GREGORY TAYLOR

Posted in Release on August 5th, 2013 by D.K.

Das dänische Label Clang hat sich auf digitale experimentelle Releases spezialisiert und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen kleine Juwelen aus der Musikszene.

“The Terraced Horizon” von Gregory Taylor ist eine dieser Veröffentlichungen. 21 Minuten unter die Haut gehende Ambient und Modern Classic Sounds. Das Besondere hier ist, dass man als Hörer einfach nur entspannen und den Klavierklängen lauschen kann, die von fragilen Ambientschwaden umgeben sind. Was man nicht hört, ist dass Gregory Taylor sich hier bis ins tiefste Detail mit dieser Komposition befasst hat und die verschiedensten Aspekte mit einbezogen hat:

“The piece cycles through a melodic sequence from a MIDI file and sends that data to a physically modeled piano (Modartt’s Pianoteq) tuned to a just intonational variant of a Javanese slendro scale. In my version of the Max patch that produces the pieces, the pitches, durations and velocities may be decoupled and allowed to play through, cycle, or repeat within a moving window that increments by some value at the conclusion of a fragment.”

Ihr könnt euch das Stück im Stream anhören. Das Rauschen gehört übrigens nicht zum Stück und dient nur als eine Art Kopierschutz. Ein unbeabsichtiger Remix des Tracks. Irgendwie.

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FABIO ORSI – POSTCARDS FROM BOCHUM

Posted in Release on December 8th, 2012 by D.K.

Rund acht Monate sind vergangen, seitdem wir den Field Recordings Workshop mit Fabio Orsi in Bochum veranstaltet haben. Jetzt ist das Ergebnis des Workshops als streng limitierte CD-R über Midira Records veröffentlicht worden.

Das Album hört auf den Namen “Postcards From Bochum” und ist in einer Auflage von 50 handgemachten Stofftaschen mit handgestempeltem Artwork erhältlich. Die Stofftasche verbirgt neben der CD ein Gatefold-Pappbooklet mit drei Fotografien von Fabio Orsi, die er während des Workshops in Bochum festgehalten hat.

fabio orsi - postcards from bochum

Was den Sound der Platte angeht, wird der Hörer auf eine kleine Reise durch Bochum mitgenommen. Die Teilnehmer haben sich überall in der Stadt mit ihrem Aufnahmegeräten positioniert und diverse Sounds festgehalten. Das Interessante daran ist, dass die Sounds nicht immer klar identifizierbar sind. So hört man Ambient und Drone Sounds, die rein aus den Umgebungsaufnahmen entstanden sind. Darüberhinaus überraschen einige Stücke mit einer gewissen Situationskomik, indem die Redseligkeit manch eines Ruhrpottlers festgehalten wurde. Selbst Fabio Orsi ist Opfer einer Aufnahme geworden, als er den Teilnehmern eine Lebensweisheit verriet.

Wer sich für Field Recordings interessiert oder wer sich einfach mal überraschen lassen möchte vom Inhalt der Stofftasche (der Preis der Platte ist ja dafür geeignet), sollte unbedingt mal den Shop von Midira Records besuchen…

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ANCESTORS – IN DREAMS AND TIME

Posted in Release on May 25th, 2012 by M.H.

“In Dreams And Time” nennt sich das kürzlich erschienene dritte Ancestors Album, auf dem der LA-Fünfer wieder mal unter Beweis stellt, über welche musikalische Bandbreite er verfügt. Von oft schwermütigem Psycheldelic und Prog über staubigen Stoner und Doom bis hin zu dreckigsten Sludge-Eruptionen haben sie in ihren konsequent überlangen Songmonstern stets das Überraschungsmoment auf ihrer Seite und beeindrucken zudem jederzeit mit einer ungemeinen Leichtigkeit. Die letzjährige “Invisible White”-EP, die fette Gitarren und die gewohnte Heavyness gänzlich außen vor lies, muss somit rückblickend wohl als Experiment gewertet werden, das der musikalischen Vielschichtigkeit der Band allerdings ganz offensichtlich überaus zuträglich war.

in dreams and time

Grundpfeiler sind somit nach wie vor die raumfüllenden warmen 70er Orgelteppiche von Jason Watkins, in die die ausufernden Kompositionen eingebettet werden, und das unverkennbar markante Organ von Justin Maranga. Verstärktes Augenmerk wurde diesmal auf ausgefeilte Gesangsarrangements und -harmonien gelegt, sodass diese nun endgültig auf Augenhöhe mit der seit jeher außerordentlichen Gitarrenarbeit operieren. Überdies ist die Band nach wie vor ein großer Freund von Interludes. Paradebeispiel hierfür: “The Last Return”. Zunächst lassen wir uns wohlig einlullen von einem balladesk anmutenden Piano, das säuselnden Frauengesang unterlegt, bevor uns ein unerwartet episches Bombast-Finale hinübergeleitet zum nächsten 12-Minuten-Song-Monolithen.

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Endgültig zum Gesamtkunstwerk avanciert “In Dreams And Time” durch sein stilvolles Coverartwork, mit dem die Ancestors einem ihrer größten Einflüsse überhaupt standesgemäß huldigen. Die Band vermittelt einem das unbestimmte Gefühl, sie sei dort angekommen, wo sie hingehört und man ist geneigt zu behaupten, dass man das, was das Quintett da zaubert, einfach nicht besser machen kann. Doch warten wir ab…vielleicht gibt es ja tatsächlich noch Spielraum nach oben.

YouTube Preview Image

Erschienen ist das Album im LP- und CD-Format selbstverständlich auf Tee Pee Records.

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COLARIS – RENEWAL

Posted in Release on March 22nd, 2012 by M.H.

Die Pirmasenser Brachialromantiker Colaris haben nachgelegt. Auf ihre 2011er EP “The Disclosure” folgte am 1. März mit “Renewal” ihre Premiere über die Langdistanz.

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Als erster Eindruck bleibt festzuhalten, dass sie ihrem Sound im Grundsatz treu geblieben sind. Wir hören instrumentalen Postrock, der positive Konnotationen zu den nationalen Genre-Koryphäen Long Distance Calling hervorruft. Gibt man “Renewal” jedoch Zeit, sich zu entfalten, offenbaren sich die Feinheiten. Am auffälligsten ist hierbei die dezente Verschiebung der Prioritäten. Weniger Brachialität, mehr Romantik, mehr Experimentalität. Die heftigeren Parts sind beileibe nicht gänzlich verschwunden, man merkt jedoch, dass diesmal das Augenmerk verstärkt auf Atmosphäre und Stimmungen gelegt wurde. Den ausgereiften Melodien und breitwandigen Soundscapes wird deutlich mehr Platz eingeräumt und manch ruhiger Part driftet gar in dezent-verhaltene Ambientgefilde. Abgerundet wird das Album durch eine glasklare Produktion, die dafür sorgt, dass dem aufmerksamen Hörer kein Detail entgeht.

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Bestellen könnt ihr “Renewal” im CD-Format auf der Colaris Bandcamp Seite, bei Revolvermann Records oder als Digipack über den Dunk!Records Shop. Wer die Jungs mal live erleben möchte, sollte sich am 13. April in Zweibrücken einfinden oder sich über unsere ONTEROAD Seite über Folgetermine auf dem Laufenden halten.

 

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WINO & CONNY OCHS – HEAVY KINGDOM

Posted in Release on January 13th, 2012 by M.H.

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Es war im September 2010 in der Iserlohner Dechenhöhle. Wir kamen scheinbar als erste Augen- und Ohrenzeugen am Bühnen-/Publikumsbereich der Höhle an. Zwei Musiker standen mit umgehängten Gitarren am Bühnenrand, vertieft in ein angeregtes Gespräch und eine Art Soundcheck. Der eine war offensichtlich Wino, der andere, das reimten wir uns zusammen, musste der als Opener angekündigte Conny Ochs sein. Wino warf uns ein kurzes, aber sympathisches “Hey Guys!” entgegen, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner widmete.

Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, dass sich an diesem Abend vor unseren Augen eine außergewöhnliche Kollaboration anbahnen sollte, dass an diesem Abend und auf der dazugehörigen Tour ganz offensichtlich zwei Brüder im Geiste zusammegefunden haben. Wino war mit seinem letzten Soloalbum “Adrift” unterwegs und Exile On Mainstream Records hatten Ochs, schon seit Jahren Mitglied der Exile On Mainstream Familie, als Opening Act und Fahrer mit auf die Tour gebucht. Eine Wahl, die sich im gemeinsamen Zugabenteil, nach den jeweiligen Solo-Sets der Künstler, als wahrer Glücksgriff der Plattenfirma herausstellen sollte, lieferten sich die beiden doch packende Gitarrenduelle und ließen – zum Finale noch zusätzlich verstärkt durch Darsombra (der dritte Solokünstler des Abends) und Jim Sparky – ein gründlich beeindrucktes und berauschtes Publikum zurück.

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Als naheliegende Folge präsentieren die beiden nun mit “Heavy Kingdom” ihren ersten gemeinsamen Longplayer, der nicht weniger darstellt, als ein Fest für Freunde anspruchsvoller Singer/Songwriter-, Blues-, Americana-Kost. Schon das eröffnende, maximal reduzierte “Somewhere Nowhere”, mit seinem von Wino mehr gesprochenen als gesungenen Text, erzeugt eine fast andächtige Stimmung. Im folgenden Titelsong tritt auch Conny Ochs merklich in Erscheinung, das Album nimmt bedächtig Fahrt auf und man ist sich erstmalig gewiss, dass die Magie von der Bühne ins Studio hinüber gerettet werden konnte.

Die Texte sind persönlich, tiefgründig und authentisch. Sie transportieren Schwermut, jedoch auch immer den erlösenden Funken Hoffnung und Zuversicht. Sowohl die Akustikgitarren, als auch die teilweise zweistimmigen Gesangsmelodien bilden eine harmonische Einheit und beschwören Erinnerungen an die Dechenhöhlen-Sessions herauf. Selten mal schleichen sich ange- oder gar verzerrte Gitarrensoli ein, wie etwa bei meinem persönlichen Favoriten “Vultures By The Vines”, einem der vielen emotionalen Höhepunkte. Das beschwingt nach vorn gehende “Labour Of Love” beschließt ein rundum gelungenes Album und belegt nachdrücklich, dass hier ein Duo am Werk ist, das den Rock N’ Roll in sich trägt.

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Erscheinen wird “Heavy Kingdom” am 27.01.2012 auf Exile On Mainstream Records, sowohl im CD-Format, als auch auf Vinyl.

Allen Berlinern unter euch sei gesagt, dass heute abend im Red Rooster Club ab 21 Uhr eine Record Release Party stattfinden wird. Allen anderen empfehlen wir die gemeinsame Europa Tour der beiden im März/April. Die Termine für den deutschsprachigen Raum findet ihr hier.

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COLARIS

Posted in Release on December 12th, 2011 by M.H.

Die 2009 gegründeten Rheinland-Pfälzer Colaris haben sich dem instrumentalen Postrock verschrieben, scheuen jedoch auch zeitweise Ausflüge in heftigere sludgige Gefilde nicht, die für eine angenehme Portion Eigenständigkeit sorgen. Seine Spannung und Dynamik bezieht der Sound des Pirmasenser Trios überdies aus dem bewährten leise-laut-leise-Spiel, wobei die Band hier eine erfreulich erfrischende Variabilität an den Tag legt. Die relative Wuchtigkeit auf der einen und die melodiöse Fragilität auf der anderen Seite paaren sich mit einer dezenten Prise experimenteller Verspieltheit und führen im Ergebnis zur angestrebten “Brachialromantik” (O-Ton Colaris).

Seit Januar 2011 ist ihre aktuelle, selbst produzierte 4-Track-EP “The Disclosure” als CD, limitierte Tape-Edition und als Download erhältlich. Das Full-Length-Debut steht in Form von acht neuen Songs, die erneut im SU2 Studio Illingen aufgenommen wurden, ebenfalls bereits in den Startlöchern und wartet auf seine Veröffentlichung Anfang 2012. Solltet ihr im Raum Karlsruhe wohnen, guckt ihr euch die Jungs am besten direkt live am 16. Dezember im Jubez an.

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VALERIAN SWING

Posted in Release on November 2nd, 2011 by M.H.

Die experimentellen Prog-Post-Coreler Valerian Swing aus dem norditalienischen Städtchen Correggio haben sich 2005 zusammengefunden und nahmen ein Jahr später bereits ihre erste EP auf. Im Jahre 2008 folgte das Langspieldebüt “Draining Planning For Ears Reflectors”, welches ihnen ausgedehnte Tourneen durch verschiedene europäische Länder bescherte. Viel Zeit also, am eigenen Stil zu feilen und die eigene musikalische Nische zu finden. Im Sommer 2010 schließlich war die Zeit reif für Album Nummer zwei. Also begaben sich die drei Jugendfreunde ins ferne Seattle, um im renommierten Red Room Studio von Matt Bayles ihre aktuellen Kompositionen auf einen Tonträger zu bannen. Das Ergebnis hört auf den Namen “A Sailor Lost Around The Earth”, klingt, wie man nach der Entstehungsgeschichte fast vermuten möchte, sehr ausgereift und punktet mit einer überaus eigenständigen Mixtur.

Dass der Bandname nicht von ungefähr kommt, stellt die Band schon im ersten Song klar. Das grundsätzlich recht eingängige und simple “Dr Pengl Is There” wird durch Bläsereinsatz und beschwingte Jazz-Versatzstücke bereichert und repräsentiert die Spiel- und Experimentierfreudigkeit der Italiener – zwei Eigenschaften, die sich im weiteren Verlauf als ein Trademark der Band offenbaren sollen. Jazzig vertrackte Einschübe konterkarieren die in ihrem Grundgerüst recht straighten, stets zwischen locker fluffig und heftig rockend pendelnden Songs und verleihen ihnen so neben extremer Dynamik auch eine ganz eigene Note. Positiv ausgezahlt hat sich ohne Zweifel auch das Mitwirken des italienischen Posaunisten Gianluca Petrella, den das Trio für die Aufnahmen gewinnen konnte, der es mühelos schafft, zusätzliche Farbtupfer zu setzen. Gesang setzt die Band hingegen sehr dosiert ein und nutzt ihn nur an wenigen Stellen als ergänzendes Stilmittel.

“A Sailor Lost Around The Earth” ist seit April im CD Format über Magic Bullet Records erhältlich. Wer einen Plattenspieler sein Eigen nennt, sollte sich allerdings lieber die Vinyl Version zulegen, die auf SubSuburban erschienen ist, da diese zusätzlich mit einer 7” mit speziellen Remixen bestückt wurde.

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I, THE PHOENIX

Posted in Release on October 23rd, 2011 by M.H.

Das belgische Duo I, The Phoenix sieht sich nicht als Band im klassischen Sinne, sondern als konzeptionelles Gesamtwerk, als eine organische Plattform, auf der Jean-Paul Frenay und Vincent de Puydt ihren Ideen und Gedanken durch verschiedenste Kunstformen Ausdruck verleihen.

Die Kunstform, die sie für ihren musikalischen Output auf ihrem unbetitelten Debütalbum gewählt haben, ist zweifellos in den 80er Jahren verwurzelt. Groovenden Industrial-Rock, experimentelle Elektronik- und (Dark-)Wave-Sounds, sowie moderne Ambient-Einschübe verbinden die beiden zu ihrer eigenen spannenden Mixtur. Hinzu kommt Gesang, der uns, mal lakonisch kühl, mal hymnenhaft harmonisch, ebenfalls direkt in die 80er Jahre katapultiert und zum Teil fraglos Dave Gahan Querverweise nahelegt. Nine Inch Nails kommen einem beim Lauschen in den Sinn, 65daysofstatic und düster(st)e Depeche Mode Momente.

Schon beim ersten Durchlauf bleiben die zahlreich eingestreuten, einprägsamen Melodien und Harmonien, sowie die konstant zwischen bedrückend-schwermütig und bedrohlich pendelnde Stimmung der Musik hängen. Sicherlich keine leicht verdauliche Kost, die uns die Herren aus Brüssel hier servieren, wobei dies wohl auch das letzte wäre, das man in diesem Kontext erwarten würde. Einzelne Songs hervorzuheben macht folgerichtig auch kaum Sinn. Mit Ausnahme vielleicht der ersten beiden Tracks, denen durchaus ein gewisses Hitpotential innewohnt, lässt man die Platte am besten in Gänze auf sich wirken.

Wie das bereits erwähnte Konzept hinter I, The Phoenix vermuten lässt, wird der CD Käufer nicht mit einer schnöden 08/15-Hülle abgespeist. Vielmehr wird das audiovisuelle Erlebnis durch die Verpackung des Silberlings – ein dreidimensional gestaltetes Digipack plus 16-seitiges Booklet – vervollständigt. Eine 3-D-Brille wurde dem Package vorsorglich ebenfalls beigelegt. Besorgt euch das auf 500 Einheiten limitierte Werk für preisgünstige 10 EUR direkt über die Bandcamp Seite.

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COILGUNS/KUNZ SPLIT EP

Posted in Release on September 21st, 2011 by M.H.

Pelagic Records wissen mit einer eher unkonventionellen Split-Zusammenstellung zu überraschen. Beide vertretenen Bands, sowohl Coilguns, als auch Kunz, sind Nebenprojekte des The Ocean Kollektivs und setzen sich folgerichtig aus Mitgliedern ebendieser Schweizer Progressive-Post-Metal Formation zusammen.

Den Anfang machen Coilguns, die mit ihren 3 Songs ein gewaltiges Brett auffahren. Aggressiv groovender Post-Hardcore mit ordentlich Metal- und Crust-Einschlag. Zum Einstieg wird das Gaspedal bei “Mastoid” noch knappe drei Minuten gnadenlos durchgetreten, doch bereits das folgende “Phersu” liefert im Mittelteil eine willkommene Tempodrosselung. Auch “Kachinas”, der variantenreiche Abschluss des Coilguns Beitrags, belegt die hohe Musikalität des Trios und untermauert sein Potential.

Bieten Coilguns bereits eine abgespeckte Besetzung, treiben Kunz die Reduktion auf die Spitze. Als Duo geht die aktuelle The Ocean Rhythmusabteilung an den Start, um uns mit knarzig wummerndem Bass, polternden Drums, Krächzgesang und ganz viel Feedback seine persönliche Lesart von dreckigem Sludge-Metal gepaart mit Noise-Rock nahezubringen. Weder Kunz, noch Coilguns erfinden das Rad neu, klingen jedoch frisch und unverbraucht und machen definitiv Lust auf mehr.

Beziehen könnt ihr die Split CD im ansprechend gestalteten Digipak ab dem 23.9. direkt über Pelagic Records.

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ANCESTORS – INVISIBLE WHITE EP

Posted in Release on September 17th, 2011 by M.H.

Erwartungsvoll die neue Ancestors EP “Invisible White” eingelegt und entspannt zurückgelehnt. Den ersten Tönen des Titeltracks lauschend mag man sich zunächst wundern, ob da tatsächlich die richtige CD im Schacht ihre Runden dreht. Eine gezupfte Akustikgitarre, säuselnder Damengesang, ein Barpiano untermalt, irgendwann eine Orgel und eine melancholische Violinenmelodie, bevor erstmalig lakonisch dahinfließender Gesang von Justin Maranga ertönt.

Auch im weiteren Verlauf bleibt die Instrumentierung dezent, zurückgenommen, elegisch, schleppend – inklusive der Drums von Brandon Pierce. Die Songs fließen atmosphärisch dahin. Die fetten Gitarren und die Heavyness, prägende Elemente der beiden bisherigen Alben “Of Sound Mind” und “Neptune With Fire”, bleiben gänzlich außen vor. Zurück bleibt experimenteller Progressive Rock mit Folk-Elementen, sowie eine latente Dominanz von Orgel und Synthesizer. Erst im Laufe des abschließenden überlangen “Epilogue” tritt die verzerrte Gitarre in den Vordergrund und verhilft dem Stück mit einem inspirierten, gefühlvollen Solo zu einem episch rockenden Psychedelic-Finale.

Nachdem die erste Verwunderung verflogen ist und man sich auf diese neue Facette des LA-Quintetts eingelassen hat, fühlt man sich wohlig an Großtaten von Genre Ikonen wie King Crimson und Pink Floyd erinnert. Bleibt die Frage, ob “Invisible White” ein Experiment, eine einmalige Sache war oder ob die 30-minütige EP Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Ancestors zulässt, wobei die Arbeit am kommenden Album in wenigen Tagen beginnen wird. Was mit Sicherheit zu sagen bleibt, ist, dass sie uns die Wartezeit auf überaus angenehme Weise verkürzt haben.

Erwartungsgemäß ist auch “Invisible White” als CD und 12” Vinyl in Europa am 12. September über die Geschmacksgaranten von TEE PEE RECORDS erschienen.

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KILLL

Posted in Release on September 10th, 2011 by D.K.

Der Bandname lässt schon vermuten, dass diese Band aus dem hohen Norden nicht den Wunsch hegt, Harmonie und Wohlgefühl zu verbreiten. Denn genau das kann bei Killl aus Norwegen lange gesucht werden. Killl ist ein Avant-Noise-Post-Core-Art-Metal-Strobo-Jazz-Monster, ja genau, brutal fürs Ohr und vor allem fürs Auge. Denn Killl ist genau genommen keine Band, sondern eine Art Kunstwerk für die Bühne. Vier Musiker und ein Lichtmann haben das erschaffen, was sich Killl nennt, und nun endlich auch auf Platte erscheint. Genauer gesagt auf Platte und DVD um das volle Erlebnis der Liveshows mitzuerleben.

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Unter der Regie von Are Mokkelbost, Künstler (u.a. das Artwork der ersten Mamiffer & House of Low Culture Split) und Musiker (u.a. Juv, Single Unit), haben sich drei weitere Musiker aus Bands wie J.R. Ewing oder Jaga Jazzist und der Lichkünstler Kyrre Karlsen zusammengetan, um dieses Ungetüm an Sounds und Visuals auf die Beine zu stellen. Die Band hat mehrere Shows zwischen 2005 und 2009 mit älteren Digitalkameras von der Bühne und vom Publikum aus mitgefilmt, um durch die weniger ausgereifte Filmtechnik alter Kameramodelle die verschiedenen Effekte der Strobolichtshow ungefiltert einzufangen. Das Ergebnis auf der DVD ist noch beklemmender als die Liveshow selber. Schnitt um Schnitt, ein Bild nach dem anderen. Kein Filmmaterial für anfällige Betrachter. Und immer passend zur Musik, die auch ständig Druck macht und das Erlebnis abrundet. Noise, Power-Electronics, Blackmetalgitarren… die Aufzählung an Einflüssen will nicht enden. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es auf dem Videokanal von Are Mokkelbost.

Das vorgestellte Paket klingt anstrengend, wer sich aber darauf einlässt, wird auf eine surreale Art daran Gefallen finden. Das CD/DVD Paket kommt im Pappmehrfachklappcoverdesign mit passendem Artwork (bei dem unser Scanner schlapp gemacht hat… die Farben sind viel heftiger als unten zu sehen) und zwei auffaltbaren Postern anstelle von Booklet. Das selbstbetitelte Livealbum von Killl erscheint am 16. September über die Qualitätsschmiede von Fysisk Format, dem hauseigenen Label des norwegischen Plattenladens Tiger.

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SHRINEBUILDER – LIVE IN EUROPE 2010

Posted in Release on August 27th, 2011 by D.K.

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Als Ende März 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull anfing Feuer zu spucken, hätte sich niemand gedacht, das einen Monat später eine riesige Aschewolke die halbe Luftfahrtwelt lahm legen wird. Shrinebuilder waren schon abflugbereit für Ihre erste Europatour, die dann leider ausfallen musste. “Wenn jemand diese Band aufhalten kann, dann doch wohl nur ein Vulkan”, meinte ein Freund scherzhaft (lustiger Weise auch im ähnlichen Wortlaut Teil des Pressetextes zur Platte). Die Tour ist einige Monate später nachgeholt worden, währenddessen sich die Band dachte, einige Shows aufzunehmen um eine Liveplatte für alle die zusammenzustellen, die zur ersten Tour kommen wollten, aber die Ersatztermine nicht wahrnehmen konnten.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Live in Europe 2010” erscheint Anfang September über das neue deutsche Label My Proud Mountain als 1000er Auflage auf 12inch Vinyl und beinhaltet vier Songs. Seite A umfasst “Science Of Anger” und “The Architect” live aus Ravenna. Produzent Toshi Kasai (Big Business und Melvins) hat sich des Livematerials angenommen und einen fetten, trockenen Mix hingelegt, der die Songs rauh durch die Boxen schießen lässt. Auf Seite B ist das bisher unveröffentlichte Shrinebuilder Stück “We Let The Hell Come” verewigt. Eine von Scott Kellys tiefer Stimme getragene Bluesnummer, die sich zum Ende hin in ein Doommonster verwandelt. “Solar Benediction” aus dem Berliner Berghain schließt die Platte ab. Das Hörerlebnis wird noch durch das passende Artwork ergänzt, auf dem Satellitenaufnahmen des Vulkanausbruches zu sehen sind. Einziger Kritikpunkt ist, dass genau die beiden Songs fehlen, die ich am besten finde. Aber das ist Geschmackssache.

Auf alle Fälle ein Muss für jeden “Saint-Mel-Neur-Om” Fan.

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KOKOMO – IF WOLVES

Posted in Release on August 9th, 2011 by M.H.

Unsere Duisburger Nachbarn Kokomo, ihres Zeichens Instrumental-Postrocker, sind seit kurzem mit ihrem neuen Album “If Wolves” am Start. Dabei hat die Band keine musikalische Revolution im Sinn, sondern ist schlicht bestrebt, ihr Ding durchzuziehen und dabei eine möglichst gute Zeit zu haben – nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger.

Das Tier auf dem Cover ist durchaus mit Bedacht gewählt, denn kraftvoll wie ein Bär ist die Musik des auch diesmal in Eigenregie aufgenommenen Longplayers allemal. Musik für die große Leinwand ist es, was das Quartett hier abliefert. Die sechs Songs sind auf positive Weise emotional und warm und vermitteln dem aufmerksamen Zuhörer ein Gefühl der Weite. Raumgreifende Melodien bahnen sich ihren Weg in die Gehörgänge, Spannungsbögen werden gespannt und gekonnt im richtigen Moment aufgelöst. Man merkt ganz einfach, dass die Musiker hier ihr Herzblut in die Waagschale geworfen haben. Auf Sprachexperimente wird dabei nahezu gänzlich verzichtet, einzig das Stück “Epochs And Archives” wird mit geschmackvollen Samples aus der Dokumentation “Everything I Know” von Buckminster Fuller veredelt.

Gegründet im Jahre 2008, stand im Folgejahr bereits das Kokomo Debüt “Matterhorn Bob And The Black Flair” in den Plattenläden, gefolgt von einer Tour und zahlreichen Konzerten im Vorprogramm namhafter Bands. Überdies können sie noch auf eine Split-LP mit Kasan verweisen, die im Frühjahr 2010 bei Mayiniax Records veröffentlicht wurde.

“If Wolves” ist im April auf Vinyl und CD über Dunk!Records und i.corrupt.records erschienen und im September und Oktober solltet ihr euch die Chance nicht entgehen lassen, Kokomo auf einem ihrer Konzerte zwischen Berlin und Wien zu besuchen. Die genauen Termine haben wir hier für euch.

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NEUE OMEGA MASSIF IM SEPTEMBER

Posted in Release on July 25th, 2011 by M.H.

Das neue Omega Massif Album, welches wohl das am sehnsüchtigsten erwartete im Bereich des instrumentalen Doom/Sludge/Postcore sein dürfte, wird am 16. September bei Denovali Records erscheinen. “Karpatia”, Nachfolger des Debüts “Geisterstadt”, wird aus sechs Songs bestehen, von denen das Würzburger Quartett einen vorab als Stream bereitgestellt hat.

Der neue Song “Ursus Arctos” und das erneut überaus stimmige Cover-Artwork lassen fraglos auf ein weiteres Meisterstück aus dem Hause Omega Massif hoffen. Die Preorder startet Mitte August und bereits kommenden Sonntag wird ein weiterer Song online gestellt. Wir warten gespannt!

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B.SON – DOWNLOAD UND NEWS

Posted in ontheroad, Release on June 24th, 2011 by M.H.

Die Mannheimer Black Shape Of Nexus melden sich mit erfreulichen Nachrichten und einem speziellen Bonus für ihre Fans zurück.

B.SON haben angekündigt, dass sie sich im Dezember ins Studio zurückziehen werden, um ihr neues Album einzuspielen, für dessen Veröffentlichung über Exile On Mainstream Records der Frühsommer 2012 angepeilt wird. Die Wartezeit bis dahin verkürzt uns “Live In Mannheim”, ein längst vergriffenes, 60-minütiges Live-Tape, auf dem die Band in eindrucksvoller Manier der hohen Schule des schleppend monströsen Doom/Sludge frönt. Kostenlos bereitgestellt wird das Tondokument auf bandcamp.com.

Der nächste Livetermin liegt glücklicherweise auch nicht in allzu großer Ferne, so dass die Band bereits am 23. Juli beim Konzert mit Wall und Kodiak+N im JUZ Mannheim ihren neuen Bassisten Stef (ex Diavolo Rosso, Ghost Of Wem) vorstellen kann.

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