Unachtsamkeit nach und knickt ein.

Wer Interesse hat, sollte schnell zugreifen, denn “A Plague Of Knowing” ist streng limitiert.

Tags: , , ,

TRUE WIDOW

Posted in Release on July 28th, 2013 by D.K.

Das amerikanische Trio True Widow hat diese Tage sein Drittwerk “Circumambulation” über Relapse Records veröffentlicht. Damit setzen die drei aus Dallas einen neuen Meilenstein in Sachen “Stonegaze”.

Die Zutaten sind simpel. Gitarre, Bass, Drums mit männlichem und weiblichem Gesang. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Brocken von Album. Auf “Circumambulation” fangen True Widow den Geist von Bands wie The Jesus and Mary Chain, Black Sabbath oder auch Sonic Youth ein und wandeln ihn in einen ganz eigenen Sound um.

Die Atmosphäre des Albums lässt sich sehr gut mit dem Cover Artwork gleichsetzen. Im Zentrum konzentriert sich alles auf die unheimliche Witwe und drumherum ist die pure Dunkelheit. Die Musik gibt einem das gleiche Gefühl. Der Sound der Band kommt aus der tiefsten Dunkelheit und bringt etwas Greifbares zum Vorschein. Die ersten beiden Songs geben dem Hörer noch die Möglichkeit, sich auf die schleichenden Sounds einzustellen, die sich irgendwo zwischen Indie, Stoner und Doom bewegen. Erst zur dritten Nummer “Four Teeth” öffnet die Witwe ihre Arme, um den Hörer zu umarmen. Weiblicher Gesang im Einklang mit rollenden Gitarren und Basssounds, dann kommen Mann/Frau Harmonien dazu und schon ist es passiert: man verliebt sich in die Witwe. Dann geht es weiter mit “Numb Hand”, ebenfalls langsam stampfend, aber irgendwie fühlt man sich animiert zu tanzen. Grrrrr! “Trollstigen” möchte nicht grooven, sondern einfach nur niederwalzen. Die Kombination aus derben tiefen Saiten und der weichen hallenden Stimme von Nicole Estill ist betörend. “I:M:O” hält auch ohne Gesang genug Spannung, um zum Highlight “HW:R” überzuleiten. Ein Song, der die Grundideen von Rock und Pop vorzüglich vereint.

Nicht lange überlegen. Die Platte hat es in sich.

Tags: , , ,

LOCRIAN KEHREN ZURÜCK UM ZU ZERSTÖREN

Posted in Release on June 23rd, 2013 by D.K.

Locrian melden sich mit “Return to Anihilation” zurück, dem ersten Album, das das Trio für Relapse Records aufgenommen hat. Wie erwartet gleicht hier fast Nichts dem zuvor veröffentlichten Material. Der Klangkosmos dieser Ausnahmeband wird hier ein weiteres Mal erweitert und die drei Musiker trauen sich sogar in musikalische Ecken, in denen sie sich bisher nicht getummelt haben.

Eternal Return
Der Opener ist eine wahrhafte Überraschung, denn Locrian gehen hier erstaunlich forsch und direkt vor. Fast schon rockig mit einer starken Prise 80er Synthiewavesounds. Zweieinhalb Minuten pure Energie und Spielfreude. Betörend.

A Visitation From the Wrath of Heaven
Das erste Epos des Albums baut sich auf einem Synthiegepoche auf. Gitarren legen Landschaften in den Hintergrund, die Drums tun selbiges. Dann irgendwann kreischt Terence Hannum wie aus dem Nichts und leitet damit das große Finale des Tracks ein. Massiv.

Two Moons
Akustikgitarre und ein allgegenwärtiger Synthiedrone sind hier klanggebend. Steve Hess untermalt das Ganze mit filigranen Drumsounds. Einnehmend.

Return to Annihilation
Der Anfang des Tracks könnte auch als Metal-Folk durchgehen. Der Track treibt zunächst stetig voran, die Vocals sind clean und alles scheint harmlos. Doch dies geschieht, um dann in einer Art alles fressende Masse aus Noise und Dronesounds überzugehen, die sich zum Ende hin in eine Art Black-Metal-Rock-Finale wandelt. Zerstörerisch.

Exiting the Hall of Vapor and Light
Drei Musiker, eine Idee und der Rest ist Locrian-Magie. Dieses fast schon balladesk anmutende Stück geht mit seiner nie kommenden Steigerung unter die Haut und dank des nicht stattfindenden Ausbruchs bleibt dem Hörer nichts weiter als diese beklemmende Spannung. Unheimlich.

Panorama of Mirrors
Geniale Black Metal Tracks müssen nicht immer nur aus Schrammelgitarren und schnellen Drums bestehen. Das beweist dieses Stück. Hess baut hier seinen ganz eigenen Rhythmus auf, der im Prinzip aus Pausen entsteht. Foisys Gitarre setzt Hallwände auf und Hannum schreit und klimpert was das Zeug hält. Düster.

Obsolete Elegies
Das zweite Epos der Platte birgt eine kleine Überraschung in sich, denn die Gitarrensounds, die hier ertönen, sollten jedem Locrian Fan bekannt vorkommen. “Obsolete Elegies” ist der dritte Teil der beiden Elegy-Tracks vom 2009er Album “Drenched Lands”. Nachdem der bekannte Teil sich im Ohr verankert hat mutiert der Track aus einer Seventies-Synthie-Klangfläche zu einer unheimlichen Klangwand, die sowohl durch eingängige Gitarrenarpeggios als auch durch Noiseschwaden besticht. Langsam verhallen die Sounds und Streichersounds beruhigen die Gemüter. Aber auch nur um dem finalen Part des Tracks eine Bühne zu bieten. Gitarrentapping, knallharte Drums, Geschrei und alles was dazu gehört um dem Hörer ein letztes Mal zu beweisen, dass dieses Album, dass diese Band in Erinnerung bleiben sollte. Erhaben.

 

Tags: , , ,

BARONESS

Posted in Release on October 9th, 2009 by M.H.

Am 13. Oktober veröffentlichen Baroness über Relapse Records mit “Blue Record” ihr zweites vollständiges Album. Auf ihrer MySpace Seite habt ihr die Möglichkeit, euch die gesamte Platte als Stream anzuhören. “Blue Record” wird u.a. in einer limitierten Version mit Bonus CD erscheinen, die einen Auftritt der Band auf dem 2009’er Roadburn Festival enthält.

Das Cover Artwork wurde wie immer von Gitarrist/Sänger John Baizley entworfen. Auf seiner MySpace Seite könnt ihr euch weitere seiner Werke anschauen.

Tags: , , ,