WINO & CONNY OCHS – HEAVY KINGDOM
Posted in Release on January 13th, 2012 by M.H.
Es war im September 2010 in der Iserlohner Dechenhöhle. Wir kamen scheinbar als erste Augen- und Ohrenzeugen am Bühnen-/Publikumsbereich der Höhle an. Zwei Musiker standen mit umgehängten Gitarren am Bühnenrand, vertieft in ein angeregtes Gespräch und eine Art Soundcheck. Der eine war offensichtlich Wino, der andere, das reimten wir uns zusammen, musste der als Opener angekündigte Conny Ochs sein. Wino warf uns ein kurzes, aber sympathisches “Hey Guys!” entgegen, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner widmete.
Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, dass sich an diesem Abend vor unseren Augen eine außergewöhnliche Kollaboration anbahnen sollte, dass an diesem Abend und auf der dazugehörigen Tour ganz offensichtlich zwei Brüder im Geiste zusammegefunden haben. Wino war mit seinem letzten Soloalbum “Adrift” unterwegs und Exile On Mainstream Records hatten Ochs, schon seit Jahren Mitglied der Exile On Mainstream Familie, als Opening Act und Fahrer mit auf die Tour gebucht. Eine Wahl, die sich im gemeinsamen Zugabenteil, nach den jeweiligen Solo-Sets der Künstler, als wahrer Glücksgriff der Plattenfirma herausstellen sollte, lieferten sich die beiden doch packende Gitarrenduelle und ließen – zum Finale noch zusätzlich verstärkt durch Darsombra (der dritte Solokünstler des Abends) und Jim Sparky – ein gründlich beeindrucktes und berauschtes Publikum zurück.

Als naheliegende Folge präsentieren die beiden nun mit “Heavy Kingdom” ihren ersten gemeinsamen Longplayer, der nicht weniger darstellt, als ein Fest für Freunde anspruchsvoller Singer/Songwriter-, Blues-, Americana-Kost. Schon das eröffnende, maximal reduzierte “Somewhere Nowhere”, mit seinem von Wino mehr gesprochenen als gesungenen Text, erzeugt eine fast andächtige Stimmung. Im folgenden Titelsong tritt auch Conny Ochs merklich in Erscheinung, das Album nimmt bedächtig Fahrt auf und man ist sich erstmalig gewiss, dass die Magie von der Bühne ins Studio hinüber gerettet werden konnte.
Die Texte sind persönlich, tiefgründig und authentisch. Sie transportieren Schwermut, jedoch auch immer den erlösenden Funken Hoffnung und Zuversicht. Sowohl die Akustikgitarren, als auch die teilweise zweistimmigen Gesangsmelodien bilden eine harmonische Einheit und beschwören Erinnerungen an die Dechenhöhlen-Sessions herauf. Selten mal schleichen sich ange- oder gar verzerrte Gitarrensoli ein, wie etwa bei meinem persönlichen Favoriten “Vultures By The Vines”, einem der vielen emotionalen Höhepunkte. Das beschwingt nach vorn gehende “Labour Of Love” beschließt ein rundum gelungenes Album und belegt nachdrücklich, dass hier ein Duo am Werk ist, das den Rock N’ Roll in sich trägt.

Erscheinen wird “Heavy Kingdom” am 27.01.2012 auf Exile On Mainstream Records, sowohl im CD-Format, als auch auf Vinyl.
Allen Berlinern unter euch sei gesagt, dass heute abend im Red Rooster Club ab 21 Uhr eine Record Release Party stattfinden wird. Allen anderen empfehlen wir die gemeinsame Europa Tour der beiden im März/April. Die Termine für den deutschsprachigen Raum findet ihr hier.
Seit Januar 2011 ist ihre aktuelle, selbst produzierte 4-Track-EP “The Disclosure” als CD, limitierte Tape-Edition und als
Die experimentellen Prog-Post-Coreler
Dass der Bandname nicht von ungefähr kommt, stellt die Band schon im ersten Song klar. Das grundsätzlich recht eingängige und simple “Dr Pengl Is There” wird durch Bläsereinsatz und beschwingte Jazz-Versatzstücke bereichert und repräsentiert die Spiel- und Experimentierfreudigkeit der Italiener – zwei Eigenschaften, die sich im weiteren Verlauf als ein Trademark der Band offenbaren sollen. Jazzig vertrackte Einschübe konterkarieren die in ihrem Grundgerüst recht straighten, stets zwischen locker fluffig und heftig rockend pendelnden Songs und verleihen ihnen so neben extremer Dynamik auch eine ganz eigene Note. Positiv ausgezahlt hat sich ohne Zweifel auch das Mitwirken des italienischen Posaunisten Gianluca Petrella, den das Trio für die Aufnahmen gewinnen konnte, der es mühelos schafft, zusätzliche Farbtupfer zu setzen. Gesang setzt die Band hingegen sehr dosiert ein und nutzt ihn nur an wenigen Stellen als ergänzendes Stilmittel.
Die Kunstform, die sie für ihren musikalischen Output auf ihrem unbetitelten Debütalbum gewählt haben, ist zweifellos in den 80er Jahren verwurzelt. Groovenden Industrial-Rock, experimentelle Elektronik- und (Dark-)Wave-Sounds, sowie moderne Ambient-Einschübe verbinden die beiden zu ihrer eigenen spannenden Mixtur. Hinzu kommt Gesang, der uns, mal lakonisch kühl, mal hymnenhaft harmonisch, ebenfalls direkt in die 80er Jahre katapultiert und zum Teil fraglos Dave Gahan Querverweise nahelegt. Nine Inch Nails kommen einem beim Lauschen in den Sinn, 65daysofstatic und düster(st)e Depeche Mode Momente.
Wie das bereits erwähnte Konzept hinter I, The Phoenix vermuten lässt, wird der CD Käufer nicht mit einer schnöden 08/15-Hülle abgespeist. Vielmehr wird das audiovisuelle Erlebnis durch die Verpackung des Silberlings – ein dreidimensional gestaltetes Digipack plus 16-seitiges Booklet – vervollständigt. Eine 3-D-Brille wurde dem Package vorsorglich ebenfalls beigelegt. Besorgt euch das auf 500 Einheiten limitierte Werk für preisgünstige 10 EUR
Den Anfang machen
Auch im weiteren Verlauf bleibt die Instrumentierung dezent, zurückgenommen, elegisch, schleppend – inklusive der Drums von Brandon Pierce. Die Songs fließen atmosphärisch dahin. Die fetten Gitarren und die Heavyness, prägende Elemente der beiden bisherigen Alben “Of Sound Mind” und “Neptune With Fire”, bleiben gänzlich außen vor. Zurück bleibt experimenteller Progressive Rock mit Folk-Elementen, sowie eine latente Dominanz von Orgel und Synthesizer. Erst im Laufe des abschließenden überlangen “Epilogue” tritt die verzerrte Gitarre in den Vordergrund und verhilft dem Stück mit einem inspirierten, gefühlvollen Solo zu einem episch rockenden Psychedelic-Finale.
Erwartungsgemäß ist auch “Invisible White” als CD und 12” Vinyl in Europa am 12. September über die Geschmacksgaranten von 

Das Tier auf dem Cover ist durchaus mit Bedacht gewählt, denn kraftvoll wie ein Bär ist die Musik des auch diesmal in Eigenregie aufgenommenen Longplayers allemal. Musik für die große Leinwand ist es, was das Quartett hier abliefert. Die sechs Songs sind auf positive Weise emotional und warm und vermitteln dem aufmerksamen Zuhörer ein Gefühl der Weite. Raumgreifende Melodien bahnen sich ihren Weg in die Gehörgänge, Spannungsbögen werden gespannt und gekonnt im richtigen Moment aufgelöst. Man merkt ganz einfach, dass die Musiker hier ihr Herzblut in die Waagschale geworfen haben. Auf Sprachexperimente wird dabei nahezu gänzlich verzichtet, einzig das Stück “Epochs And Archives” wird mit geschmackvollen Samples aus der Dokumentation “Everything I Know” von Buckminster Fuller veredelt.
Gegründet im Jahre 2008, stand im Folgejahr bereits das Kokomo Debüt “Matterhorn Bob And The Black Flair” in den Plattenläden, gefolgt von einer Tour und zahlreichen Konzerten im Vorprogramm namhafter Bands. Überdies können sie noch auf eine Split-LP mit Kasan verweisen, die im Frühjahr 2010 bei Mayiniax Records veröffentlicht wurde.

Bei den Franzosen
Erschienen ist “Permission To Engage” im Oktober 2010 über
Ihr neuster Streich ist eine 7inch, die auf auf den Namen “Escape From The Past” hört. Der titelgebende Song auf Seite A ist ein schnörkellos treibender Rocker, der nach vorne und ohne Umschweife direkt ins Ohr geht. Die B-Seite “Endless Catastrophy” hingegen ist nicht ganz so straight und wählt eine etwas vertracktere Rhythmik. Beiden Tracks gemein ist die saubere, glasklare Produktion und der markante, mit viel Hall versehene Gitarrensound, der in den legendären Finnvox Studios in Helsinki zusammengebastelt wurde. Erschienen ist das gute Stück ausschließlich auf Vinyl (200 x rot, 300 x schwarz) über das stets geschmackssichere deutsche Independent Label 











